Wäre ich die Regierung, hätte ich längst versucht SAP mit einem fetten Auftrag für ein komplettes Linux/Office/Zoom/etc.-Paket für sämtlich Behörden- und Schulrechner zu beauftragen und das ganze mit einem 10-Jahre Service-Vertrag, damit SAP da so richtig Planungssicherheit hat und mir so einen eigenen Tech-Riesen in Deutschland herangezogen.
Und warum SAP? Die machen was ganz anderes als Linux/Office/Webkonferenzen. Die haben in der Richtung überhaupt keine Kompetenzen.
Ausserdem wurde sowas schon (mehrfach) versucht. Die Regierung hat da noch ein ganz anderes Problem: Beamte. Hunderttausende davon. Ein Großteil davon nicht ansatzweise IT-affin und die bräuchten alle Schulungen für egal welches neue System.
Und es ist auch nicht damit getan Behördenrechner einfach mal auf Linux und irgendein anderes Officepaket umzustellen. Da läuft auch haufenweise Spezialsoftware... selbstverständlich ist die aber für Windows.
Hätte jeder zweite Gamer ein Linux-System, würden alle Spiele nativ auf Linux laufen. Aber da es nur eine Nische ist, laufen Spiele nunmal nativ erstmal nur auf Windows. Und das gleiche gilt für fast sämtliche Anwendungen: man setzt Windows voraus und entsprechend wird auch nur für Windows entwickelt.
Die Hälfte reicht nicht ansatzweise, damit irgendwelche Spiele
nativ für Linux gemacht werden. Selbst id software hat aufgehört ihre Spiele nativ für Linux anzubieten (schon lange bevor sie von Zenimax und letztendlich Zenimax von Microsoft übernommen wurde). Begründung: Spart enorm viel Aufwand und die Spiele laufen ja unter Linux auch mit Wine/Proton. Solange also Windows als Zielplatform überhaupt noch interessant ist, wird primär für Windows entwickelt werden und für die "Linuxversion" vielleicht noch drauf geachtet, das das mit Wine/Proton auch vernünftig läuft, aber eben nicht nativ.
Sag ich schon seit Ewigkeiten: Ist toll das man mit Proton mittlerweile fast alle Windowsspiele unter Linux nutzen kann. Aber das wird so ein übler Legacy-Klotz, das ich fast befürchte, selbst wenns Windows irgendwann mal irrelevant wird, selbst dann wird man Spiele noch gegen die Windows-API entwickeln, weil mit Proton läufts ja auch unter Linux. Das wird verdammt schwer, das überhaupt wieder loszuwerden. Es wird sich erstmal dahin verschieben, das unter den Spieleentwicklern (also wirklich die Personen die das Zeug entwickeln, nicht deren Arbeitgeber) nicht mehr nur Windowserfahren sind, sondern zunehmend, sofern man denn Linux als Zielplatform haben will, Leute mit Protonerfahrung gesucht werden. Weil man entwickelt ja nachwievor für Windows, man will nur das das Zeug auch mit Proton läuft. Und am Ende hat man dann eine ganze Herde die sich mit Windows und Proton auskennen, aber immernoch keine Leute die Ahnung von nativem Linux hätten... aber die braucht man dann aber auch nichtmehr, denn es geht ja auch mit Proton.
