Die ganzen Konzerne, die Holt so toll findet, leben am Ende von den Endkunden.
Nicht nur die großen Konzerne, auch der kleine Bäcker um die Ecke lebt von seinen Kunden, auch wenn es diese kleinen Bäcker kaum noch gibt. Keine Ahnung wieso du mir unterstellst alle großen Konzerne toll zu finden, nur weil ich verstehe wie sie reagieren, aber im Gegensatz zu dir hasse ich die Unternehmen nicht, während du wohl ein Kommunist bist, der alle Unternehmen am liebst zerschlagen oder verstaatlichen würde. Die Konzerne sind das Ergebnis der Marktwirtschaft und ihrer Tendenz zu Monopolbildung und daher muss der Staat dort eingreifen um dies zu verhindern, was die meisten Staaten auch machen.
Deshalb gibt es auch nirgends eine wirklich freie Marktwirtschaft, da Staaten eben eingreifen, nicht nur zur Verhinderung von Monopolen, sondern auch über gesetzliche Vorgaben, Stauern, Subventionen, Genehmigungen, etc. und dies ist auch gut so, solange es vernünftig gemacht wird. Oder auch über staatliche Unternehmen, die dort sinnvoll sind, wo es keine Konkurrenz gibt bzw. geben kann, z.B. bei der Wasserversorgung und der Abwasserentsorgung, denn man kann nicht wirtschaftlich mehrere Wasser- und Abwasserrohre zu jedem Haus verlegen, damit der Kunde zwischen verschiedenen Anbietern wählen kann und selbst mehrere Wasserwerke und Kläranlagen zu bauen, wäre oft nicht machbar. In Frankreich sind etwa die Hälfte der Wasserversorger privatisiert und im Ergebnis zahlen deren Kunden etwa doppelt so viel wie die Kunden von nicht privatisierten Wasserversorgern.
Alles was fundamental ist und wo es keine wirkliche Konkurrenz geben kann, gehört entweder vom Staat verwaltet, was aber nur in Demokratien funktionieren kann, weil nur dort die Politiker um die Wählerstimmen fürchten müssen, wenn sie die staatlichen Unternehmen nicht ordentlich führen. Wo Konkurrenz möglich ist, sind private Unternehmen im Rahmen staatlicher Regelwerke die fairen Wettbewerb garantieren, die bessere Alternative. Aber bei großen internationalen Konzernen ist es schwer bzw. für einzelne Länder unmöglich Regel durchzusetzen. Deshalb dominieren heute eben 3 DRAM Hersteller über 90% des Marktes und nur 3 Firmen stellen alle HDDs her, auch wenn es früher mal viel mehr waren.
Am Ende bezahlen das alles "die normalen Menschen"
Ja, aber was ist die Alternative? Als Einsiedler und Selbstversorger zu leben, also alles selbst anzubauen und herzustellen was man benötigt? Dann würde der Lebensstandard aber massiv fallen, sofern man dies überhaupt noch irgendwo machen kann, da man sämtliche Vorteile der Arbeitsteilung, die in der Steinzeit begonnen hat, dann komplett aufgeben muss. Wer also ein Problem damit hat, dass Unternehmen Geld an ihren Kunden verdienen, der sollte sich die Alternativen mal wirklich durchdenken und am Ende ist die beste Lösung, dann eben nicht alle Unternehmen zu verteufeln, sondern wenn es Aktienunternehmen sind, sich an ihnen zu beteiligen um dann über die Dividenden einen Teil von deren Gewinnen wieder zurück zu bekommen. So mache ich es.