Also von vorhandener Infrastruktur bei bitchat zu sprechen halte ich für falsch.
Infrastruktur == Hardware.
Egal wieviele die Software nutzen, die unabdingbar für die Funktion nötige Hardware für Bitchat läuft schon millionenweise in den Strassen rum. Dein Meshtastic/Lorawan aber nicht.
Zweitens ist Bluetooth einfach massiv in seiner Reichweite beschränkt. Das mag auf einer Demo in einer Großstadt gut funktionieren, abseits davon wird es schwer. Du benötigst eine kritische Masse an Usern, ansonsten siehst du alt aus.
Genau das hab ich schon in meiner ersten Antwort geschrieben.
Meshtastic kannst du auch portabel einsetzen. Du brauchst keine Antenne auf dem Dach. Gängige Geräte sind klein und halten teils eine Woche durch.
Kann mein Handy Meshtastic? Nein? Leider verloren.
Wo also siehst du jetzt eine erhöhte Gefahr?
Hab ich doch jetzt schon 15mal geschrieben!
Ich sehe nicht "die" Gefahr, sondern ich sehe EINE Gefahr im Schlüsselaustausch, weil es eben dauern kann, bis die Schlüssel ankommen. Und entsprechend auch nicht per Se beim Schlüsselaustausch, sondern eben auch nur, darin, das man warten muss bis die Schlüssel ausgetauscht sind.
Und wie ebenso schon 50 Mio mal geschrieben: Klar, sobald die Schlüssel einmal ausgetauscht sind, kann das zuverlässig E2E-Verschlüsselt laufen. Die einzige Frage die ich diesbezübglich aufgeworfen habe war: Wie werden die Schlüssel ausgetauscht und bestenfalls noch woher weiß ich, das die Schlüssel ausgetauscht wurden und das die Kommunikation jetzt somit wirklich E2E-Verschlüsselt ist/sein kann?
Wenn ein Staat etwas plötzlich verbietet sehe ich eher ein Problem bei einer App. Internet lässt sich schnell einmal "abschalten". Wer dann die App nicht schon hat bekommt die auch nicht mehr.
Hab ich ebenfalls schon geschrieben: Die App muss man entweder vorher schon gehabt haben, oder die App ist z.B. als APK auch ohne Appstore weitergebbar. Man muss dann nur jemanden finden, der die APK eben schon hat und/oder sie weitergeben kann.
(Ich werte das mal als absolutes Armutszeugnis für die Menschheit, das man sich heutzutage anscheinend schon wundert, wie man eine Äpp überhaupt noch verbreiten kann, wenn kein Internetzugang verfügbar ist)
Ich habe meshtastic auch nicht als Wunderwaffe dargestellt, im Krisenfall abseits eines Volksaufstands halte ich es aber für das deutlich bessere System aufgrund der hohen Reichweite und potentiell langen Akkulaufzeit.
Und ich habe gesagt: Ja, aber dafür muss man erst eine Infrastruktur mit eben diesem aufbauen. Was genau ist daran so schwer zu verstehen?
Für Bitchat muss man keine Infrastruktur aufbauen, denn sie ist schon vorhanden. EGal wie gut oder schlecht sie letztendlich im jeweiligen Anwendungsfall funktioniert, sie ist einfach schon da, weil jeder Depp sowieso mit einem Smartphone in der Tasche rumläuft. Da ist lediglich die Frage wieviele davon mitmachen. Und DAS und NUR DAS ist dann die Softwarefrage. Aber das System ansich benötigt NULL zusätzliche Hardware.
Wie viele User einer App mit Bluetooth benötige ich dagegen um einen km zu überbrücken?
Keine Ahnung ob du nicht lesen kannst, oder nur nicht verstehst, was ich schon geschrieben habe?
Die Reichweite des Systems (bzw vorallem auch die Latenz) bezweifle ich grundsätzlich, eben genau deswegen. Was genau willst du mir also sagen? Das man via BT 500 Zwischenstellen braucht um eine Nachricht über 100km zu übermitteln? Das hatte ich bereits als Nachteil angemerkt.
Was braucht man damit das via LoRaWan? Richtig, 20 Zwischenstationen, die entsprechend platziert sein müssen. Sind die schon da, oder willst du die erst aufbauen, wenn der Staat das Internet abschaltet?
Fun Fakt aus der Praxis: ich habe bereits 30km mit zwei Geräten überbrücken können.
Schön für dich. Inwiefern ist das universell anwendbar? Wie stampft man das schnell aus dem Boden, wenn das Internet mal weg ist?
Und selbst dann hast du nur eine konkrete Verbindung, die jetzt genau wie hilft, wenn der Empfänger nicht genau zufällig in dieser Richtung sitzt?
Wir haben hier einen node welcher mit einem Dutzend anderer verknüpft ist. Diese sorgen für die Langstreckenverbindung. Ich kann problemlos mit einem Kumpel 30km entfernt kommunizieren. Zwei hops zwischen mir und seinem Gerät. Der eine Node reicht aus um unsere 125k Stadt zu versorgen. Zumindest habe ich zu dem Ding am anderen Ende der Stadt eine saubere Verbindung.
Wir reden hier nicht von einer 1-zu-1 Verbindung sondern von einem Netz über das 100e, 1.000e, 10.000e Nachrichten austauschen wollen.
Ist toll, das du es geschafft hast eine Nachricht von A nach B über 30km (via Funk) zu schicken. Wie siehts aber aus, wenn da tausende Nachrichten verschickt werden sollen? Und das nicht nur in diese eine Richtung?
Du hast etwas experimentell umgesetzt und damit eine Nachricht über 30km geschickt. Super. Was waren die Hardwareaufwendungen dafür? Wie war die örtliche Gegebenheit? Hast du das in Norddeutschland umgesetzt, wo man die Postkutsche wegen Flachland schon 3 Tage bevor sie ankommt sehen kann? Wie siehts aus, wenn die Verbindung nicht nur von 5 Teilnehmern genutzt wird?
Wobei wir jetzt sogar statt bei "funktioniert nichtmehr, wenn die Teilnehmer zu sehr verstreut sind" sogar eher bei "wenn zuviele auf einem Haufen sind, bricht das Netzwerk aus Bandbreitenmangel zusammen" wären...
Also mal ganz konkret, wenn sowas hier "bei uns" passieren würde:
Dann stellst du deinen LoRaWAN-Beacon auf, weil du die Hardware dafür "zufällig" sowieso schon hast? Dann hast du theoretisch eine Funkzelle in einem 5kmUmkreis. Wer genau hat dann irgendwas davon? Wer kann sich da überhaupt einklinken? Und abgesehen davon ob man da überhaupt mangels Empfangs/Sendegerät teilnehmen kann, wie siehts aus, wenn der Empfänger nicht im Empfangsbereich deiner Funkzelle sitzt? Das wird dann über die andere Funkzelle übermittelt die wer genau aufgestellt hat und betreibt, die aber sich aber mit deinem Sendebereich überlappen muss?
Wie heisst es so schön: Theorie ist wenn man meint zu wissen wie es funktionieren sollte aber es nicht funktioniert. Praxis ist, wenn etwas funktioniert aber keiner versteht warum eigentlich.