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Twitch denkt über Ausschluss von EU-Nutzern nach (Update)

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twitchDer CEO von Twitch, Emmett Shear, äußerte sich jetzt zur EU-Urheberrechtsreform: "The legislation was drafted, in my opinion, quite poorly. It’s totally unclear what we have to do to comply or not." Ab dem Jahr 2021 sollen Content-Service-Provider für Inhalte, die durch die eigenen User auf der Plattform veröffentlicht werden, haftbar gemacht werden können. Der Twitch-CEO ist der Meinung, dass die Richtlinie zu vage formuliert sei und möchte erreichen, dass eine faire Nutzung von geschütztem Material möglich ist. Ähnlich wie dies bereits in den USA gehandhabt wird.

Emmett Shear hat sich außerdem zu den Schwierigkeiten bezüglich länderübergreifender Streams geäußert. So gab er eindeutig zu verstehen, dass europäische Nutzer nicht in der Lage sein werden, Streams aus den Vereinigten Staaten zu sehen. Somit dürften in Zukunft zum Beispiel Zuschauer aus den USA alles sehen, europäischen Nutzern wäre dies jedoch nicht möglich. Dadurch wäre das Internet in Europa nicht mehr das Gleiche wie im Rest der Welt.

Auch Uploadfilter werden vom Twitch-CEO angesprochen, allerdings ebenfalls nur für europäische Nutzer, da die Videoplattform dafür sorgen muss, dass Nutzer aus der EU kein urheberrechtlich geschütztes Material hochladen dürfen und solches Material ebenfalls nicht konsumieren dürfen. Dass diese Regelung gerade bei internationalen Seiten zu massiven Problem führen kann, dürfte eindeutig sein. Große Portale wie YouTube, Facebook oder Twitch werden sich vielleicht noch Gedanken darum machen, wie sie ihren Service auch in Europa anbieten können. Die meisten Webseiten-Betreiber werden europäische Nutzer allerdings einfach aussperren. Somit hätten wir in Europa ein Internet zweiter Klasse.

Update:

Twitch hat sich bei uns gemeldet und bestätigt, dass man aktuell nicht in Erwägung zieht, Nutzer oder Communities auszusperren.

"Die Entscheidung des Europäischen Parlaments zu Artikel 17 (ehem. Artikel 13) der Urheberrechtsreform der Europäischen Union hat uns sehr enttäuscht. In dieser Form ist dieser Artikel ein schlecht gemachter Teil der neuen Urheberrechtsreform. Wir glauben, dass Artikel 17 negative Auswirkungen auf Millionen Creator sowie ihre Zuschauer und Fans haben könnte. Wir werden uns deshalb weiterhin dafür einsetzen, über Artikel 17 aufzuklären und die Interessen unserer Community zu vertreten, während die europäischen Mitgliedstaaten ihre eigenen Implementierungen zur Umsetzung der neuen Urheberrechtsreform entwerfen. Wir sind zuversichtlich, dass wir clevere Lösungen für unsere Creator in Europa entwickeln werden, damit sie sich weiter verwirklichen und erfolgreich sein können.

Die Abstimmung ist nicht das Ergebnis, auf das wir hingearbeitet haben. Aber es hat keinen Einfluss auf unsere ambitionierten Pläne, in Europa weiter zu expandieren. Wir freuen uns bereits darauf, nächste Woche die TwitchCon Europe, die erste TwitchCon außerhalb der USA, in Berlin zu veranstalten und noch in diesem Jahr ein neues Büro in Paris zu eröffnen."

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