[Sammelthread] Der Gehalts- und Arbeitsplatzthread

Und wo ist da das Problem? Flexibilität beim Bauen oder Kaufen ist eine Frage der Rücklagen/des Kapitals.

Wenn ich natürlich mein gesamtes Kapital in der Immobilie stecken habe, ist es aus mit der Flexibilität. Was aber, wenn ich neben Haus noch 50.000-100.000€ an Kapital habe? Dann kann ich im Zweifelsfall auch umziehen (zur Not in Miete) und das Haus entweder vermieten oder in Ruhe verkaufen. Kein Stress, kein Druck, kein Notverkauf!

Und genau hier begehen viele den Fehler. Nicht nur, dass oft nicht einmal genügend EK für die Immobilie vorhanden ist, nein an Rücklagen/Reserve wird gar nicht erst gedacht. Im Gegenteil, manche Häuslebauer kommen dann noch auf die glorreiche Idee das Auto gleich mit zu finanzieren :fresse2:.

Und natürlich: "Nicht jeder kann sich ein 5-stelliges Kapital neben dem Haus leisten." Aber dann würde ich das Haus bzw. die Finanzierung in Frage stellen. Oder es wird eben das hohe Risiko in Kauf genommen. Ich könnte da nicht gut schlafen, aber andere können es scheinbar :).

Du vergisst aber, dass man zum Hausbau sein ganzes Eigenkapital ausgibt. Jetzt noch einfach irgendwo zehntausende in der Rückhand zu haben, wer von den "normalen" Arbeitern kann das schon?

Als SaZ biste definitiv gebunden

Korrekt. Und das Geld was man während des Studiums beim Bund als Mediziner verdient hat man später in der freien Wirtschaft schnell wieder raus.

free
 
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Du vergisst aber, dass man zum Hausbau sein ganzes Eigenkapital ausgibt. Jetzt noch einfach irgendwo zehntausende in der Rückhand zu haben, wer von den "normalen" Arbeitern kann das schon?

Wieso? Der normale Arbeiter hat es ja schon, nennt sich in deinem Satz ja EK. Bei einem Haus im mehrfach 6-stelligen Bereich sollte ja einiges an EK da sein ;).

Einfach mal folgendes Beispiel betrachten:
Haus kostet 250.000€ und es sind 100.000€ EK vorhanden (unter 40-50% EK wäre mir eine Finanzierung zu unsicher). Jetzt hat man zwei Möglichkeiten, entweder wird ein Teil des EK nicht ins Haus gesteckt, sondern als Sicherheit vorgehalten, oder man wählt die Rate so, dass man mtl. noch gut sparen kann und sich relativ schnell wieder eine 5-stellige Reserve anspart.

Und daher meine Frage, welcher Fall wäre dir lieber wenn du z.B. arbeitslos wirst?

Fall 1:
Schulden 150.000€ und 5.000€ Reserven.

Fall 2:
Schulden 200.000€ und 55.000€ auf dem Konto.

In Fall 2 kannst du allein von der Reserve locker über 1 Jahr ohne Einkünfte so leben wie bisher. Was natürlich nicht heißt, dass man das tun sollte, es geht dabei viel mehr darum, dass du keinen sofortigen Zeitdruck hast. Die Schuldenhöhe spielt dabei überhaupt keine Rolle, ob 10.000€, 100.000€ oder 1.000.000€, sobald die Raten an die Bank nicht bezahlt werden und diese einen Grundschuldbucheintrag hat, kann sie versteigern. Hohe Schulden bedeuten allerdings natürlich auch mehr Zins, den man bezahlen muss, daher liegt der ideale Weg irgendwo dazwischen. Z.B. wäre es gut, wenn man Reserve vorhält und parallel zur Finanzierung noch spart. Die Ersparnisse fließen dann als Sondertilgung jährlich in die Finanzierung. Oder man legt das Geld an und erzielt absolut mehr Gewinn im Finanzierungszeitraum (nicht nur % beachten, denn die Kreditsumme ist hoch, da machen schon kleine Zinsen große Summen aus).

Vermutlich wirst du nun damit kontern, dass man als junger Mensch wegen der Lebenskosten nicht sparen kann. Dem widerspreche ich aber, da Sparen prinzipiell nichts anderes ist als die positive Differenz von Einnahmen und Ausgaben. Und das geht immer, ob als Schüler, Student oder Angestellter. Sparen ist schlicht und ergreifend Geldmanagement. Und wenn man dann bei einer Immobilienfinanzierung kaum oder gar kein EK hat, dann hat das Geldmanagement zuvor nicht funktioniert. Wieso aber sollte es dann mit der Finanzierung auf einmal funktionieren?

Einfach mal auf die Finanzierungsdauer im Bekanntenkreis achten, das ist oft ein gutes Indiz dafür, wer ein gutes Geldmanagement hat und wer nicht. Und den mit der geringsten Finanzierungsdauer würde ich dann um Rat fragen. Hoher Verdienst spielt dabei wie gesagt keine Rolle. Mein Onkel verdient am meisten in der ganzen Familie und zahlt immer noch sein Haus ab, während alle anderen längst schuldenfrei sind (Hausbau und Größe relativ nah beinander) ;).
 
Ich bezweifle, dass du im Falle des Nichtbedienens einer Hypothek in der eigenen Immobilie mit dem "beiseite gelegten" Geld was anfangen kannst.
Entweder, du gehts in die Privatinsolvenz - dann sind die Rücklagen weg.
Oder du nutzt das angesparte, um die Hypothek zu tilgen. Dann ist es auch weg.
Oder du nimmst beim Nichtbedienen der Hypothek billigend in Kauf, die von dir bewohnte Immobilie räumen zu müssen. Dann hättest du zwar deine 50.000 Euro "gespartes noch (vorausgesetzt, die Hausbank akzeptiert das), aber warum sollte man in ein Haus investieren, welches man nachher doch nicht mehr nutzt? Und mit investieren meine ich noch nichtmal den Kaufbetrag. Was da an Arbeit und Aufwendungen drinsteckt, aber keine Auswirkung auf den Kaufpreis hat - ist immens. Instandhaltung, Wartung, Grundstückspflege, Garten, etc. um nur einige zu nennen.

Ich glaube, bei der Konstellation 250k Eigenheim und 150k EK kommt man mit einem (kruz laufenden) Kredit über die restlichen 100k günstiger weg - wenn man die Raten sinnvoll anpasst, indem man die (bisherige) monatliche Sparrate berücksichtigt*.

*Ganz umwidmen wird man sie nicht können, denn eigenes Haus vs. Wohnung ist immer ein gewaltiger Sprung in den versteckten Kosten.
 
mal ganz davon abgesehen dass der Anteil an Häuslebauer mit 100000€ EK wohl sowieso irgendwo im einstelligen Bereich liegt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja - 100k sind hinzubekommen. Sagen wir, man ist in einer Beziehung (als Single baut man ja meist nicht), hat aber noch keine Kinder. Einer arbeitet dann fürs tägliche Auskommen, der andere sozusagen fürs Haus. Da kann man ein Vollzeitgehalt auf Seite legen, macht man das für 3 Jahre, vielleicht auch 4, hat man einen hübschen Haufen da.
 
Ihr scheint ja echt alle ein Vermögen zu verdienen.
Ich denke, bei 250k Kredit sind 20% EK sinnvoll.
Wenn jeder unter 40-50% EK kein Haus mehr bauen würde, hätten wir nur noch billigste Sozialwohnungen. Miete muss trotzdem bezahlt werden. Und bei 20% EK kann man Miete schon ziemlich mit der Rate vergleichen bei den üblichen 30 Jahren Kreditlaufzeit.

Alles andere ist doch realitätsfremd...

Als paar im Jahr 25k beiseite zu legen bei Mietausgaben halte ich für utopisch! 15k wäre schon verdammt viel finde ich!
 
Dass man soviel Eigenkapital wie möglich zum Hausbau haben sollte ist natürlich richtig.
Wir fangen dieses Jahr auch an ein Haus zu bauen, daher stecke ich gerade in der Marterie. Die Bank verlangt ja aber, dass du erst dich erst selbst blank machst und dann den Kredit abrufen kannst. Wir haben die monatliche Rate nicht allzu hoch angesetzt, jedoch können wir jederzeit kostenlos sondertilgen. So haben wir monatlich noch genug über um dann selbst zu wählen was wir mit dem Geld machen...Urlaub, Auto, Kredit tilgen etc.
Mit 2,6% bei 10 Jahren Zinsbindung sind wir trotzdem noch ganz gut weggekommen.
Achso, für 250000 bekommt man meist noch kein individuelles Haus mit Grundstück.
Solange man gesund ist und arbeiten kann ist so ein Kredit kein Problem.

free

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Naja - 100k sind hinzubekommen. Sagen wir, man ist in einer Beziehung (als Single baut man ja meist nicht), hat aber noch keine Kinder. Einer arbeitet dann fürs tägliche Auskommen, der andere sozusagen fürs Haus. Da kann man ein Vollzeitgehalt auf Seite legen, macht man das für 3 Jahre, vielleicht auch 4, hat man einen hübschen Haufen da.
Die wenigsten Paare können knapp 3000€ pro Monat sparen.

free
 
@gotcha: warum ist das utopisch? Ich krieg als Single pro Jahr ca 10-15k Ersparnisse zusammen...
 
Wir überlegen aktuell auch zu kaufen. Bauen haben wir auch ausgerechnet, kommen aber da schnell mit Grundstück und Nebenkosten auf >400.000€. Das ist in der aktuellen Situation nicht drin.

Bei einem Kredit für den Hauskauf über ~300.000€, der Förderungen der WfA und KfW beinhaltet, kommen wir auf eine monatliche Rate von knapp 1.000€. Aktuell zahlen wir 550€ Miete und 400€ Rate fürs Auto (bis März), dazu kommen niedrigere Heizkosten im Haus. Daher macht es für uns natürlich Sinn, möglichst früh das Geld, welches wir jeden Monat eh ausgeben, in Eigentum zu investieren und eben nicht erst 100.000€ Eigenkapital zu sparen.

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Die wenigsten Paare können knapp 3000€ pro Monat sparen.

free

+1 (Durchschnittliches monatliches Netto eines deutschen Haushalts sind 2.700€)
 
Zwergpintscher, bin ganz deiner Meinung! ;)
Lieber früher ins Eigentum, als ewig Leergeld (Miete) zu bezahlen!

1000€ kann ich zur Zeit auch insgesamt beiseite legen, wenns gut läuft, aber ich wohne auch noch Zuhause!
Als paar mit 800€ Mehrausgaben für Miete etc. Kann man auch nur maximal 1,5k sparen...
Verdient nicht jeder über 2k netto!

Vernünftige Bude kostet bei trotzdem meist über 250k!
 
Ich habe das Gefühl, hier schreiben gerade nur richtig junge Leute und Studenten...
...so viel Realitätsfremde, dass mir teilweise die Ohren schlackern.
 
Bin auch jung, aber als Bankkaufmann, der sich regelmäßig mit seinem Finanzierungsberaterkollegen kurzschließt, sicherlich recht nah an der Realität! ;)
 
bei den kreditsummen die hier teilweise genannt werden würde ich keine nacht mehr ruhig schlafen können:lol:
 
Ich habe das Gefühl, hier schreiben gerade nur richtig junge Leute und Studenten...
...so viel Realitätsfremde, dass mir teilweise die Ohren schlackern.

Inwiefern? Bin 25 und Student... Was ist jetzt deiner Meinung Realitätsfremd
 
... Zumal ja schon "die Wohnung vor dem Haus" dem jeweiligen Lebens- und Einkommensstandard angepasst ist, was Miethöhe etc. angeht. Ich kenne keinen, der aus seiner normalen "ich-arbeite-ordentlich-also-will-ich-auch-ordentlich-wohnen"-Wohnung in eine kleine billige Butze am A**** der Heide gezogen ist, nur um dann in 10 Jahren EK für ein Haus anzusparen...
 
Naja - 100k sind hinzubekommen. Sagen wir, man ist in einer Beziehung (als Single baut man ja meist nicht), hat aber noch keine Kinder. Einer arbeitet dann fürs tägliche Auskommen, der andere sozusagen fürs Haus. Da kann man ein Vollzeitgehalt auf Seite legen, macht man das für 3 Jahre, vielleicht auch 4, hat man einen hübschen Haufen da.

bei diesen Sparvorstellungen kann ich nur den Kopf schüttel. Man sollte nicht nur vom intellektuellen Adel der sich hier im Luxx zu tummeln scheint ausgehen, sondern mal ganz normale Leute anschauen. Wie soll den jmd. der mit 26-27 noch auf der FH rumgurkt oder einfach nur irgendein "Kaufmann" sich solche Summen ansparen?
 
Zuletzt bearbeitet:
/ironie on: Eine adelige Luxxerin heiraten? :fresse: \ironie off

Ich denke bei solchen Themen wie Hauskauf, sparen und Gehalt kann man ewige Diskussionen fortführen und nie auf einen Nenner kommen.
 
Die Argumentationen sind aber dahingehend die Besten... "Selber Schuld, hättest ja studieren können..." -- "Selber Schuld, Abi kann doch heute JEDER." ... und und und...

Wenn dem so wäre (und JA, es hat nicht nur mit wollen zu tun) wäre die Gesamtsituation im Bereich Bildung / Job eine ganz Andere.

Autokiller´s These ist einfach realitätsfremd, bzw. kaum umsetzbar.

Man sollte auch mal auf dem Boden bleiben. Persönlich hätte ich gerne die Chance bekommen zu studieren, was aus diversen Gründen nicht möglich war.

Falls wen Bildung in Deutschland interessiert, sollte sich diesen Bericht anschauen.
 
Lasst mich raten, 90% der fiktiven Hausbauer und 2000k Sparer hier wohnen oben bei Mutti und waren noch nie Arbeiten bzw wissen was bei einem Haus so alles kommt? ;)

Wer den Fehler findet, darf ihn behalten...

Gesendet von meinem GT-I9300 mit der Hardwareluxx App
 
Lasst mich raten, 90% der fiktiven Hausbauer und 2000k Sparer hier wohnen oben bei Mutti und waren noch nie Arbeiten bzw wissen was bei einem Haus so alles kommt? ;)

Wer den Fehler findet, darf ihn behalten...

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Wohn mit meiner Frau und meiner Tochter in ner eigenen Wohnung (Miete), ziehen jetzt vor dem Hauskauf aber nochmal für 1 Jahr bei ihren Eltern ein ins Dachgeschoss. So können wir 2k/Monat noch an EK ansparen.

Was bei einem Haus kommt:
Darlehen
Strom
Wasser/Abwasser
Grundsteuer
Müllbeseitigung
Versicherungen
Straßenreinigung
Schornstein
Risikolebensversicherung
;)
 
@dave223: nö, ich wohn nicht bei Mutti und ja ich schaffe es wie angegeben bis zu 15 k pro Jahr auf die Seite zu legen.
Und nein, ich spar mir nicht die Butter vom Brot sondern lebe normal.
Und ja, ich weiß was beim Hausbau auf einen zukommt (hab beim Haus meiner Eltern mitgebaut).
Falls deine Aussagen sich auch auf mich beziehen sollten...
 
Manche leben von dem, was Du monatlich zur Seite legst, klar gibt es die Menschen, die einfach gut verdienen und entsprechend neben Ihrem "normalen Lebensstil" auch einen ganzen Batzen zur Seite legen.

Was ja schön für Dich ist.
 
Wenn man netto 2,5k hat ist das auch nicht so eine Herausforderung! ;)

Bei 1,5k schon eine andere Sache!
 
Nö, hat mit meinem Wohnort nix zu tun, eher mit meinem Job.
Hab das nur geschrieben, um Dave eine Antwort zu geben.
 
@dave223: nö, ich wohn nicht bei Mutti und ja ich schaffe es wie angegeben bis zu 15 k pro Jahr auf die Seite zu legen.
Und nein, ich spar mir nicht die Butter vom Brot sondern lebe normal.
Und ja, ich weiß was beim Hausbau auf einen zukommt (hab beim Haus meiner Eltern mitgebaut).
Falls deine Aussagen sich auch auf mich beziehen sollten...

Nein, war nicht auf dich bezogen, du fällst unter die 10% ;)

Gesendet von meinem GT-I9300 mit der Hardwareluxx App
 
Naja, was der Autokiller da zu Sparraten und angeblichen Möglichkeiten schreibt, oder der Hardwarekäufer hier zum Beispiel vom Stapel lässt, Jlargreen zum Eigenkapital meinte, ist in meinen Augen teilweise wirklich arg an der allgemeinen Realität vorbei.
 
Naja, was der Autokiller da zu Sparraten und angeblichen Möglichkeiten schreibt, oder der Hardwarekäufer hier zum Beispiel vom Stapel lässt, Jlargreen zum Eigenkapital meinte, ist in meinen Augen teilweise wirklich arg an der allgemeinen Realität vorbei.

Ok und wie sieht dann die allgemeine Realität aus?
 
Am Beispiel der Hausfinanzierung:
Die wenigsten kommen unter eine 60% Finanzierung. Das kann ich aus Erfahrung sagen.
Wer einen Hausbau finanziert, legt auch nicht mal eben 50.000 Euro auf die Seite für "Eventualitäten" und Flexibilität. Mal ganz davon abgesehen, dass ich das auch nicht für schlau halte.

Genausowenig spart sich der durchschnittliche Single in drei oder vier Jahren 100.000 Eur zusammen.

Aber ich habe ganz bewußt betont, dass ich das so sehe und das alles in meinen Augen so ist. Mir ging ja schon die Hutschnur hoch, als es um Kinderbetreuung und Karriere insbesondere der Frau ging und wie einfach das doch alles sei.
 
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