Ich hatte diese Woche eine Bewerbung auf dem Tisch, da hätte er sich das Anschreiben lieber sparen sollen. So 0815 runtergeladen und mit eigenen Daten ersetzt. Lieblos und stumpf.
Ich brauche eigentlich auch nur 4 Aspekte
- Fähigkeiten
- Berufserfahrung
- Gehalt
- tabellarischer Lebenslauf und die passenden wichtigsten Zeugnisse
Wir werden ihn dennoch einladen. Fachkräftemangel spielt in seine Karten. Wenn die Chemie stimmt, werden wir den auch einstellen. Große Hoffnung mache ich mir allerdings nicht. Zeugnisse sind eher mittelmäßig und hat noch keine 1,5 Jahre am Stück in einer Firma gearbeitet. (Alter: Ende 30)
Arbeitszeugnisse lassen auch nicht unbedingt darauf schließen, dass die alte Firma unglücklich über den Abgang ist.
Aber um Star Wars zu zitieren: Lieber kleine Helfer als keine Helfer.
Es ist dieses Jahr die erste Bewerbung, die nicht sofort wieder gelöscht wurde. Meistens nur irgendwelche abgehalfterten Freelancer bekommen, die das erst im Gespräch mitgeteilt haben und eigentlich keine Festanstellung wollen. Kosten nur Zeit, Geld und Nerven. Tun alles um Projekte in die Länge zu ziehen und die Schuld haben immer die anderen weil sie sonst eine Rechnungskürzung riechen. Von Freelancern bin ich geheilt.
Ohne das Anschreiben hätte ich ein wesentlich besseres Gefühl.
Na dann viel Glück mit dem Kandidaten.
Nicht das das Ganze dann darin endet, mehr investiert zu haben und auch noch investeiren muss, um den wieder los zu werden.
Aber in 6 Monaten Probezeit sollte man da schon einen Einblick bekommen, sofern es diese gibt und auch gelebt wird.
Kenne da Fälle, da wurden neue Leute direkt auf Montage geschickt und dort 6-12 Monate geparkt. Es hat keinen gejuckt, was die dort genau machten und wie die den Tag verbracht haben. Nach dem Ende der Baustelle kam dann das große Erwachen, dass nämlich diese Personen genau gar nix konnten und man diese nach der Probezeit auch nicht mehr so leicht los wird. Kompletter Fail der Führungsebene.
Zum Thema Freelancer:
Da ich ja auch in diesem Bereicht tätig bin, kenne ich diese Situationen und auch die zugehörigen Personen. Ja das ist so und kann man nicht schönreden.
Selbiges hatte ich erst die letzten 2 Wochen live miterlebt.
Ein anderer Freelancer war seit 1,5 Jahren beim Endkunden vor Ort, um die Bearbeitungszentren in Betrieb zu nehmen und die Leitrechneranbindung durchzuführen und eben Probleme vor Ort zu lösen, damit die Linie fehlerfrei läuft. Er ist aktuell 65 Jahre und kommunizierte mit dem Kunden, dass er noch bis zur Rente hier sein wird. Das verwunderte den Kunden, denn eigentlich sollte die Linie schon längst laufen und Abnahme solte auch demnächst erfolgen. Also mich dahin geschickt um die größten Schnitzer zu beseitigen und schauen was da so vor sich geht, damit das mal ein Ende findet.
Vor Ort dann genau wie du es beschrieben hast. Der Kollege hat da von 12h abgerechneter Projektzeit vielleicht 1h etwas gearbeitet und da auch nur irgendwas und größtenteil Murks. Den Rest der Zeit jede Stunde raus zum Rauchen und Kaffepause und sonst Amazon leergekauft und Nachrichten konsumiert.
Ich konnte in den 2 Wochen wirklich nur das Gröbste beheben, aber nicht den Murks von 1,5 Jahren Nichtstun.
Den haben sie dann schlussendlich auch gekündigt und werden den nie wieder beauftragen. Aber er konnte sich doch knapp 2 Jahre bei der Firma durchmogeln und nicht wenig Kohle einstreichen.
Bei mir ist es genau anders rum. Es gibt feste Termine, wo was fertig sein muss, da dann bereits der nächste Termin ansteht. Wenn man da nichts Zustande bringt, fällt das gleich schneller auf und man ist auch schneller wieder weg.
Außerdem hätte ich gar keine Lust den ganzen Tag nichts zu arbeiten. Die Zeit vergeht doch so gar nicht.