[Sammelthread] NostalgieDeluxx Quatschthread

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Und das weisst du woher? :unsure:
Insbesondere nForce4-Platinen wurden von den meisten Herstellern mit LowESR und UltraLowESR-Caps ausgestattet.

Und diese traumhaften physikalischen Eigenschaften, die sie für die Schaltkreise brauchten, haben sie damals mit schöner Chemie und hohem Wasseranteil erkauft. Den Rest erledigt dann die Zeit.

Wenn du ins Detail gehen möchtest, lies dir den von @Ben Psyko verlinkten Test von @WMDK durch.
 
Ganz schlimm war es in der Ära Sockel A/423/478. quasi alles wo low(est) ESR wie Nichicon HM, Rubycon MBZ/MCZ und Konsorten verlötet sind. Auf Sockel 939 kann man bereits vereinzelt Glück haben und es sind Polys drauf.

Ansonsten: ein Elko mit rundem Deckel ist definitiv Fritte, aber einer ohne Wölbung ist nicht zwingend OK.
 
quasi alles wo low(est) ESR wie Nichicon HM, Rubycon MBZ/MCZ und Konsorten verlötet sind.

...wobei sowas wie die Rubycon MBZ statistisch gesehen deutlich robuster sind – gut, sie sind ja auch quasi "das Original" und nicht die chemisch halbgar-geklaute Kopie. Für die MBZ breche ich immer wieder eine Lanze. Ja, auch da gibt es Defekte, aber im Verhältnis echt überschaubar, auch wenn das nicht heißt, dass sie alle noch gut sind. Siehe auch von @Ben Psyko verlinktem Beitrag oder in meiner Signatur.

Alte (Ultra)-Low-ESR Kondensatoren sind tickende Zeitbomben. Punkt. Wer damit Hardware weiterhin betreibt, frittiert sich im schlimmsten Falle auch alle nachgelagerten Komponenten wie z.B. CPU, Chipsatz usw. fröhlich mit, weil die Filterleistung – so überhaupt noch nennenswert vorhanden – nicht mehr ausreicht um etwaige Restwelligkeit abzuleiten.

Ansonsten: ein Elko mit rundem Deckel ist definitiv Fritte, aber einer ohne Wölbung ist nicht zwingend OK.

This. Die Wahrscheinlichkeit dass ein alter Kondensator der o.g. Kategorien noch wirklich gut zurecht ist, ist recht gering. Vielleicht rund 10-20% die noch komplett innerhalb der Specs liegen, was aber auch noch keine Garantie für irgendwas ist. Bereits angebahnte Defekte im Schichtaufbau, einsetzende Hydroxidbildung usw. können sich manchmal innerhalb von Minuten / Stunden / Tagen ausbilden und ein Mainboard was gestern noch lief, kann einen Tag später beim Einschalten einen lauten Knall von sich geben und du kannst den abgesprengten Becher aus irgendeiner Ecke im Zimmer suchen, wenn du mit tränenden Augen den Weg zum Fenster gefunden hast zum Lüften und den Hustenreiz wieder im Griff hast :fresse:

Daher @c00LhaNd gibt es hier im Bastelthread jede Menge Infos zu dem Thema, die ich hier schon tlw. sehr umfangreich dargelegt habe.

Besonders gefährlich, bzw. statistisch am auffälligsten sind z.B. United Chemicon KZG / KZJ (braune Sleeves), Sacon SZ / FZ, generell Kondensatoren aus dem GSC/Enercon/Evercon Konzern und seinen zig Schattenmarken, OST RLX und gerade auch in Netzteilen stecken häufig Fuhjyyu / Fujicon / Hermei / Jamicon und Konsorten, die auch i.d.R. völlig durch sind. Aber auch namenhafte Hersteller wie Nichicon, Sanyo und Co. sind davon nicht ausgenommen. Gerade die Ultra-Low-ESR Serien sind auf Grund der Probleme mit der chemischen Zusammensetzung sehr instabil und reagieren dann u.U. mit sich selbst. Das kann sichtbar sein durch Ausgasung und Wölbung, kann aber auch verdeckt ablaufen, z.B. Oxidschichtdurchbrüche, Isolationsdurchbrüche durch Hydroxidbildung usw. Angezählte Kondensatoren, deren Spezifikationen schon nicht mehr dem Soll entsprechen, z.B. einen viel zu hohen ESR haben, wirken zudem selbsttätig beschleunigend an ihrer weiteren Zerstörung mit.

Die Gefahr ist halt, dass du nicht reinschauen kannst. Nur weil etwas läuft, heißt es noch lange nicht, dass es in Ordnung ist. In meinem verlinkten Beispiel siehst du z.B. was eine CPU spannungstechnisch aushalten muss, wenn die Sekundärcaps schon degeneriert sind und das ist noch ein relativ "gemäßigtes" Beispiel. Restwelligkeit ist der unsichtbare Tod und am Ende kannst du da stehen und das Board, die CPU, der RAM, was auch immer, ist tot und die Caps lachen dich trotzdem noch "optisch unauffällig" an, haben aber z.B. den Chipsatz auf dem Gewissen.

Deswegen, bevor ältere Hardware in irgendeiner Form wieder eingesetzt werden soll, insbesondere aus den Zeiträumen von ca. 1999/2000 bis etwa 2006/2007, sollte man zumindest die größten Gefahrenpotentiale identifizieren und beheben. Je nach Board liegst du irgendwo zwischen ca. 10-40€ Materialkosten, was sich aber auf jeden Fall lohnt, insbesondere wenn man recht seltene und damit teure Hardware einsetzt deren Neubeschaffung also deutlich schwerer wiegen würde oder schlicht quasi ausgeschlossen ist, weil es die Hardware nunmal kaum noch gibt.

z.B. ein P4EE / A64FX auf einem 478 / 939 High-End Board ohne Recap und mit Corsair 32XL XPERTs und FX5800 Ultra ohne Recap an einem nicht-revidierten bequiet / Enermax / whatever Netzteil aus der Zeit... das ist der Stoff, aus dem wahre Albträume bestehen :lol: :fresse: Da hängen dann mehrere tausend Euro Hardware am seidenen Faden und spielen im übertragenen Sinne russisch-Roulette aber mit einer Doppelläufigen Schrotflinte :fresse:

Lies dich gerne hier im Thread etwas ein. Gibt genug (unschöne) Beispiele dazu, etliche Erklärungen, viele Recap Listen usw.... und wenn doch was unklar ist, hier wird immer gerne geholfen.
 
Ok, danke für den ganzen Input. :hail:


Hab mal die ELKOS's aus dem Recap Thread bei Mouser zusammengestellt...
Fast 100€ sind schon ne gute Summe für paar Kondensatoren. :stupid:
Aber da werd ich wohl oder übel investieren müssen, wenn ich noch etwas von der Hardware haben möchte...

Oder hat jemand alternative Bezugsquellen und Empfehlungen?
 
@c00LhaNd
Anbei ein Foto von einem AsRock 939NF4G-SATA2.

Da stehen auf der Primärseite 4x UCC KZE. Die sehen noch recht gut aus.

Auf der Sekundärseite stehen UCC KZG - alle offen.

Die KZE zeigen im ESR-Schnelltest noch passable 20mOhm. Eigentlich sind die besser, aber das Alter.

Die UCC KZG zeigen durch die Bank weg einen ESR zwischen 3,5 und 4,1 Ohm. Ja genau, 3500 mOhm bis 4100mOhm. Das ist selbst für General Purpose schon verdammt lahm.
:fresse:

Aber:
Das ist kein Test unter Realbedingungen. Normalerweise musst du die Caps vor dem Test unter Realbedingungen unter Strom setzen. Das könnte dir @WMDK besser erklären.

Daher rechne ich damit, dass die UCC KZE, die optisch noch ganz passabel sind, unter Strom deutlich schlechter werden, da der chemische Alterungsprozess wieder in Gang gesetzt und beschleunigt wird.

Daher bitte offene Caps niemals in Betrieb setzen und alte Caps im Bereich der VRM komplett tauschen, um wenigstens die CPU zu schützen.

P.s. ich kann auch nur bei max. 100kHz testen. Oszi steht hier noch nicht rum, aber ich gehe mal davon aus, dass die Caps im 300kHz-Bereich gefordert werden. Das wissen hier unsere Profis definitiv genauer. Aber diese 300kHz verlangen den Caps nochmal einiges mehr ab.
 

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Frag mal im Bastelthread in die Runde, ob sich einer der Bestellung anschließen möchte. Dadurch ergeben sich manchmal gute Staffelpreise, die man dann mitnehmen kann um die Kosten etwas zu drücken.
Tatsächlich stehe ich mit @bschicht86 in Kontakt und bräuchte ein komplettes Pack für mein A8N32-SLI (25-30€)
 
Ok, danke für den ganzen Input. :hail:


Hab mal die ELKOS's aus dem Recap Thread bei Mouser zusammengestellt...
Fast 100€ sind schon ne gute Summe für paar Kondensatoren. :stupid:
Aber da werd ich wohl oder übel investieren müssen, wenn ich noch etwas von der Hardware haben möchte...

Oder hat jemand alternative Bezugsquellen und Empfehlungen?

Ich bekomme die Tage auch ein SLI-D rein, dann hätten wir zusammen schon die doppelte Menge pro Typ. :)

Hast du schon wo angefragt wegen Sammelbestellung?
 
Bei mir haben sich mittlerweile auch wieder 3 reparaturbedürftige Ultra-D gesammelt. Vielleicht bestell ich den einen oder anderen Satz mit. So kommen wir definitiv in versandfreie Regionen.
 
Ich bekomme die Tage auch ein SLI-D rein, dann hätten wir zusammen schon die doppelte Menge pro Typ. :)

Hast du schon wo angefragt wegen Sammelbestellung?
da hätte man dein anderes DFI doch einfach auf SLI umlöten können, warum hast du das verkauft?
 
Ich bekomme die Tage auch ein SLI-D rein, dann hätten wir zusammen schon die doppelte Menge pro Typ. :)

Hast du schon wo angefragt wegen Sammelbestellung?

Nein noch nicht, ich warte da an sich noch drauf, bis der Chipsatz gewechelt wurde.

Bei mir haben sich mittlerweile auch wieder 3 reparaturbedürftige Ultra-D gesammelt. Vielleicht bestell ich den einen oder anderen Satz mit. So kommen wir definitiv in versandfreie Regionen.

Klingt gut, da wären es schon 5. Lohnt sich dann sicher.
 
Mir reicht es auch noch gegen Ende des Monats, muss nicht zwingend direkt sein. :)

da hätte man dein anderes DFI doch einfach auf SLI umlöten können, warum hast du das verkauft?

Das alte war auch ein SLI-D, also hat nichts damit zu tun. Habe nur mehr, oder weniger aus "Zufall" einen Komplett-PC bei KA gekauft,
da steckt halt eines drin.
 
unter Strom deutlich schlechter werden, da der chemische Alterungsprozess wieder in Gang gesetzt und beschleunigt wird.

Bitte keine falsche Sicherheit suggerieren. Auch Caps, die ihr Leben lang stromlos waren und noch Neuware sind, können aufgebläht sein. Es gibt ne Menge NOS Klamotten mit dicken Caps. Der Alterungsprozess ist nicht nur davon abhängig ob sie genutzt werden oder nicht. Gerade bei den Caps mit mangelhafter chemischer Inhibition passiert das im Zweifel von ganz alleine. Das kann sichtbar sein, muss aber nicht, ich sage nur Snap-Ins, wo bei manchen Serien intern die Leads weg korrodieren und nur noch zwei nicht verbundene Stumpen unten raus schauen als wäre alles in Ordnung.

Außerdem siehst du halt nicht, wie es den Schichten geht. Wenn es im inneren wuchert, z.B. durch Hydroxidbildung, können Risse in der Isolation entstehen. Nicht groß genug um im Tester irgendwas zu bewirken, aber unter realen Bedingungen schlägt es dann durch und ehe du dich versiehst schaut die Sturmfrisur oben aus dem Cap raus :fresse:

Die UCC KZG zeigen durch die Bank weg einen ESR zwischen 3,5 und 4,1 Ohm. Ja genau, 3500 mOhm bis 4100mOhm. Das ist selbst für General Purpose schon verdammt lahm.

Es kann auch genau andersrum sein, dass ein ESR50 Cap plötzlich mit ESR5 daher kommt und z.B. Vloss durch die Decke geht oder dass ein 3300µF Cap plötzlich mit 10.000µF gemessen wird und so Späße. Je nach dem, welche der Phasen aus chemischer Schicht gerade abläuft. I.d.R., gerade bei Hydroxidenthemmung, werden die Caps im Tester erst "besser" um sich dann anschließend in der nächsten Phase vollständig zu zerlegen, sei es im ausgeschalteten Zustand oder effektvoll im Betrieb.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bitte keine falsche Sicherheit suggerieren.
Höh? Wieso falsche Sicherheit? Ich habe mich doch explizit auf die KZE von meinem AsRock Board bezogen und darauf hingewiesen, dass die optisch noch ganz gut dastehen, von den Werten her aber schon andeuten, wo es hingeht. Und dann noch den Punkt mit dem Frequenzbereich angeführt, was das Thema nochmal verschärft. Daher auch meine abschließende Aussagen, vor einem Platinentest wenigstens alle Caps im VRM-Bereich zu tauschen, bevor man die Platine überhaupt testet. Eben weil die Teile so oder so aussehen können und die Werte trotzdem nicht mehr passen.

Es kann auch genau andersrum sein, dass ein ESR50 Cap plötzlich mit ESR5 daher kommt
Das Bild ergibt sich gerade bei den kleinen OST RLP 6,3v 1000uF auf dem 939NF4G. Der "entspannteste" hatte noch 60mOhm, den "schärfsten" habe ich mit 29mOhm gemessen. Nur im 100kHz Schnelltest natürlich. Und optisch sind die top, abgesehen von den Staubanhaftungen.

Im Original dürften da entspannte 130mOhm rumstehen?
 
Höh? Wieso falsche Sicherheit?

Es ging mir nur darum, dass du den Alterungsprozess, wie im Zitat eingefügt, an "unter Strom" gekoppelt hattest, was leider immer wieder – nicht nur hier – den Trugschluss begünstigt, dass ungenutzte Caps also in Ordnung sein müssten. Das wollte ich nur kurz gerade rücken. Sie altern immer egal ob jemand eingeschaltet oder komplett NOS. Ich weiß, dass du auf deine KZE eingegangen bist.
 
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