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[User-Review] Lesertest mit Scythe (Scythe Magoroku SCMR-1000)

~HazZarD~

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08.02.2007
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1. Einleitung

Vielen Dank ans HWLuxx und Scythe für die Möglichkeit den Magoroku testen zu drüfen. Meine erste Berührungspunkte mit Scythe sind schon lange her und aus meiner Anfangszeit im PC basteln, als ich mit nem Kumpel nen Rechner für seinen Kumpel zusammengebaut habe mit nem Scythe Infinity (noch bevor sie den in Mugen umbenennen mussten) und war damals schon sehr beeindruckt von der Größe des Kühlers und der geringen Lautstärke im Vergleich zu meinem eigenen Rechner, der damals nur nen Boxed Kühler mit kleinem und hochdrehendem Lüfter hatte. Scythe hat sich für längere Zeit auf europäischem Markt zurückgezogen und möchte jetzt sein Comeback feiern. Da die Konkurrenz bzw. der Preisdruck bei Kühlern in den letzten Jahren deutlich stärker geworden ist will ich den Magoroku mit einem Freezer 36 ARGB als einem der Kühler der Budgetklasse vergleichen um eine Einschätzung liefern zu können wo der Magoroku einzuordnen ist.​


2. Unboxing

Die Box des Scythe Magoroku ist überwiegend dunkel gehalten. Auf schwarzem Hintergrund mit weißer Schrift, findet man zudem eine Abbildung des Kühlers, sowie eine Abbildung eines Samurai, der nach meiner Interpretation auch die Verbindung zum Namen des Kühlers herstellt, dem japanischen Schwert/Waffenschmied "Magoroku Kanemoto". Der Kühler selbst wir innerhalb des Kartons von zwei Schaumstoff Halbhälften gepolstert. Das Zubehör befindet sich in einer naturfarbenen und unbedruckten Pappschachtel. Für heutige Zeiten schon etwas seltener liegt dem Kühler eine gedruckte Montageanleitung bei statt z.B. eines QR-Codes auf der Kühlerbox oder auf einem kleinen Zettel im Lieferumfang, über den man zu einer Anleitung auf der Webseite des Herstellers geleitet wird. Daneben sind die Montagematerialen für die AMD Sockel AM4/AM5 sowie die Intelsockel 115x/1200/1700/1851 enthalten. Weiterhin legt Scythe ein y-Kabel bei. um beide Lüfter an einem Header am Mainboard anschließen zu können, eine Tube Wärmeleitpaste samt Spatel um diese zu verteilen, insgesamt sechs Lüfterklammern und ein langer Kreuzschlitzschraubenzieher für die Montage des Kühlers.​

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Der Magoroku nutzt zwei Scythe Wonder Tornado Lüfter mit einem angegebenen Lüfterdrehzahlbereich von etwa 350-2000 u/min. Bei meinem Sample konnte ich das mit einem Bereich von ~310-1900 u/min ,mit am Kühler befestigten Lüftern, bestätigen. Der Kühlkörper selbst erscheint wie eine weiterer typischer Vertreter der Doppelturm Luftkühler, die sich in den meisten Fällen nur durch kleinere Details oder leicht andere Abmessungen bzw. Herstellerlogos unterscheiden. In die Lamellen beider Türme ist mittig das Scythe Logo eingestanzt, die obere der Lamellen ist als Zierlamelle schwarz lackiert mit leicht anderer Lamellenform. Im Gegensatz zu den meisten anderen Scythe Kühlern sind die Enden der Heatpipes beim Magoroku nicht unter Endkappen/Muttern versteckt, vermutlich ist das ein ausgelassener Schritt in der Fertigung um die Gesamtosten zu reduzieren. Auf der Bodenplatte bleiben nach dem Abziehen der Schutzfolie leichte Rückstände des Klebers, diese haben sich mit Reinigungsmittel (Isopropanol) aber vollständig entfernen lassen. Die vernickelte Bodenplatte ist etwas fleckig, ich erwarte davon aber keine messbar negative Auswirkung auf Kühlleistung. Der Kühler selbst ist gut verarbeitet, ich konnte keine scharfen Kanten oder Materialfehler finden.​

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3. Montage

Die Montage des Kühlers auf AMDs AM5 Sockel ist sehr angenehm und geht einfach von der Hand. Falls noch vorhanden müssen zuerst die zwei Montagebrackets nördlich und südlich des Sockels entfernt werden. Auf die vier Stutzen der Backplate werden die passenden Abstandshalter gelegt und zwei Montagebalken mit vier Schrauben an der Backplate fixiert. Als nächstes sollte man die Wärmeleitpaste oder ein Wärmeleitpad auftragen, dann den Kühler auf die CPU setzen und mittels zweier Schrauben festziehen, wofür sich der beiliegende Schraubenzieher als sehr hilfreich erweist. Da die RAM Riegel in meinem System aufgrund der Heatspreader größer sind als die Standarthöhe bei RAM Riegeln, musste ich den vorderen Lüfter leicht erhöht am Kühler befestigen.​

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4. Testmethodik

Um die Kühlleistung des Scythe Magoroku besser einschätzen zu können, wird der Kühler mit einem Arctic Freezer 36 ARGB verglichen

Das Testsystem besteht aus folgenden Komponenten:

  • AMD Ryzen 7 7700 (@110W PPT)
  • Asus TUF Gaming X670E-Plus WiFi
  • 32GB G.Skill Trident Z5 RGB @6000 CL28
  • Sapphire RX 9060XT 16GB Pulse
  • Lian Li O11D Mini (mit 2x Arctic P14 Pro ARGB reverse, 1x Arctic P12 Pro ARGB und 6x Endorfy Fluctus 120 ARGB)
  • Corsair SF850L

Als Referenz habe ich die Lautstärke des Magroku bei etwa 800, 1200, 1600 und maximaler Drehzahl bestimmt und die Drehzahlen der Lüfter des Freezer36 ermittelt, bei denen der Schalldruckpegel möglichst identisch ist. Die Tonaufnahmen bzw. Lautstärke habe ich über ein Rode NT-USB Mini aus einem Abstand von 20cm senkrecht zur Luftstromrichtung bestimmt. Als Auswertungssoftware habe ich Open Sound Meter genutzt und den Mittelwert der Lautstärke über den Zeitraum aus einer Minute hergenommen.

Für die Dauer der Tests wurden die Fluctus Lüfter im Boden und Deckel des Gehäuses deaktiviert und die seitlichen Lüfter mit 13% PWM (etwa 600 rpm) und der hintere Lüfter mit 20% PWM (etwa 850 rpm) betrieben.

Als Software um die CPU zu belasten, wurde Prime95 genutzt. Als Einstellung kamen In Place FFTs mit 12k Länge zum Einsatz. Um die Kühler vor der Messung zu sättigen, wurde eine Aufwärmphase von 30Minuten genutzt und anschließend eine Messzeit von 15 Minuten. Zwischen verschiedenen Lüftereinstellung abermals 30 Minuten Sättigungszeit. Die Temperaturwerte wurden mittels HWInfo geloggt und zur Auswertung der Daten wurde Microsoft Excel genutzt. Die genutzten Rohwerte sind die mittlere Temperatur der CPU (CPU Die (average)) und die Ansaugtemperatur des Gehäuselüfters (näherungsweise Umgebungstemperatur). Aus diesen Werten wird Delta T CPU (Differenz der mittleren CPU-Temperatur und mittleren Umgebungstemperatur) berechnet.​

5. Ergebnisse

5.1 Temperatur

Verglichen mit einem Arctic Freezer 36 ARGB zeigt mein Magoroku Sample in meinem Testystem bei niedrigeren Drehzahlen lautstärkenormiert eine etwas geringere Kühlleistung als der Arctic Kühler, kann bei höheren Drehzahlen lautstärkenormiert die Führung übernehmen und hat bei Maximaler Drehzahl höhere Leistungsreserven als der Freezer 36 ARGB. Allerdings halte ich es für möglich, dass mein Magoroku Sample aufgrund von starken Vibrationen einer der zwei Lüfter auf die Lautstärke normiert schlechtere Leisung gebracht haben könnte als dies mit einem Kühler mit zwei "guten" Lüftern möglich gewesen wäre. Mehr dazu im Abschnitt Akustik.​

magoroku_temp.jpg


5.2 Akustik

Generell hat der Magoroku eine Geräuschkulisse die ich als angenehm bezeichnen würde. Das Geräuschspektrum der Lüfter ist sehr breit verteilt, ohne herausstechende Peaks bei bestimmten Frequenzen. Bei den Lüftern meines Samples konnte ich keine Motorengeräusche feststellen, bei manchen Drehzahlen gibt es aber Humming mit einer Frequenz von etwa 300Hz, das allerdings schwach ausgeprägt und nach meinem Empfinden nur für empfindlichere Ohren ein Problem sein sollte. Schwebung kann, wie bei den meisten Kühlern mit zwei Lüftern, auch beim Magoroku auftreten. Bei minimalen Lüfterdrehzahlen (~310rpm) war bei meinem Sample manchmal ein Lagerschleifen zu hören, das bei leicht höheren Drehzahlen (~350rpm) aber wieder verschwand. Bei meinem Sample verursachte eine der zwei Lüfter deutlich stärkere Vibrationen als der andere Lüfter, was im eingebauten Zustand bei bestimmten Drehzahlen zu höhrbaren Schwingungen führte, die entweder auf den Kühlkörper oder auf weitere Komponenten im Rechner übertragen wurden. Für die sonstigen Tonaufnahmen stand der Kühler auf einer Schaumstoffmatte, die eine Übertragung der Schwingungen auf den Tisch verhindert hat, dennoch würde ich hier nicht komplett ausschließen, dass Schwingungen des Kühlkörpers ebenfalls einen negativen Einfluss auf die Gesamtlautstärke des Kühlers haben, was sich auch negativ auf die Ergebnisse der lautstärkenormierten Tests auswirken würde. Durch stoppen des Entsprechenden Lüfter bzw. leichtes Spannen des vorderen Kühlturms (mit betreffendem) Lüfter verschwanden die entsprechenden Geräusche.​


6. Fazit

Aufgrund des defekten Lüfters gestaltet sich mein Fazit für den Test des Scythe Magoroku etwas schwieriger, da ich auf der einen Seite das Sample bewerten muss, dass ich zugeschickt bekommen habe, auf der anderen Seite sollte mein Sample aber schlechter performen sollte als ein Kühler mit zwei “guten” Lüftern. Trotz des defekten Lüftes kann der Magoroku in meinem Testsystem gut mit Arctics Freezer 36 ARGB mithalten, wobei der Arctic Kühler bei niedrigeren Lautstärkepegeln die Nase vorne hat. Bei höheren Lüfterdrehzahlen kann der Magoroku an meinem Vergleichskühler vorbeiziehen und hat auch höhere Kühlreserven als der Arctic Kühler.

Die Konkurrenz für den Magoroku sind in meinen Augen hauptsächlich die verschiedensten Varianten der Doppelturmkühler Peerless Assassin und Phantom Spirit von Thermalright, die häufig ein gutes Stück günstiger erhältlich sind als der Scythe Kühler. Ich kann zwar keinen direkten Vergleich der Kühlleistung ziehen, aus meiner Erfahrung mit zumindest einigen der Thermalright Lüfter (TL-C12C, TL-B12, TL-S12) empfinde ich die Scythe Lüfter insgesamt als hochwertiger, sofern anders als bei meinem Sample kein Defekt vorliegt, da genannte Thermalright Lüfter (oder zumindest die Exemplare die ich habe) von Motorgeräuschen geplagt sind.

Unter dem Strich macht Scythe meiner Meinung nach mit dem Magoroku vieles richtig, die Verabeitung des Kühlers geht absolut in Ordnung, die Montage ist unkompliziert und die Kühlleistung liegt in meinem Testsystem mindestens auf dem Niveau eines Arctic Freezer 36 ARGB, auch wenn ich hier erwarten würde, dass ein Sample mit zwei guten Lüftern hier noch etwas besser performen sollte. Ob der Kühler eine Empfehlung bekommt hängt stark davon ab zu welchen Preisen er am Ende im Handel zu haben sein wird, also ob die 40 Euro Preisempfehlung gehalten werden oder ob der Kühler in naher Zeit günstiger zu kaufen sein wird, wobei der Magoroku meiner Meinung nach auch für die Preisempfehlung ein solider Kühler ist.​
 
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Aufgrund des defekten Lüfters gestaltet sich mein Fazit für den Test des Scythe Magoroku etwas schwieriger, da ich auf der einen Seite das Sample bewerten muss, dass bekommen habe,

dass bekommen habe .... erm ja dann schickt man zurück und testet kein defektes Produkt, also eventuell.
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Danke für dein Feedback und das Korrekturlesen.

Ich sehe es dennoch als legitim an, da ich es nicht nur so stehen lasse sondern auch einordne, welchen Einfluss ich auf die Testergebnisse erwarte und kann auch aufzeigen, dass die Geräuschprobleme bei z.B. Stoppen des defekten Lüfters vollständig verschwinden. Da der Magoroku, selbst in dem Zustand, lautstärkenormiert vergleichbar gut kühlt wie ein Freezer36 würde ich erwarten, dass ein gutes Sample mindestens genausogut, bzw. wahrscheinlich noch ein kleines Stück (werden keine 5 K weniger sein, eher maximal 1-2 K) besser kühlen wird. Wäre der Magoroku über alle Messpunkte 3-4 K oder mehr abgeschlagen würde ich dir absolut recht geben, dann sollte ich den Kühler definitiv mit zwei guten Lüftern testen, was hier aber nicht der Fall ist. Deshalb halte ich meine Testergebnisse auch trotz dem einen Lüfter für ausreichend genau halte um eine Einschätzung geben zu können. Und meine Bewertung der Akustik für nen guten Kühler beruht auch auf dem guten Lüfter, gleichzeitig muss ich aber auch auf die Probleme mit dem zweiten Lüfter hinweisen.
 
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