Seite 1: Samsung EI-GP20 im Test: Das Bluetooth-Gamepad angespielt

Spielen auf dem Smartphone? Casual-Games vielleicht, für alles andere sind Lagesensor und Onscreen-Buttons wohl kaum in der Lage. Das ist zumindest die Meinung der eingefleischten Konsolen-Spieler. Doch dass das Smartphone sich immer mehr zur Spielezentrale entwickelt, zeigen die zahlreichen Neuerscheinungen auch bekannter Publisher sowie die Portierung alter Spieleklassiker wie beispielsweise Rockstars Grand Theft Auto auf die Mobil-Plattformen.

Versuche, reine Gaming-Smartphones - stellvertretend sei hier das Sony Xperia Play genannt - auf dem Markt zu etablieren, schlugen bislang fehl. Einen anderen Ansatz verfolgt Samsung mit dem eigenen "Game Pad EI-GP20", einem Bluetooth-Controller für alle aktuellen Android-Smartphones.

Wir haben uns das aktuell rund 50 Euro teure Gadget einmal genauer angesehen und erörtert, welchen Mehrwert es beim Spielen mit dem Smartphone bringt. Bislang ist das Gerät in lediglich einer Farbkombination (schwarz-grau-silber) erhältlich und ausschließlich mit Android-Geräten der Version 4.1 oder höher sowie Bluetooth 3.0 oder höher kompatibel. Samsung gibt zudem an, dass das in Verbindung mit dem Controller verwendete Smartphone zwischen 4 und 6,3 Zoll groß sein soll, damit es in die vorgesehene flexible Halterung passt.

In unserem Test waren verschiedenste Geräte - unter anderem ein Motorola Moto G, ein LG G Flex oder auch ein Nokia Lumia 920 bzw. iPhone 4 (die natürlich ohne Android kommen und daher nur mechanisch kompatibel sind) - kein Problem. Auch das mit 3,5 Zoll offiziell zu kleine iPhone 4 passte problemlos in die Halterung und wurde von den beiden Gummilippen und der Feder sicher gehalten.

Erster Eindruck: Verarbeitung, Optik, Haptik

Prädestiniert für's Zocken: Das LG G Flex in Kombination mit dem Samsung Gamepad. Kinofeeling pur.

Die ordentliche Verarbeitung und schlichte Optik trägt - trotz des großzügigen Einsatzes von Kunststoff - zum hochwertigen Ersteindruck des Game Pad EI-GP20 bei. Mit 137,78 x 86,47 mm ist es kaum größer als manches Phablet, dafür mit 31,8 mm deutlich tiefer und mit 195 Gramm auch schwerer als die meisten Smartphones. Die Dicke führt andererseits aber auch zu einer sehr guten Haptik, denn selbst mit eingespanntem Phablet wie dem LG G Flex, das ein durchaus hohes Eigengewicht mit sich bringt, liegt das Game Pad gut in der Hand und vermittelt stets das Gefühl von Sicherheit.

Schön: Die Haltefeder für die Smartphone-Einspannung ist so stark, dass selbst bei schnelleren Bewegungen der Kombination oder auf (hügeligen) Zugfahrten ein Herausrutschen des Begleiters verhindert wird. Nachteil der Klammer: Die Lautstärke-Buttons der meisten Smartphones werden verdeckt, sodass ein Nachjustieren während des Spielens nicht immer möglich ist. Ebenfalls etwas bedauerlich, aber sicherlich nicht der Haupteinsatzzweck: Mit eingespanntem Smartphone hat der Controller in den meisten Fällen ein Übergewicht, sodass er beim Ablegen auf den Tisch hinten überkippt. Den Controller zusätzlich als Ständer zum Betrachten von Videos zu nutzen, ist somit nicht möglich.

Technik-Check: Verbindung, Buttons, Akkulaufzeit

Ausgestattet mit NFC ist das Pairing von Smart-Device und Gamepad natürlich eine Leichtigkeit und sollte so auch von Laien ohne große Einarbeitung bewerkstelligt werden können. Dennoch legt Samsung eine mehrsprachige Kurzanleitung bei, in der sowohl alle Knöpfe als auch Funktionen des Gerätes erklärt werden. In unserem Test funktionierten sowohl der Verbindungsaufbau per NFC als auch das manuelle Pairen des Gerätes per Bluetooth ohne Probleme.

Es geht aber auch kleiner: das Motorola Moto G passt sich ebenfalls gut in die Halterung ein.

Apropos Knöpfe: Derer gibt es neun (Start, Select, 2 Schulter-Trigger, 4 Buttons und einen PLAY-Button, der zur Samsung-eigenen "Mobile Console"-App führt - doch dazu später mehr.) sowie ein D-Pad und zwei "Analog-Sticks", die jedoch aufgrund der besseren Transportfähigkeit in das Gerät eingelassen wurden und nicht wie bei den Konsolen-Controllern hervorstehen. Dadurch "schiebt" man den Stick eher über eine Fläche als dass man ihn kugelartig bewegt. Darunter leidet die Präzision etwas; insgesamt hat man hier wohl aber einen guten Kompromiss aus Mobilität und Funktion gesucht. Einige Berichte über "hängende" Analogsticks konnten wir während unserer Testzeit nicht feststellen.

Den integrierten Akku konnten wir nach einmaliger Aufladung per microUSB-Kabel (liegt nicht bei) in unserem Test nicht leerspielen. Eine Maximallaufzeit gibt der Hersteller aber ohnehin nicht an - vermutlich hält das Gadget aber länger als die meisten Smartphones (je nach Spiel und Auslastung des SoC). Sollte das nicht der Fall sein, lässt sich das Gerät natürlich genau wie ein Smartphone per mobilem Zusatzakku weiter aufladen.

Die Rückseite ist etwas gummiert. Ebenfalls zu sehen: Die NFC-Fläche zur Paarung.