Seite 2: Assertive-Display & Akkulaufzeit

Display & Akkulaufzeit

Das Display ist des Lumias Aushängeschild. Schon bei anderen Flaggschiffen konnte Nokia mit neuen Technologien punkten. Ideen wie die Übersteuerung der Kontraste zur besseren Lesbarkeit bei Sonneneinstrahlung ermöglichten einen kleinen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz.

Jetzt setzt man noch einen drauf: Nachdem man bei der Technik von IPS (Lumia 920) zu AMOLED (925 und 1020) wieder zurück auf IPS (1520) gewechselt ist, musste für das neue Flaggschiff natürlich auch eine neue Innovation her. Die hört auf den Namen Assertive Display und ermöglicht es, bei gleicher Helligkeit bessere Ablesbarkeit zu generieren (mehr dazu unten). Daher ist es auch nicht so schlimm, dass das Display im Mittel "nur" eine maximale Helligkeit von 346 cd/m² aufweisen kann. Der Kontrast ist mit 1048:1 ebenfalls in Ordnung, aber nicht zwingend als Spitzenwert zu betrachten. Der Schwarzwert liegt mit 0,33 cd/m² im üblichen Bereich. Der Unterschied zwischen Displayrahmen und schwarzem Hintergrund ist aber durchaus - anders als bei den Vorgängern mit AMOLED-Technik - zu erkennen. Da hilft auch die angepriesene ClearBlack-Technologie nicht.

Dank der neuen Display-Technologie sind in Verbindung mit dem großen Akku (3400 mAh) sehr gute Laufzeiten zu erreichen. Unser 720p-Videotest brachte das Lumia 1520 bei 200 cd/m² nicht annähernd zum Schwitzen. 14 Stunden und 15 Minuten befeuerte der 6-Zöller uns mit Bildern und dem passenden Sound. Das ist nicht nur für die Ausstattung ein Spitzenwert, auch generell setzt sich das Lumia 1520 ganz oben in den Charts fest. Im Alltags-Test hielt das Gerät zwei volle Arbeitstage durch, bevor es in den Stromsparmodus (ab 20 Prozent Restkapazität) wechselte. In diesem ist, aufgrund der gekappten Synchronisation und der beendeten Hintergrunddienste, durchaus noch ein weiterer Tag der Bereitschaft möglich. Randnotiz: Ärgerlich ist lediglich, dass die Hintergrundbeleuchtung der Buttons im Stromsparmodus deaktiviert wird. Da diese - anders als bspw. beim Lumia 920 - nicht silber bedampft sind, sind sie damit so gut wie unsichtbar und das Gerät damit kaum ohne Fehlbedienungen nutzbar. Insgesamt aber ein absoluter Spitzenwert, den Nokia hier abliefert - und definitiv eine Ansage an die Konkurrenz, auch mit bestehender Akku-Technologie ordentliche Laufzeiten zu produzieren.

Assertive Display - Was ist das eigentlich?

Die Assertive Display Technologie kommt von der Firma Apical und ist schon seit einiger Zeit verfügbar. Auf der IFA 2012 (siehe untenstehendes Video) gab man bereits einen Eindruck von dem, was möglich ist. Nokia scheint neben Huawei einer der wenigen Hersteller zu sein, die auf diese Technik setzen. Durch die Unterstützung von Qualcomms aktuellem Quad-Core Snapdragon 800 wird sich die Technik vermutlich aber weiter verbreiten.

Der Trick dabei ist relativ simpel. Es handelt sich nämlich nicht um einen speziellen Display-Typ, wie man vermuten könnte, sondern um einen bestimmten Co-Prozessor zur Anpassung der Anzeige. Dabei wird nicht - wie bisher üblich - nur die Helligkeit über den Umgebungslichtsensor gesteuert. Vielmehr wird über Algorithmen jeder angezeigte Pixel einzeln verarbeitet, d.h. die Farbe jedes Pixels wird entsprechend der Sonneneinstrahlung angepasst.

Beispielanwendung von Apical: Beide Displays sind auf 50 Prozent Helligkeit eingestellt, das rechte setzt jedoch auf die Assertive Display-Technologie

Durch die intelligente Anpassung, so der Hersteller, kann eine Menge Energie gespart werden. Dass das funktioniert, hat Nokia mit dem Lumia 1520 eindrucksvoll bewiesen. Auch obiges Vergleichsbild zeigt gut, was die Technik leisten kann. Einen direkten Vergleich mit anderen Geräten sowie dem Lumia 1520 hat AllAboutWindowsPhone während der Vorstellung des Lumia 1520 gezogen und in ein Video verpackt.

Spezifikationen des Assertive Display Moduls

  • Kombinierte Display-Helligkeitsregelung und Content-Anpassung
  • Real-time pixel-by-pixel Anpassung
  • vollständig hardware-beschleunigt, keine CPU-Leistung oder Systemspeicher benötigt
  • geringer Stromverbrauch, 28nm Verfahren
  • Nutzbar für alle Displaytypen
  • Kalibrierungs-Tools sind beigelegt