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Elgato Thunderbolt Dock im Test

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elgato-thunderbolt-dock-logoBis zu zwei Thunderbolt-Anchlüsse bieten beispielsweise die MacBooks von Apple und auch bei den meisten Mainboards sind häufig nur zwei dieser schnellen und flexiblen Anschlüsse für unterschiedlichste Übertragungsformen zu finden. Doch wer mit seinem Notebook zwischen mobiler Arbeit und dem festen Arbeitsplatz wechselt, der möchte ungern ein halbes Dutzend Kabel anschließen, nur um alle notwendige Peripherie anzubinden. Geradezu prädestiniert zur Bereitstellung eines Docks ist Thundebolt durch die Möglichkeit mehrere Protokolle durch eine Leitung zu schleifen. Dazu gehören HDMI, USB, Ethernet und einige weitere. Für Elgato als Anbieter von Thunderbolt-Massenspeicher, den wir in Form der Thunderbolt SSD und des Thunderbolt Drive+ auch bereits testen konnten, ist es ein konsequenter Schritt nun auch ein Thunderbolt Dock anzubieten. Dabei will man es besser machen als andere Anbieter. Auf den ersten Blick lesen sich die gebotenen Anschlüsse und die Ausführung derselben auch sehr gut - wir haben uns das Thunderbolt Dock einmal etwas genauer angeschaut.

Vielleicht noch ein Hinweis auf den einzigen bisherigen Test eines Thunderbolt Docks. Das Matrox DS1 gehörte zu den ersten Vertretern dieser Gattung und hatte daher auch mit einigen Kinderkrankheiten zu kämpfen. Dazu gehörte unter anderem, dass nur einer von drei USB-Anschlüssen auf den Standard 3.0 setzte und keinen zweiten Thunderbolt-Anschluss zur Daisy-Chain-Erweiterung bot. Außerdem konnte der wahlweise verbaute DVI- oder HDMI-Ausgang nur maximal eine Auflösung von 1080p wiedergeben. Mit einem Preis von über 200 Euro waren die Kritikpunkte einfach zu schwerwiegend, um für das Matrox DS1 eine Empfehlung auszusprechen.

Nun aber startet Elgato mit dem Thunderbolt Dock einen weiteren Anlauf und will vieles besser machen. Dank eines zweiten Thunderbolt-Ports besteht die Möglichkeit, weitere Thunderbolt-Geräte in einer Daisy-Chain einzubinden. Drei USB-3.0-Ports verbinden dazugehörige Massenspeicher und weitere Geräte wie Drucker - natürlich sind diese abwärtskompatibel zum USB-2.0- und -1.1-Standard. Der eingebaute Ethernet-Port des Elgato Thunderbolt Dock bindet das MacBook mit vollen 1 GBit pro Sekunde an das heimische Netzwerk an. Der integrierte HDMI-1.4-Anschluss steuert das Display der Wahl an - mit einer Auflösung von maximal 2.560 x 1.600 Pixeln auch großflächige Displays. Zwei Ports für Audio-in und Audio-out binden auch Sound-Systeme oder fest verbaute Mikrofone mit ein. Nähere Details zu den Anschlüssen bieten wir in der Folge.

Elgato Thunderbolt Dock
Elgato Thunderbolt Dock

Das Elgato Thunderbolt Dock misst 17,8 x 8 x 2,5 cm und liegt damit innerhalb der zu erwartenden Dimensionen für ein solches Dock. Das Gewicht beträgt 260 g, spielt für den stationären Einsatz aber sicherlich keine große Rolle. Nur das Dock wäre sogar noch für den teilstationären Einsatz auf Reisen zu nutzen, allerdings darf man das Netzteil bestehend aus Netzstecker und dem eigentlichen Netzteil nicht vergessen, die zusammen in Größe und Gewicht mit dem Dock vergleichbar sind.

Das Gehäuse des Docks besteht größtenteils aus Aluminium, nur die vordere und hintere Blende ist aus Kunststoff gefertigt. Vier Gummifüße auf der Unterseite sorgen für einen rutschfesten Stand. Dennoch muss man beim Einstecken oder Herausziehen der Stecker hin und wieder eine zweite Hand verwenden. Auf der Front sind direkt einige Anschlüsse zu finden. Dies wären der Mikrofoneingang und Lautsprecherausgang sowie einmal USB 3.0.

Elgato Thunderbolt Dock
Elgato Thunderbolt Dock

Auf der Rückseite befinden sich die weiteren Anschlüsse in Form von jeweils zweimal USB 3.0 und Thunderbolt sowie jeweils einmal HDMI 1.4 und RJ45 für das Gigabit-Ethernet (10/100/1000BASE-T). An dieser Stelle sei angemerkt, dass der HDMI-Anschluss eine maximale Auflösung von 2.560 x 1.600 beherrscht und HDCP unterstützt. Alle USB-3.0-Anschlüsse unterstützen eine Übertragungsrate von bis zu 5 GBit pro Sekunde und das USB Attached SCSI Protocol (UASP). Natürlich sind sie auch abwärtskompatibel zu USB 2.0.

Elgato Thunderbolt Dock
Elgato Thunderbolt Dock

Noch ein paar Worte wollen wir zur Thunderbolt-Schnittstelle verlieren. Diese führt Elgato in Version eins aus - bidirektional können also 10 GBit pro Sekunde übertragen werden. Theoretisch wären also zwei angeschlossene USB-Sticks in der Lage die Leitung in eine Richtung zu sättigen. Nimmt man nun auch noch die Übertragungsraten der übrigen Anschlüsse hinzu, wäre es durchaus möglich Thunderbolt in der ersten Generation an seine Grenzen zu bringen. In der Praxis dürfte es recht selten vorkommen, dass 10 GBit pro Sekunde in beide Richtungen übertragen werden - für die Praxis dürfte dies aber keine Rolle spielen. Dennoch dürften wir bald erste Docks mit Thunderbolt 2 sehen. Thunderbolt 2 bietet gegenüber der ersten Generation die doppelte Übertragungsrate von 20 GBit pro Sekunde. Erst kürzlich sind sogar erste Informationen zu Thunderbolt 3 bekannt geworden, welches 40 GBit pro Sekunde, eine neue Hardware-Ausführung und eine mögliche Stromversorgung über das Thunderbolt-Kabel von bis zu 100 Watt ermöglichen soll.

Elgato Thunderbolt Dock
Elgato Thunderbolt Dock

Zusätzlich zur Hardware bietet Elgato auch noch ein Stück Software zum Thunderbolt Dock an. Diese ist notwendig, um den High-Power-USB-Modus zu aktivieren. Damit liefern die drei USB-Ports ausreichend Ampere um auch über den USB-Spezifikationen angeschlossene iPads, iPhones und auch das SuperDrive schnell zu laden bzw. überhaupt betreiben zu können.

Elgato Thunderbolt Dock
Elgato Thunderbolt Dock

Außerdem erlaubt das Elgato Thunderbolt Dock Dienstprogramm das schnelle Auswerfen des Docks und aller angeschlossenen Datenträger. Die Installation der Software ist keine Pflicht, auch ohne funktioniert das Dock zunächst einmal einwandfrei. Wer allerdings hin und wieder sein iPad schnell laden möchte oder das optische Laufwerk von Apple daran betreibt, der wird nicht darauf verzichten können. Uns ist nicht bekannt, warum ein Stück Software notwendig ist, um den High-Power-USB-Modus zu aktivieren.

Praxiserfahrungen

Ein paar Worte nach einigen Tagen Praxis: Bisher machten Dock-Lösungen mit Thunderbolt eher einen halbgaren Eindruck. Dies lag vor allem daran, dass entweder auf USB 3.0 verzichtet werden muss, ein zweiter Thunderbolt-Port fehlte oder der Display-Ausgang eine für die heutige Zeit nur unzureichende Auflösung bot. In unserer Alltagsumgebung genügten nun zwei Thunderbolt- bzw. Mini-DisplayPort-Kabel und der MagSafe zum Laden des Akkus, um aus einem mobilen MacBook Pro mit Retina-Display ein Desktop-System zu machen. Der erste Thunderbolt-Port schloss das Elgato Thunderbolt Dock an. Daran wiederum angeschlossen waren eine kabelgebundene Tastatur, das 1.000-MBit-Ethernet, eine Thunderbolt SSD und ein Lightning Kabel für das iPhone oder iPad. Über den zweiten DisplayPort/Thunderbolt-Anschluss des MacBooks betrieben wir ein 4K-Display (voller Support in OS X 10.9.3 - derzeit noch in der Beta-Phase).

Über das 1.000-MBit-Ethernet im Thunderbolt Dock erreichten wir mit über 100 MB pro Sekunde das Limit dieser Schnittstelle. Angeschlossene USB-3.0-Datenträger bewegten sich ebenfalls im Rahmen ihrer maximalen Übertragungsrate und auch die Thunderbolt SSD schaffte mit 300 MB pro Sekunde Werte, die wir aus dem Review derselben kennen. Testweise haben wir auch einen Monitor via HDMI angeschlossen und konnten problemlos die versprochene Auflösung von 2.560 x 1.600 erreichen.

Fazit

Oftmals steht und fällt ein Fazit von Thunderbolt-Hardware mit dem Preis - dies ist auch beim Elgato Thunderbolt Dock nicht anders. 229,95 Euro verlangt Elgato im eigenen Webshop bzw. leitet den potenziellen Käufer in den Online-Store von Apple, in dem dann "nur" noch 219,95 Euro aufgerufen werden. Damit ist das Dock keine Anschaffung, die man mal eben so tätigt, um sich einigen unbequemen Tätigkeiten zu entledigen. Man sollte sich schon ganz genau überlegen, wie man diese 220 Euro einsetzen möchte und nur wer beinahe täglich vor dem Wechsel zwischen mobilem Gerät und dem Desktop steht, für den lohnt sich das Elgato Thunderbolt Dock. Die wichtigste Peripherie ist innerhalb von Sekunden angeschlossen und es müssen keinerlei Einschränkungen bei der Performance gemacht werden. Gut gefallen hat uns die Tatsache, dass man einen der drei USB-Ports auf die Front gepackt hat, wo schnell mal ein USB-Stick oder ein anderer USB-Datenspeicher angeschlossen werden kann.

Für die Zukunft wünschen wir uns noch eine Version mit Thunderbolt 2, denn inzwischen haben zahlreiche Anbieter von externer Storage-Hardware dazugehörige RAID-Systeme angekündigt, die von der doppelten Übertragungsrate von Thunderbolt 2 profitieren. Mit der aktuellen Ausführung des Elgato Thunderbolt Docks würde man diese wiederum ausbremsen. Immer wieder hören wir auch die Rufe nach einem weiteren Thunderbolt-Port, denn wer sich erst einmal mit etwas dazugehöriger Hardware ausgestattet hat, der kann auch hier schnell an seine Grenzen kommen - selbst mit der Möglichkeit über eine Daisy-Chain mehrere Geräte hintereinander anzuschließen. Allerdings bietet Apple die dazugehörigen Controller derzeit nur als 2-Port-Lösung an, folglich kann auch der Hersteller eines Docks nur ein solches mit zwei Ports anbieten.

Positive Aspekte des Elgato Thunderbolt Dock:

  • zweiter Thunderbolt-Port
  • 3x USB 3.0
  • HDMI mit 2.560 x 1.600

Negative Aspekte des Elgato Thunderbolt Dock:

  • hoher Preis
  • nur Thunderbolt 1

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Kommentare (4)

#1
Registriert seit: 29.12.2007
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Leutnant zur See
Beiträge: 1031
Was mich interessiert: wie lang darf die Leitung bis zum Dock sein? Welche Verzögerungen treten dabei auf?
Beispiel: Ich stelle mir einen Spiele Rechner in den Keller (Immer kühl und Lautstärke vollkommen egal) und möchte in meinem Büro, ca.15 meter Kabel weit entfernt, spielen.

Ist sowas denkbar? Sind Lags zu befürchten? Wenn ja, wie groß?

Und könnte man z.b. 2 Docks an einen Leistungsfähigen Rechner anschliessen und beide zeitgleich via virtuellen Oberflächen arbeiten lassen? (Ich kenne mich mit der Marterie nicht genau aus).
z.B. 1 starker Rechner im Keller den man sich an verschiedenen Arbeitsplätzen teilt.

Gruß Marc
#2
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Registriert seit: 15.11.2002
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[printed]-Redakteur
Tweety
Beiträge: 29817
Zumindest über die maximale Länge kann ich etwas sagen. Diese kann 3 m bei einem Kabel auf Basis von Kupferleitern und 100 m über einen optischen Leiter betragen. Über eventuelle Verzögerungen kann ich allerdings nichts sagen.
#3
Registriert seit: 29.12.2007
Rhein-Sieg-Kreis
Leutnant zur See
Beiträge: 1031
Danke schonmal dafür :)
#4
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Registriert seit: 03.03.2007
im Stromspar Quatsch thread
Oberleutnant zur See
Beiträge: 1396
interessant das der HDMI Anschluss auch auflösungen über 1080p unterstützt. Allerdings hab nahezu noch keine Computermonitore gesehen die das auch unterstützten :(
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