Das GA A320M-S2H V2 kommt extrem minimalistisch daher. Als PWM-Controller fungiert ein sehr günstiger ISL95712 von Renesas, der zumindest zwei unterschiedliche Spannungen steuern kann. Im aktuellen Fall sind es drei Phasen für die CPU und drei Phasen für den SoC. (siehe Bild unten). Wer hier auf die Schnapsidee gekommen ist, 105 Watt über mickrige drei Phasen abfeuern zu wollen und den extrem schmalbrüstigen SoC stattdessen mit drei weiteren, sich langweilenden Phasen zu beglücken – keine Ahnung. Im gleichen Bereich der Boards unter 50 Euro verfügt z.B. ein MSI A320M Pro-M2 wenigstens über vier Phasen für die CPU und zwei weitere für den SoC, aber das habe ich leider zu spät bemerkt. Egal, da muss das Gigabyte-Board jetzt durch.
Die drei Phasen für die CPU werden jeweils von einem NTMFS4C10N auf der High-Side und einem parallel arbeitenden Pärchen aus zwei NTMFS4C06N realisiert. Auch das ist ultragünstige Ware von ON Semiconductor, denn die Verluste dieser sehr einfachen Single-N-Channel MOSFETS sind bei ca. 85 °C (und höher) nichts, was auch nur ansatzweise nach Effizienz schreit. Wobei die Mitbewerber-Boards ja ähnlich günstig gestrickt sind, so dass es sich hier einfach um generelle Sparzwänge handelt und nicht um bösen Willen. Denn es fehlen auch jegliche Kühler auf den MOSFETs, was den Preis und meine Sorgenfalten gleichermaßen drückt.