Seite 2: Kamera, Fazit

Kamera

Unverändert übernommen hat man die Kameraausstattung des Galaxy S6 edge. Auf der Front wartet damit weiterhin ein Sensor mit 5 Megapixeln auf seinen Einsatz, auf der Rückseite sind es erneut 16. Letzteren unterstützen auch beim edge+ ein optischer Bildstabilisator, eine Optik mit Blende f1.9 sowie ein LED-Blitz.

Die Software hellt Fotos nun weniger stark auf, das Ergebnis sind gute Aufnahmen auch bei schlechtem Licht
Die Software hellt Fotos nun weniger stark auf, das Ergebnis sind gute Aufnahmen auch bei schlechtem Licht

Bei guten Lichtverhältnissen überzeugen die Aufnahmen mit ihrem Detail-Reichtum sowie natürlichen Farben. Der Blaustich, der beim Galaxy S6 edge noch bemängelt wurde, ist nur noch sehr selten anzutreffen. Geblieben ist es dafür aber bei zu viel Helligkeit, wenn Fotos und Videos bei schlechteren Lichtverhältnissen aufgezeichnet werden. Hier muss Samsung jedoch Änderungen an der Software vorgenommen haben, denn so gravierend wie beim kleinen edge fällt dies beim edge+ nicht auf. Zwar wirken Fotos bei Nacht heller, objektiv betrachtet ist dies jedoch eine Schwäche. Denn mit den tatsächlichen Lichtverhältnissen haben die Aufnahmen mitunter nur noch sehr wenig zu tun. Einfluss haben die Änderungen aber auch auf das Rauschverhalten. Denn die störenden Bildfehler treten nun später als bislang auf, die Qualität steigt.

Farben und Details bleiben erhalten, der Blaustich des Schwestermodells ist weitaus schwächer ausgeprägt
Farben und Details bleiben erhalten, der Blaustich des Schwestermodells ist weitaus schwächer ausgeprägt

Unverändert ist dafür die Kamera-Applikation, die auch beim Galaxy S6 edge+ mit zahlreichen Funktionen helfend zur Seite steht. Anfänger sind mit dem Automatik-Modus gut beraten, fortgeschrittene Nutzer können hingegen zum Pro-Modus greifen, der die manuelle Einstellung von ISO, Weißabgleich, Belichtungszeit und anderen Faktoren ermöglicht. Entsprechend kann die Qualität der Aufnahmen weiter gesteigert werden. Vor allem dann, wenn die RAW-Funktion aktiviert. Denn damit werden Fotos nicht nur im verlustbehafteten JPG-Format abgelegt, was der späteren Bearbeitung entgegen kommt.

Unverändert geblieben sind die weiteren Funktionen. HDR-Aufnahmen sind ebenso problemlos möglich wie die Erstellung von Panoramen, Zeitluppen- und Zeitraffer-Aufnahmen. Auch diverse Filter werden innerhalb der App angeboten, ebenso der Verfolgungs-Fokus, der die Aufnahme von sich bewegenden Motiven erleichtert.

Für Fortgeschrittene stehen der Pro-Modus und das Sichern im RAW-Format zur Verfügung
Für Fortgeschrittene stehen der Pro-Modus und das Sichern im RAW-Format zur Verfügung

Allerdings gibt es beim edge+ die gleichen Einschränkungen wie beim edge. Wer beispielsweise Videos in UHD aufnehmen will, muss auf HDR oder Bildstabilisator verzichten. Dennoch gefallen die Aufnahmen mit satten Farben, vielen Details und lange Zeit ausbleibenden Artefakten. Selfie-Freunde freuen sich im Gegenzug über eine hohe Qualität der Frontkamera, die klar über dem Durchschnitt liegt – solange die Lichtverhältnisse stimmen. Bei fortgeschrittener Dämmerung sind Bildrauschen und andere Fehler schnell unübersehbar.

Nur eine Randbemerkung verdient die neue Option Live-Broadcast. Denn die Möglichkeit, eine Video-Aufnahme als Live-Stream via YouTube anzubieten, ist mit einem Haken verbunden. Während die Bereitstellung kein Problem ist, scheitert das Abrufen des Empfang an der Auseinandersetzung des Streaming-Anbieters mit der GEMA. Grundsätzlich aber ist die hinter der Funktion steckende Idee eine gute und macht zusätzliche Applikationen überflüssig.

Fazit

Treffen die inoffiziellen Zahlen zu, ist das Galaxy S6 edge weitaus populärer als das Schwestermodell mit konventionellem Display. Die Entscheidung Samsungs, eine größere Version auf den Markt zu bringen um auch diejenigen anzusprechen, die große Smartphones bevorzugen, wäre dann nur logisch. Tatsächlich aber dürfte auch Apple eine große Rolle gespielt haben. Der Dauerrivale hat sein iPhone 6 Plus erfolgreich vermarktet, der Start des Nachfolgers steht unmittelbar bevor. Kein Wunder also, dass man beim Galaxy S6 edge+ so sehr aufs Tempo gedrückt hat. Wie der Test zeigt, könnte dieser Übereifer jedoch überflüssig gewesen sein.

Das gebogene Display ist schön anzuschauen, ein echter Mehrwert fehlt aber weiterhin
Das gebogene Display ist schön anzuschauen, ein echter Mehrwert fehlt aber weiterhin

Denn Samsung hat nicht einfach nur das Display vergrößert, sondern hier und da Details verändert und in Summe das derzeit beste Smartphone geschaffen, das man für Geld in Deutschland kaufen kann.

Erstaunlich ist dies vor allem deshalb, da im Vergleich zum edge nur eine einzige Schwäche – die nicht überzeugende Verarbeitung – wirklich entfernt wurde. Alle anderen bemängelten Punkte sind nach wie vor vorhanden: Ein Display-Konzept, das keinen echten Mehrwert bietet, eine nicht optimale Ergonomie sowie Beschränkungen hinsichtlich Speichererweiterung und Akkutausch.

Überzeugende Ausstattung und Verarbeitung, sehr gute Laufzeit und Kamera
Überzeugende Ausstattung und Verarbeitung, sehr gute Laufzeit und Kamera

Die positiven Eigenschaften wurden hingegen fast alle weiter ausgebaut. So wurde die Systemleistung auf ein Niveau gesteigert, das im Alltag vermutlich so schnell nicht abgerufen werden kann, die Laufzeit liegt im sehr guten Bereich und die Kamera produziert nochmals bessere Bilder und Videos. Punkten kann auch das Display, das nicht nur ausreichend hell ist, sondern auch eine tolle Darstellungsqualität bietet. Leichte Kritik muss Samsung sich dennoch anhören. Denn erneut ist die Farbdarstellung nur dann überzeugend, wenn der Nutzer selbst Hand anlegt. Ebenso gibt es ein kleines Minus für das Streichen der Infrarot-Schnittstelle, für das es keinen offensichtlichen Grund gibt. Dennoch kann die Ausstattung getrost als vollständig und vor allem auch als aktuell bezeichnet werden.

Allerdings lässt Samsung sich dies gut bezahlen. Denn mit unverbindlichen 799 Euro gehört das Galaxy S6 edge+ zu den teuersten Modellen auf dem Markt, spürbar unterboten wird die Empfehlung bislang von keinem Händler. Damit dürften sich Interessierte die Frage stellen, ob der ein oder andere Kompromiss nicht eingegangen werden sollte. Lautet die Antwort ja, könnte das Galaxy Note 4 eine Alternative sein, die mit etwa 520 Euro deutlich günstiger ist. Mit 450 Euro rutscht auch das LG G4 auf die Liste, hier müssen jedoch hinsichtlich der Akkulaufzeit und Performance Einbußen hingenommen werden.

Das beste derzeit in Deutschland erhältliche Smartphone - weil Samsung den ärgsten Konkurrenten hier nicht anbietet
Das beste derzeit in Deutschland erhältliche Smartphone - weil Samsung den ärgsten Konkurrenten hier nicht anbietet

Mit der Entscheidung, den ärgsten Konkurrenten hierzulande nicht anzubieten, könnte Samsung richtig gehandelt haben. Denn da das Galaxy Note 5 die gleiche Ausstattung bietet, jedoch auf den abgerundeten Bildschirm verzichtet und stattdessen ein überzeugenden S Pen mitliefert, dürfte dies in der Bewertung knapp über dem edge+ landen. Derartige Gedankenspiele sind derzeit jedoch auch aufgrund des schwierigen Imports überflüssig.

award

Wer über ein großzügiges Budget verfügt und ein großes Smartphone sein eigen nennen möchte, kommt am Galaxy S6 edge+ nicht vorbei.

Bislang positive Eindrücke des Samsung Galaxy S6 edge+:

  • scharfes und helles Display mit guter Farbdarstellung und exzellentem Kontrast
  • umfangreiche und aktuelle Ausstattung
  • hohe Systemleistung
  • hervorragende Verarbeitung
  • aktuelles Android
  • sehr gute Laufzeit
  • Schnellladefunktion per Kabel und drahtlos
  • überzeugende Kamera

Bislang negative Eindrücke des Samsung Galaxy S6 edge+:

  • Speicher nicht erweiterbar
  • gebogenes Display verschlechtert die Ergonomie
  • Seitenbildschirm ohne großen Mehrwert
  • Akku fest verbaut