Seite 1: Buyer's Guide Smartphone: Älter ist manchmal besser

teaser buyers kleinDas Smartphone ist defekt und eine Reparatur lohnt sich nicht, der Akku ist nach Jahren der Nutzung weit von seiner ursprünglichen Leistung oder nach zwei Jahren kann im Zuge der Vertragsverlängerung zu einem anderen Modell gegriffen werden. Die Gründe, warum das alte Gerät weg und ein neues hermuss, sind vielfältig. Doch nicht immer muss oder kann es ein Nachfolger für 400, 600 oder gar 800 Euro sein. Auch ein vielleicht schon ein oder zwei Jahre am Markt befindliches Modell kann die Bedürfnisse stillen, am Ende lässt sich damit nicht selten Geld sparen.

Eines der derzeit besten Beispiele liefert das gerade erst in den Handel gekommene Honor 5X. Im Test verdiente sich das Smartphone eine gute, aber keine überragende Note. Zwar bietet es für die derzeit verlangte 230 Euro ein insgesamt gutes Gesamtpaket, doch wer anhand der wichtigsten Parameter - etwa 5,5 Zoll, Full HD, erweiterbarer Speicher, keine zu alte Android-Version, bekannter Hersteller - auf die Suche nach Alternativen geht, reibst sich schnell die Augen.

Technische Innovationen wie hier beim LG V10 beschränken sich noch auf die Oberklasse
Technische Innovationen wie hier beim LG V10 beschränken sich noch auf die Oberklasse

Denn für nur wenige Euro mehr wartet LGs erst vor einem Jahr in den Handel gekommene G Flex 2 auf neue Besitzer. In puncto Leistung liegt das alte Gerät klar vor dem neuen, die Software ist trotz des Altersunterschiedes mit Android 5.1.1 die gleiche. Die Frage könnte nun lauten, wo der Haken ist. Schließlich ging das G Flex 2 mit 649 Euro an den Start, der Preisrückgang ist somit immens. Doch die Antwort ist recht simpel: In diesem Fall war das Interesse schlicht zu gering, der Druck durch die Konkurrenz zu groß.

Ähnlich sieht es beim Motorola Moto X 2nd Gen. aus. Von im Herbst verlangten 499 Euro sind nicht einmal 250 übriggeblieben. Auch hier gibt es mehr Leistung und Ausstattung, als Bonus winkt eine deutlich jüngere Android-Version als bei Honor.

Der Preisverfall ist unübersehbar: QHD-Display. viel Speicher und Leistung gibt es für weniger als 400 Euro
Der Preisverfall ist unübersehbar: QHD-Display. viel Speicher und Leistung gibt es für weniger als 400 Euro

Viel mehr für nur etwas mehr gibt es auch eineinhalb Preisklassen weiter oben. Erst vor zwei Wochen brachte Samsung das Galaxy A5 (2016) in den Handel, ein hervorragend verarbeitetes und für dieses Segment gut ausgestaltetes Smartphone. Doch wer direkt zum Verkaufsstart zuschlagen wollte, könnte beim Blick auf den Preisvergleich ins Grübeln gekommen sein. Knapp 400 Euro für ein topaktuelles Modell der oberen Mittelklasse oder 450 Euro für das ein dreiviertel Jahr alte Galaxy S6? Zwar ist das noch aktuelle Flaggschiff rund 10 % teurer. Das Gebotene liegt aber um ein Vielfaches darüber.

Allgemeingültig ist die Empfehlung, sich vor dem Kauf etwas ältere Modelle anzuschauen, aber nicht. Denn wer ein bestimmtes Ausstattungsmerkmal sucht, wird nicht selten nur bei den aktuellen Vertretern fündig. Das kann beispielsweise das schnelle oder drahtlose Laden des Akkus sein, aber auch das Vorhandensein schneller Schnittstellen oder ein microSD-Slot. Bei der richtigen Entscheidung könnten die folgenden Seiten helfen. Dort vergleichen wir die wichtigsten Geräte der vergangenen zwölf Monate mit potentiellen Alternativen und nennen die wichtigsten Unterschiede.