Und deswegen sollte man eben die Stromkreise generell nicht absichtlich überlasten, vorallem wenn man keine Elektrofachkräfte in der Nachbarschaft oder im Freundeskreis hat.
Das hat nichts mit bewusstem Überlasten zu tun.
Es wurde ja schon besprochen, dass Laien im Allgemeinen aus Unwissenheit agieren.
Nehmen wir mal bei Beispiel mit den 3 Grills an dem 3-fach Verteiler.
Stell dir vor, es wäre nur einer, der mit 1,6kW definiert ist.
Und jetzt stell dir vor, der hat einfach nur ne "normale" Fehlfunktion.
Irgendwas ist da drin komisch, dass der intern die 20A durchzieht. Alles sieht normal aus, alles läuft und der macht seine Arbeit.
Und trotzdem hast du, trotz der 1,6kW auf dem Datenblatt, eine Überlastung der Leitung/Steckdose/Verteiler, bedingt durch die 20A, die durch die Fehlfunktion hervorgerufen wurden.
Das, was wir heute als Sicherung betiteln, nennt sich eigentlich Leitungsschutzschalter. Der soll die Leitung (und alle daran angeschlossenen Installationselemente, wie z.B. Steckdosen, aber auch Klemmen) schützen.
Warum man das macht, hat nur wenig was damit zu tun, dass die Leute zu blöd sind und das (un)bewusst überlasten (ich mein, das gibt es, keine Frage), viel mehr geht es um das Nachlassen in der Installation. Da werden die Leitungen bröselig, irgendwo wird die Steckdose intern durchlässig (ja, tatsächlich entsteht ein Strompfad zwischen L und N, hatte ich alles schon gehabt) usw. usf.
Das sind einfach Alterungserscheinungen, die eben mit der Zeit auftreten.
Die hier gemachten Ausführungen zu 2,5kW beziehen sich nicht auf Normalzustände im Betrieb (alles richtig angeschlossen), sondern explizit auf Fehlfunktionen/-bedienungen der el. Anlagen.
Das ist im Allgemeinen auch einer der Gründe warum es diese VDE gibt. Zum einen beschreibt sie, wie etwas funktioniert und wie man es installiert, damit es geht. Die andere Hälfte ist aber, dass man in die Zukunft blickt und betrachtet, was alles schief gehen könnte und dann, im Vorfeld, entsprechende Gegenmaßnahmen implementiert. Das macht man, damit man später, wenn genau der Fall eintritt, entsprechend vorbereitet ist.
Den FI oder ne Sicherung braucht man für die technische Funktion grundsätzlich nicht, unabhängig von der BKW-Diskussion hier.
Das ist nur ne Versicherung, die greift, wenn etwas nicht so ist, wie es mal geplant wird.
Und dass etwas schief geht ist keine Ob-Frage, sondern nur Wann-Frage. Wenn etwas sein kann, wird es, früher oder später, auch passieren.
Beispiel, ich hatte vor ein paar Wochen an einem 10A Stromkreis, 16A angeschlossen. Und das geht natürlich auch alles, ganz ohne Probleme. Im Dauerzustand wären die Leitungen entsprechend warm geworden.
Da ich aber weiß, dass ein B10 bei 1,6x Nennstrom frühestens nach 1h auslösen wird, habe ich also genau diese 1h genutzt. Und siehe da, nach rund 1h war dann auch Schluss. Passt alles. Ich habe in dem Moment gewusst was passiert, aber auch, dass die Leitungen, Steckdosen etc. auch keine Gefahrenpotential beinhalteten. Die konnten das nämlich, Neuinstallation. Nur der Leitungsschutzschalter war eben so ausgelegt, wie er war.
Das System hat also genau das gemacht, wofür es ausgelegt war. Bei der Last nach 1h abschalten.
Ich kenne auch Leitungsschutzschalter, da geht soviel Last drüber, dass die quasi schon bei 95% laufen, dauerhaft. Schließt du daran noch was kleines an, dann löst der nach 5min einfach aus.
Der macht also das, war er soll. (bei hoher Last Abschalten)
Das sollte so eigentlich nicht sein. Weil irgendwas ist da, im Laufe der Zeit, schief gebaut worden, dass der quasi dauerhaft an der Auslösegrenze arbeitet. Da hat man im Laufe der Jahre entsprechend nachgerüstet und nachgerüstet, dass das Auslösen zum Normalzustand wird.
Normal löst so Ding ja nie aus, nur bei "unsachgemäßer" Handhabung. (z.B. 3 Grills auf dem Balkon)
Aber so ist das eben in der Elektrotechnik.
Zu den von dir angesprochenen 6 Sicherungen pro FI:
Das ist keine Vorgabe der VDE.
Das kommt aus der DIN 18015 und das ist eine Planungsnorm. Man kann das auch als Vertragsnorm betrachten, in der einfach beschrieben wird, was man haben will, ohne dass man das entsprechend einzeln in den Vertrag schreiben muss. (man sagt einfach nach DIN 18015 und schreibt nicht auf 100 Seiten jede Furz einzeln auf)
Da steht z.B. auch drin, wie viele Steckdosen man in welchen Räumen vorzusehen hat.
Und noch einiges anderes mehr.
Die DIN 18015 ist eine Wünsch dir was Liste für "maximalen" Komfort.
Wenn man nichts weiß und, besonders als Endkunde, keinen Plan hat, was man so machen will/soll (was die Wünsche angeht) dann schreibt man einfach rein, alles nach DIN 18015 bauen und dann passt das schon.
Gemäß DIN VDE kannst du so viele Sicherungen/Stromkreise nach FIs machen, wie breit der Schrank ist. Das ist dem FI herzlich egal.
Also, warum macht man das?
Ziel dieser 6LS/1FI (bei 3~) kommt daher, dass man die Abschaltdomänen möglichst klein halten will.
Wenn also im Kinderzimmer der Sohnemann mit seinem neuen Temuspielzeug spielt, dann löst ggf. der FI aus.
Was man dann aber nicht will, dass dann plötzlich die Heizung ausgeht oder die Waschmaschine oder das Internet.
Nein, man will, dass ggf. nur das Kinderzimmer oder eben die "Wohnetage" ausgeht.
Das ist der Grund, warum man das macht.
Ein weiterer Grund für diese Maßnahme ist, dass, bedingt durch das billige Design sämtlicher el. Geräte, die Ableitströme gegen Erde zum guten Ton gehören. D.h. früher war der PE kaum belastet, heute hingegen, bedingt durch das Gerätedesign, sieht das anders aus. Und da ist es dann so, dass man relativ schnell bei 30mA landet, wenn man die "falschen" Geräte einsetzt.
Von daher ist deine Aussage mit den 4 RCDs leider sehr kurz gedacht.
Ich persönlich würde sogar noch einen Schritt weitergehen.
Ich würde, für nicht Wohnraumsachen, sogar nur RCBOs verbauen. Das sind Sicherungen und RCD in einem Gerät.
Das heißt, dass jeder Stromkreis seinen eigenen FI mitbringt.
Bei deinem Beispiel, wenn der Kompressor nach 15Jahren so langsam anfängt Ableitströme zu generieren, sitzt du bei so einer Auslösung mit deinem Homeoffice im Dunkeln. Und wehe dem, du bist gerade an was wichtigem dran. Laptop mag ggf. noch weiterlaufen, Monitor ist aber aus, WLAN, Switch und Router aber schon. Da bringt dir der Akku im Laptop herzlich wenig.
Ich bin z.B. in der IT. Wenn ich gerade dabei bin ein (produktives) Switch umzukonfigurieren, will ich bestimmt nicht, dass der Kühlschrank dann die Firma aus dem Leben ballert.
Ja, passieren kann immer was, auch ohne das FI-Problem.
Daher beschreibt die DIN 18015 ein Komfortgewinn und keinen techn. Zwang, wie es die DIN VDE tut.
Du kannst, in Absprache mit dem Elektriker, nach unten (FI+Reihe mit Sicherungen auffüllen) oder nach oben (jeder Stromkreis RCBO) abweichen, ohne dass du ein Problem bekommst.
Wir machen das z.B. so, nicht Hausinstallationen.
Da ist jeder Stromkreis mit nem RCBO gemacht, weil die daran angeschlossenen Geräte sich, bei einer Fehlfunktionen (Überstrom/Ableitstrom), nicht gegenseitig beeinflussen sollen.
Man kann bei der DIN 18015 auch bei den Anzahl der Streckdosen abweichen. Manche wollen einfach Geld sparen und sagen, juckt mich nicht, eine hier, eine da, passt. Anderen ist das Geld wieder völlig egal und da werden die Steckdosen mit der Schubkarre reingekippt.
Beides ist, auch nach DIN 18015 zulässig, und gemäß DIN VDE schon 3x. Man muss sich dann halt hinsetzen und im Vorfeld viel planen und beschreiben, was man da will.
Das alles auf einem Stromkreis (siehe
@Liesel Weppen ) ist auch kein Problem. Das geht alles, alles ist auch sicher.
Nur, wenn er z.B. sein "schlechtes" Laptopnetzteil reinsteckt, dann geht alles aus, wegen der Ableitströme,. Und das inkludiert auch das Licht.
Steckste rein und bum aus, aus die Maus. Kannst dann blinde Kuh spielen, das Ding rausziehen, und dann zum Sicherungskasten taumeln und wieder reindrücken.
Schön ist anders. Und damit das nicht passiert, gibt es eben die DIN 18015. Da steht nicht drin, dass man Licht und Steckdosen trennen muss, aber es gibt, wie auch in der DIN VDE, sowas wie "man soll sich Gedanken machen, dass bei einer Fehlfunktion nicht immer alles aus geht" drin.
D.h. ich würde sogar Licht auf nen anderen RCD legen wie die Steckdosen oder eben direkt einfach RCBO.
Und ja, die RCBOs gibt es auch mit dem Platzbedarf 1 Teilungseinheit. D.h. eine solche Installation (alles RCBO) braucht nicht mal mehr Platz.
Und das mit dem Zählerplatz ist halt auch nur bedingt wahr.
Ja, es gibt genug Smartmeter, die das Modem integriert haben.
Das ist aber, normativ, so nicht vorgegeben, diese "moderne" Form ist eine von vielen. Das ist, wenn man da mal reinschaut, alles sehr offen gehalten. Es gibt gefühlt min. 10 verschiedene Kommunikationsschnittstellen. Und solange da, normativ, diese Freiheiten gegeben sind, muss eben am Zählerplatz der Platz vorgehalten werden.
Wenn man sagt, der Zähler sieht nur noch so und so aus, dann kann man darauf irgendwann verzichten.
Das wird aber in Deutschland leider noch lange nicht der Fall sein. NB-IoT ist leider nicht überall verfügbar und daher bringt dir ein Gerät, was das kann, eben nur bedingt was.
Ich habe mal an einem Ort gewohnt, da war Handyempfang (telefonieren) von der Windrichtung abhängig. Stand der Wind schlecht, ging gar nichts. Und man musste ans Fenster gehen, in der Bude war gar nichts.
Da brauchst du über einen Zähler im Stahlbetonkeller gar nicht dran denken, dass der auch nur im Ansatz Empfang hat.
In einer idealen Welt wäre ich bei dir, nur sind wir davon noch meilenweit von entfernt. Und daher sieht der Zählerplatz so aus, wie es aussieht.