Seite 1: Acer Liquid Jade Plus im Kurztest

acer-liquid-jade-plus-11-950x633Im April angekündigt, im Juni offiziell vorgestellt und mittlerweile im Handel: Mit dem Liquid Jade bietet Acer seit kurzem eines der wohl attraktivsten Smartphones der 5-Zoll-Klasse an. Nachdem wir bereits im August einen ausführlichen Blick auf das Gerät werfen konnten, stand nun die deutsche Version für einen Test zur Verfügung.

Diese trägt den Zusatz „Plus“ und weicht lediglich in zwei Punkten vom Standardmodell ab: Der RAM fasst 2 statt 1 GB, der interne Speicher kann 16 statt 8 GB aufnehmen. Von ungefähr kommt die Entscheidung, hierzulande auf das Standardmodell zu verzichten, nicht. Denn auch andere Hersteller gehen bei ihren Mittelklassemodellen mehr und mehr auf die Vorlieben einzelner Märkte ein, zuletzt beispielsweise ASUS mit seinem ZenFone 5.

Die beiden Anpassungen können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich beim Liquid Jade Plus um ein Gerät der Mittelklasse handelt. Erkennbar ist dies vor allem am SoC und Display. Bei ersterem verlässt Acer sich erneut auf MediaTeks MT6582, der auch im Liquid E700 Trio verbaut wird. Mit seinen vier Cortex-A7-Kernen und einer maximalen Taktrate von 1,3 GHz zielt er klar auf Qualcomms Snapdragon 400, dessen Leistungsfähigkeit und Effizienz üblicherweise aber nicht ganz erreicht werden.

Eine schöne Hülle für nicht immer attraktive Technik
Eine schöne Hülle für nicht immer attraktive Technik

Ebenfalls aus dem Schwestermodell stammen könnte das Display. Denn auch hier erreicht das IPS-Panel 5 Zoll und 1.280 x 720 Pixel, was in einer Bildpunktdichte von 294 ppi resultiert. Für den Alltag reicht dies aus, mehr wünscht man sich lediglich mitunter bei der Wiedergabe von Videos oder der Darstellung von sehr feinen Strukturen. Die bereits erwähnten 2-GB-Arbeitsspeicher bieten gegenüber Smartphones mit weniger RAM vor allem bei großen Applikationen oder beim Multitasking Vorteile - selbst so manches Flaggschiff bietet nicht mehr.

Trotz größeren internen Speichers festgehalten hat man an der Möglichkeit, per microSD-Karte für nochmals mehr Kapazität zu sorgen. Wer darauf jedoch zurückgreift, verliert dadurch eine der Stärken des Smartphones. Denn die Speicherkarte nimmt dann den Platz für die zweite Nano-SIM ein, die Dual-SIM-Funktionalität steht dann nicht mehr zur Verfügung.

acer liquid jade plus 09
Platz für zwei Karten

Unabhängig von der Zahl der eingelegten SIM-Karten ist das Mobilfunkmodem auf HSPA+ und alle langsameren Standards beschränkt - LTE kann nicht genutzt werden. Damit stehen in der Spitze 21 Mbit pro Sekunde im Downstream zur Verfügung. Weitaus schneller kann der Austausch per WLAN erfolgen, aber auch hier zeigt sich die Positionierung in der Mittelklasse. Denn mehr als den n-Standard im 2,4-GHz-Netz beherrscht das Liquid Jade Plus nicht. Auf der Höhe der Zeit zeigt man sich hingegen mit Bluetooth 4.0, NFC fehlt hingegen.

Gewisse Erwartungen weckt die Hauptkamera mit ihren 13 Megapixeln. Zwar verzichtet Acer auf einen Bildstabilisator oder andere Hilfsfunktionen (sieht man einmal vom LED-Blitz ab), man verspricht aber das „ultraschnelle“ Scharfstellen sowie überdurchschnittliche Ergebnisse auch bei „ungünstigen Lichtverhältnissen“. Zumindest dem Namen nach vielversprechend soll auch der rückwärtige Lautsprecher sein, der dank „dts-HD“ „Premium Sound“ ankündigt. Befürchtungen kommen hingegen beim Akku auf. Der fest verbaute Energiespeicher fasst lediglich 2.100 mAh - vergleichsweise wenig für ein 5-Zoll-Smartphone.

13 Megapixel sollen gute Fotos gewährleisten
13 Megapixel sollen gute Fotos gewährleisten

Warum dies so ist, zeigt der Blick aufs Gehäuse, auf das wir bereits im August ausführlich eingegangen sind. Denn mit 140,5 x 69,0 x 7,5 mm an den jeweils dicksten Stellen fällt das Liquid Jade Plus sehr dünn aus, viel Platz für einen Akku gibt es dementsprechend nicht. Beim Design hat Acer sich unübersehbar an flachen Kieseln orientiert. Zusammen mit dem silbrigen Rahmen, der wie auch das restliche Gehäuse aus Kunststoff besteht, ergibt sich ein harmonisch wirkendes Gerät. Zumindest aus der Frontalen sind leichte Ähnlichkeiten zum Samsung Galaxy SIII zu erahnen, insgesamt setzen die Taiwaner jedoch auf eine sehr eigenständige Linie.