Seite 2: Display, Akkulaufzeit und Kamera

Display & Akkulaufzeit

Die bereits erwähnte Kritik zum Verkaufsstart bezog sich auch auf das Display des Moto X. Denn während HTC, Samsung und Sony ihre Topmodelle, die in den USA preislich auf einem ähnlichen Niveau lagen, mit Full-HD-Auflösung ausstatteten, beließ Motorola es bei 1.280 x 720 Pixeln. Der verspätete Start in Europa relativiert diesen Nachteil aber ein Stück weit. Denn der Preis, der in der „alten Welt“ gezahlt werden muss, liegt deutlich niedriger als noch vor einigen Monaten in den USA. Dadurch sinkt die Zahl der Konkurrenten, die mehr Pixel zu einem ähnlichen Preis bieten, deutlich.

Ob man aber von einem wirklichen Nachteil mit Auswirkungen auf den alltäglichen Gebrauch sprechen kann, muss am Ende jeder Nutzer für sich beurteilen. Mit einer Pixeldichte von 312 ppi ist die Anzeige aber alles andere als unscharf. Zweifelsfrei positiv muss die Farbdarstellung bewertet werden. Durch das verwendete OLED-Panel mit RGB-Matrix werden Farben satt, aber immer noch natürlich dargestellt. Technik-bedingt gefällt zudem die Schwarzdarstellung, die in einem unendlichem Kontrast mündet. Darüber hinaus bietet das Display sehr große Betrachtungswinkel.

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Einen Mangel, den viele OLED-Anzeigen mit sich bringen, kann auch Motorola nicht abschalten. Denn mit einer maximalen Helligkeit von nur 252 cd/m2 fällt das Display nicht allzu hell aus. In hellen Umgebungen lassen sich Bildschirminhalte mitunter nur mit Mühe erkennen, das Abschatten des Bildschirms wird schnell nötig. Mit einer Homogenität von 92 Prozent ist die Beleuchtung aber immerhin sehr gleichmäßig.

In Hinblick auf die eigentlich sparsame OLED-Technik sowie den Einsatz der beiden Co-Prozessoren zur Entlastung des SoCs enttäuscht die Akkulaufzeit. Im Video-Test mit lokal gespeichertem HD-Material bei einer Helligkeit von 200 cd/m2 musste bereits nach 7 Stunden und 19 Minuten wieder zum Ladegerät gegriffen werden. Zum Vergleich: Das Moto G mit nur minimal kleinerem Display - aber auch kleinerem Akku - hielt etwa eine Stunde länger durch. Im alltäglichen Gebrauch mit mehreren kurzen Telefonaten pro Tag, Surfen per WLAN und LTE sowie dem Abgleich zweier E-Mail-Konten hielt das Moto X hingegen knapp zwei Tage durch - ein guter Wert.

Kamera

Ein Highlight des Moto X soll die rückwärtig verbaute Kamera darstellen. Denn laut Motorola soll der 10-Megapixel-Sensor dank der „Clear Pixel“-Technik besonders in sehr hellen und dunklen Umgebungen überdurchschnittlich gute Fotos aufzeichnen können. Dahinter verbergen sich vor allem zwei Eigenschaften: 1,4 Mikron große Pixel sowie ein spezieller Subpixel, der lediglich den Weißanteil und dessen Intensität messen soll.

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Im Alltag bleibt davon aber kaum etwas übrig. Denn schon bei nur geringer Dunkelheit - stark bewölkter Himmel und ein geschlossener Raum - neigen die Aufnahmen schnell zu deutlich erkennbarem Bildrauschen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob besonders dunkle Motive oder solche mit hohem Weißanteil fotografiert werden sollen. Erst bei guten Lichtverhältnissen verbessert sich die Bildqualität, hier werden dann gute Ergebnisse erzielt. Ähnlich sieht es bei Videos auf. Diese können in Full-HD-Auflösung aufgezeichnet werden, wie auch bei Fotos kann hier auf einen HDR-Modus zurückgegriffen werden. Noch immer eine Besonderheit ist der Zeitpupenmodus: In diesem wird mit 60 Frames gearbeitet, die Auflösung sinkt jedoch auf 1.280 x 720 Pixel. Während ein LED-Blitz unterstützend zur Seite steht, muss man auf einen Bildstabilisator verzichten.

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Eine Besonderheit ist die Kamera-Applikation. Diese fasst sämtliche Einstellungen in einem einzigen Menü in Ringform zusammen und kann über eine Wischgeste aufgerufen werden; auf dem Display selbst werden im Normalfall nur die Onscreen-Tasten für Aufnahmen- (Foto/Video) und Kamerawechsel (Vorder-/Rückseite) eingeblendet. Einen Auslöser sucht man deshalb vergeblich, auch eine physische Taste steht hierfür nicht zur Verfügung. Statt dessen muss lediglich das Display berührt werden. Ein kleineres Manko: Tap-to-Zoom ist standardmäßig nicht aktiviert.

Übersichtlich gestaltete Kamera-App mit kleinem Manko
Übersichtlich gestaltete Kamera-App mit kleinem Manko