Märkte sind jedenfalls unbeeindruckt.
Wundert mich nicht.
1. Wer glaubt bei der Orange noch an was auch nur mittelfristig wirksames?
2. Es sollen nun Gebühren für die Durchfahrt der Straße von Hormuz anfallen. Diese Kosten werden Auswirkungen haben.
3. Israel hat defacto erklärt, dass sie sich insbesondere in Bezug auf den Libanon an nichts gebunden fühlen. Der Brandherd im Nahen Osten flackert also nach wie vor und ist instabil.
4. Trump verhält sich weiter wie immer, ist also völlig unkalkulierbar und das nicht im positiven Sinne.
5. Mit am wichtigsten. Ausgehend von einigen wichtigen Indizes hatten die Kurse nie wirklich deutlich nachgelassen, die winzige Delle war bereits gestern ausgebügelt, die Delle des Irankrieges generell auch. Der MSCI World steht am/kurz vorm ATH.
Warum sollten die Märkte also beeindruckt sein, sprich groß reagieren?
Sie wurden halt komplett unterschätzt.
Na ja, militärisch haben sie deutlich gezeigt was sie können, die Schläge waren schmerzhaft für den Iran. Die Führung um den Ajathollah ist ausgelöscht. Daran gibt es nichts zu rütteln.
Das Problem ist das politische drumherum. Die Kriegsziele waren nie richtig formuliert und in sich schwachsinnig. Einen Sieg zu erringen ist so per se schwierig, denn "Sieg" bedeutet ja, seine Ziele zu erreichen. Trump hat die militärische Führung inne. Hat aber absolut kein Plan, ist aber auch nicht bereit, das einzugestehen und fähige Leute ungestört machen zu lassen. Auch das war der gesamten Operation anzumerken. Ebenso politisch. Er kann, wie immer, schlicht, keinerlei stringente Politik verfolgen. Sein Truth Gesabbel ist halt maximal kontraproduktiv und er hat sich sprichwörtlich zum Affen gemacht, die iranischen Social Meida Auftritte haben ihn vorgeführt.
Ich denke nicht, dass man den Iran unterschätzt hat und die USA (militärisch) überschätzt. Das war komplett politisches Versagen seitens des US Präsidenten und seiner Regierung. Von Anfang bis Ende. ICh bin mir aber auch relativ sicher, dass die Iraner das Wissen, dass das primär Trump und dieser Regierung zu verdanken ist. Ich bezweifele, dass sie eine andere Regierung, die auf Trump folgt, aufgrund dieses "Erfolges" herausfordern würden. Ich gehe davon aus, dass sie vielmehr die massiven Schäden (irgendwie zu Recht) als Argument für Entgegenkommen und Nachsicht einsetzen werden. Und die Gebühren ggf. für eine größere Gegenleistung wieder aufgeben. Wird man sehen. Mittel hat der Iran auf jeden Fall dadurch an die Hand bekommen, die er clever einsetzen kann um ganz ohne Provokation Ziele zu erreichen und gleichzeitig sein Image international aufzupolieren.