Ich sehe die Modelle auch etwas zwiegespalten.
Insbesondere die Ausweitung auf die U11.
Selbst habe ich aktiv von 6-27 gespielt und Ü40 dann ab und an in der Zweiten ausgeholfen.
Gute 10 Jahre habe ich Juniorinnen als Jugendleiter und Trainer betreut. Alle Altersklassen bis hin zum Sprungbrett "Freizeit Liga Damen" für meine U15/17 Mädels, damit der Schritt zu den Frauenmannschaften nicht zu groß wird. U19 gibt es ja leider nicht.
Wir haben für eine U11 Liga gekämpft, damit die Mädels in den organisierten BFV Spielbetrieb kommen. Vorher war das so ne Angelegenheit zwischen den Vereinen.
Die genannten Modelle haben wir für F- und G-Juniorinnen angewendet. Auch in Eigeninitiative der Vereine.
Aber, die talentierteren Spielerinnen haben wir in den Jungsmannschaften trainieren und spielen lassen. Mit Erfolg.
Ein Mädel, das sich bei den Jungs ab der F im Spielbetrieb durchbeißen muss, ist die Zukunft für die höheren Altersklassen. Und man merkte jedem dieser Mädels, das mindestens bis zur U11 bei den Jungs spielte, eben eine ganz andere Robustheit, Durchschlagskraft und Kampfeswillen an.
Das funktioniert mMn. nicht so mit Spielspaßmodellen. Sondern im Ligabetrieb mit Erfolgskrönung durch Leistung.
Später sind wir sogar dazu übergegangen die ersten Mannschaften der U11 und U13 grundsätzlich in den Juniorenligen spielen zu lassen. Die wurden dort nicht nur 1x Meister. Und genau diese Mädels spielten dann U17 Bundesliga. Oder Frauen-Regionalliga.
Wenn es um Vereinsjugendfußball lediglich um Breitensport geht und um zahlende Verbandsmitglieder..ok, dann sind solche Modelle sicher sehr hilfreich.
Ja, es ist überaus wichtig, den Ball am Fuß zu haben. So oft wie möglich. Ich habe den Mädels gesagt, die sollen den mit ins Bett nehmen

und eben auch nicht nur im Training kicken, sondern draußen. Am besten mit den Brüdern usw.
Aber Ehrgeiz und Siegeswillen, zählbarer Torerfolg muss mEn. mit U9, spätestens U11 her.
Und "abtrainiert", das erlebt man tatsächlich. Ich kenne mehrere Trainer, deren Jungs in den Jugendmannschaften des FCA ausgebildet wurden. Und ich hörte von allen ähnliche Geschichten. Der Ball muss in den Strafraum kombiniert werden..wehe einer der Jungs fasst sich ein Herz und zimmert mal drauf. Anschiss. Wehe einer wird mal ein bissl grob im Ton oder giftelt vor lauter Ehrgeiz nen Mitspieler an. Anschiss, Auswechslung. Typen sind nicht gewünscht.
Ich finds wirklich gut, wenn die Kids Spaß am Fußball(vor allem)Spielen haben sollen. Aber dann nur mit der Vorgabe, dass sich abzeichnende Talente frühzeitig ins Leistungsprinzip gehen. Und mindestens eine Altersklasse höher spielen müssen.
Ich kann mich entfernt erinnern, mein Vater war so ne Art Scout in Schulen für den FC Carl Zeiss Jena, damals noch DDR Oberliga. Und die Jugendmannschaften im unteren Alter spielten grundsätzlich in der Liga, der nächst höheren Altersklasse auf Bezirksebene.
Mal am Rande, ich hatte eine Spielerin, deren Bruder bei Bayern in der Jugend kickte. Lettischer Nationalspieler. Die Bayern haben den damals aus der FCA Jugend geholt. Und er war der jüngste Spieler, den Pep Guardiola bei den Profis mit trainieren ließ.
Leider hat er den Sprung zur Bayern A-Jugend verletzungsbedingt nicht als Stammspieler geschafft und ist dann in Freiburg und in der Schweiz gewesen. Bei den Männern.
Ja, jedenfalls U17 war er Stamm und trotzdem hat sein Vater mit ihm immer bei uns auf dem Platz trainiert, wenn seine Schwester Training hatte. Hab ihn mal gefragt, weshalb. Er meinte, das Jugendtraining bei Bayern sei schlecht. Viel schlechter als bei der FCA Jugend. Deswegen die Extraschichten.