Cluster wie ich sie kenne
Ich glaube da reden wir von total unterschiedlichen Welten.
Also ja, das tun wir zweifelsohne.
Das Problem bei dir ist folgendes:
Aber Ryzen 9 9900X oder 9950X, Core Ultra 5 250K Plus, Core Ultra 7 265K und 270K Plus, Core Ultra 8 285K, etc. als Neuware sind auch für kommerzielle Kubernetes Cluster stark genug. Da braucht es keine Epyc und keine Xeon mehr.
Und aus deinem sehr begrenzten Horizont maßt du dir an, zu definieren, wie die IT-Welt funktioniert?
Interessante Herangehensweise.
Der Unterschied zu mir und auch anderen hier ist, dass ich sowohl die große IT-Welt kenne, wo man RAM mit Terabytes misst, pro Server, aber ich kenne auch die Welt, wo man in einem einzelnen Rack, wo der Stromverbrauch nicht in den kW-Bereich geht, eine halbe Hand voll 0815-Server (ob die nun den Namen verdienen oder nicht) reinschraubt und damit seinen Usecase umsetzen kann.
Patchkabel, Stromverteiler und Kleinteile: 800€
Für 800EUR bekomme ich nicht mal ne Steckdosenleiste, geschweige denn 2 für ne redundante Stromversorgung im Rack. Mal ganz von der Redundanz in den Strompfaden bis zum Rack und schon 3x nicht von dem 2. "Raum".
Mal ganz davon ab, dass man heute für 1,5k nicht mal ne Riegel für ne entsprechende RAM-Größe bekommt.
Da war an lokalen Serverbetrieb nicht zu denken, sondern es reichte eher schlecht als recht für die Anbindung der Arbeitsplätze.
Ganz im Gegenteil.
Damals war der lokale (nah am Ort der Dienstbereitstellung) Serverbetrieb der Standard, eben weil man keine entsprechenden Anbindungen nach außen hatte.
Dateien/Dienste irgendwo außerhalb der eigenen 4 Wände lagern? Vergiss es.
Das hat man alles lokal gemacht.
Und aus dieser Vergangenheit lässt sich nämlich der Cloudtrend ableiten. Denn heute ist es zum einen Möglich, weil die externen Kapazitäten inkl. Service preislich akzeptabel sind, aber auch, weil man heute Anbindungen bekommt, mit denen man das überhaupt machen kann.
Ganz einfaches Beispiel. Früher musst man faktisch einen Windows-Patchserver (gilt für Linux-Repos analog) lokal betreiben, weil man es sich nicht erlauben konnte, dass jeder Client sich die Patches selber aus dem Netz zieht. Weil man nämlich die selben Daten hundert oder gar tausendfach aus dem Netz gezogen hätte. Da war es effizienter, dass einer die Daten zieht und das verteilt. Mal ab von Security und Patchkontrolle.
Die IT-Welt geht von bis.
Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben.
Angefangen bei irgendwelchen 0815 Rechnern für 2k das Stück bis hin zu Systemen im Wert eines Mittelklassewagen und darüber.
Man kann weder dem einen noch dem anderen die Daseinsberechtigung absprechen. Das liegt einfach an den Anforderungen, die die User/Kunden an das System(die Umgebung) haben.
Bei Hetzner, die ja Rechenzentren betreiben, muss man ja nicht glauben, dass das alles irgendwelche HPE&Co. Server en masse sind. Das sind 90% Consumertechnik, die so billig wie möglich sein muss. Warum? Weil Hetzner Kunden anspricht, die niedrige Anforderungen haben und das nur mit einem kleinen Geldbeutel bezahlen wollen.
Die wollen keinen Server, der 1k EUR im Monat kostet. Das kann man bei denen auch haben, wenn man es denn will/braucht. Die Masse kommt mit ASUS-MBs und irgendwelchen ConsumerCPUs aus. (und das ist auch ihr gutes Recht)
Und glaube mal, dass Hetzner schon weiß, warum sie Dell-Server anbieten, wenn doch der überwiegende Teil des RZs mit 0815 HW auskommt.
(das nur mal als Referenz, dass es nicht heißt, wir würden hier einen vom Pferd erzählen)
EDIT:
Da ist man preislich garnicht soweit von einem 30K Server entfernt, aber es ist eben flexibler und in der Gesamtheit redundanter.
Und natürlich haben wir hier nicht nur einen Server.
Wir reden hier von Umgebunden, wo man mitzählen muss, ob die 1,5t Gewichtsbegrenzung des Racks schon erreicht sind oder nicht. Nicht damit das Rack zusammenklappt oder das Rack inkl. Inhalt durch den Doppelboden absackt. Auf den Kisten stehen des Öfteren mal 3-stellige Kilogramm Angaben drauf.
Das scheint aber für dich ne Welt zu sein, die sehr weit entfernt ist.
Umso wichtiger ist es, dass man sich mit der auch mal beschäftigt. Nicht weil man damit arbeiten muss/will/soll, sondern damit man mal den Horizont erweitert und versteht, warum die CPUs entwickelt werden, um die es in dem Thread/Artikel geht. (denn die Hersteller würden das nicht tun, wenn es dafür keinen Markt gäbe, die sind ja nicht blöde)