Seite 3: Laufzeit und Fazit

Laufzeit

Ein von Smartwatch-Kritikern häufig genanntes Argument ist die Laufzeit. Während klassische Armbanduhren im besten Fall jahrelang mit ein und derselben Batterie auskommen, müssen ihre modernen Pendants vergleichsweise häufig geladen werden. Bei der Gear Fit muss hierfür der mitgelieferte Ladeadapter an die Unterseite der Uhr angeschlossen werden. Über diesen wird dann per Micro-USB-Stecker der 210 mAh fassende Akku versorgt, eine Nutzung der Uhr ist in diesem Zustand nur sehr eingeschränkt möglich. Samsung selbst verspricht bei "normaler Nutzung" eine Laufzeit von drei bis vier Tagen, bei "geringer Nutzung" sollen sogar fünf Tage möglich sein.

Geladen wird umständlich per Lade-Dongle, dank guter Laufzeiten aber nicht übermäßig oft
Geladen wird umständlich per Lade-Dongle, dank guter Laufzeiten aber nicht übermäßig oft

Im Test nutzten wir unterschiedliche Szenarien, um verschiedene Belastungen zu simulieren. Im ausgelieferten Zustand - Helligkeit auf Stufe 4, Aktivierung des Displays durch eine typische Armbewegung sowie aktiviertem Schrittzähler - erreichten wir knapp vier Tage; darin enthalten eine Trainingslänge von zwei Stunden sowie insgesamt acht Messungen des Pulses. Mit abgeschalteter automatischer Display-Aktivierung konnten mehr als fünf Tage erreicht werden. Nutzt man die Gear Fit hingegen exzessiv als Traingspartner, muss sie nach 6 Stunden und 30 Minuten wieder mit dem Ladegerät verbunden werden. In diesem Fall lief das Trainingsprogramm im Modus Radfahren mit permanenter Pulsmessung sowie dauerhaft aktiviertem Display; entsprechend wurden per Bluetooth auch dauerhaft Daten zwischen Smartwatch und Galaxy S5 ausgetauscht.

Fazit

Was genau die Gear Fit sein soll, bleibt auch nach einem zweiwöchigen Test eine unbeantwortete Frage. Selbst Samsung nutzt in der Werbung weder den Begriff Smartwatch noch Fitness-Tracker, entsprechend scheint man sich auch beim Hersteller nicht ganz einig über die Einsortierung zu sein. Klar ist jedoch, dass das optisch attraktivste der drei neuen Gear-Modelle in beiden Welten nicht überzeugt.

Tolles Display, hoher Tragekomfort und einfache Bedienung, ...
Tolles Display, hoher Tragekomfort und einfache Bedienung, ...

Wird die Gear Fit als Fitness-Tracker eingesetzt, stehen zwar mehr Funktionen als bei vielen Konkurrenten zur Verfügung, allerdings ist sie nicht so unauffällig wie diese. Zudem enttäuschen die Genauigkeit des Schrittzählers sowie die Abhängigkeit vom verbundenen Smartphone. Sollen alle Funktionen genutzt werden, muss das Handy immer in Reichweite sein. In der Praxis bedeutet dies: Es muss mitgeführt werden.

Nur wenig besser fällt das Urteil aus, wenn man das Wearable Device als Smartwatch betrachtet. Denn die Uhr ist tatsächlich nur wenig smart, viel mehr als einen Benachrichtigungsservice und eine Steuerung des Mediaplayers bietet die Gear Fit in dieser Hinsicht nicht.

... aber zu viele Schwächen im Bereich Fitness und fehlende Smartwatch-Funktionen
... aber zu viele Schwächen im Bereich Fitness und fehlende Smartwatch-Funktionen

Vom jeweiligen Einsatzgebiet abgesehen gibt es aber auch noch ganz allgemeine Schwächen und Stärken. So fällt das Armband etwas zu kurz aus und als Grundvoraussetzung für die Nutzung gilt ein vergleichsweise aktuelles Samsung-Smartphone. Gut gefällt hingegen die Laufzeit der Gear Fit, mit vier bis fünf Tagen bei moderater Nutzung dürfte so mancher Kritiker besänftigt werden.

Über allem thront jedoch das Display, das so manche Schwäche verschmerzen ließe - wäre da nicht der Preis. Denn Samsung ruft unverbindliche 199 Euro auf, ein hoher Preis, wenn man die Gear Fit nur als mehr oder minder intelligenter Armbanduhr nutzen will.

Positive Aspekte der Samsung Gear Fit:

  • scharfes Display mit sehr guter Farbdarstellung
  • geringes Gewicht und hoher Tragekomfort
  • vor Wasser und Staub geschütztes Gehäuse
  • gute Akkulaufzeiten

Negative Aspekte der Samsung Gear Fit:

  • Schrittzähler mit geringer Genauigkeit
  • viele Funktionen nur mit Samsung-Smartphone nutzbar
  • Schlafüberwachung nur sehr rudimentär integriert
  • zu kurzes Armband