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Tachyum Prodigy: 64 Kerne, DDR5, PCIe 5.0, 400 GbE und HBM3

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tachyumEs gibt ein weiteres Lebenszeichen des Prodigy getauften Prozessors von Tachyum. Erstmals auf sich aufmerksam machte das Startup im Mai 2018, als man der Unternehmensgründung, die im Jahre 2016 erfolgte, eine großspurige Präsentation folgen ließ. Ziel der Forschung ist ein sogenannter Artificial Intelligence HPC Chip. Ein mit 256.000 dieser Prozessoren bestückter Supercomputer soll die Echtzeit-Simulationen eines Gehirns ermöglichen. Dies alles soll bei einer Leistungsaufnahme von nur 10 % im Vergleich zu aktuellen Servern möglich sein.

Nun gibt es ein weiteres Lebenszeichen, denn Radoslav Danilak, Gründer und CEO von Tachyum, will ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in der Slowakei aufbauen, welches vom Staat mit 17 Millionen Euro gefördert wird. 150 Stellen sollen hier entstehen.

Hier soll aber nicht nur eine Entwicklung der Hardware erfolgen, sondern auch das notwendige Ökosystem hinsichtlich der Software entstehen. Ohne die notwendige Softwareunterstützung, wird es die Hardware schwer am Markt haben, wie sich in der aktuellen Situation der ARM-Server zeigt.

Ende 2019 soll der Tape-Out des Prozessors erfolgen. Bisher gibt es also nur eine Architektur und Simulationen auf Papier. 2020 soll der Prozessor dann bei TSMC gefertigt werden.

64 Kerne, DDR5, PCIe 5.0, 400 GbE und HBM3

Zur Hotchips 2018 präsentierte Tachyum konkrete Details. Der Prozessor soll aus 64 Kernen bestehen. Laut Hersteller soll die Architektur eines einzelnen Kernes leistungsfähiger sein, als Intels aktuelle Skylake-Architektur. Über ein Mesh-Interconnect sind die Kerne untereinander miteinander verbunden. Aber auch die weiteren Komponenten wie die DDR4/DDR5-Controller, der HBM der 3. Generation, die PCI-Express-Lanes und das 400 GbE sind über das Mesh angebunden.

Die wichtigsten Daten des Prozessors in der Übersicht:

  • 8 DDR5/DDR4-Speichercontroller
  • 72 PCI-Express-5.0-Lanes
  • 2x 400/100/50/25/10 GbE
  • 2x HBM3 
  • 32MB kohärenter L2/L3-Cache
  • TDP: 180 W (bei 4 GHz)

Es soll aber auch verschiedene Ausbaustufen des Prodigy geben. Zum Einen sieht Tachyum einen Ersatz für Dual-Sockel-Xeon-Systeme vor, die 64 Kerne, DDR4/DDR5, 72 PCI-Express-Lanes und zwei Ethernet-Controller bieten. Ein weiteres Modell ist als Ersatz für die Xeon-D-, Xeon-E3- und Xeon-E5-Prozessoren gedacht und soll 16 oder 32 Kerne mit vier oder zwei DDR4-Speichercontrollern sowie schnelles Ethernet bieten. Schlussendlich gibt es auch noch die HPC-Variante mit wieder 64 Kernen, vier DDR5-Speichercontrollern und bis zu 32 GB an HBM3.

Gefertigt werden soll der Prozessor in 7 nm bei einer Chipfläche von nur 290 mm². Weitere Details zum Prodigy hatte Tachyum auf der HotChips 2018 veröffentlicht (PDF).

Tachyum sieht den Prodigy als General-Purpose-Hardware, die sowohl Prozessoren, als auch GPU-Beschleuniger und Speziallösungen im HPC- und AI-Bereich hinter sich lassen soll. Die Pläne sind also mehr als ambitioniert und auch wenn eine Umsetzung in Hardware durchaus denkbar ist, wird sich erst dann zeigen müssen, ob es die Hardware auch wirklich zu einer Relevanz am Markt schafft.

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