Seite 1: Samsung Galaxy A3 (2017) und Galaxy A5 (2017) im Test

samsung galaxy a3 a5 2017Einmal befriedigend, einmal gut, zweimal zu teuer: Vor fast genau einem Jahr konnten Samsungs Galaxy A3 und Galaxy A5 des Jahrgangs 2016 überraschen, aber nicht vollends überzeugen - trotz teilweise großer Fortschritte. Erfolgreich war das Gespann dennoch, eine Neuauflage mehr als wahrscheinlich. Die ist nun unter der Bezeichnung Galaxy A3 (2017) und Galaxy A5 (2017) im Handel erhältlich und musste im Test bereits zeigen, wie Samsung den Abstand zwischen Mittel- und Oberklasse wahren will.

Ob die A-Reihe nun die erste oder die letzte ist, die Samsung im Jahres-Rhythmus erneuert, ist eine Frage der Perspektive. Doch unabhängig davon, für welche der beiden Sichtweisen man sich entscheidet, bleibt ein Problem bestehen. Denn zwischen Verkaufsstart der neuen A-Modelle und des Topmodells der S-Reihe lagen zuletzt nur wenige Wochen, entsprechend niedrig fiel bisweilen der Preis des alten Topmodells aus. Im vergangenen Jahr lautete eine Frage deshalb: Das Galaxy A5 (2016) für rund 420 Euro oder doch das Galaxy S6 für etwa 460 Euro kaufen? Ein Aspekt, der auch in diesem Jahr wieder eine Rolle spielt - so viel kann an dieser Stelle bereits verraten werden.

Unverändert bleibt aber auch die Einstufung der beiden Neuheiten. Samsung platziert das Galaxy A3 (2017) mit seinen unverbindlichen 329 Euro in der Mittelklasse, das Galaxy A5 (2017) wird mit unverbindlichen 429 Euro hingegen der oberen Mittelklasse zugeordnet.

Mehr heißt nicht immer gut

Kennern wird beim Blick aufs Datenblatt zunächst auffallen, dass Samsung die SoCs im Vergleich zum Vorjahr aufgefrischt hat. Im Galaxy A3 (2017) musste der Exynos 7578 mit seinen vier Cortex-A53-Kernen Platz für den Anfang 2016 vorgestellten Exynos 7870 mit gleich acht Kernen des gleichen Typs machen. Interessant ist dieses Detail, da genau dieser Chip auch im eigentlich eine Klasse tiefer verbauten Galaxy J7 (2016) zum Einsatz kommt. Dort wie hier arbeiten die CPU-Kerne mit maximal 1,6 GHz, was einen leichten Sprung um 100 MHz nach oben bedeutet. Auch die verbaute GPU ist nun jünger und hört auf den Namen Mali-T830 MP2 - mehr eine Einsteiger- als eine Mittelklasselösung. Weitaus wichtiger jedoch: Der SoC wird in 14 nm LPP gefertigt, was sich positiv auf Temperaturentwicklung und Energiebedarf auswirken dürfte.

Auf das gleiche Verfahren setzt Samsung auch beim Exynos 7880, der im Galaxy A5 (2017) steckt. Im Vergleich zum Vorgänger-Smartphone bleibt es bei acht Cortex-A53-Kernen, der maximale Takt klettert jedoch von 1,6 auf 1,9 GHz. Gleichzeitig wurde die GPU potenter gestaltet: Zwar werkelt auch hier nun eine Mali-T830, allerdings in der Ausbaustufe MP3.

Die Auswirkungen auf die CPU-Leistung fallen unterschiedlich aus. Währen das Galaxy A3 (2017) in der Single-Thread-Betrachtung (Geekbench 3) etwa 8 % und im Multi-Thread-Durchlauf 93 % hinzugewinnt, sind es beim Galaxy A5 (2017) 16 und 27 %. Genau umgekehrt verhält es sich bei der GPU-Performance. AnTuTu 6 (3D-Wertung) bescheinigt dem Galaxy A3 (2017) einen Zuwachs von gut einem Drittel, beim Galaxy A5 (2017) ist es nahezu eine Verdreifachung. Bestätigt werden die Verbesserungen aber auch von anderen Benchmarks. Im 3DMark-Setting Ice Storm Unlimited erreicht das Galaxy A3 (2017) etwa 8.600 Punkte (+20 %), das Galaxy A5 (2017) 13.200 Punkte (+66 %). Im deutlich anspruchsvolleren Slingshot-Durchlauf sind es 490 (+75 %) und 1.100 Punkte (+240 %).

Hierbei - und auch in der alltäglichen Praxis - profitieren beide Smartphones aber auch vom gewachsenen Arbeitsspeicher. Beim Galaxy A3 (2017) sind es nun 1,5 GB, beim Galaxy A5 (2017) hingegen 3 GB. Unter dem Strich also kein Wunder, dass die Gesamtleistung höher ausfällt und bei den ganz alltäglichen Dingen keine Probleme auftreten. Weder beim Surfen mit diversen geöffneten Tabs, Mailen oder der Wiedergabe von Videos leisteten sich die Testgeräte Schwächen. Die traten erst bei technisch anspruchsvolleren Spielen und vergleichbaren Applikationen zutage, vor allem beim Galaxy A3 (2017). Hier wird die GPU schnell zum Flaschenhals.

Im Vergleich mit der preisähnlichen Konkurrenz fällt aber eher das Galaxy A5 (2017) leicht negativ auf. Denn nimmt man den Begriff Preis-Leistungs-Verhältnis wörtlich, muss Samsung diverse Mitbewerber vorbeiziehen lassen. Das bedeutet zusammengefasst: Beide Neuheiten sind schneller als ihre Vorgänger, doch die direkte Konkurrenz ist häufig performanter. Daran ändert auch der interne Speicher nichts, der laut Androbench leicht überdurchschnittlich schnell ist; das Galaxy A3 (2017) erreicht beim Lesen und Schreiben maximal 136 und 33 MB/s, beim Galaxy A5 (2017) sind es 147 und 38 MB/s.

Alles was die Mittelklasse braucht

Nicht zuletzt aufgrund der neuen SoCs ändert sich einiges hinsichtlich der weiteren Ausstattung. Das betrifft bei beiden Geräten das WLAN- und Bluetooth-Modul, beim Galaxy A3 (2017) aber auch das LTE-Modem. Möglich sind nun auch hier Übertragungsraten von bis zu 300 Mbit/s (Cat 6), das Galaxy A5 beherrscht dieses Tempo bereits seit dem letzten Jahr. Bluetooth wird nun generell in Version 4.2 unterstützt, ebenso ac-WLAN. Geblieben ist es bei NFC und der Nutzung von Nano-SIM-Karten, neu ist die USB-Typ-C-Schnittstelle. Das macht das Einstecken des Lade- und Datenkabels komfortabler, dahinter verbirgt sich allerdings nur USB 2.0. Der interne Speicher - beim Galaxy A3 (2017) 16 GB, beim Galaxy A5 (2017) 32 GB - kann jeweils per microSD-Karte erweitert werden.

Auf Messungen, welche Geschwindigkeiten über den entsprechenden Slot möglich sind, wurde verzichtet. Nicht nur, dass die individuell verwendete Speicherkarte hierbei die größte Rolle spielt, auch das hersteller-seitige Versprechen, dass bestimmte Übertragungsraten mindestens erreicht werden, hat sich in der Vergangenheit mehrfach als wenig belastbar entpuppt. Hinzu kommt, dass viele Android-Smartphones - darunter auch die beiden neuen A-Modelle - die Option Adoptable Storage nicht anbieten. Und am Ende stellt sich die Frage, wie die microSD-Karte mit Daten gefüttert wird. Im Zweifelsfall sind hier eher der USB-Port des Handys oder der Kartenleser des PCs der Flaschenhals.

Beim Telefonieren geben sich beide Geräte keine Blöße. Beide Gesprächspartner profitieren von einem guten Mikrofon und oberen Lautsprecher, die Unterdrückung störender Nebengeräusche erfolgt überwiegend zuverlässig. Verbindungsabbrüche waren nicht zu beklagen, auch Wechsel zwischen den Netzen erfolgten nicht früher oder häufiger als bei anderen Smartphones. Ungewöhnlich wird es, wenn der zweite, unter anderem fürs Freisprechen vorgesehene Lautsprecher zum Einsatz kommen soll. Den hat Samsung bei beiden Modellen nicht wie üblich am unteren Ende, sondern am rechten Rand oberhalb der Standby-Taste platziert. Warum man sich dafür entschieden hat, ist nicht bekannt. Einen positiven Einfluss auf die Klang-Qualität dürfte es aber nicht haben. Denn wie bei so vielen Smartphones überwiegen Höhen und Mitten klar, tiefe Frequenzen sind beiden Modellen kaum zu entlocken. Für Telefonate ist das ausreichend, die Musikwiedergabe sollte aber über den üblichen Audio-Ausgang und Kopfhörer erfolgen.

Der nun in beiden Geräten in den Home-Button integrierte Fingerabdrucksensor arbeitete im Test überwiegend zuverlässig. Nur in wenigen Fällen wollte der hinterlegte Finger partout nicht erkannt werden. Leider verzichtet Samsung nach wie vor darauf, den Sensor auch für andere Arten der Bedienungserleichterung zu nutzen, lediglich das Anmelden im Browser sowie im Samsung-Account ist neben dem Entsperren des Smartphones möglich.

Genügend Helligkeit gibt es nur automatisch

Unverändert gelassen hat Samsung die Displays. Nicht nur, dass die Diagonalen der Generation 2017 mit denen des Vorjahres übereinstimmen, auch die Auflösung ist in beiden Fällen die gleiche. Damit sprechen Galaxy A3 (2017) und Galaxy A5 (2017) nicht nur aufgrund ihrer Preise unterschiedliche Zielgruppen an.

Das Galaxy A3 (2017) bietet bei 4,7 Zoll 1.280 x 720 Pixel (312 ppi), das Galaxy A5 (2017) 5,2 Zoll und 1.920 x 1.080 Pixel (424 ppi). Die Basis bildet jeweils ein Super-AMOLED-Panel mit der gewohnt knackigen Farbdarstellung, sehr guten Blickwinkeln sowie echtem Schwarz. Parallelen zu den Vorgängern gibt es auch bei den Messwerten. Das Display des kleineren Modells erreicht im manuellen Modus eine maximale Helligkeit von 352 cd/m², im größeren sind es 351 cd/m². Im Vergleich mit der Konkurrenz sind das weit unterdurchschnittliche Werte, allerdings bieten die Smartphone bei automatischer Helligkeitsregulierung noch Reserven. Wer die nutzt, kann kurzzeitig 573 und 584 cd/m² erreichen, was auch bei direkter Sonneneinstrahlung ausreicht - auch, da der Kontrast bauartbedingt gegen unendlich geht.

Ebenfalls nur auf Umwegen kann ein neutrales Weiß dargestellt werden. Ab Werk stellen die Geräte Weiß mit etwa 7.900 und 7.800 Kelvin und somit mit einem Blaustich dar. Zwar kann der Nutzer in den Display-Einstellungen wie bei Samsung zuletzt üblich zwischen drei weiteren Presets - AMOLED-Kino, AMOLED-Foto, Einfach - wählen, die dann möglichen 7.000 und 6.900 Kelvin sind aber immer noch ein gutes Stück vom Optimum (6.500 Kelvin) entfernt. Das erreicht man nur, wenn im Modus Anpassungsfähige Anzeige die drei Grundfarben über Schieberegler genutzt werden. Ein gutes Auge, ein weißes Blatt Papier und Geduld oder ein Messgerät sind hierfür aber Voraussetzung.

Neu hinzugekommen ist die Always-on-Funktion. Die sorgt auf Wunsch dafür, dass Uhrzeit, Datum, Akkustand und verpasste Nachrichten und Anrufe permanent eingeblendet werden. Dank Super-AMOLED-Technik soll dies den Akku nur geringfügig belasten, im Test spielte die Funktion bei den Laufzeiten keine nennenswerte Rolle.