[Kaufberatung] SSD-Kaufberatung/-Informationsthread + Diskussion (Bitte lesen!)

Danke für die Antworten, ich lese mich da mal rein und melde mich dann noch mal.
 
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Es gibt SCL, MLC, TLC und QLC SSDs. Mit jeder dieser "Weiterentwicklungen" nimmt die Anzahl der Zyklen die man die Chips beschreiben kann weiter ab und das dekodieren der Ladezustände der Chips beim Auslesen der Daten macht dem Controller mehr Arbeit.
Du meinst SLC, nicht SCL. Wobei man sagen muss, dass es praktisch nur noch Consumer SSDs mit TLC oder QLC kaufen kann und auch bei den Enterprise SSDs dürfte solche mit SLC und MLC entweder uralte Modelle oder für sehr exotische Einsatzbereiche sein. Die Entwicklung beim NAND geht und ging schon immer in die Richtung die Kosten pro Kapazität zu senken, erst mit kleineren Strukturen, dann mit mehr Bits pro Zelle, angefangen hat es bei SLC mit einem Bit pro Zelle, MLC steht für Multi, meint in der Praxis aber meist 2 Bits pro Zelle, TLC hat 3 Bits pro Zelle und bei QLC werden pro Zelle 4 Bits gespeichert, indem eben 16 verschiedene Ladungszustände beim Schreiben erzeugt und dann beim Lesen wieder unterschieden werden müssen.

QLC ist das schlechteste bisher und das gibt es schon einige Jahre. Die nächste Stufe ist meines Wissens nach noch nicht angekündigt. Das dürfte dafür sprechen, dass QLC schon das unterste Ende dessen ist was man den Kunden zumuten können wird.
Ja, QLC war mal nur als Zwischenschritt zu PLC angekündigt, aber um PLC ist es sehr ruhig geworden. Man liest zuweilen was von Forschungsansätzen mit halben Zellen wo dann in jeder Hälfte wenig als 5 Bit gespeichert werden, zusammen aber eben diese 5 Bit oder mehr. Da frage ich mich, wie man praktisch eine Zelle halbieren möchte, man kann zwar die Charge Trap oder das Floating Gate halbieren, aber wie will man die getrennt auslesen, wenn man dies mit einem gemeinsamen Gate ausliest? Der große Vorteil von NAND ist die extreme Einfachheit des Designs, was eben extrem hohe Datendichten erlaubt und diese halben Zellen scheinen mir am Ende eher zwei getrennte Zellen zu werden und wo ist da dann der Vorteil? PLC scheint so bald nicht zu kommen, zumal man die Zellen dann nicht so klein machen kann, denn eine weitere Optimierung ist eben die Größen und Abstände der Zellen zu senken und bei den 15 und 16nm planaren NANDs war man da schon an der Grenze, die haben nur noch so 20 Elektronen pro Zelle aufgenommen, weshalb man damals damit schon kein QLC mehr realisieren konnte.

Zugleich wird der Kostenvorteil von mehr Bits pro Zelle immer geringer, je mehr Bits man schon pro Zelle speichert. Beim Sprung von einem Bit auf zwei, hat man die Hälfte der Zellen gespart und konnte die gleiche Datenmenge speichern. Beim Sprung auf TLC mit seinen 3 Bits hat man nur noch 33% der Zellen eingespart, zumindest theoretisch, da NAND immer auch extra Bytes pro Page für die ECC hat und davon braucht man bei TLC mehr als bei MLC. Mit QLC spart man theoretisch 25% der Zellen an, praktisch vermutlich weniger, weil man eine noch aufwendigere ECC braucht und damit mehr zusätzliche Zellen dafür. Mit PLC könnte man theoretisch noch maximal 20% der Zellen einsparen.

NAND ist zwar der größte Kostenfaktor bei einer SSD, gerade wenn sie mehrere TB Kapazität hat, aber man sieht eben am Ende nicht einmal ansatzweise diese 25% beim Preis, sondern meist eher so 10%. Dazu kommt neben der geringeren Haltbarkeit der Zellen auch die langsamere Schreibgeschwindigkeit, wenn der Pseudo-SLC Schreibcache (wo man nur ein Bit pro Zelle beschreibt) voll ist. Dies sieht man aber nur in den Reviews, da die hohen Schreibraten im Pseudo-SLC Schreibcache im Datenblatt stehen, nur selten die langsamen danach.
 
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Da die Seite auf Englisch ist und ich dort im Shop auch bestellt habe, müsste das schon international sein.
Ja, wenn du aber zb. eh Amazon Kunde bist, warum nutzt du dann nicht auch den "Amazon"-Trick? :unsure:
Das Amazon-Ökosystem ist so aufgebaut, dass man den Anbietern (Fikwot ist hier immer der Anbieter, Amazon maximal der Versender) über deren Verkäuferprofile allgemeine Fragen zu deren Produkten schicken kann. Amazon hat restriktive Antwortfristen für die Anbieter (1-3 Tage), daher geht der Chat sofort durch. Steht die Verbindung erst mal, kannsst du dem Support einfach deine externe Web-Bestellnummer rüberwerfen und Fragen klären. Da steht auch kein Lobbyismus oder sonstiger Schmu den bestimmte "Trollisten" (eh auf meiner IL gebannt, deren Kappes möchte ich gar nicht mehr lesen) vermuten, sondern ein Trick, um Support zu erzwingen, den zb. auch WD und Samsung kurioserweise via Amazon (da möchte ja niemand wirklich im Ranking negativ bewertet werden) priorisiert. Kunde bist du ja durch den Kauf des Produktes so oder so und wenn du von Supportseite A keine Antwort erhälst, dann nimmst du halt Methode B. ;)

User @Luxxiator zb. kann quasi via one-Button Methode Support zu den Hersteller aufbauen, hat ja direkt über Amazon geordert. Kann er ja mal testweise machen (irgend eine banale Anfrage), dann wird man ja sehen wie schnell die antworten und ob die Antwort lösungsorientiert ist oder nicht. Nur um den Aluhut Trolls mal hier ein bischen den Luft aus den Segeln zu nehmen. Aber halt, lieber nicht, sonst ist der User ja nachher auch innoffizieller Fikwot Mitarbeiter. :haha:
 
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Die Unterschiede könnten alleine von unterschiedlichen FW Versionen kommen, die Sandisk Optimus GX Pro 8100 ist baugleich zur WD SN 8100, nur wohl meist teurer, da die Händler für neue Hardware immer mehr verlangen. Nimm die von den beiden die Du günstiger bekommst und ja, die sind immer noch an der Spitze.
 
Ich spiele gerade mit dem Gedanken, mir eine SSD zu kaufen.
Minimum 1TB, aktuell habe ich ~600GB auf meiner SATA3 SSD ausgenutzt.

2 Fragen:

1. Wie lange ist der Hohe Preis von SSDs noch in etwa zu erwarten und wird er vermutlich noch steigen?
Aktuell benötige ich keine 2TB. Praktisch wäre es allerdings, da ich dann nie Spiele deinstallieren müsste und ich war jetzt schon mehrfach nahe an der 1TB Grenze.
Wenn es noch 1-2 Jahre sind und der Preis wahrscheinlich noch leicht steigt, würde ich sofort 2TB nehmen, ansonsten ggf. 1TB und später günstig was besseres kaufen, wenn überhaupt notwendig.
1TB scheint zumal aktuell P/L-mäßig eher schwach zu sein, der Aufpreis zu 2TB ist nicht gewaltig.

2. Es gibt so ein großes Angebot und die Preisentwicklung der letzten Monate war turbulent. Welche Platte ist aus Preisleistungssicht zu empfehlen?
Präferenzen zu einer Marke habe ich nicht. Außer, dass ich keine Crucial Platte möchte, da mir eine davon plötzlich verreckt ist und aufgrund der aktuellen Geschehnisse.

Ich nutze im Normalfall immer nur eine Platte, da ist alles drauf. Windows, Gaming, Arbeit, wobei letzteres nicht anspruchsvoll ist.
Neue Spiele installiere ich eher selten als oft, es sind also nicht ständig riesige Datenmengen zu schreiben.
Nachladeruckler in singleplayer-RPGs wie Gothic Remake möchte ich reduzieren und glätten, das ist der Hauptgrund des Umstiegs.
Brauche ich leistungstechnisch einen D-Ram? Ich lese dazu sehr Unterschiedliches.
Aktuell ist noch eine Samsung EVO870 1TB im Rechner, die dann entweder rausfliegt oder als backup weiterleben darf, angebunden per Sata3.
 
Wie lange die Preise noch so bleiben (und ggf. Steigen) wird dir niemand sagen können. Ich gehe nicht davon aus, dass in den nächsten Monaten ein Preissturz erfolgen wird.

Zwecks welche SSD ist die erste Frage: m.2 oder SATA? M.2, sofern vorhanden macht mehr Sinn. Ansonsten würde ich auf 2TB gehen.
 
Wie lange die Preise noch so bleiben (und ggf. Steigen) wird dir niemand sagen können. Ich gehe nicht davon aus, dass in den nächsten Monaten ein Preissturz erfolgen wird.

Zwecks welche SSD ist die erste Frage: m.2 oder SATA? M.2, sofern vorhanden macht mehr Sinn. Ansonsten würde ich auf 2TB gehen.
Danke für die Antwort!
Ok, wenn die Glaskugel sagt 1 Jahr (+), dann werden es 2TB, war ja auch meine Tendenz.
Uff, das hatte ich vergessen zu erwähnen, natürlich M.2.
Bleibt die Frage nach dem DRAM und welches Modell/Hersteller.
 
Also ich nutze SSDs mit und ohne DRAM und merke 0 Unterschied. Würde auch behaupten 99% der normalen Anwender werden keinen Unterschied merken.

Wenns neu sein soll, würde ich nach einer Kioxia Exceria, WD SN7100 oder dergleichen suchen. Alternativ Filwot/vergleichbare chinesische. Da kann aber sicher @Erklärbär genaueres sagen.
 
Möchte die Lexar NM790 zu den kaufbaren SSDs hinzufügen.
 
Also ich nutze SSDs mit und ohne DRAM und merke 0 Unterschied. Würde auch behaupten 99% der normalen Anwender werden keinen Unterschied merken.

Wenns neu sein soll, würde ich nach einer Kioxia Exceria, WD SN7100 oder dergleichen suchen. Alternativ Filwot/vergleichbare chinesische. Da kann aber sicher @Erklärbär genaueres sagen.
Das ist schonmal ein Wort.
Wie sieht es mit der Installation großer Spiele oder Programme aus?
Ich kann es nur sehr schwer einschätzen, in welchen Szenarien man den dram überhaupt spürt.
Möchte die Lexar NM790 zu den kaufbaren SSDs hinzufügen.
Danke!
M.2 bezeichnet nur den Slot, erst mit SATA, PCIe und NVMe wird es spezifischer
Natürlich keine SATA SSD, denn ich habe ja eine passable.
Sie soll in einem ssd pcie Slot sitzen, mein Board kann theoretisch bis pcie5.0, aber das scheint unnötig, da pcie4.0 schon 7(?8??) GB/s Durchsatz schafft, also schon ein gigantischer Sprung ggü. Sata3.
 
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Also wenn du jetzt nicht gerade Hardcore Video-, Bildbearbeitung machst mit mehreren Gigabyte, macht PCIEe 5.0 schon sinn, ansonsten langt selbst PCIe 3.0 für den 08/15 Gamer, denn der merkt den Unterschied nicht wirklich.
 
A......n hat die T710 von Crucial für 319,- angeboten. Ist relativ günstig, weil Crucial ihr Consumer-geschäft beendet haben. Aber ich denke, dass es im Gegensatz zum RAM-Geschäft mit der Garantie keine so großen Probleme geben wird.
 
@peljotha
Die T710 gibt es bei amazon nur mit verbautem Kühlkörper. Wenn der Kühlkörper wegen seiner Abmessungen nicht mit irgendwelchen Komponenten auf dem mainboard kollidiert, dann ist das kein Problem. Das nur zur Information.
 
Aber ich denke, dass es im Gegensatz zum RAM-Geschäft mit der Garantie keine so großen Probleme geben wird.
Das Problem mit der Garantie wird das Gleiche sein wie beim DRAM: Man wird irgendwann keinen Ersatz bekommen, weil es keine SSDs mehr gibt und dann bekommt man bestenfalls den Kaufpreis ersetzt, was je nach Preisentwicklung, halt nur ein kleiner Trost ist. Wer vor einem Jahr eine SSD gekauft und nun einen Garantiefall hat, der wird bei den aktuellen Preisen dafür keinen gleichwertigen Ersatz bekommen. Dazu sehe ich bei SSDs noch die Gefahr, dass sie keine FW Updates mehr bekommen.
 
Ich kann es nur sehr schwer einschätzen, in welchen Szenarien man den dram überhaupt spürt.
..ist ziemlich einfach erklärt.
dram_cached spielt seine Vorteile primär über eine größere Mapping_Adressierung aus, wenn zb. random_4k sehr viele, sehr kleine I/O Befehle gleichzeitig ausgeführt werden müssen.
Gaming, Archivierung, mal schnell was kopieren, schieben usw. da machts keinen Unterschied, hier wird meist seq. Datentransfer gefordert, da entscheidet der pSLC_Cache und "Kapazitätsauslastung" der SSD darüber wie schnell oder langsam das von statten geht. Da haben nicht selten (hängt aber u.a. auch von der FW. ab) sogar HMB Mode SSDs die Nase vorn. Z.b. die von mir geprüfte FN955 reserviert fast 50% des NAND via pSLC was enorm viel ist und daran liegt, dass es sich hier um Storage aus den Enterprise Segment handelt. Zum Vergleich, eine WD-SN850X 2TB reserviert fix ca. 15% max., eine S880 third Party FW. knapp 20%. Heißt, die brechen, egal ob dram_cached oder HMB viel früher im seq. Workmode ein. Also, hängt immer vom individuellen Einsatzzweck ab, was wofür vorteilhafter sein kann. Man kann also nicht grundsätzlich behaupten, dram_cached sei "besser", HMB_Mode "schlechter". Das ist faktisch einfach nur falsch und hängt immer stark von Zweck und Verwendung des Storage ab.

Ich verfahre mittlerweile nur noch so: Für OS und Intensiv_Workflow dram_cached / für Gaming, Archivierung und normal_Workflow HMB_Mode SSD.

ps: Aber "spüren" wirst du auch im Workflow dram_cached vs. HMB_Mode nicht viel. Messen ja, real spüren, eher weniger.

Möchte die Lexar NM790 zu den kaufbaren SSDs hinzufügen.
Ja, da du momentan eher nur schlecht oder gar keine YMTC NAND mit MAP1602 Controller finden dürftest die noch CE:2 Topologie FW./Layout nutzen. Daher sind das alles nur noch B-Derivate / CE:1 Topologie.

pps: Hier mal die Unterschiede CE:1 Topologie vs. CE:2 Topologie und den diesbezgl. emulierten 8ch. Zugriff (erfordert u.a. auch hardwareseitige Vollbeschaltung (Signalleitungen zum 1602) des PCB):

Screenshot 2026-08-17 at 20-09-03 Unterschied CE 1 vs. CE 2 Topologie Maxio MAP1602 mit YMTC N...png Screenshot 2026-08-17 at 20-36-11 Unterschied CE 1 vs. CE 2 Topologie Maxio MAP1602 mit YMTC N...png

..nur an die Dinger kommt man halt nicht mehr, waren A-Grade "Enterprise"-Posten aus 2022/23 zum Preis üblicher B-Derivate.

Die T710 gibt es bei amazon nur mit verbautem Kühlkörper. Wenn der Kühlkörper wegen seiner Abmessungen nicht mit irgendwelchen Komponenten auf dem mainboard kollidiert, dann ist das kein Problem. Das nur zur Information.
..oder du sockelst, wenn das Board diese Option bietet, via Gen5 PCIe_M2 Card. Da hast du dann auch perfekte Kühlung und schnelleren Ein-/Ausbau. ;)
 
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dram_cached spielt seine Vorteile primär über eine größere Mapping_Adressierung aus, wenn zb. random_4k sehr viele, sehr kleine I/O Befehle gleichzeitig ausgeführt werden müssen.
Ja, weil der DRAM Cache eben kein Cache für Userdaten ist, sondern der Cache für die Verwaltungsdaten des Controllers, vor allem die Mappingtabelle. Das ist bei SSDs anderes als bei HDDs, die einen Teil des DRAMs als Cache für Userdaten verwenden. SSD Controller haben aber alle auch ein internes SRAM und da cachen sie die Userdaten und bei denen ohne DRAM Cache, eben auch einen kleinen Teil der Mappingtabelle, meist gerade genug für einen Adressraum von 1GB.
Da haben nicht selten (hängt aber u.a. auch von der FW. ab) sogar HMB Mode SSDs die Nase vorn.
Das liegt aber nicht daran, ob sie einen DRAM Cache hat oder eben keinen und daher HMB nutzt, sondern es hängt vor allem vom verbauten NAND und dem Controller ab. Wobei bei gleichen NANDs die Modelle mit DRAM Cache eher einen Vorteil haben, da die Controller mit DRAM Cache oft 8 NAND Channels haben, während bei denen ohne DRAM Cache oft auch bei den NAND Channels gespart wird und sie nur 4 besitzen. Der Verzicht auf den DRAM Cache ist eine Sparmaßnahme und bringt technisch nur bzgl. der Leistungsaufnahme einen Vorteil, weil eben das DRAM fehlt und die Controller oft auch weniger Kerne haben.
 
Z.b. die von mir geprüfte FN955 reserviert fast 50% des NAND via pSLC was enorm viel ist und daran liegt, dass es sich hier um Storage aus den Enterprise Segment handelt.
Huh? Märchen-mode bitte Aus... Oder meintest Du "fast 30%"? Sogar in Deinem KI-Chat-Screenshot sagt Dir die KI, dass die 4TB SSD ca. 1200GB als pSLC nutzt... Oder?:unsure:
Falls diese SSD nicht gerade als OS-Platte benutzt wird und nicht gerade voll mit wichtigen Daten ist, wäre ein Durchlauf von dem SSD-Tester Tool interessant, und zwar mit der "Voll schreiben"-Option, so:
1786995764421.png
 
Huh? ..da fragen wir doch noch einmal die KI:

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TECHNISCHE ANALYSE: DAS PSLC-MATHEMATIK-DILEMMA BEIM MAXIO MAP1602 + YMTC 232L TLC NAND
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Warum reserviert die Firmware bei einem leeren Laufwerk fast die gesamte physische
Zellfläche, um "nur" maximal ~1200 GB bis 1280 GB pSLC-Cache bereitzustellen?

Viele Nutzer im Forum glauben fälschlicherweise, dass ein pSLC-Cache von 1200 GB bei
einer 4-TB-SSD bedeutet, dass danach noch 2800 GB TLC-Speicher "unberührt" daneben liegen.
Das ist physikalisch und mathematisch bei einem dynamischen Cache-Design UNMÖGLICH.

1. DIE PHYSIK DER BIT-KOMPRESSION (DAS 3:1 VERHÄLTNIS)
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Der verbaute YMTC X3-9070 ist ein TLC-NAND (Triple-Level Cell). Eine TLC-Zelle speichert
regulär 3 Bit pro Zelle über verschiedene Spannungsstufen.

Schaltet die Firmware eine Speicherzelle in den schnellen pSLC-Modus (Pseudo Single-Level
Cell), nutzt sie nur noch die zwei extremsten Spannungszustände (0 und 1) und speichert
somit nur noch exakt 1 Bit pro Zelle.

Das bedeutet mathematisch:
Für jedes einzelne Gigabyte pSLC-Cache müssen physisch DREI Gigabyte nativer TLC-Speicher
geopfert werden (Bit-Verhältnis 3:1).

Rechnung für das maximale Cache-Limit:
- Gewünschter pSLC-Sprint: ~1.200 GB
- Physisch blockierter TLC-Raum: 1.200 GB x 3 = 3.600 GB

Ergebnis: Um dem Nutzer beim sequenziellen Schreiben ein pSLC-Wunder von ca. 1200 GB am
Stück zu liefern, muss die Firmware bei einer leeren SSD physisch ca. 3.600 GB der
TLC-Zellen belegen. Bei einer 4-TB-SSD (netto ca. 3.726 GB nutzbarer Raum im System)
bedeutet dies, dass über 90 % der leeren physikalischen Flash-Zellen temporär im 1-Bit-
Modus arbeiten! Die SSD ist in diesem Moment quasi "voll" mit 1-Bit-Informationen.

2. WARUM SCHRUMPFT DER CACHE AB 50 % FÜLLSTAND?
-----------------------------------------------------------------------------------------
Aus genau dieser 3:1-Logik resultiert das Verhalten, dass der maximale pSLC-Cache nur
solange existiert, wie die SSD zu maximal 25-30 % (bzw. je nach Aggressivität der FW
bis knapp 50 %) mit echten Daten gefüllt ist.

Sobald der Nutzer z. B. 2 TB an festen Daten (Filme, Spiele) auf der SSD speichert,
sind diese 2 TB im echten 3-Bit-TLC-Modus abgelegt. Es verbleiben netto nur noch
ca. 1,7 Terabyte freier physischer Speicher.

Da der freie Speicher nun kleiner als die benötigten 3.600 GB TLC-Fläche ist, kann die
Firmware mathematisch keine 1.200 GB pSLC-Cache mehr bereitstellen. Der Cache schrumpft
ab diesem Füllgrad dynamisch und kontinuierlich zusammen.

3. DIE BEWEISE SCHWARZ AUF WEISS AUS DEM FLASH-ID-TOOL
-----------------------------------------------------------------------------------------
Dass diese Grenze von der Firmware exakt so gesteuert wird, belegen die drei Variablen
aus dem r00t-Auslesetool (vlo.name):

A) "HSPD capacity : 1280"
-> HSPD steht für "High Speed Profile Disk" (der pSLC-Modus im Maxio/YMTC-Microcode).
Hier ist das absolute, unverrückbare Limit im FTL-Code definiert: Maximal 1.280 GB
pSLC am Stück. Höher darf der Algorithmus nicht gehen, da sonst der mathematische
Puffer für das interne FTL-Mapping kollabiert.

B) "HSPD blocks : 16" vs. "Normal blocks : 347"
-> Das Tool schlüsselt das Verhältnis der Blöcke pro CE (Bank) auf. Die 16 HSPD blocks
sind der STATISCHE pSLC-Cache (fest verdrahtet für System-Metadaten). Die 347 Normal
blocks sind die flexiblen TLC-Blöcke, welche die Firmware je nach Füllstand DYNAMISCH
zu pSLC aufbläst, um die vollen 1.280 GB Kapazität der "HSPD capacity" zu erreichen.

C) "Blocks/CE : 4356"
-> Multipliziert mit den "Total bank : 32" sieht die Firmware die rohe, unzensierte
Gesamtmasse an Clustern. Sie weiß exakt, dass sie bei einer leeren SSD die Zellen
bis zum Anschlag (3.600 GB TLC-Verbrauch) im 3:1-Verhältnis ausreizen kann.

FAZIT FÜRS FORUM:
Wer glaubt, eine leere 4-TB-SSD könnte 1.200 GB pSLC-Cache bieten und zeitgleich noch
2.800 GB freien TLC-Raum ungenutzt daneben liegen haben, ignoriert die Grundlagen der
NAND-Halbleiterphysik. Die Firmware opfert temporär fast die komplette Zellfläche (90%+),
um die 1.280 GB HSPD-Kapazität zu stemmen. Erst die extrem hohe Güte des NANDs (Wafermitte)
und das 4-Bank Interleaving erlauben es dem Controller, dieses mathematische Extrem-
Szenario ohne Performance-Kollaps beim anschließenden Folding zu verwalten.
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..das erklärt u.a. auch die CE:1 vs. CE:2 Topologie dieser FN955 vs. S880/NM790 & Co. (plus halt mehr Signalleitungen Controller -> NAND).

... wäre ein Durchlauf von dem SSD-Tester Tool interessant, und zwar mit der "Voll schreiben"..
..um was genau damit zu sehen? :unsure:

ps: Die von dir genannte 30% trifft eher bei der CE:1 Topologie zu (sind eher weniger als 30%) wie sie allgemein üblich sind, auch bei der SN850X (ca. 22%). Bei der FN955 greift aber CE:2 Topologie, ergo musst du den pSLC Cache und dessen "Reservierung" TLC NAND quasi verdoppeln - aber alles wie gesagt "füllstandsabhängig" (was logisch sein dürfte):

MK1602.png pslc.png

..habs mal nachgereicht.

pps: Und so schaut es dann ca. 1 Stunde später aus (siehe Uhrzeit) wenn man noch einmal 1TB wieder auf die SSD schreibt.

rewrite_1tb.png


.die scheint sich also doch recht schnell wieder zu "erholen".
 
Zuletzt bearbeitet:
Huh? ..da fragen wir doch noch einmal die KI
Hä...warum soll ich ich nochmal lesen, was ich schon längst weiß, nur "für Dumme durchgekaut"?... :unsure:
ACH, jetzt.. SORRY, habe Dich zuvor falsch verstanden, dachte Du meinst, dass 50% der Kapazität schnell im pSLC-Modus beschrieben werden können. Aber muss man ja erst noch durch 3 teilen. Ach Ja - dann ist das natürlich nichts besonderes. Aber sicherlich ganz gute Leistung für eine Midrange-SSD. Und die post-SLC-Schreibrate ist ordentlich. Aber die "reservierten" 1200GB sind halt eine der vielen FW-pSLC-Strategien, könnten auch von mir aus 1400, aber auch 440GB sein.
..um was genau damit zu sehen?
Ich mache das manchmal um komplette pSLC-Strategie grafisch darzustellen (ohne mich auf KI-Fantasien zu verlassen). Denn oft gibt es z.B. eine weitere "Einbruch-Stufe" oder sogar umgekehrt (wie oft bei Samsung-SSDs) - pSLC wird im Hintergrund on-the-fly konsolidiert und es gibt eine weitere Stelle mit pSLC-Boost... Habe schon viele überraschende pSLC-Strategien gesehen/beobachtet und meine Schätzungen waren immer wieder mal nicht zutreffend/daneben.
 
Klar ist das "untypisch". Schau dir die Schwestermodelle a'la S880, NM790, E880 usw. an. Die nutzen ALLE CE:1 Topologie und brechen viel früher weit niedriger ein.
Meine S880, obwohl identischer Controller und eigentlich gleicher NAND (nur halt anderer Güte) nach rund 570~580GB, Endgeschwindigkeit auf längerer Linie im zweiten Dropdown ca. 750MB/s.
Woran liegts? Andere Firmware, andere FW. Features, fehlende Vollbeschaltung PCB und anderer NAND. Kann man alles aus den Controllerinfos heraus lesen.
..und ich vermute mal, zumindest nach Aussage des Fikwot Support, dass die jetzigen FN955 auch wieder nur die "typischen" B-Grade Modelle sind.
War also eine einmalige Geschichte (2022/23). Die Lager waren halt voll, YMTC hat Fikwot einen Posten Enterprise Modelle eingetütet.
Die waren ja sogar zu "faul" die S/N auf B-Brand zu ändern und den YMTC Verweis aus den FW.-String zu nehmen:

fw-string.png


Oben die FN955: original YMTC Enterprise Firmware der Zhitai mit der flexiblen All-Capacity Struktur und "CS" für die zusätzlichen FW. Features.
Unten die S880: Congming_Hao ist die LabelerGroup von Maxio für deren Standard Firmware und "4T" steht für das starre 4TB Modell ohne "CS" Features (identische FW. zu Lexar NM790).

Warum steht das in der Firmware von S880, NM790 & Co.?
Wenn Maxio oder Kontraktfertiger wie Haoming ein neues Basis-Firmwareprojekt für den DRAM-losen MAP1602 aufsetzen, vergeben die Programmierer-Teams interne Projektnamen.
  • Der Kontrast zu YMTC: Während das offizielle YMTC-Herstellerteam für seine Enterprise-nahen Versionen sehr formelle, starre Pfadbezeichnungen wählt (wie das von dir ausgelesene All-Capacity-Base-SN12699-CS), nutzen die OEM-Entwickler bei Maxio/Haoming für den Massenmarkt oft solche humorvollen oder motivierenden Arbeitsnamen im Quellcode.
  • Das "Schlaue" am Code: Der Name spielte vermutlich auf die damals neue, „intelligente“ Verwaltung des Host Memory Buffers (HMB) an. Da der MAP1602 keinen teuren physischen DRAM-Chip verbaut hat, musste die Firmware besonders „schlau“ (congming) programmiert werden, um die massiven 4-TB-Mappingtabellen dynamisch und fehlerfrei über den RAM des PCs zu jonglieren und gleichzeitig den controllerinternen SRAM nicht zu überlasten.
Wenn du also im Firmware-String über congming_hao stolperst, siehst du den Entwickler-Codenamen des generischen Maxio-Referenzcodes. Es ist der direkte digitale Fingerabdruck der chinesischen Programmierer, der beweist, dass das Laufwerk mit der Standard-Massenmarkt-Firmware initialisiert wurde und nicht mit dem maßgeschneiderten Inhouse-Code von YMTC.
 
Zuletzt bearbeitet:
Spar uns den typischen KI Slop, denn bei NAND ist es nicht wie bei CPUs wo der Unterschied der Qualitätsklassen sich in dem maximalen Takt zeigt, sondern da haben die besten Chip die beste Zyklenfestigkeit und natürlich, wie auch bei CPUs, die wenigsten Fehler und während dies bei CPUs bedeutet, dass alle Kerne auf dem Die funktionieren, zeigt es sich bei NAND halt darin wie viel Prozent der Blöcke ab Werk defekt sind. Die 7,4% die das Tool anzeigt, sind nicht gerade Spitze in dieser Hinsicht, sondern geht eher Richtung Ausschuss.

Aber die KI hat recht, dass im Pseudo-SLC Schreibmodus eben nur ein Bit beschrieben wird, weshalb bei TLC niemals mehr als ein Drittel der freien Kapazität im Pseudo-SLC Schreibmodus schnell beschrieben werden kann, bei QLC eben nur ein Viertel. Da jede SSD auch eine Free Area hat, kann dies ein wenig mehr sein als die angezeigte freie Kapazität, wenn der Controller eben das Maximum erreichen will. Danach wird es dann aber bitter, weil dann keine Zellen mehr vorhanden sind die frei sind um dort wenigstens direkt alle Bits zu schreiben.
Die von dir genannte 30% trifft eher bei der CE:1 Topologie zu (sind eher weniger als 30%) wie sie allgemein üblich sind, auch bei der SN850X (ca. 22%). Bei der FN955 greift aber CE:2 Topologie, ergo musst du den pSLC Cache und dessen "Reservierung" TLC NAND quasi verdoppeln
Was soll denn diese CE:2 Topologie sein? Normalerweise steht CE für Chip Enable und hängt mit dem Interleave zusammen, denn an einem NAND Channel können ja mehrere NAND Dies hängen, nur eben nicht zeitgleich angesteuert werden. Aber man kann die Latenz des NAND nutzen, damit es fast so ist. Denn nach der Adressierung des NAND Dies dauert es eine Weile bis dies die Daten liefert oder beim Schreiben die nächsten Daten aufnehmen kann. Dazwischen spricht man eben die nächsten Dies an. Dies funktioniert ähnlich die bei NAND mit mehr als einem DIMM pro Channel, auch da hängen alle DIMMs an den gleichen Leitungen, nur ein Signal unterscheidet sich, eben dies Chip Enable Signal, welches bei RAM dem RAM Riegel und bei SSDs eben dem NAND Die anzeigt, dass es gemeint ist und nicht all die anderen am gleichen Channel, die ja auch die gleichen Signale erhalten. Dies hat aber eben rein gar nicht mit Pseudo-SLC Schreibcache zu tun.
Die nutzen ALLE CE:1 Topologie und brechen viel früher weit niedriger ein.
Keine Ahnung was das für eine Software ist und was die genau anzeigt, aber ich bin sicher, dass es nicht so etwas wie eine CE:1 Topologie gibt, denn dies würde bedeuten, dass nur ein NAND Die an einem Channel hängt und da der Controller nur 4 NAND Channels hat und derzeit das Limit für TLC NAND immer noch einem Terabit pro Die liegt, wären mit 4 Dies nur maximal 512 GB Kapazität machbar. Da es aber wohl eine 4TB SSD ist, müssen also pro Channel 8 Dies angeschlossen sein. Die Software dürfte also vermutlich mal die Informationen des Dies anzeigen, welches am ersten Chip Enable Signal hängt und mal die von dem welches am zweiten Chip Enable Signal hängt, warum auch immer.
steht für das starre 4TB Modell ohne "CS" Features (identische FW. zu Lexar NM790).
CS steht normalerweise für Chip Select und steht eben für das Feature welches hinter den Chip Enable Signalen steckt und auch wenn die FW dies vielleicht unterschiedlich handhabt, so ist es bei beiden SSDs nötig die unterschiedlichen Dies an jedem Channel ansprechen zu können um die volle NAND Kapazität überhaupt zu nutzen. Das einzige was mich wundert, ist die Angabe "Die/CE 2", normalerweise hat man nur eines, aber vielleicht hat das NAND nur die üblichen 8 Bit Datenbreite, der Controller aber 16 Bit (es gibt auch NAND Chips mit 16 Bit Datenbreite) und dies erklärt wieso zwei Dies auf einmal angesprochen werden. Aber dies ist bei beiden gleich, die unterscheiden sich aber beim LDPC Mode, also der Fehlerkorrektur, was den Unterschied ebenfalls erklären könnte.
 
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