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Fazit

Auch wenn man es auf den ersten und vielleicht auch zweiten Blick kaum glauben mag: Ein Stück weit ähnelt das nova dem Mate S. Beide Smartphones sind ein Stück weit Versuchsträger, die sich hier und da deutlich von den restlichen Familienmitgliedern abheben. Während beim Mate S zum Experiment auch ein überraschend hoher Preis gehörte, soll es das nova in der Mittelklasse richten. Auch oder vielleicht gerade obwohl man im Bereich zwischen 300 und 400 Euro selbst gut bestückt und die Zahl der Mitbewerber alles andere als klein ist. Besonderheiten, mit denen man sich abhebt, wären also hilfreich im Kampf um die Gunst der Käufer.

Nicht alle Punkte, die Huawei diesbezüglich nennt, sind so aber auch vorhanden. Zwar liefert der SoC wie versprochen eine völlig ausreichende „real-world performance“, ist also für die üblichen Aufgaben schnell genug, doch darüber hinaus geht ihm mitunter schnell die Luft aus. Schon eher passt die Beschreibung zur Laufzeit, die sich im Alltag durchaus als gut entpuppt, hier überzeugt die Kombination aus Prozessor-Effizienz, Akkukapazität und Betriebssystem.

Für viele dürfte Huaweis Verweis auf die Kamera jedoch wichtiger sein. Tatsächlich liefert die für diese Preisklasse gute Aufnahmen, auch mit Blick auf die 4K-Eigenschaften. Doch zu viel darf man mit Blick auf 50 oder 80 Euro teurere Gerät nicht erwarten - in diesem Punkt sind die Unterschiede inzwischen gravierend; das P9 wird zwischenzeitlich mitunter für 420 Euro angeboten.

Entscheidend ist deshalb unter Umständen, dass es noch einige andere Stärken, aber im Gegenzug kaum echte Schwächen gibt. Hervorhebenswert ist das erneut gelungene Gehäuse, ebenso die mögliche Erweiterung des Speichers und der Einsatz von USB Typ-C - auch wenn wieder nur USB 2.0 genutzt wird. Bemängelt werden muss hingegen, dass Huawei wieder nur auf einen nicht zeitgemäßen WLAN-Standard setzt. Mit einem fest verbauten Akku haben sich viele hingegen vermutlich schon abgefunden, dennoch steht dieser Punkt in der Contra-Spalte. Keine eindeutige Bewertung gibt es hingegen in Sachen Software. Einerseits ist es schade, dass das nova nur mit Android 6.0 ausgeliefert wird, andererseits ist das Gespann aus Betriebssystem und EMUI inzwischen sehr ausgereift.

Eine generelle Empfehlung gibt es am Ende nicht. Zwar überwiegen die positiven Eindrücke die negativen bei weitem, konkurrenzlos ist das nova aber nur dann, wenn die Anforderungen sehr präzise formuliert werden. Liegt die Grenze unterhalb von 400 Euro, soll der Akku in der Praxis lange durchhalten, das Display um 5 Zoll liegen und werden 4K-Videos benötigt, ist das nova die erste Wahl, wenn es um aktuelle Smartphones gibt. Ist der Griff zu einem älteren Modell kein Problem, wird der Kreis der Kandidaten sehr groß. Dazu gehören unter anderem das Moto X 2nd Gen, das Nexus 5X sowie das Galaxy S6.

Zusammengefasst: Das Huawei nova ist ein gutes Mittelklasse-Smartphone, das aber unter dem starken Preisverfall leidet. Einen ähnlichen oder gar größeren Funktionsumfang gibt es auch für weniger Geld.

Positive Eindrücke des Huawei nova:

  • Speicher erweiterbar
  • gute Akkulaufzeit im Alltag
  • USB Typ-C
  • überdurchschnittliche Kamera
  • überzeugende Verarbeitung
  • helles Display mit gutem Kontrast

Negative Eindrücke des Huawei nova:

  • Akku fest verbaut
  • unterstützter WLAN-Standard nicht zeitgemäß