Recht auf Reparatur: Kritik kommt von allen Seiten

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Die geplante Umsetzung der EU-Richtlinie zum Recht auf Reparatur in deutsches Recht stößt zunehmend auf Kritik aus den unterschiedlichsten Richtungen. Mitte Januar hat Bundesjustizministerin Stefanie Hubig einen Referentenentwurf vorgelegt, der Hersteller verpflichten soll, Produkte während ihrer üblichen Lebensdauer instandsetzen zu müssen und Ersatzteile zu fairen Preisen bereitzustellen. Die Bundesregierung plant, die europäischen Vorgaben bis spätestens 31. Juli 2026 in nationales Recht zu überführen.
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Der VZBV schlägt deshalb einen bundesweiten Reparaturbonus vor, der von den Herstellern getragen werden soll.

Na, das nenne ich Kompromissbereitschaft. Damit komme man voll durch. Viel Glück auf den Weg des Scheiterns.

Gerade bei langlebigen Geräten mit komplexer Elektronik, leistungsfähigen Prozessoren

Ja, gerade hierfür erfordere es keine zusätzlichen Gewährleisutngszeiträume, denn die heutige Brechstangen-Produktion erfüllt alle Bedingungen an die Ektropie. Ich wette mit jeden von euch da draußen, der seinen Intel Core i9/ i7 bzw. Intel Core Ultra 9/ Ultra 9 ungedrosselt betreibt, ihn sogar "saufen lässt", das Ding lebt keine 5 Jahre lang.
 
Manchmal ist kein Bild besser als so ein KI generiertes Bild, was etwas darstellt, was es gar nicht gibt... aber das ist natürlich nur meine Meinung.

Danke für ein passendes Bild.
 
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Zusätzlich fordern Verbraucherschützer eine Verlängerung der gesetzlichen Gewährleistung. Statt der aktuell üblichen zwei Jahre soll sich diese stärker an der realistischen technischen Lebensdauer eines Produkts orientieren.
Für den Anfang wäre es schon mal hilfreich, wenn wir diese 2 Jahre überhaupt hätten. Es steht zwar überall drauf, aber ab dem 7. Monat greift hier eine "Beweislastumkehr". Ab da muß der Kunde nämlich beweisen,daß der Mangel schon zum Zeitpunkt des Kaufes vorlag. Und das ist in den meisten Fällen unmöglich. Manche regeln das dann über Kulanz aber einen Rechtsanspruch im Sinne einer echten Gewährleistung hat man nach den 6 Monaten nicht mehr.
 
Manchmal ist kein Bild besser als so ein KI generiertes Bild, was etwas darstellt, was es gar nicht...

Das wissen die beim ZDF so oder so schon.
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ab dem 7. Monat greift hier eine "Beweislastumkehr". Ab da muß der Kunde nämlich beweisen,daß der Mangel schon zum Zeitpunkt des Kaufes vorlag.

Nach sehr langen sechs Monaten sollte ein Konsument schon erkannt haben, ob ein Mangel vorliegt, für den er nicht in die Verantwortung gezogen werden sollte, und ihn gemeldet haben.
Es tut mir leid, aber gerade auf der Konsumentenseite liegt sehr viel Betrug vor. Und nach sechs Monaten... Wen glaube man da - den Kunden, der seine CPU mutmaßlich overvoltet hatte?
 
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Für den Anfang wäre es schon mal hilfreich, wenn wir diese 2 Jahre überhaupt hätten. Es steht zwar überall drauf, aber ab dem 7. Monat greift hier eine "Beweislastumkehr". Ab da muß der Kunde nämlich beweisen,daß der Mangel schon zum Zeitpunkt des Kaufes vorlag. Und das ist in den meisten Fällen unmöglich. Manche regeln das dann über Kulanz aber einen Rechtsanspruch im Sinne einer echten Gewährleistung hat man nach den 6 Monaten nicht mehr.
Seit einigen Jahren (glaube 2022) sind es 12 Monate und dann greift die Beweislastumkehr
 
Wenn ich mir ansehe, welche Blüten diese Ankündigung in der Industrie bereits treibt, geht hier bald komplett das Licht aus...

Wir haben das mal für ein kleines Stück Technik von uns grob durchgerechnet:

Herstellkosten Produkt: 150,-€
Reparatur: Bauteiltausch: (je nach Bauteil, öffnen von IP68 geschützen Gehäusen, entfernen von Dicht/Vergussmasse, Fehlersuche & -Behebung) 1500,- ... 3500,-

Die "übliche Betriebsdauer" wird in dem Bereich mit ca. 15 Jahren angegeben.

Danke liebe EU!


Wirtschaftlich lässt sich bei unseren Produkten keine Reparatur abbilden, weder in DE, der EU noch in China/Indien.

Wir schaffen ja noch nicht einmal Kunststoff-Recycling in DE, obwohl der Müll in DE getrennt wird und in gelben Säcken abgeholt wird. Landet dann entweder im Kraftwerk zur Verbrennung oder in Indien im Hinterhof....

Würde ein Hund solche Ideen hervorbringen, würde man ihn wohl einschläfern.
 
Nach sehr langen sechs Monaten sollte ein Konsument schon erkannt haben, ob ein Mangel vorliegt, für den er nicht in die Verantwortung gezogen werden sollte, und ihn gemeldet haben.
Wenn bei einem Spaten die Schraube im Stiel fehlt, ok. Aber wenn mein 1000-Euro-Smartphone nach 8 Monaten einfach nicht mehr geht - wie soll ich da beweisen, daß ein Herstellungsfehler vorliegt? Gewährleistung heißt für mich, daß der Hersteller/Händler mir eine Gewähr für das Funktionieren gibt. Und zwar über die vollen zwei Jahre, die er verspricht. Und nicht nur für 6 Monate.

Bevor das gesetzlich eingeführt wurde, gab es ja noch die 6 Monate Gewährleistung und alles darüber mußten die Hersteller mit einer Herstellergarantie abdecken, die sie dann auch als Werbung für ihre Produkte benutzten. Mit Einführung der neuen Regel "2 Jahre Gewährleistung" bei Beweislastumkehr nach 6 Monaten haben viele Hersteller das aber nicht mehr gemacht. Für die "Verbraucher" wurde damit also mal wieder vieles schlechter.
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Seit einigen Jahren (glaube 2022) sind es 12 Monate und dann greift die Beweislastumkehr
Danke für den Hinweis!
Das wußte ich noch nicht.
 
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Nach sehr langen sechs Monaten sollte ein Konsument schon erkannt haben, ob ein Mangel vorliegt, für den er nicht in die Verantwortung gezogen werden sollte, und ihn gemeldet haben.

Das echte Leben ist halt deutlich komplizierter.

Aktuelles Beispiel bei mir: vor ca. 1 Jahr habe ich ein neues Netzteil von Corsair gekauft und eingebaut (RM1000x), das eine RTX 4090 von Asus befeuert. Das zugehörige (neue!) 12VHPR-Kabel habe ich seitdem vielleicht 5 oder 6 mal aus.-und wieder eingesteckt. Irgendwann vor ein paar Monaten wurde während des Betriebs auf einmal der Bildschirm schwarz und die Lüfter der Grafikkarte gingen auf 100%. Das passierte seitdem dann immer wieder mal, und - wie das so ist - immer häufiger.

Wenn derweil ein Spiel lief, konnte ich weiter den Ton hören.
Nach Aus- und wieder Einschalten lief der PC dann wieder.

Ich entschied mich, das erst mal zu beobachten.
Denn: was genau ist überhaupt die Ursache?
- Die Grafikkarte, gebraucht gekauft, bei der ich selbst die Wärmeleitpaste erneuert habe?
- Das Netzteil?
- Das 12VHPR-Kabel des Netzteils?
- Das Mainboard?
- Die Nvidia-Treiber?
- Windows 11?

Mit der Zeit häuften sich die Ausfälle, zuletzt trat es einfach sicher täglich auf.

Ich hatte den PC dann mal wieder auf, weil ich eine neue SSD eingebaut habe. Als der PC dann offen lief, bin ich an eine Leitung des 12VHPR-Kabels gestossen, und sofort wurde der Schirm schwarz, und die Lüfter drehten hoch. Ich habe mir dann ein neues 12VHPR-Kabel von Bequiet gekauft (mit gewinkeltem Stecker, um Zug auf den Leitungen zu minimieren), und seitdem das eingebaut ist, ist Ruhe.

Keine Frage: Beschiss scheint eine Sportart geworden zu sein. Manch einer protzt ja damit, dass er immer an die SB-Kasse geht, und seitdem nie mehr für Milch oder was auch immer bezahlt hat. Aber bei komplexen Produkten gibt es oft eine lange Zeitspanne in der Zwischenwelt zwischen "funktioniert" und "funktioniert nicht", bei der weder der genaue Zustand noch die Ursache greifbar sind, und irgendjemandem gemeldet werden könnten.
 
Wir schaffen ja noch nicht einmal Kunststoff-Recycling in DE, obwohl der Müll in DE getrennt wird und in gelben Säcken abgeholt wird. Landet dann entweder im Kraftwerk zur Verbrennung oder in Indien im Hinterhof...
Weil es ökonomisch und ökologisch totaler Schwachsinn ist. Wir leisten und parallele Strukturen, extreme Wege und die Müllmafia um dann die sauberen Vorprodukte im Kraftwerk zu verbrenn, anstatt alles in einen einfachen Block zu pressen und thermisch zu verwerten.

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Die EU soll bei der verdammten Software ansetzen! Verpflichtet die Hersteller endlich zu freien Bootloadern, Treiberdoku etc. Das geht vom Smartphone bis Auto.
 
das Ding lebt keine 5 Jahre lang.
Ich komme dann zu dir, und sage, wie war das mit die 5 Jahre? Hier läuft er noch :fresse2:

Und wenn nicht, tja ...dann auf nimmer wiedersehen Computerschrott! Moment mal, da war doch was mit 5 Jahre Garantie seitens Intel ^^
 
Die Gewährleistungsdauer an die typische Nutzungsdauer anzupassen, wäre ein sinnvoller Schritt, sofern dann auch die Frist für die Beweislastumkehr entsprechend verlängert wird. Den Reparaturbonus halte ich hingegen für wenig sinnvoll, man sollte besser Obergrenzen für die Kosten der Ersatzteile festlegen, die sich an dem Wert der Teile im Verhältnis zu den Gesamtkosten des Gerätes orientieren, damit es eben aufhört, dass einzelne Ersatzteile teils mehr kosten als sich gleich ein neues Gerät zu kaufen. Klar kostet es auch Ersatzteile vorzuhalten, die müssen ja auch produziert und gelagert werden und bleiben dann ggf. jahrelang im Lager liegen, aber wenn Hersteller dies nicht möchte, müsste er dann eben sämtliche Kontruktionsunterlagen und ggf. Software offenlegen, und die Lizenzen diese zu nutzen kostenlos abgeben, damit andere Anbieter in der Lage sind dieses Ersatzteil zu fertigen.

Ob Elektronik oder Haushaltsgeräte, die kosten zwar inflationsbereinigt immer weniger, halten aber auch im Vergleich zu früher nur noch einen Bruchteil der Zeit durch wie damals. Meine Mutter hatte im ihrem Leben zwei Waschmaschinen, gute von Miele und die zweite hat sich noch um rund 20 Jahre überlebt. Möchte gar nicht daran denken, wie viele ich schon kaufen musste, weil die nach recht wenigen Jahren kaputt waren und es keine Teile mehr gab oder die so teuer waren, dass sich die Reparatur nicht lohnte. Es wäre langfristig günstiger langlebigere Geräte herzustellen, auch wenn diese am Anfang mehr kosten, aber langlebigere Geräte zu finden ist heutzutage leider schwer. Bei PCs ist dies ein wenig anderes, da hier sich hier die Performance immer weiter gesteigert wird und es daher nicht wirklich lohnt Hardware so zu bauen, dass sie sehr lange hält, da sie dann sowieso zu langsam und damit veraltet sein wird und dann eben sowieso ausrangiert wird, auch wenn sie noch funktioniert. Aber Waschmaschinen oder Kühlschränke machen seit Jahrzehnten das Gleiche und meine alte Bosch Kühlgefrierkombination wird dieses Jahr 30 Jahre alt und läuft immer noch.
 
Nach sehr langen sechs Monaten sollte ein Konsument schon erkannt haben, ob ein Mangel vorliegt, für den er nicht in die Verantwortung gezogen werden sollte, und ihn gemeldet haben.
Das kommt aber doch drauf an....
Natürlich, wenn etwas überhaupt nicht funktioniert, merke ich das sofort und sollte auch direkt reklamieren.
Aber es gibt auch sowas wie übermäßigen Verschleiß oder Abnutzung. Den kann ich doch erst nach "langer" Zeit bemerken. Der sollte aber doch trotzdem nicht einfach so hinzunehmen sein.

Ich kaufen mir z.B. einen Kaffeevollautomaten. Nach 10 Monaten macht der Kompressor die Grätsche. Hab ich jetzt was falsch gemacht? Ich hab nur ~2 Tassen Kaffee pro Tag rausgelassen. Wie hätte ich das früher merken sollen?
Wenn das nicht abgedeckt ist, was machen dann Leute die die selbe Kaffemaschine kaufen, aber 10 Kaffee pro Tag rauslassen? Die haben dann Glück, weil bei denen verreckt der Kompressor schon nach 2 Monaten, also noch innerhalb der Gewährleistung?

Ich hatte den PC dann mal wieder auf, weil ich eine neue SSD eingebaut habe. Als der PC dann offen lief, bin ich an eine Leitung des 12VHPR-Kabels gestossen, und sofort wurde der Schirm schwarz, und die Lüfter drehten hoch.
Du hast also an einem laufendem PC an dessen Innereien rumgefrickelt? Oder wie hättest du sonst gemerkt, das der Bildschirm schwarz wurde, als du das Kabel berührt hast?
Das hat nichts mit Gewährleistung zu tun, da wird sich jeder Hersteller zu Recht damit rausreden, das du die Hardware unsachgemäß benutzt hast, denn man popelt nicht an einem laufendem Rechner rum, man popelt nichtmal an einem Rechner rum, selbst wenn der ausgeschaltet ist, aber noch am Stromnetz hängt.
DAS wiederrum ist unsachgemäße Benutzung, auch wenn du erst dadurch den Mangel identifizieren konntest, was du durch den Hergang leider sogar selbst belegt hast.
Auch wenn der Mangel am Stecker liegt/lag, wird dir jeder Hersteller unterstellen, das das erst durch dein unsachgemäßes Rumgefrickel entstand. Wenn auch in diesem Fall natürlich zu unrecht, aber die Argumentation ist nachvollziehbar und von deiner Seite kaum wiederlegbar.
Zur Not wir halt behauptet, du hättest am Kabel rumgezerrt und dadurch Kontaktprobleme am Stecker verursacht. Beweiß mal das das nicht die Ursache war.... (deswegen kaufen viele Leute Komplettrechner. Da fummelt man einfach gar nicht rum und wenns nicht geht, stellt man dem Händler den kompletten Rechner hin und sagt "geht nicht". Das ist also auch was wert!)
Kann man natürlich genauso umdrehen.... wenn da wirklich jemand rumgezerrt hätte und erst dadurch ein Kontaktproblem verursacht wurde, wie soll der Hersteller das denn nachweisen?

Also in so einem Fall steht irgendwie so oder so Aussage gegen Aussage.
 
Kritik kommt nur von Unternehmen, die mit immer schnelleren Produktzyklen und weniger Reapaierbarkeit die Umsätze ankurbeln möchten, ich würde mal behaupten, der Anbieter vom Fairphone lächelt über diese Regelung aber auch andere Anbieter mit entsprechender Ersatzteil- und Dokumentationsversorgung dürften drüber lächeln.
 
Ich steh dem in der Praxis skeptisch gegenüber. Da kannst du Hersteller verpflichten wie du willst, das geht ja beim Kunden los.

  • Einerseits weil eine Reparatur ja auch immer eine gewisse Fachkenntnis und vor allem den Willen das auch zu tun voraussetzt. Wer hat denn Bock, bei einem 30€-Mixer das Gehäuse oder den Motor zu tauschen. Aber der Hersteller muss das Ersatzteil 10 Jahre lang vorhalten. Was das an Logistikaufwand voraussetzt - sicher würden die Hersteller das auslagern, aber trotzdem kostet das ne Menge Schotter. Die Geräte würden teurer werden.
  • Der Wille des Kunden, ein Low-Cost-Gerät überhaupt instandzusetzen.
  • Dann kommt hinzu, wenn ich repariert habe - wer haftet dann denn für Folgeschäden, kann ich absichern, dass das dann fachgerecht gemacht ist, bei Elektronikgeräten? Was ist, wenn mir der reparierte Toaster die Bude abfackelt, oder ich bei der Handyreparatur etwas beschädige bzw. das Teil dann nicht mehr dicht ist - da hilft keine Gewährleistung mehr, weil man selber dran rumbaut.
  • Nutzungsdauer - hier würde ich gern wissen, ob Kunden aufgrund von Defekt oder anderen Gründen neu kaufen, ich vermute ja eher letzteres.

Ich weiß auch nicht, so richtig sehe ich das in der Praxis nicht umsetzbar bzw. auch schlicht nicht relevant. Bei Autos gibt es Werkstätten, aber den Mixer schaff ich nicht zum Fachmann, um den für 30€ Lohnkosten reparieren zu lassen. Es kann zwar sein, dass es dann Werkstätten gibt, die das organisieren, aber sind wir ehrlich - ein ertragreiches Geschäft würde das nicht sein und für den Kunden viel zu teuer.
Wir hatten in meiner damaligen Firma ein Projekt für Out-of-warranty-Reparaturen gestartet, um kostengünstige Displayreparaturen für Handys anzubieten, weil wir dort einen riesen Markt vermuteten. Trotz Marktzugang war das kein Erfolg. Die Kunden, die ewig mit kaputtem Display rumrannten, hatten gar kein Interesse an der Reparatur, sei es wegen Geld oder kommender Vertragsverlängerung. Totgeburt. Und so s

Ich denke, dass eher die Hersteller dazu angehalten werden sollten, lokal Möglichkeiten zur Reparatur vorzuhalten bzw. überhaupt anzubieten - oft will man ja, aber es gibt keine Möglichkeit.

Unabhängig davon finde ich heutzutage die Nutzungsdauer eigentlich nicht schlechter als früher (meine Erfahrung), wenn es nicht grad bahnbrechende technische Umbrüche gibt (HD - 4K TV, PC-Leistung etc.). Meinen TV hab ich schon 7 Jahre, die Waschmaschine und Küchengeräte auch, Handy ist ein iPhone 12, Tablet ein iPad Air 2 von 2014, was alles super funktioniert. Die Sachen halten schon, ärgerlich ist oft nur, dass sie aufgrund von Softwarethemen teilweise "obsolet" werden.

Aber solang Geld regiert bleiben die diese kurzen Produktionszyklen ohne wirkliche Innovationen, ganz schlimm bei Smartphones. Und die subventionierten Handyverträge tun ihr übriges. Dort liegt ja das eigentliche Problem, und das ist nicht wirklich ein kundenseitiges - die kaufen nur, obwohl sie es nicht müssten.
 
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Du hast also an einem laufendem PC an dessen Innereien rumgefrickelt? Oder wie hättest du sonst gemerkt, das der Bildschirm schwarz wurde, als du das Kabel berührt hast?

Dir ist bekannt, dass es Menschen gibt, die ihre PCs selbst bauen?

Im genannten Falle hatte ich einen Lüfter auf einen SSD-Kühler montiert, weil das Ding nämlich ziemlich heiß wurde im Betrieb (PCIe 5.0). Und zum ersten Testlauf lasse ich natürlich das Gehäuse auf, weil man Fehler so viel schneller und besser hört/sieht/riecht. Hier war es so, dass das Anschlusskabel des Lüfters leicht am Lüfter schliff, weil es da eng zugeht zwischen Grafikkarte, SSD-Slot und CPU-Kühler. Das hätte ich bei geschlossenem Gehäuse kaum gehört. Und natürlich habe ich das schleifende Kabel im laufenden Betrieb dann etwas verschoben. Da die SSD sich in unmittelbarer Nähe der Grafikkarte befindet, kommt man unweigerlich mit dem 12VHPR-Kabel in Berührung.

Das hat nichts mit Gewährleistung zu tun, da wird sich jeder Hersteller zu Recht damit rausreden, das du die Hardware unsachgemäß benutzt hast, denn man popelt nicht an einem laufendem Rechner rum, man popelt nichtmal an einem Rechner rum, selbst wenn der ausgeschaltet ist, aber noch am Stromnetz hängt.

Bitte nicht von Dir auf andere schließen.
Du magst an Deinem Rechner rumpopeln, ich weiß schon was ich tue!

DAS wiederrum ist unsachgemäße Benutzung, auch wenn du erst dadurch den Mangel identifizieren konntest, was du durch den Hergang leider sogar selbst belegt hast.
Auch wenn der Mangel am Stecker liegt/lag, wird dir jeder Hersteller unterstellen, das das erst durch dein unsachgemäßes Rumgefrickel entstand. Wenn auch in diesem Fall natürlich zu unrecht, aber die Argumentation ist nachvollziehbar und von deiner Seite kaum wiederlegbar.

Das ist Unsinn. Irgendwann muss man ein Kabel ja anschließen. Bei Dir geht das vielleicht durch Osmose, in den fast 40 Jahren, in denen ich PCs zusammenschraube (ganz früher sogar mal gewerblich), muss das Gehäuse dazu offen sein. Ich hatte ja noch gar nicht wirklich nach dem Fehler gesucht, er trat nur sporadisch auf. Das war quasi Beifang bei einer ganz anderen Aktion. Hätte ich dann irgendwann die Ursache für die sporadischen "Blackouts" gesucht, hätte ich aber natürlich auch das Gehäuse geöffnet, um mal ganz bewusst im Betrieb am Kabel zu wackeln.

Das wäre dann keine unsachgemäße Benutzung, sondern einfach eine systematische Fehlersuche.
 
Einerseits weil eine Reparatur ja auch immer eine gewisse Fachkenntnis und vor allem den Willen das auch zu tun voraussetzt.
Es geht ja nicht nur darum das Recht zu haben es selbst zu machen, sondern damit wird auch sichergestellt, dass Werkstätten es können, auch wenn sie nicht mit dem Hersteller verbunden sind.

  • Wer hat denn Bock, bei einem 30€-Mixer das Gehäuse oder den Motor zu tauschen. Aber der Hersteller muss das Ersatzteil 10 Jahre lang vorhalten. Was das an Logistikaufwand voraussetzt - sicher würden die Hersteller das auslagern, aber trotzdem kostet das ne Menge Schotter. Die Geräte würden teurer werden.
  • Der Wille des Kunden, ein Low-Cost-Gerät überhaupt instandzusetzen.
Der 30€ Mixer ist ein Extrembeispiel, aber andererseits muss man sich auch fragen, ob es ein sinnvolles Produkt ist, wenn es nach 3 oder 4 Jahren kaputt ist, während man für vielleicht den doppelten Preis einen Mixer herstellen könnte, der mindestens 20 Jahre hält. Der Kosten anfangs mehr, kommt für den Kunden am Ende aber günstiger und ist für die Umwelt besser. Wenn solche Billigstgeräte mit sehr eingeschränkter Lebensdauer vom Markt verschwinden würden, weil es sich eben nicht mehr lohnt sie anzubieten, dann wäre mit dem Gesetz eine Menge erreicht.

Bei Autos gibt es Werkstätten
Aber auch da gibt es Ausnahmen, wie z.B. Tesla, wo man an deren Server Zentren gebunden ist, weil freie Werkstätten praktisch keine Teile und Dokumentation von Tesla bekommen. Keine Ahnung wie das legal ist, denn gerade bei den Automobilen gab es um das Thema der Reparaturen ja über Jahrzehnte hinweg Konflikte, Urteile und entsprechende Gesetzgebung um eben auch freien Werkstätten die Möglichkeit geben Wartung zur Reparaturen auszuführen. So war es lange üblich, dass die Herstellergarantie nur galt, wenn das Auto in der Vertragswerkstatt gewartet wurde, bis dies gekippt wurde und nun auch eine Wartung in einer freien Werkstatt nach den Herstellervorgaben kein Grund für die Verweigerung der Garantie mehr sein darf.

Zwischen dem 30€ Mixer und dem Automobil gibt es eben eine Menge Produkte bei denen man mehr reparieren könnte, wenn die Hersteller dies nicht so schwer bis unmöglich machen würden. Wobei ich da nicht nur Selbst reparieren meine, sondern eben auch Werkstätten, die ja leider auch immer mehr verwunden sind und verschwinden. Wie sollen sie auch überleben, wenn Geräte bewusst so gebaut werden, dass sie nicht repariert werden können? Man kommt man am Ende halt in ein Henne Ei Problem: Weil sich nichts reparieren lässt, macht es auch keiner mehr (professionell) und weil es keine mehr macht, wird dann argumentiert, dass es ja keine Grund gibt es reparierbar zu bauen, weil es sowieso keiner reparieren will. Um dies zu vermeiden, wäre ein entsprechendes Gesetz schon hilfreich, zumal auch bei Autos der Trend zum Werfprodukt zunimmt, wenn man bedenkt was bei eAutos die Battier kostet und wie die manche Hersteller dagegen wehren diese reparierbar zu machen, denn oft sind ja nur einzelne Zellen das Problem. Möchte nicht wissen wie viele der chinesischen EV die gerade den Markt überschwemmen, in 5 oder gar 10 Jahren noch fahren.
 
Der 30€ Mixer ist ein Extrembeispiel, aber andererseits muss man sich auch fragen, ob es ein sinnvolles Produkt ist, wenn es nach 3 oder 4 Jahren kaputt ist, während man für vielleicht den doppelten Preis einen Mixer herstellen könnte, der mindestens 20 Jahre hält. Der Kosten anfangs mehr, kommt für den Kunden am Ende aber günstiger und ist für die Umwelt besser.
Wobei ein Mixer aber auch ein spezielles Beispiel ist. Denn ein Mixer hat vor 20 Jahren genauso funktioniert wie heute und wird vermutlich auch in 20 Jahren in der Zukunft immernoch genauso funktionieren.
Unter dieser Prämisse macht es Sinn sich ein Gerät zu kaufen, welches potentiell 20 Jahre funktionieren wird.

Aber selbst da stellt sich die Frage: Wieviel kostet das Ersatzteil und die Reperatur? Ist ja schön und umweltfreundlich, wenn ich den Mixer nach 4 Jahren noch reparieren (lassen) kann. Aber wenn Reperatur + Ersatzteil dann mehr als 30€ kosten, dann kommts doch wieder günstiger sich einen neuen Billig-Mixer zu kaufen der auch wieder nur 4 Jahre hält. Umweltfreundlich ist das natürlich nicht, aber wenns um den Inhalt des eigenen Geldbeutels geht....

Meine Erfahrung ist, das selbst wenn es Ersatzeile gibt und irgendwas reparaierbar ist, lohnt es sich oft trotzdem nicht, das Gerät zu reparieren, weil oftmals einfach nur die Ersatzteile schon exorbitant teuer sind (selbst wenn das Gerät auf einfache Reparierbarkeit ausgelegt wäre und damit der Reperaturaufwand ansich noch verhältnismäßig günstig wäre).

Hab z.B. das Problem aktuell mit meinem 3D-Drucker (ca. 5 Jahre auf dem Markt). Der ist kaputt, weil sich ein 2€-Teil in einem 3€-Teil festgefressen hat. Das 2€-Teil hätte ich sogar vorrätig als Ersatz rumliegen. Das 3€-Teil gibts jedoch nicht einzeln als Ersatz. Ich müsste einen kompletten Druckkopf als Ersatz kaufen, was auf ca. 100€ käme. Nun ist der Drucker aber nach 5 Jahren technisch ohnehin schon Alteisen und sein Restwert beläuft sich auf plus-minus etwa 0€.
Find ich kacke. Lohnt sich aber halt einfach nicht zu reparieren, wenn mich alleine das Ersatzteil schon 100€ kostet.

Muss ich jetzt hoffentlich nicht weiter ausführen wie das bei anderen Geräten noch extremer ausfällt? Z.B. ein Smartphone ist doch nach etwa 5 Jahren sowieso EOL. Alleine schon aus Softwaregründen.

In der Industrie sieht man obendrein das andere Extrem. Z.B. SPS von Siemens. Die werden gekauft, WEIL Siemens 30 Jahre "Austauschsicherheit" gibt. Also selbst wenn so ein Gerät nach 28 Jahren verreckt, garantiert dir Siemens, das es repariert werden kann oder ein Ersatzgerät immernoch verfügbar sein wird. Obwohl die Geräte selbst bei deren Markteinführung hoffnungslos veraltet waren. Entsprechend sind übrigens die Preise. Also quasi 4-5 stellige Einkaufspreise für einen schlechten Taschenrechner. Hauptsächlich aber eben WEGEN dieser Ersatzgarantie.
Es gibt Konkurrenzgeräte schon seit 30 Jahren, die einen Bruchteil kosten. Und mit Bruchteil meine ich mal eben locker um Faktor 10 weniger. Und abgesehen von hochkritischen Systemen werden diese Konkurrenzprodukte durchaus gut angenommen. Weil das Risiko niedriger ist im Worstcase sogar die Software für so eine Anlage wegen einer neuen, inkompatiblen Hardware neu entwickeln zu müssen, als von vornherein exorbitante Preise zu bezahlen, nur damit man auch nach wenigen Jahrzehnten noch originale Ersatzhardware kriegen zu können. Zumal die Konkurrenzhardware oftmals sogar weitgehend (aber eben nicht 100%) kompatibel ist.
 
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