Ich habe meine erste Tour in den Alpen hinter mir. Es ging von Garmisch zur Reintalangerhütte. Bei 34 Grad, Protektorrucksack und meinem Enduro 170/160 mm. Die ersten 3 km waren vorbei, da hatte ich Bedenken überhaupt ansatzweise was zu schaffen. Die ersten 2-3 km zur Partnachalm waren so steil, dass ich trotz Asphalt und 24/36 vom Bike musste (schieben). 200 hm auf 1000 m sind schon krass. Dann ging es besser und es wurde ne richtig gute Tour. Als ich das Tal erreicht hatte, dachte ich, das Gröbste ist geschafft - ist ja schließlich ein Tal. Weit gefehlt. Es ging weiter stramm bergauf, dazu bei praller Sonne und extrem gerölligen Untergrund. Viele kurze steile Rampen konnte man nicht fahren, weil man bei langsamer Fahrt immer seitlich weggerutscht ist. Wieder schieben, diesmal bis zur Belastungsgrenze.
Kurz vor der Hütte kamen zwei Wanderer und ich fragte, wie weit es denn noch sei. Sie sagte 5 min. Ich ließ meinen Kopf mit dem Helm auf den Lenker sinken und es drückte das Wasser/Schweiß aus dem Helm. Sie sagte nur ganz trocken: "Ok, in der Verfassung 10 min."

An der Hütte waren zwei junge Männer beschäftigt und fragten sofort, was ich denn haben wolle. Ich fragte nach Kohlenhydraten, die mich wieder ins Tal bringen. Er sagte: "Dann mach ich dir Makkaroni mit Tomatensoße, dazu ein alkoholfreies Weißes..." Super! Ich habe noch nie eine so leckere Soße aus der Dose gegessen. Lag wohl am Hunger.
Die Abfahrt ging gut, wieder dachte ich, dass Gröbste ist durch. Ein Weg war jedoch hochwasserbedingt gesperrt und ich musste wieder zurück. Von 800 m, ich war kurz vor Garmisch, wieder auf 1200 m. Der leichte Alternativweg war nur für Fußgänger. Die Ausschilderung war jedoch nur Wandererfreundlich, da war ich echt sauer. So habe ich wohl statt 1100 hm ca. 1400 hm gemacht. Genau die Höhenmeter waren dann aber zuviel, so dass ich Morgen wohl keine Tour fahre, sondern einen Bikepark ansteuere.
Gruß klasse