Kommunikation ohne Internet: Bitchat verzeichnet massiven Zulauf im Iran und Uganda

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Massenproteste gegen ein autokratisches Regime im Iran, eine Präsidentschaftswahl in Uganda, bei der Oppositionelle schon im Vorfeld eingeschüchtert oder gar verhaftet wurden und deren Legitimität angezweifelt wird, sowie zunehmend prekäre Lebensbedingungen in beiden Ländern. Diese Mischung aus politischer Unterdrückung und wirtschaftlichen Problemen bringt immer mehr Menschen dazu, auf die Straße zu gehen und zu protestieren – auch wenn das gefährlich ist und der Staat hart dagegen vorgeht. Aus Angst, ihre Stellung zu verlieren, haben die Machthaber beider Nationen in den vergangenen Tagen und Stunden, das Internet gesperrt und den Zugang zu sozialen Medien blockiert. Ein Hoffnungsträger für Millionen von Menschen vor Ort scheint die im letzten Jahr vorgestellte Messaging-App Bitchat zu sein, die derzeit einen massiven Zulauf im Iran und Uganda erfährt.
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Wie gut, dass es solche Alternativen gibt 👍
 
Nur wie lädt man sich diese App denn bitteschön aus dem Appstore herunter, wenn kein Internet zur Verfügung steht?
 
Und dann kommen die "Sicherheitskräfte" mit ner modifizierten Version die einfach nichts mehr weiterleitet.
Naja, aber für Naturkatastrophen ne gute Sache.
 
Nur wie lädt man sich diese App denn bitteschön aus dem Appstore herunter, wenn kein Internet zur Verfügung steht?
Na man lädt sie halt mal, wenn man Internet hat. Wenn das Internet mal weg ist, sollte man sie natürlich schon installiert haben.

Wie praktisch wäre es obendrein, wenn man einfach APKs runterladen und auf dem Smartphone liegen lassen könnte und dann ggf. sogar von einem Smartphone auf ein anderes übertragen und dort installieren könnte? Dann müsste man nur jemanden finden der das eben hat.
Und dann kommen die "Sicherheitskräfte" mit ner modifizierten Version die einfach nichts mehr weiterleitet.
Damit wäre man dann auch von "Updates" unabhängig. Die installierte Version wird dann nicht ohne Intervetionsmöglichkeit durch ein Update vom Appstore überschrieben.

Allgemein ist das natürlich eine Hilfe... man sollte aber nicht erwarten, das das wirklich ein Ersatz ist. "Instant" dürfte das in den wenigsten Fällen sein. Das ist quasi die digitale Version von "Stille Post". Enorm davon abhängig wieviele Leute überhaupt mitmachen, wieviele Teilnehmer innerhalb eines kleinen Bereichs sind und/oder wie die sich bewegen. Kann dann schon Stunden/Tage/Wochen dauern, bis eine Nachricht mal beim richtigen Empfänger ankommt, wenn man nicht gerade sowieso nur mit dem Nachbarn schreibt. Aber sicherlich besser als nichts.
 
Wer das Internet im eigenen Land abschalten lässt hat generell etwas zu verstecken.
 
Das ist halt mal echt genial... Wenn sich doch mal mehr Leute an sowas beim Entwickeln ne Scheibe abschneiden würden...
 
"Die App benötigt keine Anmeldung, keine Telefonnummer und keine Registrierung – man installiert sie einfach und kann unmittelbar chatten."
Huh, aus teschnischer Sicht wär ich neugierig wie/ob dann Schutz gegen DDoS ing funktioniert.
Sonst muss die Regierung nur ein paar BT Geräte verteilen die tausende User simulieren um alle lahm zu legen...
 
Ich denke mit ein paar Starlink Terminals ist denen mehr geholfen.
 
Und dann kommen die "Sicherheitskräfte" mit ner modifizierten Version die einfach nichts mehr weiterleitet.
Naja, aber für Naturkatastrophen ne gute Sache.

Ist ja bei Telegram auch schon der Fall... Ok, die modifizierte Version kommt von Google & Apple... aber auf wessen Geheiß?
Ich hab die App schon mal geladen... kann ja nicht schaden...
 
man installiert sie einfach und kann unmittelbar chatten."
Huh, aus teschnischer Sicht wär ich neugierig wie/ob dann Schutz gegen DDoS ing funktioniert.
Sonst muss die Regierung nur ein paar BT Geräte verteilen die tausende User simulieren um alle lahm zu legen...
Die Regierung will das doch nicht lahmlegen! Die wären ja doof. :ROFLMAO:
Wenn das mit "einfach nur installieren" funktioniert, dann kann das maximal pauschal verschlüsselt sein, also keine Privat-Public-Keys. D.h. man muss nur diese Verschlüsselung knacken und kann alles mitlesen, was das eigene Smartphone weiterproxied. Falls es dann überhaupt irgendwie verschlüsselt ist.
Wenns Privat-Public-Verschlüsselt wäre, müssten die Kontakte vorher Schlüssel austauschen. Oder die Public-Keys werden über den gleichen Weg ausgetauscht, dann kann man aber erst verschlüsselt schreiben, wenn man den Public-Key vom Empfänger hat. Bzw. zumindest die erste Nachricht in jede Richtung ist unverschlüsselt.
 
Nette Idee und für Fälle wie im Iran sicherlich super. Dort waren ja Massen an Menschen unterwegs.
Für alles andere lasse ich das
Stichwort Meshtastic / LoRaWAN da.
Für Krisenfälle deutlich besser da man nicht auf Bluetooth Reichweite beschränkt ist. Nachteil: Eigene Hardware wird benötigt. Dafür hat man dann ein paar Kilometer Reichweite, mit einigen wenigen Relays sind dann auch mal 100km möglich. Günstige Off the Shelf Hardware bietet 2-3 Tage Akkulaufzeit, für um die 100 Euro bekommt man 1 Woche Laufzeit.
 
Für alles andere lasse ich das Stichwort Meshtastic / LoRaWAN da.
Das sehe ich nicht wirklich als Alternative zu einem System wie Bitchat.

Damit könnte man sich eine Netzinfrastruktur in privater Hand (mit privat meine ich in diesem Fall von Privatpersonen betrieben, also nicht irgendwelchen Firmen) aufbauen. Aber die müsste man eben erst aufbauen.
Und auch wenn damit "mehrere Kilometer Reichweite" drin sind, muss man erstmal eine Flächenabdeckung hinkriegen. Da gibts dann wieder so doofe Begrenzungen wie Berge oder Wälder. :d

Ich bin mir ziemlich sicher, das man hier im Dorf im Tal schon mindestens 4 Stationen bräuchte um überhaupt das Dorf abzudecken. Mit einem "Uplink" siehts noch schlechter aus. Die nächsten Dörfer sind alle mehrere Kilometer entfernt und nirgends ist eine Sichtverbindung vorhanden. Und dann bräuchte man ja immernoch einen Client um senden und empfangen zu können. Demnach brächte es mir nichtmal was, wenn ich da im Empfangsbereich wäre, weil mein Handy kann das nicht.

Bitchat nutzt dagegen eine Infrastruktur, die sowieso schon vorhanden ist, weil die Infrastruktur praktisch die Clients sind, die die Leute sowieso haben... und die zudem selbst noch mobil sind und somit auch Daten "übertragen" werden indem sich einfach die Position der Geräte verändert.

Abgesehen davon, verbietet der Staat dann halt den Betrieb von solchen Stationen. Die sollten sehr einfach zu finden sein, und wenn dann halt so eine Antenne auf meinem Hausdach raustrianguliert wird, dann krieg ich ein Problem.
 
Die Regierung will das doch nicht lahmlegen! Die wären ja doof. :ROFLMAO:
Wenn das mit "einfach nur installieren" funktioniert, dann kann das maximal pauschal verschlüsselt sein, also keine Privat-Public-Keys. D.h. man muss nur diese Verschlüsselung knacken und kann alles mitlesen, was das eigene Smartphone weiterproxied.
Hmm, wieso würde ein relativ unknackbarer algo (mathematisch unknackbar wenn kein Zugriff auf Daten über Umwege) wie bei "PGP" denn nicht funktionieren?
Das macht Schlüssel austausch direkt zwischen A und B.
Klar, wenn die allererste Kommunikation manipuliert werden kann, ists für die Katz, aber grade das ist bei Nutzung über Bluetooth relativ unwahrscheinlich.

Was das eigene Gerät für andere Leute weiter broadcastet ist ausserdem prinzipiell unberührt, sonst wärs ja nicht end-to-end encrypted.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hmm, wieso würde ein relativ unknackbarer algo (mathematisch unknackbar wenn kein Zugriff auf Daten über Umwege) wie bei "PGP" denn nicht funktionieren?
PGP benutzt ja Privat-Public-Keypairs. Und der Schlüsselaustausch funktioniert dank Internet praktisch in Echtzeit.
Hier gehe ich jedoch davon aus, das bis eine Nachricht den Empfänger erreicht durchaus Stunden/Tage vergehen. Es dauert dann auch genauso lange, erstmal die Schlüssel auszutauschen. D.h. ich kann nicht installieren und "sicher" loschatten, sondern ich muss erst warten, bis mein Schlüssel beim Empfänger und sein Schlüssel wieder bei mir angekommen ist. Erst dann kann die Kommunikation verschlüsselt werden.

Klar, wenn die allererste Kommunikation manipuliert werden kann, ists für die Katz, aber grade das ist bei Nutzung über Bluetooth relativ unwahrscheinlich.
Die drahtlose Signalübertragung sehe ich da noch weniger als Problem, als die ganzen Clients die die Nachricht/den Schlüssel erhalten um ihn weiterzuleiten.
Es gibt keinen Routingtable, man weiß nicht über welche 5 Handies man eine Nachricht routen müsste damit sie "direkt" zum Empfänger kommt. Deswegen macht man Broadcast. Quasi JEDES Handy was an dem Netz teilnimmt und in deine Reichweite kommt, kriegt die Nachricht die du verschickst. Und alle diese Handies geben es an die nächsten Handies weiter, bis die Nachricht IRGENDWANN eben (mehr oder weniger zufällig) auf dem Handy ankommt, das wirklich der Empfänger ist. Wahrscheinlich mit einer Zeitbegrenzung oder Hopsbegrenzung sonst würden diverse Nachrichten ewig kursieren (was dann aber ggf. auch die Reichweite wieder einschränkt).
Oder es wird sowieso ständig eine Liste mit (public) Keys von allen Teilnehmern rumgereicht. Stellt sich die Frage wie schmalbandig das ganze dann noch bleibt. Und bis der Key eines neuen Teilnehmers auch in Hintertupfing angekommen ist, kann trotzdem eine ganze Weile dauern.

Edit: Abgesehen davon musst du die ID des Empfängers erstmal kennen. Weil die Telefonnummer isses ja nicht.

Edit2: Weil im Artikel auch genannt ist "Alle Nachrichten werden verschlüsselt übertragen und verlassen das lokale Netzwerk nicht", deutet darauf hin, das man eher geschlossene Gruppen macht und Nachrichten nur an Gruppenzugehörige übertragen werden. Was das System dann aber auch auf die Gruppe und damit wohl eher auf Nahfeldkommunikation beschränkt.

Was das eigene Gerät für andere Leute weiter broadcastet ist ausserdem prinzipiell unberührt, sonst wärs ja nicht end-to-end encrypted.
Jap, aber eben erst, nachdem die Schlüssel ausgetauscht wurden.
 
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Die Schlüssel nennen sich ja nicht umsonst "public key" - sie dürfen über unsichere Kanäle ausgetauscht werden.
Das ist mir schon klar.

Das ist eher auf die Aussage in der News "einfach installieren und und unmittelbar chatten" bezogen. Direkt loschreiben kann man eben nicht unbedingt. Man braucht erst den Public-Key des Empfängers. Und je nachdem wie der übermittelt wird und wie der letztendlich durchs Mesh wandert, kann es eben schon dauern, bis man diesen Key überhaupt kriegt.
Man kann also nicht unbedingt sofort losschreiben, oder aber man tut das dann (erstmal) nur unverschlüsselt.

Wenn jemand Details weiß, wie bei dem System die Schlüssel ausgetauscht werden und wie sich die Nachrichtenübertragung in der Praxis wirklich verhält, würde ich das sehr gerne lesen.
 
Bitchat nutzt dagegen eine Infrastruktur, die sowieso schon vorhanden ist,

Abgesehen davon, verbietet der Staat dann halt den Betrieb von solchen Stationen. Die sollten sehr einfach zu finden sein, und wenn dann halt so eine Antenne auf meinem Hausdach raustrianguliert wird, dann krieg ich ein Problem.

Also von vorhandener Infrastruktur bei bitchat zu sprechen halte ich für falsch. Wie viele kannten die App? Was nützen tausende von Handys (von denen viele kein Bluetooth aktiv haben) ohne die App? Airtags funktionieren nur so gut da alle Apple Geräte Teil des Systems sind. Bei dieser app muss jemand aktiv die App installiert haben und als relay dienen.
Zweitens ist Bluetooth einfach massiv in seiner Reichweite beschränkt. Das mag auf einer Demo in einer Großstadt gut funktionieren, abseits davon wird es schwer. Du benötigst eine kritische Masse an Usern, ansonsten siehst du alt aus.
Meshtastic kannst du auch portabel einsetzen. Du brauchst keine Antenne auf dem Dach. Gängige Geräte sind klein und halten teils eine Woche durch.
Wo also siehst du jetzt eine erhöhte Gefahr?
Wenn ein Staat etwas plötzlich verbietet sehe ich eher ein Problem bei einer App. Internet lässt sich schnell einmal "abschalten". Wer dann die App nicht schon hat bekommt die auch nicht mehr.

Ich habe meshtastic auch nicht als Wunderwaffe dargestellt, im Krisenfall abseits eines Volksaufstands halte ich es aber für das deutlich bessere System aufgrund der hohen Reichweite und potentiell langen Akkulaufzeit. Hier benötige ich nur einen User alle paar km oder einen Router auf einem Dach. Wie viele User einer App mit Bluetooth benötige ich dagegen um einen km zu überbrücken?
Fun Fakt aus der Praxis: ich habe bereits 30km mit zwei Geräten überbrücken können.
Schau mal auf https://meshmap.net/
Wir haben hier einen node welcher mit einem Dutzend anderer verknüpft ist. Diese sorgen für die Langstreckenverbindung. Ich kann problemlos mit einem Kumpel 30km entfernt kommunizieren. Zwei hops zwischen mir und seinem Gerät. Der eine Node reicht aus um unsere 125k Stadt zu versorgen. Zumindest habe ich zu dem Ding am anderen Ende der Stadt eine saubere Verbindung.
 
Also von vorhandener Infrastruktur bei bitchat zu sprechen halte ich für falsch.
Infrastruktur == Hardware.
Egal wieviele die Software nutzen, die unabdingbar für die Funktion nötige Hardware für Bitchat läuft schon millionenweise in den Strassen rum. Dein Meshtastic/Lorawan aber nicht.

Zweitens ist Bluetooth einfach massiv in seiner Reichweite beschränkt. Das mag auf einer Demo in einer Großstadt gut funktionieren, abseits davon wird es schwer. Du benötigst eine kritische Masse an Usern, ansonsten siehst du alt aus.
Genau das hab ich schon in meiner ersten Antwort geschrieben.

Meshtastic kannst du auch portabel einsetzen. Du brauchst keine Antenne auf dem Dach. Gängige Geräte sind klein und halten teils eine Woche durch.
Kann mein Handy Meshtastic? Nein? Leider verloren.

Wo also siehst du jetzt eine erhöhte Gefahr?
Hab ich doch jetzt schon 15mal geschrieben!
Ich sehe nicht "die" Gefahr, sondern ich sehe EINE Gefahr im Schlüsselaustausch, weil es eben dauern kann, bis die Schlüssel ankommen. Und entsprechend auch nicht per Se beim Schlüsselaustausch, sondern eben auch nur, darin, das man warten muss bis die Schlüssel ausgetauscht sind.
Und wie ebenso schon 50 Mio mal geschrieben: Klar, sobald die Schlüssel einmal ausgetauscht sind, kann das zuverlässig E2E-Verschlüsselt laufen. Die einzige Frage die ich diesbezübglich aufgeworfen habe war: Wie werden die Schlüssel ausgetauscht und bestenfalls noch woher weiß ich, das die Schlüssel ausgetauscht wurden und das die Kommunikation jetzt somit wirklich E2E-Verschlüsselt ist/sein kann?

Wenn ein Staat etwas plötzlich verbietet sehe ich eher ein Problem bei einer App. Internet lässt sich schnell einmal "abschalten". Wer dann die App nicht schon hat bekommt die auch nicht mehr.
Hab ich ebenfalls schon geschrieben: Die App muss man entweder vorher schon gehabt haben, oder die App ist z.B. als APK auch ohne Appstore weitergebbar. Man muss dann nur jemanden finden, der die APK eben schon hat und/oder sie weitergeben kann.
(Ich werte das mal als absolutes Armutszeugnis für die Menschheit, das man sich heutzutage anscheinend schon wundert, wie man eine Äpp überhaupt noch verbreiten kann, wenn kein Internetzugang verfügbar ist)

Ich habe meshtastic auch nicht als Wunderwaffe dargestellt, im Krisenfall abseits eines Volksaufstands halte ich es aber für das deutlich bessere System aufgrund der hohen Reichweite und potentiell langen Akkulaufzeit.
Und ich habe gesagt: Ja, aber dafür muss man erst eine Infrastruktur mit eben diesem aufbauen. Was genau ist daran so schwer zu verstehen?
Für Bitchat muss man keine Infrastruktur aufbauen, denn sie ist schon vorhanden. EGal wie gut oder schlecht sie letztendlich im jeweiligen Anwendungsfall funktioniert, sie ist einfach schon da, weil jeder Depp sowieso mit einem Smartphone in der Tasche rumläuft. Da ist lediglich die Frage wieviele davon mitmachen. Und DAS und NUR DAS ist dann die Softwarefrage. Aber das System ansich benötigt NULL zusätzliche Hardware.

Wie viele User einer App mit Bluetooth benötige ich dagegen um einen km zu überbrücken?
Keine Ahnung ob du nicht lesen kannst, oder nur nicht verstehst, was ich schon geschrieben habe?
Die Reichweite des Systems (bzw vorallem auch die Latenz) bezweifle ich grundsätzlich, eben genau deswegen. Was genau willst du mir also sagen? Das man via BT 500 Zwischenstellen braucht um eine Nachricht über 100km zu übermitteln? Das hatte ich bereits als Nachteil angemerkt.
Was braucht man damit das via LoRaWan? Richtig, 20 Zwischenstationen, die entsprechend platziert sein müssen. Sind die schon da, oder willst du die erst aufbauen, wenn der Staat das Internet abschaltet?

Fun Fakt aus der Praxis: ich habe bereits 30km mit zwei Geräten überbrücken können.
Schön für dich. Inwiefern ist das universell anwendbar? Wie stampft man das schnell aus dem Boden, wenn das Internet mal weg ist?
Und selbst dann hast du nur eine konkrete Verbindung, die jetzt genau wie hilft, wenn der Empfänger nicht genau zufällig in dieser Richtung sitzt?

Wir haben hier einen node welcher mit einem Dutzend anderer verknüpft ist. Diese sorgen für die Langstreckenverbindung. Ich kann problemlos mit einem Kumpel 30km entfernt kommunizieren. Zwei hops zwischen mir und seinem Gerät. Der eine Node reicht aus um unsere 125k Stadt zu versorgen. Zumindest habe ich zu dem Ding am anderen Ende der Stadt eine saubere Verbindung.
Wir reden hier nicht von einer 1-zu-1 Verbindung sondern von einem Netz über das 100e, 1.000e, 10.000e Nachrichten austauschen wollen.
Ist toll, das du es geschafft hast eine Nachricht von A nach B über 30km (via Funk) zu schicken. Wie siehts aber aus, wenn da tausende Nachrichten verschickt werden sollen? Und das nicht nur in diese eine Richtung?

Du hast etwas experimentell umgesetzt und damit eine Nachricht über 30km geschickt. Super. Was waren die Hardwareaufwendungen dafür? Wie war die örtliche Gegebenheit? Hast du das in Norddeutschland umgesetzt, wo man die Postkutsche wegen Flachland schon 3 Tage bevor sie ankommt sehen kann? Wie siehts aus, wenn die Verbindung nicht nur von 5 Teilnehmern genutzt wird?
Wobei wir jetzt sogar statt bei "funktioniert nichtmehr, wenn die Teilnehmer zu sehr verstreut sind" sogar eher bei "wenn zuviele auf einem Haufen sind, bricht das Netzwerk aus Bandbreitenmangel zusammen" wären...

Also mal ganz konkret, wenn sowas hier "bei uns" passieren würde:
Dann stellst du deinen LoRaWAN-Beacon auf, weil du die Hardware dafür "zufällig" sowieso schon hast? Dann hast du theoretisch eine Funkzelle in einem 5kmUmkreis. Wer genau hat dann irgendwas davon? Wer kann sich da überhaupt einklinken? Und abgesehen davon ob man da überhaupt mangels Empfangs/Sendegerät teilnehmen kann, wie siehts aus, wenn der Empfänger nicht im Empfangsbereich deiner Funkzelle sitzt? Das wird dann über die andere Funkzelle übermittelt die wer genau aufgestellt hat und betreibt, die aber sich aber mit deinem Sendebereich überlappen muss?
Wie heisst es so schön: Theorie ist wenn man meint zu wissen wie es funktionieren sollte aber es nicht funktioniert. Praxis ist, wenn etwas funktioniert aber keiner versteht warum eigentlich.
 
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Infrastruktur == Hardware.
Egal wieviele die Software nutzen, die unabdingbar für die Funktion nötige Hardware für Bitchat läuft schon millionenweise in den Strassen rum. Dein Meshtastic/Lorawan aber nicht.
1. Läuft auch Millionenfach deaktiviert rum
2. Wieso "mein" Meshtastic/LoRaWAN?
Kann mein Handy Meshtastic? Nein? Leider verloren.
Hat dein Handy die App? Nein? Leider verloren.

Hab ich doch jetzt schon 15mal geschrieben!
Ich sehe nicht "die" Gefahr, sondern ich sehe EINE Gefahr im Schlüsselaustausch, weil es eben dauern kann, bis die Schlüssel ankommen. Und entsprechend auch nicht per Se beim Schlüsselaustausch, sondern eben auch nur, darin, das man warten muss bis die Schlüssel ausgetauscht sind.
Und wie ebenso schon 50 Mio mal geschrieben: Klar, sobald die Schlüssel einmal ausgetauscht sind, kann das zuverlässig E2E-Verschlüsselt laufen. Die einzige Frage die ich diesbezübglich aufgeworfen habe war: Wie werden die Schlüssel ausgetauscht und bestenfalls noch woher weiß ich, das die Schlüssel ausgetauscht wurden und das die Kommunikation jetzt somit wirklich E2E-Verschlüsselt ist/sein kann?
Du hattest oben mir gegenüber die Angst geäußert Antennen könnten geortet / trianguliert werden....Das hast du genau 1mal geschrieben ;)
Die Verschlüsselung ist ein anderes Thema.
Hab ich ebenfalls schon geschrieben: Die App muss man entweder vorher schon gehabt haben, oder die App ist z.B. als APK auch ohne Appstore weitergebbar. Man muss dann nur jemanden finden, der die APK eben schon hat und/oder sie weitergeben kann.
(Ich werte das mal als absolutes Armutszeugnis für die Menschheit, das man sich heutzutage anscheinend schon wundert, wie man eine Äpp überhaupt noch verbreiten kann, wenn kein Internetzugang verfügbar ist)
Du zeichnest ein Szenario in denen der Staat der Feind ist und möchtest dann eine App aus unbekannter Quelle, welche dir eine fremde Person zur Verfügung stellt, installieren? Dir ist schon bewusst welche Mittel z.b. der Iran bisher in der Verfolgung eingesetzt hat?
Zu deinem Armutszeugnis Satz: 99% der Menschen haben noch nie eine App abseits der offiziellen Quellen installiert. Das ist einfach Fakt. Was technisch möglich ist steht auf einem anderen Blatt, wenn der Enduser (von denen du tausende benötigst) das nicht kapiert hast du ein Problem.
Ganz zu schweigen davon, dass es im Krisenfall keine gangbare Möglichkeit gibt die Herkunft der APK zu verifizieren....
Da schließe ich mich deinem Wunsch aus deinem obigen Post an: Es wäre ein nettes Feature Apps einfach so, ohne Installation, im Vorfeld herunterladen zu können und dann bei Bedarf den offline Installer auszuführen. Der Bedarf dürfte aber überschaubar sein.
Und ich habe gesagt: Ja, aber dafür muss man erst eine Infrastruktur mit eben diesem aufbauen. Was genau ist daran so schwer zu verstehen?
Für Bitchat muss man keine Infrastruktur aufbauen, denn sie ist schon vorhanden. EGal wie gut oder schlecht sie letztendlich im jeweiligen Anwendungsfall funktioniert, sie ist einfach schon da, weil jeder Depp sowieso mit einem Smartphone in der Tasche rumläuft. Da ist lediglich die Frage wieviele davon mitmachen. Und DAS und NUR DAS ist dann die Softwarefrage. Aber das System ansich benötigt NULL zusätzliche Hardware.
Richtig, du brauchst keine zusätzliche Hardware. Du brauchst nur Software an die im Krisenfall so gut wie niemand mehr heran kommt. Macht es nicht besser.
Keine Ahnung ob du nicht lesen kannst, oder nur nicht verstehst, was ich schon geschrieben habe?
Das gebe ich gerne zurück.
Die Reichweite des Systems (bzw vorallem auch die Latenz) bezweifle ich grundsätzlich, eben genau deswegen. Was genau willst du mir also sagen? Das man via BT 500 Zwischenstellen braucht um eine Nachricht über 100km zu übermitteln? Das hatte ich bereits als Nachteil angemerkt.
Was braucht man damit das via LoRaWan? Richtig, 20 Zwischenstationen, die entsprechend platziert sein müssen. Sind die schon da, oder willst du die erst aufbauen, wenn der Staat das Internet abschaltet?
Also 20 Zwischenstationen sind doch etwas viel, zweitens muss ich die nicht "in einer Linie" platzieren und ich will da auch nichts aufbauen. Wie du auch an "deiner" App siehst: Sobald das Kind in den Brunnen gefallen ist wird es schwierig. Krisenvorsorge betreibt man VOR der Krise.
Schön für dich. Inwiefern ist das universell anwendbar? Wie stampft man das schnell aus dem Boden, wenn das Internet mal weg ist?
Ganz einfach: Entweder läuft dein Gerät so oder so durch (braucht wenig Strom oder läuft sogar mit Solar) oder du gehst an deine Notfallausrüstung und schaltest das Gerät ein.
Wie gedenkst du im Krisenfall tausende von Menschen mit einer App zu versorgen? Blackout in Berlin? Da wirst du sicherlich den einen oder anderen Nutzer finden welcher die Apk von dir nimmt und installiert. Volksaufstand mit Angst vor Geheimdienst, Schlägertruppen etc? Ich bezweifle, dass jemand in solch einem Szenario eine unbekannte Anwendung installiert.
Und selbst dann hast du nur eine konkrete Verbindung, die jetzt genau wie hilft, wenn der Empfänger nicht genau zufällig in dieser Richtung sitzt?
Also bei 2-5km Reichweite in einer Stadt habe ich doch deutlich bessere Chancen als mit maximal 15 Metern Reichweite via Bluetooth.....Abseits einer Demo funktioniert "deine" App einfach nicht. Muss sie ja auch nicht, anderer Anwendungsfall.

Wir reden hier nicht von einer 1-zu-1 Verbindung sondern von einem Netz über das 100e, 1.000e, 10.000e Nachrichten austauschen wollen.
Ist toll, das du es geschafft hast eine Nachricht von A nach B über 30km (via Funk) zu schicken. Wie siehts aber aus, wenn da tausende Nachrichten verschickt werden sollen? Und das nicht nur in diese eine Richtung?
Beschäftige dich doch bitte etwas mit dem Thema bevor du solche Sätze bringst...
Du hast etwas experimentell umgesetzt und damit eine Nachricht über 30km geschickt. Super. Was waren die Hardwareaufwendungen dafür? Wie war die örtliche Gegebenheit? Hast du das in Norddeutschland umgesetzt, wo man die Postkutsche wegen Flachland schon 3 Tage bevor sie ankommt sehen kann? Wie siehts aus, wenn die Verbindung nicht nur von 5 Teilnehmern genutzt wird?
Hardware kostet dich um die 30 Euro, deutlich günstier als dein Smartphone ;)
Die von mir verlinkte Karte zeigt häufig auch die genutzte Hardware. Du kannst also selbst nachschauen wie viel Reichweite man mit geringem Invest erreichen kann.
Umgesetzt in Süddeutschland, in einer 125k Einwohner Stadt, der Kollege saß 32km entfernt in einer 300k Stadt. Keine riesige Antenne auf dem Dach, einfach vom Schreitisch aus.
Die 30km Distanz wurde von einem Long Range Node überbrückt. Dazwischen der Schwarzwald. Der Node wird vermutlich eine entsprechend erhöhte Antenne besitzen, da ich das Ding aber noch nie gesehen habe kann ich dazu nichts sagen. Ich weiß auch nicht was du dir so vorstellst....willst du im Krisenfall per Facetime kommunizieren? Oder im Sekundentakt chatten? Das ist nunmal nicht Sinn einer solchen Lösung. Auch normaler Funk dient doch nicht der Alltagskommunikation.
Experimentell ist daran auch nichts.
Wobei wir jetzt sogar statt bei "funktioniert nichtmehr, wenn die Teilnehmer zu sehr verstreut sind" sogar eher bei "wenn zuviele auf einem Haufen sind, bricht das Netzwerk aus Bandbreitenmangel zusammen" wären...
Erneut: Beschäftige dich doch mit dem Thema....Sollten nun plötzlich tausende User die eine Long Range Verbindung nutzen wollen hat man natürlich ein Problem. Normalerweise wird manch ein neuer User auch einen neuen Long Range Node aufbauen. Ansonsten hat man eben eine Warteschlange. Das ist auch kein Drama, immerhin geht es um Notfallkommunikation und nicht um einen Instant Messenger.
Wie sieht es denn bei "deiner" Bluetooth App aus wenn tausende User via einer Verbindung kommunizieren wollen?
Also mal ganz konkret, wenn sowas hier "bei uns" passieren würde:
Dann stellst du deinen LoRaWAN-Beacon auf, weil du die Hardware dafür "zufällig" sowieso schon hast? Dann hast du theoretisch eine Funkzelle in einem 5kmUmkreis. Wer genau hat dann irgendwas davon? Wer kann sich da überhaupt einklinken? Und abgesehen davon ob man da überhaupt mangels Empfangs/Sendegerät teilnehmen kann, wie siehts aus, wenn der Empfänger nicht im Empfangsbereich deiner Funkzelle sitzt? Das wird dann über die andere Funkzelle übermittelt die wer genau aufgestellt hat und betreibt, die aber sich aber mit deinem Sendebereich überlappen muss?
Wie heisst es so schön: Theorie ist wenn man meint zu wissen wie es funktionieren sollte aber es nicht funktioniert. Praxis ist, wenn etwas funktioniert aber keiner versteht warum eigentlich.
Und bei Bluetooth sieht es wie genau aus? Da könntest du sogar stille Post spielen ^^.
Zu deiner konkreten Frage: Es gibt zwei Arten von Geräten: Portabel Akku betrieben und "feste" Installationen. Die portablen Geräte nutzt manch einer sogar beim wandern. Die fixen Installationen verbleiben an Ort und Stelle und werden im Regelfall dauerhaft betrieben, häufig mit entsprechend leistungsstarken Antennen in erhöhter Position. Die meisten Long Range Nodes fallen in letztere Kategorie. Die Grundinfrastruktur ist also jederzeit vorhanden.
Gegenfrage: Was passiert wenn du eine Straße weiter gehst? Keine Bluetooth Verbindung mehr? Die Überlappung benötigt die App nicht? Du kritisierst hier etwas das "deine" Lösung ebenfalls als "Problem" besitzt.
Grundlegend benötige ich immer eine Verbindung, sonst kann man ja keine Daten austauschen.

In der Praxis funkt das App-Netzwerk nur lokal begrenzt. Für eine Demo/ einem lokal sehr begrenzten Ereignis mag das ausreichend sein, für andere Katastrophen ergibt sich jedoch kaum ein Mehrwert. In einer ländlichen Region wird es erst recht schwierig. Aber das ist ja auch nicht der Anwendungsfall für die App!

Wie ich eingangs bereits erwähnte, sehe ich LoRaWAN (und im übrigen auch echten Amateurfunk) mit Blick auf die meisten Katastrophen als die deutlich bessere Lösung an. Natürlich benötigt man extra Hardware, dafür hat man aber etwas Reichweite. Funk ermöglicht eben die Kommunikation über große Distanzen hinweg.
Na man lädt sie halt mal, wenn man Internet hat. Wenn das Internet mal weg ist, sollte man sie natürlich schon installiert haben.
Vorbereitung ist eben Gold wert ;) Auf Krisenszenarien kann und sollte man sich vorbereiten.
Die App ist, wie ich ja bereits schrieb, super.
Das sehe ich nicht wirklich als Alternative zu einem System wie Bitchat.
Ich habe es doch auch nicht als Alternative dargestellt. Mein ursprünglicher Satz lautete ja "für alles andere....". Sieh es doch als Ergänzung, nicht als Ersatz.
 
Alternativen wie TOX und Elements sind auch sehr Empfehlenswert.

Ich sag es ja immer wieder Vorsorge (Mullvard VPN + alles veracrypten an Datenträgern) und halt Richtige Messanger mit Wegwerf Mail die EndToEnd encrypten sind die Basis für den Ernstfall den spahren in der zeit haste in der not
 
welche reichweite hat denn bluetooth? wenn eine nachricht über maximal 7 relais geschickt werden kann, dann komme ich ja nichtmal von einem stadtteil in einen anderen...oder ist das so konzipiert, dass die nachricht mit dem handy "reist", sich also bewegt? dann bräuchte die app ja aber gps daten, sonst könnte sie ja 7 relais in die falsche richtung senden nur um dann festzustellen, dass der empfänger hier nicht ist...oder verstehe ich das falsch
 
Ich denke mit ein paar Starlink Terminals ist denen mehr geholfen.
Geniale Idee! Daß darauf noch keiner gekommen ist?


Im Iran waren Berichten zufolge mit Beginn der Krawalle bereits rund 20.000 Starlink-Terminals im Einsatz, die in den letzten Monaten auf unbekannten Wegen ins Land geschmuggelt worden waren! Auch um die "friedlichen Proteste" zu koordinieren, bei denen über 100 Moscheen abgebrannt und viele Menschen auch von Seiten der "Demonstranten" umgebracht wurden. Das gehört zur Wahrheit dazu.
Und dann war Starlink plötzlich tot - und umgehend flauten die Proteste deutlich ab. Ein Schelm, der arges denkt...
Der Iran hatte offenbar Hilfe beim "Abschalten" der Kommunikation - aus Russland und/oder China. Vor allem Russland kennt das System ja schon aus der Ukraine, und hat Mittel gefunden. Allerdings hatte man eine so weitreichende Störung, praktisch über das ganze Land hinweg (Iran ist nicht klein) für unmöglich gehalten. Wie man liest, gehen 80% aller Datenpakete über dem Iran derzeit verloren.
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Wer das Internet im eigenen Land abschalten lässt hat generell etwas zu verstecken.
...oder will Einmischung von außen unterbinden. Das ist sogar ein berechtigtes Interesse eines jeden Staates!
 
Zuletzt bearbeitet:
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