Zugleich läßt sich auch die Begründungsschiene aufbauen, dass der knappe wie teure Speicher von den Grafikkartenherstellern lieber für höherpreisige Modelle verbaut wird, wo mehr Umsatz wie auch Gewinn pro Grafikkarte winkt. In Zeiten knapper Güter schichtet man halt dort hin um, wo der größere Gewinn steht – was die Speicherhersteller mit ihren Speichersorten so machen, wird auch in der Geräte- und Komponentenindustrie genauso getan. Diese These läßt sich sogar mit weiteren Details aus dem Geschäftsbericht von PC Partner (Verkaufsmarken Inno3D, Manli und Zotac, zudem als Auftragsfertiger für andere Anbieter aktiv) belegen: So setzte PC Partner mit seinen Eigenmarken weniger um und verlor bei der reinen Stückzahl im Jahresvergleich sogar –18,4%, trotz um +10,7% höherer Durchschnittspreise (ASP).
Im reinen ODM/OEM-Geschäft für andere Marken verlor man hingegen sogar –38,4% an gebauten Stückzahlen, trotzdem schoß der Umsatz dieser Sparte um satte +73,9% nach oben. Hier konnte PC Partner einfach viel mehr Aufträge für hochpreisige Grafikkarten aquirieren, was somit den Durchschnittspreise dieser ODM/OEM-Sparte um +181,0% regelrecht explodieren ließ. Dies ist nicht zwingend Ausdruck von hochgehenden Grafikkarten-Preisen, sondern eines anderen Produktmix in dieser Auftragsarbeit-Sparte von PC Partner – viel weniger Einsteiger-Modelle, mehr HighEnd-Modelle.