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Das Ende der Netzneutralität: Deutsche Telekom führt StreamOn-Pläne genauer aus

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Bereits in der vergangenen Woche wurde bekannt, dass die Deutsche Telekom eine Erweiterung des MagentaEINS-Angebotes plant. Mit StreamOn sollen bestimmte Streaming-Angebote nicht mehr auf das Datenvolumen angerechnet werden. Heute nun hat die Deutsche Telekom StreamOn offiziell vorgestellt.

Datenvolumen ist ein rares Gut, das kennt sicherlich fast jeder Smartphonenutzer. Mit StreamOn will die Deutsche Telekom einen Mehrwert bieten und rechnet das Datenvolumen bestimmter Streamingdienste nicht mehr auf das vertraglich zugesicherte Datenvolumen an.

Für StreamOn startet die Deutsche Telekom mit einigen Diensten. Auf der Veranstaltung genannt wurden Apple Music, Amazon Music und Napster als die großen Musikstreaming-Anbieter, es fehlt allerdings Spotify. Das Videostreaming dürfte aber natürlich den größeren Anteil am Datenaufkommen ausmachen und hier nennt die Deutsche Telekom unter anderem Netflix, Sky, YouTube, Amazon Video, Kicker.TV und auch die Mediatheken von ZDF und SAT1/ProSieben. Weitere kleinere Partner werden ebenfalls noch ausgeführt und die Deutsche Telekom will das Angebot weiter ausbauen.

Unterschiedliche Zusatzkosten – je nach Tarif

StreamOn steht in den unterschiedlichen Tarifen, sowohl im Mobilfunk wie auch für MagentaEINS-Kunden mit Festnetzanschluss zur Verfügung. Die Option ist im mobilen M-Tarif für Privatnutzer kostenlos, Geschäftskunden aber sollen dafür monatlich eine Grundgebühr in Höhe von 19,95 Euro bezahlen. Wer mindestens einen Magenta-Mobil-L-Tarif besitzt, wird ab dem 19. April das Angebot von StreamOn Musik auch auf Videoinhalte erweitern können. Auch hier sollen ausschließlich Geschäftskunden zur Kasse gebeten werden, die monatlich 24,95 Euro dafür bezahlen sollen.

Die dritte und letzte Streaming-Option ist ausschließlich für MagentaEins-Kunden gedacht und damit für Kunden, die sowohl einen Festnetz-Anschluss als auch einen Mobilfunkvertrag bei der Deutschen Telekom abgeschlossen haben. Sie werden StreamOn Musik & Video in den Tarifen Magenta Mobil M, L und L Plus kostenlos hinzubuchen können. Geschätskunden müssen hier 29,95 Euro monatlich bezahlen.

Alle drei StreamOn-Optionen sollen eine Mindestlaufzeit von drei Monaten haben und sich ausschließlich zu den ab dem 4. April 2017 gültigen Magenta-Mobil-Tarifen hinzubuchen lassen.

Ein weiterer Sargnagel für die Netzneutralität

Mehrfach betonte die Deutsche Telekom, das StreamOn für jeden offen steht. Gemeint sind damit natürlich die erwähnten Partner. Natürlich aber wird sich die Deutsche Telekom den Zugang auch bezahlen lassen und damit ist der Zugang eben nicht so offen wie behauptet.

Große Anbieter wie Apple, Amazon und Netflix werden sich dies leisten können, was aber ist mit den Alternativen und anderen Anbietern. Diese werden nicht allesamt an StreamOn teilnehmen können und sind damit für den Nutzer nicht mehr erreichbar, wenn das Datenvolumen aufgebraucht ist.

Netzneutralität bezeichnet die Gleichbehandlung von Daten bei der Übertragung im Internet und den diskriminierungsfreien Zugang bei der Nutzung von Datennetzen. Die Deutsche Telekom sagt zwar "wir diskriminieren niemanden", genau das tut man aber mit StreamOn.

Dem Kunden der Deutschen Telekom kommt StreamOn natürlich entgegen, was aber wenn die verschiedenen Mobilfunkanbieter nur noch bestimmte priorisiert Dienste anbieten, wenn das Datenvolumen aufgebraucht ist. Von Gleichheit im Datennetz sind wir dann noch weiter entfernt, als wir das teilweise ohnehin schon sind.

Bereits seit 2015 werden solche Zero-Rating-Angebote ausgeweitet. Die Aufweichung der Netzneutralität mittels Double Paid Traffic ist also schon etwas länger im Gange.

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Kommentare (49)

#40
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Kapitän zur See
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Internet Grundrecht? Quelle bitte.Dann müsste ja nen Auto auch nen Grundrecht sein.Ah ne is ja Luxus.Made my day.
#41
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Zitat Lupidu;25453411
Für mich ist es jedoch eine erkaufte (oder eine anderweitige Partnerschaft), die dafür sorgt, dass die Nichtpartner der Telekom benachteiligt werden. Natürlich werden scheinbar, die Partner bevorzugt, die Nichtpartner aber nicht benachteiligt. Aber das stimmt doch so einfach nicht. Die Folge ist absehbar, die Dienste die nicht aufs Volumen schlagen werden natürlich eher von den Endkunden genutzt werden, wenn zwei Leistungsähnliche Anbieter mal aufs Volumen schlagen und mal nicht. Und an der Stelle ist die Diskriminierung.

Ja, das Könnte! die Folge sein... aber wenn man mal nüchtern drüber nachdenkt, so gibt es ähnliche Folgen doch in fast allen Bereichen, wo die Anbieter über ihre Angebote konkurieren. Hersteller im GPU Bereich bspw. paaren ihre Hardware mit Spielen Dritter. Blödmarkt/Saturn bspw. paaren zum Teil Ware Dritter mit Ware von Vierten zu Bundeln. Anbieter geben teils gezielt Rabattaktionen raus usw. usf.
Über all solche Thematiken hätte es dann konsequenterweise einen Aufschrei über die Diskriminierung der "Anderen" geben müssen -> tut es idR aber einfach nicht. Weil bei quasi allen anderen Themen der Tenor lautet, das was ein Vorteil erzeugt, ist nicht automatisch ein Nachteil für die "Anderen".
Mich wundert, dass so mancher hier aber genau diesen Umstand bei diesem Thema hier sieht, obwohl es am Ende exakt die gleiche Geschichte nur mit anderen Produkte ist.


Und auch so Themen wie Werbung. Theoretisch müsste Werbung damit diskriminieren -> denn wenn "A" Werbung für/von "B" schaltet und dann die potentiellen Kunden explizit Produkte von "B" anstatt "C" kaufen, der wiederum keine Werbung geschalten hat bei "A" -> dann müsste nach deiner Logik "C" diskriminiert werden bzw. "A" durch Werbung für "B" diskriminieren. Ich denke wir sind uns doch recht einig, das das eher quatsch ist :confused:


Zitat Lupidu;25453411
Naja, ich sehe da bei mir keinen Denkfehler.
Aber auch keine Lösung des Problems. Ich denke dass ist auch der Grund, warum das überhaupt so Wellen schlägt, das kann einfach aus unterschiedlichen Perspektiven unterschiedlich betrachtet und gewertet werden.
Da werden wir wohl hier nicht weiter kommen.


Wie gesagt, der Fehler ist aus meiner Sicht eben anzunehmen, dass ein expliziter Vorteil für eine Personengruppe, die dazu sogar noch aktiv zahlt! nicht automatisch ein Nachteil für Dritte sein kann/muss...

Zitat Hilikus;25454401
3. Es passt mir nicht, dass der ISP reinschaut und DPI betreibt. Es hat den nichts anzugehen und auch sonst niemanden.


Es schaut keiner rein -> wie ich oben vermutet habe, so hat heise mittlerweile dazu eine News geschalten. Die Provider klassifizieren anhand der gebuchten Tarife in eine Art Klasse. Und der Kontentanbieter ist am Ende dafür zuständig, den Konsumenten genau die Qualität von Kontent bereit zu stellen, die in der jeweiligen Klasse vorgesehen ist. Das geht völlig ohne reinsehen, kein DPI, kein reinschauen, kein mitsniffern, nix... Einzig und allein dadurch, dass dem Kontentanbieter übermittelt wird, in welcher Qualität dir der Kontent ausgeliefert werden soll... :wink:

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Zitat Lupidu;25454547
Passende Vergleiche wären das deine Stadtwerke dir weniger berechnet, wenn du Strom oder Wasser von BEW statt RWE beziehst oder so.


Das wäre aber gerade eben nicht passend...
Denn dir wird nicht weniger berechnet. Du zahlst IMMER das, was du auch gebucht hat. Vorher wie nachher...

Sachlich passend, aber praktisch unsinnig wäre, deine Stadtwerke rechnen auf dein monatlichen Freikontingent für Gas/Wasser Bezug von RWE nicht an, von BEW aber schon. Ersteres passiert aber eben nur unter festgesetzten Bedingungen und auch nur dann, wenn dein Freikontingent nicht so oder so schon erschöpft ist ;)
Das wäre sachlich passend -> pratisch aber eben quatsch, weil dir als Endkunde es idR völlig egal ist, ob du nun RWE Gas/Wasser beziehst oder wo anders... Denn es IST am Ende das gleiche. Beim INet Kontent hingegen ist es das nicht, was es eben praktisch unpassend macht.

Möglicherweise wird ein Schuh draus, wenn du bspw. Ecostrom durch Windkraft beziehst und Verbrauch deinerseits von diesem Strom nicht angerechnet wird, wenn du damit deinen E-Golf tag täglich lädst... Während die fette Klimaanlage im Sommer 1:1 durchknallt auf den Strom, weil eben nicht "gefördert" durch den Anbieter... Das ganze aber nur dann "wirkt", wenn auch Eco Strom noch da ist... Sprich wenn du da die Klima Rund um die Uhr laufen hast, dann ist nunmal nix mehr mit Ecostrom, weil zu viel konsumiert -> dann gibts auch keinen Bonus mehr für das Ladem vom E-Golf. Achso und nicht vergessen, dass es diesen E-Golf Bonus dann auch nur gibt, wenn du so oder so schon 10.000 kWh pro Jahr gebucht hast als SingleHaushalt...
-> so oder so ähnlich könnte man das konstruieren :wink:
#42
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Korvettenkapitän
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Es ist doch ein wesentlicher Unterschied, ob für den Ottonormalnutzbürger ein Kostenunterschied besteht, oder nur ein Werbelogo eingeblendet wird. Und die Frage ob der Konetnunterschied im Moment positiv oder negativ ausgedrückt wird ist ohnehin nur eine Frage der richtigen Präsentation, und der Wahrnehmung durch die schwachsinnige Mehrheit.
#43
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Die Kosten sind aber gleich... Das ist doch das Problem... Nutz den Vorteil nicht und zahle genau so viel wie wenn du den Vorteil nutzt.
Ergo, es gibt keinen Nachteil für Dritte, nur einen Vorteil für die, die es auch nutzen (wollen)
#44
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Korvettenkapitän
Beiträge: 2302
Das meinte ich eben mit der Präsentation. Noch sind die Kosten gleich (Wenn auch nur oberflächlich, denn die Mehrkosten der Datenübertragung von Konkurrenten fallen eben real an! Dieses Angebot ließe sich z.B. auch leicht umstricken in einen Tarif, der in beiden Fällen die Daten berechnet, aber im Nachhinein den Nutzern der eigenen Dienste einen Rabatt einräumt). Aber wie lange noch? Sind die Weichen erst einmal gestellt, würde es denn die Regulatoren noch interessieren, wenn sie dann Jahr für Jahr um einige Cent auseinander driften? Selbstverständlich nicht, denn sie haben den eigentlichen und größtmöglichen Fehler schon beim ersten Zulassen einer solchen Diskriminierung begangen.
Es wäre genauso irrational, davon auszugehen, dass die Anbieter es dabei beließen, wie man davon ausgehen konnte, dass z.B. die damalige Abschaffung der Flatrates schon durch Konkurrenz zwischen den Anbietern behindert würde. Dies ist eben nicht passiert. Was der Markt regelt, regelt er im alleinigen Interesse der finanziell stärksten, und somit der Industrie. Und zwar 100% ausnahmslos immer.
#45
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Moderator
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Worauf willst du aber hinaus? Es bringt noch nix darüber zu debattieren, was sein _könnte_... Wir sprechen über den aktuellen Ansatz. Und die Behauptung, diskriminiert Dritte oder nicht... Da interessiert perse nicht was sein könnte. Sondern nur was ist. Und das MUSS sich nachweisen lassen, wenn man Behauptet es wäre so. Gilt nicht in DE pauschal erstmal die Unschuldsvermutung? Der der Behauptet muss generell erstmal nachweisen... Ich warte ja schon länger gespannt darauf, welche Belege für eine Diskriminierung vorgelegt werden -> leider ist da bis dato nix valides bei, außer Aussagen zu "könnte" und (aus meiner Sicht) konkretes Falschverstehen/Interprätieren... Siehe die Thematik oben mit, wenn du A) scheiße findest, findest du nicht automatisch B) gut und umgekehrt.
#46
Registriert seit: 06.04.2012

Kapitänleutnant
Beiträge: 1790
Denk doch mal, du wärst ein Youtube-Konkurrent und du kriegst keine User, weil ohne Wegzoll keiner freiwillig zu dir kommt. Der ISP verfälscht den Markt zu Ungunsten kleiner Anbieter. Der Anbieter soll zahlen, damit sein Traffic in das Netz reinkommt und dann nochmal, damit er wieder rausgeht, was so gar nichts mehr mit dem Anbieter zu tun hat.

Bei den großen Anbietern kommt nur genug Werbekohle rein, um solche Faxen mitzuspielen, weil es sich hinten raus immer noch besser rechnet, als wenn die mobilen Nutzer wegblieben.

Der ISP soll einfach die Paketschubse sein, die er ist und ansonsten die Fresse halten. Dieses Rumgemehre im Traffic ist zum Kotzen.
#47
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Registriert seit: 21.01.2006

Korvettenkapitän
Beiträge: 2302
Was sein könnte ist eben wichtig, weil man nur so sehen kann, wozu jetzige Entscheidungen führen. Die Weichen für die Zukunft werden immer jetzt gestellt.

Du stützt dich z.B. im Moment auf den Gedanken, dass man ja als "Nicht-Nutzer" der Premiumangebote nicht mehr bezahlen muss.
Ich behaupte, dass diese Entwicklung aber zwangsläufig genau dazu führen wird, und eben dieses Vorausdenken das ist auch der Grund für die allgemeine Kritik bezüglich Netzneutralität.

Denn kleine Änderungen sind immer leichter durchzusetzen als Große. Und die große Änderung wurde schon begangen. Nämlich dass man anbieterseitig nun tatsächlich zwischen verschiedenen Services unterscheiden kann (darf).
Glaubst du es wird auch nur ein noch halb so großes Medienecho erzeugen, wenn die Telekom sich dann entschließt, die Tarife so anzupassen, dass man als Nutzer von "Partnerdiensten" generell Zugriff auf Medien bekommt, der auf andere Art und Weise nicht mehr möglich wäre? Dazu wäre z.B. nur ein schrittweises Anheben der Volumenkosten nötig, bis zu dem Punkt, an dem es sich Einige bereits gar nicht mehr leisten können, Videostreaming zu nutzen - es sei denn eben sie nutzen den Telekom-Dienst. Da das Ganze dann aber nicht mehr in Verbindung mit der Diskussion "Netzneutralität" in Verbindung gebracht werden kann, sondern eine "ganz normale", allgemeine Kostensteigerung, für vermeintlich Jedermann, ist, kann man zu jenem Zeitpunkt dann auch keine Kritik mehr daran üben, in Hinsicht auf Neutralität.

Der richtige Zeitpunkt für diese Fragestellung ist deshalb einzig und allein der, ab dem prinzipiell irgendeine Unterscheidung (gleich welcher Natur) getroffen wird.
#48
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Hauptgefreiter
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Zitat Gribasu;25454876
Internet Grundrecht? Quelle bitte.Dann müsste ja nen Auto auch nen Grundrecht sein.Ah ne is ja Luxus.Made my day.


Willkommen in der Realität...
BGH: Internet ist ein Grundrecht | Digitales Leben | DW.COM | 15.02.2013 oder einfach mal google, 'ne Zeitung oder ein Buch.


Und darauf bezieht sich auch mein Statement mit den Vergleichen, die fdsonne wieder versucht hat. An der Stelle die normale Marktwirtschaft als Vergleich zu ziehen ist falsch, weil Internet bzw. Netzneutralität keine normale Marktwirtschaft ist, werden soll und werden darf. Daher doch auch hier die ganze Diskussion. Würde man das aus normalen Wirtschaftsaspekten sehen, wäre die ganze Diskussion hier überflüssig, da das bei fast allen anderen Produkten natürlich gang und gebe ist.

@fdsonne
ja, so könnte man das in etwas konstruieren, mir ging es da ja auch besonders darum, dass solche Vergleiche die einzig möglichen sind und meiner war nicht ganz vergleichbar, deiner schon eher, stimmt.

Zitat fdsonne;25455358

Wie gesagt, der Fehler ist aus meiner Sicht eben anzunehmen, dass ein expliziter Vorteil für eine Personengruppe, die dazu sogar noch aktiv zahlt! nicht automatisch ein Nachteil für Dritte sein kann/muss...

Und aus meiner Sicht ist der Fehler anzunehmen, dass sich in diesem Fall für Spotify, Deezer (Nichtpartner von Streamon halt) kein Nachteil ergibt. Das Prinzip hat ja nun mal zwei Seiten von der wir gucken.
Du schaust auf Spotify und Applemusic und siehst "cool, wenn ich Applemusic nehme geht das ja gar nicht auf mein Kontingent". ->zack Vorteil für Applemusic.
Ich schaue auf die beiden und sehe "verdammt, Spotify finde ich zwar irgendwie besser, aber das kann schlägt ja auf mein Kontigent, dann muss ich Apple nehmen". ->zack Nachteil Spotify.

Und da wir nunmal diese unterschiedlichen Sichtweisen haben, kommen wir auf keinen gemeinsamen Nenner.

Bedenke trotzdem mal das Konzept weiter und nicht nur das Jetzt, wenn immer mehr Dienste so vorgehen, wird über kurz oder lang der Nutzer sein Anbieterauswahlverfahren ändern und so schauen Nicht-Partner immer mehr in die Röhre.

Das Ziel sollte eher sein (da sind wir uns zum Glück glaube ich alle einig), allgemein mehr Datenvolumen zu realistischen Preisen zu bekommen, zum Glück geht die Richtung da hin und auch die EU Roaming Entscheidung hilft in Deutschland da sicher weiter.
#49
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Zitat Lupidu;25456236
Und aus meiner Sicht ist der Fehler anzunehmen, dass sich in diesem Fall für Spotify, Deezer (Nichtpartner von Streamon halt) kein Nachteil ergibt. Das Prinzip hat ja nun mal zwei Seiten von der wir gucken.
Du schaust auf Spotify und Applemusic und siehst "cool, wenn ich Applemusic nehme geht das ja gar nicht auf mein Kontingent". ->zack Vorteil für Applemusic.
Ich schaue auf die beiden und sehe "verdammt, Spotify finde ich zwar irgendwie besser, aber das kann schlägt ja auf mein Kontigent, dann muss ich Apple nehmen". ->zack Nachteil Spotify.


Grundsätzlich ist dem durchaus so. Aber! es kann einfach nicht zum Problem des Anbieters der Datenverbindung gemacht werden, wenn der Nutzer sich explizit gegen einen Dienst/für einen Anderen entscheidet.
Sprich wenn du dann doch mit Apple Musik leben kannst, anstatt auf Spotify zu setzen, dann ist doch effektiv das Angebot von Spotify nicht derart von Vorteil, dass du die Volumenbelastung damit ausgleichen möchtest. Und hier ist der Knackpunkt... Das eine Angebot (nämlich Apple Musik im Beispiel) in Verbindung mit dem Zubuchen der Option im Mobile-Vertrag erzeugt nunmehr einen Vorteil für DICH als Nutzer. Dadurch entsteht zwangsweise natürlich ein Vorteil für den/die Anbieter.
Auf der anderen Seite hätte es doch auch Spotify sein können, die mit ihrem Angebot (und ggf. ihren Partnern) für Vorteile für DICH sorgen und damit Kunden "haschen"... Ein paar Trends sieht man da ja bspw. über die Monate und Jahre hinweg bei verschiedenen Anbietern und ihren Angeboten. Bestes Beispiel Amazon Prime. Buche Prime aus welchem Grund auch immer und habe ggf. damit einen Vorteil für Dinge, die du sonst nie machen würdest -> ich würde zum Beispiel kein Netflix oder ähnliche "vod" Dienste buchen, in Prime ist "vod" aber inkl. -> also nutze ich es hier und dort... Genau so wie Prime Musik, teils Prime Photo usw. usf.
Deswegen werden Dritte noch lange nicht diskriminiert... Und man sollte klar differenzieren!

Es bleibt aus meiner Sicht grundsätzlich die Frage zu klären, verstoßen explizite Vorteile gegen die Netzneutralität oder verstoßen nur ausschließlich explizite Nachteile gegen diese. Aus meiner Sicht ist ausschließlich letzteres der Fall bzw. sollte! es sein... Denn wenn es ersteres wäre, dann ist die Diskusion völlig haltlos -> da im Kapitalismus schlicht mit Geld perse Vorteile erkauft werden und damit ein derartiges Konzept überhaupt nicht tragbar ist/wäre... Das Internet (und damit die ISPs) müssten schon vom Schlage der Wohlfahrt sein, damit es funktionieren würde unter diesem Gesichtspunkt. -> was nicht der Fall ist. Es sind idR Kapitalunternehmen mit einer klaren Gewinnorientierung. Solange man also mit Geld nicht einen expliziten Nachteil erkauft -> sollte das perse also kein Problem darstellen. Sprich bspw. das Priorisieren der Datenpakete für explizit die Anbieter im Partnerprogramm bspw. DAS wäre ein Verstoß und wäre klar zu Ahnden!

Zitat Lupidu;25456236
Und da wir nunmal diese unterschiedlichen Sichtweisen haben, kommen wir auf keinen gemeinsamen Nenner.

Dem scheint wohl so... Anmerken möchte ich an der Stelle allerdings noch, dass es aus meiner Sicht nicht zwangsweise entscheidend ist, ob man auf einen gemeinsamen Nenner kommt oder nicht. Denn wir sprechen hier doch klar über eine Grundsatzentscheidung. Die Frage, ob gegen die Netzneutralität verstoßen wird oder nicht MUSS! sich perse belegen lassen. Nur wo stehen wir? Rein formal gesehen kann ICH dir nicht belegen, dass diese Praktik explizit nicht gegen die Netzneutralität verstößt, weil in 99,99% der Fälle ein Beleg für etwas, was nicht stattfindet, einfach NICHT erbringbar ist. Auf der anderen Seite müsste es sich aber im Umkehrschluss belegen lassen... ;)

Zitat TCM;25455583
Denk doch mal, du wärst ein Youtube-Konkurrent und du kriegst keine User, weil ohne Wegzoll keiner freiwillig zu dir kommt. Der ISP verfälscht den Markt zu Ungunsten kleiner Anbieter. Der Anbieter soll zahlen, damit sein Traffic in das Netz reinkommt und dann nochmal, damit er wieder rausgeht, was so gar nichts mehr mit dem Anbieter zu tun hat.


Zuerst einmal sollte doch die Frage nach dem Geld geklärt werden!?
Hier in der News steht eine Pauschale -> die andere News/Redaktionen zu dem Thema nicht teilen. Die Frage ist nun, was stimmt? Zahlt der Anbieter dafür oder nicht?

Und zum zweiten konkret zu deinem Beispiel. Wenn du als YT Konkurent einzig und allein darauf angewiesen bist, dass Telekom Magenta M und L Kunden sowie MagentaEins Kunden deine Seitenaufrufe erzeugen, dann krankt aus meiner Sicht entweder dein Konzept oder deine Zukunftsvision, ein YT Konkurent zu sein/werden... Soll konkret heisen, deiner Aussag wäre voll und ganz zuzustimmen, wenn die Telekom hier ein klares Monopol hätte und man dieses ausnutzt. Dem ist doch aber gar nicht so... Der Anteil der Telekom in diesem mobilen Bereich in DE dürfte bestenfalls bei ~1/3 bis 1/2 liegen. Wenn überhaupt! Ohne nun genaue Zahlen zu kennen liegt aber auch definitiv der Anteil der Verträge, die hier 45-55€ bereit sind im Monat zu zahlen recht sicher bei eher geringen Mengen.
Es ist und bleibt damit aus meiner Sicht einfach nur ein Benefit für die zahlende Kundschaft. Wie es jede Extraoption, die man buchen kann oder auch nicht, auch schon ist... Mein Anbeiter bspw. gibt mir die möglichkeit im Momant explizit irgendwelche Security Pakete in Software fürs Smartphone zu buchen, es gibt bspw. eine Maxdome Option usw. usf. Je nach Tarif habe ich damit explizit sogar einen Vorteil. Nicht zwangsweise auf das Datenvolume, aber ggf. auf das Angebot. Wenn ich die Filme für "lau" bekomme, weil Maxdome inkl. im Vertrag ist, kommt es aufs gleiche drauf hinaus als wenn ich Datenvolumen für "lau" bekomme, weil es inkl. ist.

Komischerweise meckert da (nahezu -> gemeckert wird ja immer, nur kommt idR keine derartig große Welle bei rum) "Keiner"? Warum??
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