Seite 1: LG G Watch und Android Wear im Test

android wear kleinSmartphones und Tablets hat man mit Android bereits erobert, nun sollen Uhren folgen. Mit Android Wear hat Google einen eigens für Wearables gedachten Ableger geschaffen, der in Form der LG G Watch erstmals im Alltag getestet werden kann. Eine Woche lang wurden Smartwatch und Plattform beinahe rund um die Uhr ausführlich getestet, immer auf der Suche nach einer Antwort. Läutet Google den Durchbruch bei „intelligenten Uhren“ ein?

Noch immer rätstelt die breite Masse, wofür eine Smartwatch überhaupt gebraucht wird. Mitunter werden die kleinen Begleiter als Antwort auf eine Frage bezeichnet, die nie gestellt wurde. Denn nahezu alle bisher angebotenen Modelle sind nicht viel mehr als ein Zweit-Display für das Smartphone. Statt das Handy aus der Tasche zu ziehen, wird lediglich auf die Uhr geschaut, um den Nachrichteneingang oder den News-Feed zu überprüfen. Doch spätestens wenn eine Mitteilung im Detail gelesen werden soll oder man auf einen Facebook-Eintrag antworten will, kommt man nicht daran vorbei, das Smartphone in die Hand zu nehmen. Und ist es einmal nicht in der Nähe, wird die Smartwatch zu einer simplen Uhr degradiert - wirklich intelligent ist sie nur dank des ausgelagerten „Gehirns“.

Weder Sony noch Samsung konnten oder wollten dieses Problem bislang angehen, dabei sind es noch die wichtigsten Anbieter auf diesem Markt. Doch waren es bislang vor allem die Südkoreaner, die vor Experimenten nicht zurückscheuten. Die erste Generation - Galaxy Gear - stattete man gleich mit einem leicht abgesteckten Android und diversen Gimmicks aus, beim zweiten Versuch setzte man stattdessen auf Tizen als Plattform. Doch auch die Gear 2 - man ahnt es - ist nichts anderes als eine Verlängerung des Smartphones.

Wer nun denkt, Google habe sich mit Android Wear genau dieses Problems angenommen, könnte mit dem Lesen an dieser Stelle aufhören. Auch in Mountain View war die Prämisse eine andere, im Prinzip ist die Wearable-Version des Betriebssystems noch stärker als andere auf ein Smartphone als Zugang zur Außenwelt angewiesen. Der Grund hierfür ist das Konzept, das hinter Android Wear steckt. Denn den Kern der Plattform bildet Google Now mit seinen in Karten zusammengefassten Informationen. Ob Wetterbericht oder Reisezeit zu einem zuvor gesuchten Ziel: Auf der Smartwatch sollen möglichst passende Informationen angezeigt werden.

Display 1,65 Zoll (280 x 280 Pixel)
IPS
Akku Lithium-Polymer, 400 mAh
Maße (Gehäuse) 37,9 x 46,5 x 9,9 mm
Gewicht 63 g
Sensoren Bewegungssensor, Lagegsensor
Produktseite www.lg.de

Dabei soll ein ausgefeilter Algorithmus, der Zeit und Ort berücksichtigt, dafür sorgen, dass stets die passenden Daten eingeblendet werden. Hat man auf dem Smartphone vor wenigen Minuten die Strecke zum Flughafen gesucht, wird die Reisezeit kurze Zeit später auf der Uhr angezeigt. Ein Wisch, und schon zeigt das kleine Display die vorgeschlagene Strecke zum Ziel mitsamt graphischen Hinweisen zum Verkehrsfluss. Hat man sich hingegen eine längere Zeit bewegt, nutzt der Schrittzähler den Bildschirm und berichtet über die zurückgelegten Schritte.

Doch auch wenn Now das zentrale Element ist, Android Wear kann mehr. So wird über eingegangene E-Mails ebenso informiert wie über WhatsApp-Nachrichten und Neues zu Facebook-Postings. Als weitaus wichtiger betrachtet Google jedoch die integrierte Spracherkennung und -steuerung. Mit dem Kommando „Ok Google“ gestartet, die Suchmaschine per gesprochenem Wort durchsucht werden, passende Ergebnisse werden als Kacheln eingeblendet. Ebenfalls per Sprache möglich ist das Anlegen von Terminen und Erinnerungen sowie das Verfassen von E-Mails und Kurznachrichten.