Masterchief79
Legende
- Mitglied seit
- 08.04.2010
- Beiträge
- 5.115
@Tobias:
Klar. Demokratie, und in Verbindung damit der Kapitalismus, bietet - wie sagte Volker Pisper so schön - Reichtum für jeden, aber nicht für alle. Ohne Frage ist das so ziemlich die größte, weil allgemein akzeptierte, Form von Unfairness: Die Armen Schweine, die da als Aufstocker im Supermarkt sitzen, interessieren keinen. Das bringt unser System eben so mit sich. Irgendwer muss die Drecksarbeit machen, und die Leute, die in der Politik und in der Wirtschaft an den langen Hebeln sitzen, sind halt froh dass sies nicht selber sind.
Wie soll unsere Gesellschaft auch funktionieren, wenn sich auf einmal alle für die Drecksarbeit zu schade sind? Kann mir einer erklären, wie unsere Gesellschaft z.B. ohne Müllentsorgung funktionieren soll? Kommt der Manager noch zur "Arbeit", wenn seit drei Wochen keiner mehr seinen Müll abgeholt hat?^^
Und das ist ja alles noch innerhalb unseres Industriestaates, das heißt die Menschen in diesen Berufen haben im zweifelsfall immer noch eine soziale Sicherung. In Staaten in denen es das nicht gibt, und auf die bezog ich mich eigentlich eben, sind nicht selten Schwellen- und Entwicklungsländer (die führen ja bekanntlich noch am liebsten Krieg). Die meisten Leute die ich kenne, würden schon daran scheitern, sich das überhaupt vorzustellen. Das Gefälle ist wie du sagst gewaltig: Da unter ner korrupten Regierung, die andauernd Krieg führt, als armer Bauer 10 Kinder ernähren, obwohl einem nicht mal das Land unter seinem eigenen Arsch gehört... Da kann ich schon verstehen, dass die sauer auf den Westen sind. Der Westen hat seine eigenen Probleme, aber wenn man so jemandem eine Stelle in der Müllentsorgung in Deutschland anbieten würde für vllt 800€/Monat... Ihr könnts euch vorstellen^^
Das schlimmste ist, alle wissens irgendwo und keiner tut irgendwas. Ich auch nicht. Was wundern wir uns da, dass da einige - ich glaube, weniger aus religiöser Überzeugung als aus Verzweiflung - bereit sind, sich als Terroristen rekrutieren zu lassen. Wenn man das richtig verpackt und denen eintrichtert, dass ihr Gott sie dafür lieben wird, frage ich mich auch: wieso eigentlich nicht?
// Ich versuch die ganze Zeit, im Hinterkopf ne Antwort auf diese Frage zu finden, wie man das Wohlstandsgefälle überhaupt moralisch ertragen kann. Ich kann mir nicht helfen, und ich weiß das ist wahrscheinlich in tiefstem Maße egoistisch, aber mich macht das nicht wütend. Vielleicht habe ich auch nur nen gestörten Gerechtigkeitssinn. "Ist halt so" - was besseres fällt mir dazu nicht ein. Mag mir jemand helfen?^^
Klar. Demokratie, und in Verbindung damit der Kapitalismus, bietet - wie sagte Volker Pisper so schön - Reichtum für jeden, aber nicht für alle. Ohne Frage ist das so ziemlich die größte, weil allgemein akzeptierte, Form von Unfairness: Die Armen Schweine, die da als Aufstocker im Supermarkt sitzen, interessieren keinen. Das bringt unser System eben so mit sich. Irgendwer muss die Drecksarbeit machen, und die Leute, die in der Politik und in der Wirtschaft an den langen Hebeln sitzen, sind halt froh dass sies nicht selber sind.
Wie soll unsere Gesellschaft auch funktionieren, wenn sich auf einmal alle für die Drecksarbeit zu schade sind? Kann mir einer erklären, wie unsere Gesellschaft z.B. ohne Müllentsorgung funktionieren soll? Kommt der Manager noch zur "Arbeit", wenn seit drei Wochen keiner mehr seinen Müll abgeholt hat?^^
Und das ist ja alles noch innerhalb unseres Industriestaates, das heißt die Menschen in diesen Berufen haben im zweifelsfall immer noch eine soziale Sicherung. In Staaten in denen es das nicht gibt, und auf die bezog ich mich eigentlich eben, sind nicht selten Schwellen- und Entwicklungsländer (die führen ja bekanntlich noch am liebsten Krieg). Die meisten Leute die ich kenne, würden schon daran scheitern, sich das überhaupt vorzustellen. Das Gefälle ist wie du sagst gewaltig: Da unter ner korrupten Regierung, die andauernd Krieg führt, als armer Bauer 10 Kinder ernähren, obwohl einem nicht mal das Land unter seinem eigenen Arsch gehört... Da kann ich schon verstehen, dass die sauer auf den Westen sind. Der Westen hat seine eigenen Probleme, aber wenn man so jemandem eine Stelle in der Müllentsorgung in Deutschland anbieten würde für vllt 800€/Monat... Ihr könnts euch vorstellen^^
Das schlimmste ist, alle wissens irgendwo und keiner tut irgendwas. Ich auch nicht. Was wundern wir uns da, dass da einige - ich glaube, weniger aus religiöser Überzeugung als aus Verzweiflung - bereit sind, sich als Terroristen rekrutieren zu lassen. Wenn man das richtig verpackt und denen eintrichtert, dass ihr Gott sie dafür lieben wird, frage ich mich auch: wieso eigentlich nicht?

// Ich versuch die ganze Zeit, im Hinterkopf ne Antwort auf diese Frage zu finden, wie man das Wohlstandsgefälle überhaupt moralisch ertragen kann. Ich kann mir nicht helfen, und ich weiß das ist wahrscheinlich in tiefstem Maße egoistisch, aber mich macht das nicht wütend. Vielleicht habe ich auch nur nen gestörten Gerechtigkeitssinn. "Ist halt so" - was besseres fällt mir dazu nicht ein. Mag mir jemand helfen?^^
Zuletzt bearbeitet:






