Seite 4: Fazit

Haben die üblichen Analysten Recht, wird 2014 das Jahr der Smartwatches. Glaubt man den von Ihnen geschätzten Absatzzahlen, so ist das Wachstum gegenüber dem Vorjahr beträchtlich, die tatsächlichen Verkaufszahlen sind jedoch ein anderes Thema. Wie viele Menschen kennt man, die eine Smartwatch nutzen? Die Gründe für die bislang geringe Verbreitung sind vielfältig. In der Regel sind die Uhren relativ teuer, ihre Laufzeiten fallen kurz aus und dann ist da noch die Sache mit der Kompatibilität. Nur für eine Gear 2 wird niemand sein HTC One gegen ein Samsung-Smartphone eintauschen, Sonys SmartWatch 2 arbeitet nur mit Einschränkungen mit Geräten anderer Hersteller zusammen. Ausnahmen wie Pebble sind rar gesät und mit ganz anderen Problemen verbunden.

Einer der größten Nachteile: Für viele Aktionen muss zum Handy gegriffen werden
Einer der größten Nachteile: Für viele Aktionen muss zum Handy gegriffen werden

Mit Android Wear könnten all diese Probleme aber der Vergangenheit angehören. Denn Google beschränkt sich darauf, seinen Partnern eine einheitlich Plattform an die Hand zu geben, die klein genug und dennoch ausreichend funktionell sein soll. Die Vorteile liegen dabei klar auf der Hand. Die Hardware-Hersteller müssen sich nicht um kleinste Details kümmern, sondern können sich auf die Gestaltung der Smartwatch an sich konzentrieren. Durch die zentrale Auslieferung von Updates erhalten Käufer einer Android-Wear-Uhr unabhängig von LG und Co. Verbesserungen und neue Funktionen.

Schlichtes Design und (noch) eingeschränkte Funktionalität: Blind zugreifen sollte man derzeit noch nicht
Schlichtes Design und (noch) eingeschränkte Funktionalität: Blind zugreifen sollte man derzeit noch nicht

Wichtig wäre beides. Denn im aktuellen Zustand bietet die G Watch - gleiches würde auch für Samsungs Gear Live gelten - kaum Argumente, die für einen Kauf sprechen. Google Now ist auf dem Smartphone wesentlich umfangreicher und die Zahl kompatibler Applikationen ist verschwindend gering im Vergleich zur Fülle des Play Stores. Überarbeiten sollte Google zudem die Anpassbarkeit der angezeigten Kacheln. Wenn eine Android-Wear-basierte Smartwatch schon Wetterinformationen anzeigen kann, so sollten diese immer über die Uhr und ohne den Umweg Sprachsuche erreichbar sein. Gleiches gilt für andere Daten. Generell ist die Abhängigkeit vom Smartphone deutlich zu groß, viel mehr als die Uhrzeit und das Datum anzeigen kann die G Watch ohne Verbindung nicht. Inwiefern das große Manko Akkulaufzeit durch Software-Anpassungen korrigiert werden kann, ist ohne Vergleichswerte mit anderen Android-Wear-Smartwatches schwer zu beantworten. Klar ist aber, dass 36 Stunden bei moderater Nutzung inakzeptabel sind. Zwar kann der Nutzer im Gegenzug immer wichtige Informationen auf dem Display ablesen, doch der beinahe allabendliche Gang zum Ladegerät stört schon beim Smartphone.

Nicht nur für neue Smartphones: Voraussetzung für die G Watch ist Android 4.3
Nicht nur für neue Smartphones: Voraussetzung für die G Watch ist Android 4.3

Doch beide - Android Wear und LGs G Watch - haben auch einige Stärken. So werden die Daten übersichtlich aufbereitet und auf dem kleinen Display, das ausreichend scharf, aber nicht immer hell genug ist, attraktiv dargestellt. Durch die Freigabe der benötigten Ressourcen und Dokumentationen sowie die vergleichsweise große Kompatibilität in Bezug auf Smartphones dürfte zudem das Interesse von Drittentwicklern schnell wachsen. Bis die wichtigsten Applikationen Android Wear unterstützen, dürfte es so nur eine Frage der Zeit sein. Die Idee, die Armbänder der G Watch austauschbar zu gestalten, spricht für LG, auch wenn es denn erwähnten Mangel gibt.

Dennoch: Wer mit dem Kauf einer Smartwatch liebäugelt, sollte sich über die eigenen Wünsche und Anforderungen im Klaren sein. Wird ein aktuelles Samsung-Smartphone genutzt, könnte die Gear 2 trotz ihrer Schwächen aufgrund er zusätzlichen Möglichkeiten am Ende die bessere Wahl sein. Ebenfalls berücksichtigt werden sollte Pebble. Die G Watch dürfte am Ende aufgrund von Android Wear das größere Potential in Hinblick auf Apps und Funktionen haben, bis dahin dürfte jedoch noch der ein oder andere Monat vergehen.

Positive Aspekte von Android Wear:

  • keine Bindung an einen bestimmten Hersteller
  • Updates werden zentral ausgeliefert
  • Aufbereitung und Darstellung von Google-Now-Informationen überzeugt

Negative Aspekte von Android Wear:

  • derzeit nur wenige kompatible Applikationen
  • Umfang von Google Now ist auf dem Smartphone größer
  • ohne verbundenes Smartphone kaum nutzbar
  • Menüstruktur nur indirekt beeinflussbar

Positive Aspekte der LG G Watch:

  • hohes Verarbeitungniveau
  • austauschbare, standardisierte Armbänder
  • einfaches Laden per Schale
  • Display mit guter Farbdarstellung ausreichender Schärfe
  • wichtigen Daten werden permanent eingeblendet

Negative Aspekte von LG G Watch:

  • kurze Akkulaufzeiten
  • Armband mit geringer Wertigkeit
  • Display nicht immer hell genug