Ich wundere mich eher über Deine Lobeshymnen. Auch bei diesem Thema macht sich aktuell vor allem Ernüchterung breit.
Laut einer US-Studie entlastet Künstliche Intelligenz Arbeitnehmer nicht, sondern kann zu Mehrarbeit und nachlassender Effizienz führen. Ein deutscher Forscher macht ähnliche Beobachtungen. Von Frank Bäumer.
www.tagesschau.de
Hast Du den Artikel denn überhaupt selbst gelesen? Die Beispiele dort taugen ziemlich schlecht für Deine These.
Es geht im Artikel nämlich um den Umgang mit KI, nicht um deren Ergebnisse! Der Umgang ist neu und muss noch gelernt und gesteuert werden.
Ich gehöre aber mittlerweile zu der Fraktion, die befürchtet, dass die KI Blase in den nächsten Jahren platzen wird.
Ich habe da keine echte Meinung, da es ziemlich gute Argumente sowohl für die These "es ist eine Blase" als auch für die These "es ist keine Blase" gibt. Wenn man es wirklich genau wüsste, wäre man ein gemachter Mann.
Die Wirtschaft pumpt Milliarden in Rechenzentren, die auch langfristig astronomische Kosten verursachen - und diese Kosten müssen reingeholt werden. Das wird durch Entlassung geschehen - und in Form von teuren Abos. In verschiedenen Bereichen der Wirtschaft mag sich das auch rechnen. Privatleute werden aber wohl nicht bereit sein, 30 Euro und mehr pro Monat für ChatGPT etc. zu zahlen.
Na ja, für ChatGPT vielleicht nicht, das kann man ja inzwischen in recht guter Qualität auf lokalen Rechnern betreiben. Aber für agentische KI, die ganz konkrete Aufgaben übernimmt, vielleicht schon. Und statt viel Geld für Gaming-PCs auszugeben, wäre ich für ein monatliches Abo durchaus zu haben, wenn es mir entsprechende Leistung und Verfügbarkeit bietet.
Ich bin da gar nicht sonderlich euphorisch, ich sehe nur die Entwicklung und überlege mir, was neue Technologien alles machen und vereinfachen können. Pflegekräfte können kaum länger als bis kurz über 60 arbeiten, weil das körperlich anstrengend ist. Robotik und KI nehmen in vielleicht gar nicht so ferner Zukunft die schwere Drecksarbeit ab, und die Menschen können sich in der Pflege um das kümmern, was eben nur Menschen können.
Generell finde ich seltsam, dass Vielen im Zusammenhang mit KI einfach nur ChatGPT einfällt. Wer so argumentiert, hat m. E. ohnehin schon den Anschluss verloren.
Dass viele Anleger viel Geld verlieren werden, sehe ich auch so. Der aktuelle Wettlauf geht m. E. erst mal darum, als Player überhaupt übrigzubleiben. Denn es werden nur wenige KI-Unternehmen auf Sicht überleben und auf der anderen Seite viele auf der Strecke bleiben. Wer das Rennen macht, ist vollkommen offen, da ploppen dann auf einmal neue Markteilnehmer hoch, die wirklich einen Fortschritt bieten, wie z. B. Anthropic mit Claude Code und Claude Cowork, dann geraten die in einen Konflikt mit dem Pentagon mit ungewissem Ausgang, usw. usw.
Es gibt außerdem die Gefahr, dass sich Unternehmen zu sehr auf KI verlassen, indem man ihr zu viele Aufgaben überträgt und in einigen Jahren das entsprechende Wissen nicht mehr im Unternehmen ist. Denn für die Aufgaben, die die KI übernimmt, werden dann ja auch keine Angestellten mehr eingestellt. Wenn dann die KI Lizenz plötzlich nicht mehr 50 Euro sondern 500 kostet, ist das Unternehmen angeschmiert - und muss die Kosten an die Kunden weiterleiten oder pleite gehen...
Es ist schon heute so, dass moderne Unternehmen alles outsourcen, was nicht Kern der eigentlichen Geschäftsidee ist. Sich dann abhängig von einzelnen Dienstleistern zu machen oder nicht, ist eine Frage der Risikoanalyse, die Unternehmen schon ab kleiner Größe machen. Was Du sagst kann übrigens auch anders herum passieren: Fähigkeiten, für die man vorher monatlich teure Gebühren an einen Dienstleister zahlen musste, sind auf einmal mit überschaubarem Aufwand auf eigener Hardware zu stemmen. Dann ist das KI-Unternehmen angeschmiert.