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Fall Creators Update: Windows 10 rückt im Herbst näher an macOS

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Kam der gestrige erste Tag der Microsoft Entwickler-Konferenz Build noch ohne Highlights aus, sah dies heute anders aus. Denn im Mittelpunkt stand das nächste große Update für Windows 10. Das hört auf den Namen Fall Creators Update und wird zahlreiche Änderungen am Betriebssystem vornehmen. Aus dem Vorbild macht man kaum einen Hehl, vieles erinnert an Apple.

Das heißt nicht, dass Windows 10 nach dem Update wie macOS wirken dürfte. Viel mehr hat Microsoft einiges angekündigt, was man von Apples Plattformen insgesamt kennt. Das gilt vor allem für das Zusammenspiel verschiedener Betriebssysteme und Endgeräte miteinander.

Graph, Clipboard und OneDrive Files on Demand

Möglich wird das vor allem durch die drei Neuerungen Graph, Clipboard und OneDrive Files on Demand.

Hinter Graph verbirgt sich eine neue Schnittstelle, die per Cloud diverse Daten untereinander in Verbindung bringen kann, um plattformübergreifend eine „einheitliche Nutzererfahrung" bieten zu können. Dabei soll es keine Rolle spielen, ob überwiegend iOS-, Windows- oder Android-Hardware zum Einsatz kommt.

Gleiches gilt für Clipboard, das ohne Graph vermutlich so nicht möglich wäre. Dahinter verbirgt sich eine Art Zwischenablage, die allerdings geräteübergreifend nutzbar sein soll. Laut Microsoft soll es so beispielsweise möglich sein, einen Satz per „Kopieren" auf einem Windows-PC zu duplizieren und ihn dann auf einem iPhone per „Einfügen" an die gewünschte Stelle einzufügen.

Vergleichbar, aber in einem ganz anderen Maßstab, soll OneDrive Files on Demand arbeiten. Dabei geht es um den Zugriff auf in der Cloud gespeicherte Daten, ohne diese zuvor auf das jeweilige Gerät herunterladen zu müssen. Soll eine Datei genutzt werden, wird diese direkt gestreamt, im Explorer soll ein Icon über den jeweiligen Zustand - geladen oder nur online verfügbar - informieren.

Timeline und Cortana

Noch viele Fragezeichen stehen hinter Timeline. Laut Microsoft soll es damit möglich sein, zu einem beliebigen Zeitpunkt in der (System-)Vergangenheit zurückzukehren und dort auf Dateien, Anwendungen oder sogar Webseiten zuzugreifen. Ob die dafür notwendigen Systemabbilder nur offline oder auch in der Cloud gesichert werden und ob Timeline auch als Backup-Lösung im Stil von TimeMachine, ist noch völlig unklar. Und auch auf die Frage, ob von Gerät A aus auf die Vergangenheit von Gerät B zugegriffen werden kann, hat Microsoft noch nicht beantwortet.

Mehr Gewissheit gibt es bezüglich Cortana. Die Sprachassistentin soll künftig geräteübergreifend den gleichen Wissensstand haben, der Abgleich findet mit Graph im Hintergrund über die Cloud statt. Wird Cortana dementsprechend auf dem PC mit Informationen gefüttert, kann sie diese später auch auf dem Notebook nutzen.

Microsoft Fluent Design System

Noch sehr abstrakt wirkt das Microsoft Fluent Design System, das bislang unter dem Namen Project Neon entwickelt wurde. Das neue Design soll dafür sorgen, dass es Entwicklern künftig einfacher gemacht wird, Programme und vor allem Benutzeroberflächen für Geräte unterschiedlicher Formfaktoren zu erstellen.

Im Vordergrund steht dabei der Wunsch Microsofts, ein möglichst durchgängiges Design zu bieten. In Teilen erinnert das an die Ansätze des Metro-Designs in Windows 8.

iMovie heißt bei Microsoft Story Remix

Sehr viel greifbarer dürfte für viele Windows-Nutzer Story Remix werden. Mit dem neuen Programm will Microsoft das Erstellen von Collagen und Videos deutlicher einfacher machen. Ob es sich beim Ausgangsmaterial um Fotos oder Clips handelt, ist dabei ebenso unerheblich wie die Plattformen, auf denen sie hinterlegt sind. Diverse Vorlagen und Musik sollen für das gewisse Extra sorgen, das Hinzufügen von 3D-Elementen soll Mixed-Reality-Techniken Einzug halten lassen.

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Die laut Microsoft wichtigste Funktion ist aber der Einsatz von Deep Learning und künstlicher Intelligenz. Auf Wunsch kann der Nutzer beides für das automatische Erstellen nutzen. Eine vollwertige Schnittlösung dürfte Story Remix aber ebenso wenig wie iMovie sein.

Prominente Neuzugänge im Windows Store

Zeitlich unabhängig vom Fall Creators Update ist eine andere Neuigkeit, Microsoft auf der Build verraten hat. Denn der häufig gescholtene Windows Store, der für Nutzer von Windows 10 S die einzige Quelle für neue Software sein wird, erhält in den kommenden Wochen Monate prominente Apps. Dazu gehört der bereits angekündigte Spotify-Client, eine echte Neuheit ist hingegen iTunes.

Einen genauen Zeitpunkt nennen Microsoft und Apple ebenso wenig wie Details zum Funktionsumfang oder zur Optik. Es kann allerdings davon ausgegangen werden, dass Apple sein Medien-Tool weitgehend überarbeiten wird. Die Windows-Fassung gilt dem macOS-Pendant als deutlich unterlegen, vor mit Blick auf die Performance.

Zu guter Letzt will Microsoft es auch der Konkurrenz leichter machen. In einem ersten Schritt soll Ubuntu über den Windows Store vertrieben werden, zu einem späteren Zeitpunkt sollen andere Distributionen folgen. Auch die Installation von Linux soll einfacher werden.

Erscheinen wird das Fall Creators Update im Laufe des Herbsts, vermutlich Ende September. Zu Systemanforderungen und ähnlichem hat Microsoft sich noch nicht geäußert.

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