Also finde es schon "grundsätzlich schlecht", weil es eben keine robuste Technologie ist. Es kann jahrelang gut funktionieren, es kann aber auch jederzeit aufhören gut zu funktionieren.
WTF? Was genau ist daran nicht robust? Auch Kabel hört nicht einfach so auf (gut) zu funktionieren.
Wenn man ein Segment mit z.B. 10Gbit/s Gesamtbandbreite hat, dann hat das eben 10Gbit/s. Wenn man da jetzt 5000 Teilnehmer reinlässt und jedem 1Gbit/s anbietet, ist das natürlich kacke, wenn die Leute das auch entsprechend nutzen. Dafür kann die "Technik" nichts. Da hat dann einfach der Anbieter zuviel überbucht.
Das ist exakt das selbe als wenn man 5000 DSL-Teilnehmer an einen DSLAM anbindet, der nur 10Gbit/s Uplink hat. Das hat nichts, absolut überhaupt nichts, mit der Technik zu tun, sondern das hat dann einzig und allein der Anbieter verkackt.
Der einzige (technische) Unterschied ist, das eine derartige Überbuchung bei Koax-Kabel "problemlos" möglich ist, weil Koax einfach über weit größere Distanzen funktioniert, während sowas bei z.B. DSL technisch bedingt weniger möglich ist, weil man wegen der beschränkten Reichweite des Kupferklingeldrahts so oder so kaum genug Teilnehmer innerhalb der Reichweite eines DSLAMs hat.
Auch mit Koax kann man das so aufbauen, das jeder Anschluss sein eigenes Segment ist und somit jeder einzelne Teilnehmer 10Gbit/s hat (nach Docsis 3.0). Oder zumindest jedes Haus 10Gbits hätte, sich also nur die Teilnehmer eines Hauses 10Gbit/s teilen müssten. Das Problem ist nur, das das Kabelnetz nie für sowas vorgesehen war. Das Kabelnetz war für Ein-Richtungs-Broadcast vorgesehen, da hat man das Problem einfach nicht.
Mit bidirektionaler shared Bandbreite wie man sie für Internet braucht taugt das jetzt natürlich nichtmehr so gabt. Damit es trotzdem taugt, muss man die Segmente verkleinern, so das sich weniger Teilnehmer die Gesamtbandbreite teilen.
Es ist sogesehen eher ein rein "psychologisches" Problem. Da TV-Kabel ein Bus ist, kann man beliebig viele Teilnehmer dranhängen, die sich aber alle die Bandbreite teilen müssen. Es braucht keine technische Änderung für mehr einfach nur mehr Teilnehmer.
Bei DSL/GF dagegen braucht man quasi einen Switch. Der hat nur X Ports. Sind alle Ports voll, geht einfach nicht mehr, man müsste den Switch durch einen Switch mit mehr Ports tauschen, wenn man mehr Teilnehmer bedienen können will.
Das ist nichts anderes wie das Heimnetzwerk, nur in größerem Maßstab. Und die Leute die noch BNC-Netzwerke betrieben haben verstehen das Problem auch.
Die Anbieter von Kabelnetzen überbuchen halt hier und da massiv, "weil sies einfach so können" (im Gegensatz zu DSL-oder GF-Anbietern). Das hilft den Betroffenen zwar nicht, aber das Problem ist trotzdem vom Anbieter hausgemacht.
Wenn man so will, könnte man sogar sagen, Koax-Kabel wäre eine technisch bessere Lösung als DSL, wenn man sie denn auch entsprechend segmentieren würde. "Pro Kabel" geht mit Koax jedenfalls weit mehr (höhere Bandbreite und höhere Reichweite) als pro DSL-Klingeldraht.