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Der Entwickler Bungie hat vor dem Start seines neuen Titels Marathon eine umfassende Anti-Cheat-Strategie vorgestellt. Bereits vor dem offiziellen Launch soll ein sogenanntes Server-Slam-Event unter Realbedingungen sämtliche Sicherheitsmechanismen testen. Der Extraktions-Shooter selbst erscheint nächste Woche, am 5. März 2026, für PlayStation 5, PC sowie Xbox Series X and Series S.
Im Zentrum des Sicherheitskonzepts stehen dedizierte Server mit autoritativer Architektur. Zentrale Gameplay-Elemente wie Treffererkennung, Schadensberechnung und Beuteverteilung werden dabei serverseitig verarbeitet. Durch dieses vollständig autoritative Modell verbleiben kritische Spiellogiken nicht auf dem Client, wodurch typische Manipulationen wie veränderte Speicherwerte oder manipulierte Paketdaten erschwert werden. Der Server fungiert als alleinige Instanz zur Validierung spielrelevanter Aktionen.
Ergänzend implementiert Bungie ein System, das als "Nebel des Krieges" bezeichnet wird. Dabei wird die an einzelne Clients übertragene Informationsmenge gezielt begrenzt. Positionsdaten anderer Spieler, bestimmte Kartendetails oder Loot-Informationen werden nur dann übermittelt, wenn sie für die jeweilige Spielsituation erforderlich sind. Dieses selektive Datenstreaming soll die Effektivität von Wallhacks, ESP-Tools oder Programmen zur frühzeitigen Anzeige von Beute reduzieren, da entsprechende Informationen nicht mehr vollständig lokal vorliegen.
Auf Client-Seite setzt das Studio nach eigenen Angaben sowohl auf Benutzermodus- als auch auf Kernelmodus-Komponenten zur Integritätsprüfung. Während Lösungen im Benutzermodus Prozesse und Speicherzugriffe überwachen, greifen Kernelmodule dabei tiefer in das Betriebssystem ein, um Manipulationen auf Treiberebene zu erkennen. Konkrete technische Details werden bewusst nicht veröffentlicht, um potenziellen Angreifern keine Hinweise auf Umgehungsstrategien zu liefern. Bungie betont, dass Spielsicherheit ein fortlaufender Prozess sei und kontinuierliche Investitionen erfordere.
Bei nachgewiesenem Betrug verfolgt das Studio eine konsequente Linie: Bestätigte Cheater werden dauerhaft vom Spiel ausgeschlossen, eine zweite Chance ist nicht vorgesehen. Gleichzeitig räumt Bungie ein, dass automatisierte Erkennungssysteme fehleranfällig sein können. Für betroffene Spieler soll es daher ein Einspruchsverfahren geben, um mögliche Fehlentscheidungen überprüfen zu lassen.