[Sammelthread] Der Gehalts- und Arbeitsplatzthread

Wir reden hier nicht von einem Dienstleister, sondern von Weltkonzerne (da reden wir von Industrieherstellern, Softwarekonzernen und Hardwarehersteller) aber auch Mittelständlern. Da geht es primär aber um Technik und Geräte und weniger um Dienstleistungen.
Wir sind in der Technikwelt an einer Komplexität angekommen, dass die Qualitätssicherung nur noch das gröbste verhindern kann. Eine volle Funktionalität und Fehlerfreiheit kann sie gar nicht mehr gewährleisten.
Das Produkt muss leider beim Kunden reifen.
Ich mache den Leuten aber auch keinen Vorwurf. Geht mir ja selber auch nicht anders.
Aber es ist eben so, dass du noch so viele Checklisten, Vorgaben und sonstiges haben kannst, am Ende verhinderst du nur das gröbste.
Aber das ist ein anderes Thema.
 
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Du sprachst von Entwicklern. Das sind für mich Dienstleister.
 
Naja, wer schreibt denn die Firmware für ein Gerät X, was du im Laden kaufst?
Das ist in der Regel der Entwickler beim Hersteller des Gerätes. (ggf. Sourcen die das auch aus, das mag sein, ist aber für mich dennoch der Entwickler)

Stell die einfach vor, du kaufst nen Ofen bei Bosch, und du findest raus, dass der keine Rezepte aus dem Netz lädt.
Und jetzt stell dir vor, du hast so nen heißen Draht zum Entwickler oder auch PM bei Bosch, dass du dem das direkt so mitteilen kannst, inkl. deiner Erkenntnisse.
 
Da hat für mich das Anforderungsschreiben für die Beschaffung versagt.
 
Da hat für mich das Anforderungsschreiben für die Beschaffung versagt.
Oder Sales beim Kunden... nämlich das Blaue vom Himmel versprochen das nicht existiert.

Irgendwie sind wir bei der Grundsatzfrage von Produktentwicklung gelandet. Bei Sales rennt vor, Entwicklung hinterher.
Und dann sind wir bei kapitalistischer Grundordnung, einer rennt vor und verspricht das blaue vom Himmel, aber nun ist das Blaue vom Himmel in der Welt. Und alle wollen es. Und die Komplette Branche muss nachziehen beim Blauen vom Himmel, weil die Konkurrenz kann es ja auch.
Fehlerkultur wäre das Thema einzufangen und es in beherrschbare Szenarien umzuleiten bevor es zum Problem wird. Sales gibt den Auftrag zurück, und noch mal von vorn. Oder das Lastenheft/Pflichtenheft wird zusammengestrichen bis man in realistischen Bahnen und beherrschbarer Komplexität ist. Macht aber niemand :popcorn:
 
Nein, das Gerät erfüllt ja die Anforderungen alle.
Nur gibt es eben ne Konstellation, wo das eben nicht funktioniert, ein Bug/Fehler eben.
Mal nen herbeigedichteter Fall:
Das Gerät hat also die Funktion. Du findest aber raus, dass das nur bei einigen 10.0.0.0/8 Netzen geht. Hat das Netz z.B. 192.168.0.0/24, geht das nicht.
Mal rumgesponnen, die haben nur 7 Bit für die IP-Oktette reserviert. Das weiß du aber nicht.

Du gehst also zum Entwickler und sagt, hier das und das geht nicht. Das geht, aber das geht nicht.
Und dann geht die Sucherei los.

Klassischen Bug melden, finden, abstellen.

EDIT: Und dabei geht es um Geräte von der Stange, welche also jeder so kaufen kann, keine Auftragsentwicklung oder sowas. Da liegt ja ne etwas andere Konstellation vor.
 
Klassischen Bug melden, finden, abstellen.
Und was hat das jetzt mit Fehlerkultur zu tun?
Das ist wie du grade treffend selbst gesagt hast klassisches debugging und Errorhandling.

Für mich liegt hier eine unkorrekte Wortwahl auf deiner Seite vor. Aber du bist nicht allein :)

Wikipedia sagt dazu:

Fehlerkultur und Fehlermanagement​

Häufig werden die Begriffe Fehlerkultur und Fehlermanagement synonym verwendet. Richtigerweise ist jedoch zu unterscheiden: Während unter Fehlermanagement die gezielte Steuerung von Aktivitäten im Umgang mit Fehlern verstanden wird und damit Fehlermanagement das Einführen und Durchführen bestimmter Methoden benennt, bezeichnet Fehlerkultur die Art und Weise, wie eine Organisation mit Fehlern, Fehlerrisiken und Fehlerfolgen umgeht.

Die Fehlerkultur ist in der Nähe der Organisationskultur angesiedelt. Obschon sie zu den weichen Faktoren zählt, hat sie maßgeblichen und direkten Einfluss auf harte Faktoren wie Qualitätsstandards, Innovationspotenzial, Produktivität sowie die Wettbewerbsfähigkeit einer Organisation. Denn die Art und Weise, wie Fehler betrachtet und bewertet werden und wie damit im Alltag umgegangen wird, wirkt zentral auf die Leistungsfähigkeit des Unternehmens.
 
Weil du auch da dem Menschen, der Firma oder sonstwem einen Strick draus drehen kannst und das nicht zu knapp.
Und da man da oftmals auf persönlicher Ebene arbeitet (ja ich weiß, Ticketsystem > alles), sind wir also auch wieder da bei dem Thema.

EDIT:
Ich verwende den Begriff schon richtig.
Ich kippe da nicht irgendwo nen Fehler rein und warte dann.
Ich arbeite mit dem Hersteller eng zusammen, enger als so mancher glaubt.
Ich nehme, innerhalb meiner Möglichkeiten, schon Einfluss auf die Fehlerkultur dort, aber auch, wie wir "beide" mit Fehlern als solches, im Sinne der Fehlerkultur, umgehen.
Um das auf den Wikieintrag zu referenzieren:
Qualitätsstandards, Innovationspotenzial, Produktivität sowie die Wettbewerbsfähigkeit einer Organisation
Auf die ersten beiden versuche möglichst viel einzuwirken, letzteres auch, 3. netter Nebeneffekt.

Das Beispiel mit dem Ofen war auch nur ein Beispiel, wie die Konstellation zwischen mir und dem Hersteller aussieht. Es ist da keine klassische Entwicklungsleistung, wie sich das THK vorgestellt hat.

Viel weiter gehe ich da aber auch nicht ins Detail.

Klassischen Bug melden, finden, abstellen.
War eher der Vereinfachung zu Erklärungszwecken gedacht. Die eigentliche Komplexität habe ich schon dargelegt.

Nichts destotrotz gibt es auch noch klassisches "melden und warten".
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich sehe gerade, dass die Bude die dieses komische KI-Videointerview im Februar mit mir gemacht hat die gleiche Stelle schon wieder ausgeschrieben hat. Würde mich ja brennend interessieren, was da so gelaufen ist in der Zwischenzeit. Ob ich mich noch einmal bewerbe und direkt sage "ohne KI"?:LOL:
 
Das habe ich nicht verstanden. :fresse: Viel weiter wird man da nicht kommen.
 
Auch Alexa hilft bei einem KI-Videointerview nicht. Obwohl, wenn du Alexa vielleicht eine Brille dran klebst und ein Bücherregal in den Hintergrund packst..
 
in der autoindustrie wurde die letzten jahre FIT entdeckt. https://www.tqm.com/lexikon/fit-failure-in-time/
es kommt auf den job an ob man sich fehler leisten kann oder nicht. beim dienstleister eher als bei einer produzierenden firma.
bei uns kommen eher leichtsinnsfehler vor oder fehler weil die prozesse soo kompliziert geworden sind. und dann immer eine email "bitte ab sofort beachten 1)..2)..3)..."
FIT ist im Endeffekt aber ein Zuverlässigkeitskennwert und hat mit einer Fehlerkultur wenig zu tun. Im Endeffekt ist es ein Verfahren, das versucht die zu erwartende Restfehlerrate (Fehler in dem Fall aber im Sinne von Restrisiko) zu berechnen. Das "F" in FIT ist in dem Fall nicht mit Fehler zu übersetzen.

Dem würde ich nicht zustimmen. Das "Warum?" ist meiner Meinung nach Ok, das Problem ist üblicherweise das "Wer?". Warum ist der Fehler passiert - weil xyz einen Fehler gemacht hat. Das war dann keine "Warum?" sondern eine "Wer?" Antwort.

Ich muss da noch was Ergänzen, weil der eine Satz dann doch zu wenig war für mich. Im Sinne einer Fehlerkultur sollte an 1. Stelle das "Wie?" kommen. Also, "wie können wir den Fehler lösen?".
Im 2. Schritt dann erst die Warum-Fragen: Manchmal ist um einen Fehler zu lösen die Rückschau notwendig, meistens aber nicht. Aber um aus Fehlern zu lernen und diese im Zukunft zu vermeiden muss ich zwnagsläufig zurückschauen und meine Schlüsse für die Zukunft lernen.

Fehlerkultur heißt für mich dann: Fehler zu lösen, aber da Warum zu hinterfragen und abzustellen, ohne aber einzelne Personen an den Pranger zu stellen. Passiert letzteres. werden Fehler unter den Teppich gekehrt und gelöst oder für die Zukunft vermieden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich: In Anbetracht meines Lebenslaufs, Alters, der aktuellen Marktlage im 21. Jahrhundert. 3200 Brutto als Einstieg.

Je nach Job besser über das Jahresgehalt reden. Gerade in Österreich sind ja Urlaubsgeld und und und extra was in D erst durch einen Tarif oder Notwendigkeit Attraktiv zu wirken dabei sind. Sprich in deinem Fall hätte ich 42k Jahresgehalt angegeben und dann direkt gefragt wieviele Gehälter den üblich sind.

2k -> 24k im Jahr bei 12 Gehältern - da musst ja fast noch Aufstocken gehen. Was sind das? 1200/1300 Netto? Hartz 4 und der Tag gehört dir.
Und ich drücke den Leute sowas mittlerweile direkt. Lebenshaltungskosten sind niedrig in der Gegend, schön die Butter - Strom und Rente sind es aber nicht..
 
Also ich hab durch Glück und Fortbildung eine Stelle bekommen die 52k brutto / 31k netto bringt. Dazu kommt aber, ab 6 erreichbar, ggf Samstag los. Regelarbeitszeit 39 Stunden bei 30 Tagen Urlaub und Betriebsrente.

Ich will mich nicht beschweren, aber der faktor "ich such mal Fehler und kack andere an" hat massiv zugenommen. Ob ich das auf Dauer gut finden muss, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Mein persönliches Ziel ist, so gegen 2025 in Sack zu hauen und mich umzuorientieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin eher auf dem Standpunkt Arbeit muss sich lohnen.
Definiere lohnen.

So wie die Linken einen Mindestlohn von 13 Euro fordern oder sogar noch mehr? Nur um mal ein Gefühl zu bekommen, über was man deiner Meinung nach reden sollte. :-)
 
Zuletzt bearbeitet:
Man wird nicht dafür bezahlt was man leistet, sondern wie schwer man zu ersetzen ist...

Bin echt froh, in einem Großkonzern zu arbeiten und ne sichere Stelle zu haben. Bewerbungen bzw. Jobgespräche sind daher kein Thema...
Kumpel von mir hatte letzte Woche ne Bewerbung als SPS Programmierer. Als es dann um € ging stieg HR ins Gespräch ein und bot ihm 2050 € Brutto - dem wär ich direkt ins Gesicht gesprungen...
 
Der Mindestlohn bringt gar nichts. Der verteuert nur alles.

Zwischen 1200/1300 netto und aufstocken liegen aber schon noch ein "paar" Euro ;)

Ja und nein. Ja es ist plakativ was ich geschrieben habe.
Wenn ich mir überlege dass der Regelbedarf 420 Euro ist, die Wohnung bezahlt wird - bei 1200 Euro ne Wohnung 500 Euro? Sprit/Auto für auf Arbeit... was bleibt da noch? 100 Euro? 200 Euro? Dafür steht man jeden morgen auf?
Mittags nen Dosenbier vom Aldi klingt da schon verlockend - ja ich weiß beim Aldi gibts nur noch PET Flaschen Bier... :-P
 
Der Mindestlohn bringt gar nichts. Der verteuert nur alles.



Ja und nein. Ja es ist plakativ was ich geschrieben habe.
Wenn ich mir überlege dass der Regelbedarf 420 Euro ist, die Wohnung bezahlt wird - bei 1200 Euro ne Wohnung 500 Euro? Sprit/Auto für auf Arbeit... was bleibt da noch? 100 Euro? 200 Euro? Dafür steht man jeden morgen auf?
Mittags nen Dosenbier vom Aldi klingt da schon verlockend - ja ich weiß beim Aldi gibts nur noch PET Flaschen Bier... :-P
Das stimmt soweit grundsätzlich schon, aber ich bin da wohl bissl altmodisch. Klar, das Geld ist wichtig, aber ich gehe auch arbeiten um geistig gefordert zu werden, mich auf gewissem Niveau austauschen zu können und allgemein "dabei" zu sein :)
 
Sehe ich absolut anders. Der Mindestlohn bremst das Lohndumping. Ja, Dinge werden (wieder) teurer - vielleicht auch einfach zu Recht. Ungebremster Konsum ist nicht die Zukunft.

Und ja, um gesellschaftlich Dinge zu verändern bedarf es weiterer Regelungen. Da Anstand ja vollkommen verlorengegangen ist, muss das eben anderweitig geregelt werden, indem man bspw. einen maximalen Faktor beim Gehalt (inkl. Boni, entlang der direkt beeinflussbaren SupplyChain) einführt: CEO darf max. x mal das Einkommen der Putzkraft haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Sehe ich absolut anders. Der Mindestlohn bremst das Lohndumping. Ja, Dinge werden (wieder) teurer - vielleicht auch einfach zu Recht. Ungebremster Konsum ist nicht die Zukunft.

Den Gedanken kann ich nur begrenzt folgen.

Vorweg, ungebremster Konsum bedeutet am Ende -> Geburtenkontrolle und Raten, Begrenzung der Anzahl der Bewohner usw. - Rationieren der Nahrung etc. pp.
Stromrationierungen werden im Wahlkampf ja bereits angedeutet aber nicht klar benannt, natürlich nicht.

Zum Mindestlohn - durch diesen ergibt sich bei vielen Logistikberufen (wo dieser sehr stark vertreten ist) eine Verlagerung der Kosten. Sprich höhere Lohnkosten werden auf den Transport von Produkten umgelegt und führen zu höheren Produktpreisen.
Steigt meine Kaufkraft oder ist es nur eine Art Inflation? Woher kommt das Geld was der AG zu zahlen hat?
Durch die Freizügigkeit in der EU gibt es genügend Arbeitskräfte für den Mindestlohn, immer - egal wie hoch der ist. Alle andere Löhne sind höher.
Der Arbeitgeber hat also gar kein Interesse mehr als Mindestlohn zu zahlen WEIL die Arbeitskräfte (niedrig qualifiziert nenne ich es mal) in großen Mengen vorhanden sind. Mit Spezialisierungen sieht dies ja diret anders (noch) aus.

Durch die aktuelle Deindustralisierung von D (es wird aktuell bereits der sinkende Stromverbrauch vorausgesetzt damit Elektroautos nur im Ansatz funktionieren) werden sich diese Jobs wieder in das EU Ausland verlagern. Nebenkosten/Steuern sind hier einfach deutlich niedriger.
Einzig im Transportsektor wird man in D noch Bedarf haben, also Waren rankutschen und umverpacken und wieder raussenden (Amazon usw. usf.).

Der Mindestlohn ist aktuell 9,60 Euro - also 1365 Euro im Monat bei 35h die Woche. Also ~1055 Euro Netto. Was gab es ALG2? 820 Euro?
So nun zu dem Punkt den ich weiter oben geschrieben habe. Der Mindestlohn soll wirklich was bringen, setzen wir ihn auf 15 Euro. Das macht 2275 Euro Brutto und ~1600 Euro Netto.
Eine Zahl wo man sagen kann ja da kann man annehmbar leben.
Würde man wirklich glauben das die Dinge des täglichen Bedarfs nicht teurer werden?
Frisör? Stück Butter usw.?

Lidl/Schwarz hat während Corona Mrd Gewinnde gemacht, gleichzeitig gab es Milchbauern und Fleischdiskussionen. Es ist also klar dass diese Unternehmen nicht nur ihren Lieferanten einen Hungerlohn zahlen sondern auch ihren Angestellten und die Kunden die kaufen werden auch abgezockt. Ja ich weiß die Mrd haben die in neue Immobilien gepumpt, natürlich - durch die niedrig Zinsen usw. - anderes Thema.

In meinen Augen ist die Lohnhöhe nur eine kleine Stellschraube die im Linken Lager (genauso wie Mietpreisbremse) rumgeistert ohne dass die Folgen irgendwer begreift. Kreislauf des Geldes ganz einfach gesprochen.
Der Staat kann hier nur sinnvoll durch angepasste Steuern gegen wirken. Verrücktes Beispiel, der Arbeitgeberanteil mit einer Delle versehen -> höhere Abgaben bei Mindestlohn die sich reduzieren bei höheren Löhnen z.b. aber ich bin kein Ökonom.

Und ja, dass ist grob mein Bubble und ich find es auch mies dass wir solche Themen überhaupt haben müssen in einer Zeit wo andere mit Videos drehen Millionen verdienen.
 
Ich kann dir absolut folgen. Aber du vergisst einen wesentlichen Faktor in anderen Bereichen: wenn man groß genug ist, kann man ein Angebot schaffen, was der Kunde haben will. Weil man so verdammt groß ist, ist das Volumen riesig. Auch wenn die Marge pro Stück miserabel ist, wollen dennoch viele die dafür notwendige Dienstleistung erbringen, eben weil das Volumen riesig ist. Man nimmt also den Job an, zieht seine eigene Marge raus und kann deswegen nur noch Hungerlöhne zahlen, weil es sich sonst nicht lohnt. Auf wen ich hier anspiele können sich die meisten wohl denken. Und das ist nur ein Beispiel.

Ändert der Mindestlohn etwas an der Kaufkraft? Sicherlich nicht direkt, aber mittelfristig. Warum? Eben WEIL Dinge teurer werden. --> weniger Geld für unnötigen Scheiss --> weniger Verkäufe von unnötigem Scheiss. Was dann bleibt ist die Entscheidung der Verkäufer von unnötigem Scheiss doch etwas weniger Marge zu akzeptieren (--> niedrigerer Preis) oder einfach quasi gar nix mehr zu verkaufen. Die Gierigen marginalisieren sich selbstm, den Rest kannst dir selber ausrechnen.

Und ja, es kann auch anders laufen. Aber wie oben schon geschrieben, die Mindestlöhne alleine helfen nicht. Solange die neo-liberale Gier über allem steht und diejenigen, die gerne einen freien Markt fordern - aber nur wenn es ihnen nützt und sonst nach Papa schreit schreien -, solange der Grundgedanke des Kapitalismus von "den Kapitalisten" mit Füßen getreten und damit sabotiert wird (Kapital muss fließen - konzentriert es sich zu stark, kommt alles in Ungleichgewicht und das schöne System ist dahin), solange muss dem Treiben regulatorisch ein Riegel vorgeschoben werden und ein aktiver Ausgleich geschaffen werden. Tut man das nicht, kann man sich gerne die Auswirkungen in den USA anschauen. Neo-Liberalismus im Endstadium, Heilung nur noch mit ganz schweren Geschützen.
 
Zum Mindestlohn - durch diesen ergibt sich bei vielen Logistikberufen (wo dieser sehr stark vertreten ist) eine Verlagerung der Kosten. Sprich höhere Lohnkosten werden auf den Transport von Produkten umgelegt und führen zu höheren Produktpreisen.
Gleiches Thema, anderer Blickwinkel:
Aufstocken ist staatlich subventioniertes Lohndumping.

Wenn sich bestimmte Dienstleistungen, Produkte und Geschäftsmodelle nur so halten sollte man diese grundsätzlich in Frage stellen. Und wenn dann shoppen bei Amazon schlagartig 25€ Versand kostet ist das halt so.
Macht man halt Sammelbestellungen, Shoppt wieder Lokal, oder zuckt mit den Achseln.

Der Punkt ist Leute müssen von Arbeit Leben können, der Wert der Arbeit und der Preis der Arbeit müssen passen. Ohne Dumping, ohne Subvention.


PS ( nach oder während der Daumen)
Und was das Outsourcing oder offshoring betrifft: das ist mit Gesetzen leicht in den Griff zu bekommen. Du arbeitest für ein deutsches Unternehmen oder ein deutsches Projekt oder auf deutschem Boden? Du zahlst/bekommst Mindestlohn.
Wie man das formuliert, andere Baustelle. Ich hoffe der Gedanke ist klar.

Dazu ein nettes Beispiel aus Thüringen:
Bodo Rammelow wollte als Ministerpräsident durchsetzen, dass für Projekte die vom Land vergeben werden (zB Bauprojekte, Straßen, Glasfaser usw.) Mindestlohn verpflichtend in die Ausschreibung aufgenommen wird.
Das ist nicht durchgegangen soweit ich weiß.
Warum? Ich verstehe es nicht.

PPS: (nach den ganzen Daumen)
Ich hab mich gerade ein bisschen in Rage geschrieben. Für mich ein extrem krasses, weil Gesellschaft prägendes Thema:
Was kostet Mobilität?
Warum kann ich für 20€ nach Malle fliegen, aber nicht für 20€ mit dem Zug 100km fahren?
Oder aber ich setze Sprit an, 7l/100km x 1,50€ sind knapp 200km.

Ich verstehe dass Argument der Auslastungssteuerung, von Kontingent Tarifen, von Last Minute und Earlybird.
Ich kann Schwankungen akzeptieren. Aber für 20€ nach Malle, während ich am Auto täglich sehe was Mobilität kostet, geht einfach garnicht. Grundsätzlich nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Und was das Outsourcing oder offshoring betrifft: das ist mit Gesetzen leicht in den Griff zu bekommen. Du arbeitest für ein deutsches Unternehmen oder ein deutsches Projekt oder auf deutschem Boden? Du zahlst/bekommst Mindestlohn.
Ähm ich hab noch mal gegoogelt, weil das mWn jetzt schon so ist und das bestätigt mich:
Warum kann ich für 20€ nach Malle fliegen, aber nicht für 20€ mit dem Zug 100km fahren?
Fliegen ist in aller Regel nicht billiger (80 bis 90 Prozent der Fälle)

Deswegen geht es auch nächste Woche per Bahn nach Spanien:-)
 
Ich verstehe dass Argument der Auslastungssteuerung, von Kontinent Tarifen, von Last Minute und Earlybird.
Ich kann Schwankungen akzeptieren. Aber für 20€ nach Malle, während ich am Auto täglich sehe was Mobilität kostet, geht einfach garnicht. Grundsätzlich nicht.
teile dir dein auto wie auch den flieger mit 200 anderen leuten und die 20€ werden auch locker passen. auto fahren ist mittlerweile einfach unverhältnismäßig teuer geworden. leider ist flächenmäßig 90% des landes ohne auto gar nicht bewohnbar (die großstädte machen flächentechnisch nicht viel vom ganzen aus). aber gefühl 90% wohnt auf diesen restlichen 10% des landes und fordern höhere gebühren für die mobilität.
deshalb sage ich ja auch, das wohnen noch immer nicht teuer genug ist. mein haus kostet mich jeden monat die gleiche rate. sollen mietbuden doch in großstädten 20€/qm kosten. irgendwann ziehen die leute wieder hierher zu mir aufs land und dann kauft hier auch wieder jemand ein und die geschäfte kommen wieder bla bla bla...
 
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