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Keine großen Vorteile: Messungen eines geköpfen RYZEN-Prozessors

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Bereits in der vergangenen Woche berichteten wir darüber, wie der deutsche Overclocker der8auer sich daran machte, einen der neuen RYZEN-Prozessoren, genauer gesagt einen RYZEN 7 1700, zu köpfen, um sich anzuschauen, was sich unter dem Heatspreader befindet. Das Ergebnis bzw. die wichtigste Erkenntnis waren ein verlöteter Heatspreader sowie zwei kleine Indium-Plättchen, die den eigentlichen Kontakt zwischen Heatspreader und Die herstellen. Die Frage war nun, ob eine direkte Kühlung einen Vorteil bringt oder es besser ist, den Heatspreader dort zu belassen, wo er ist.

Mit noch installiertem Heatspreader konnte der8auer mit einer Luftkühlung keine 4,0 GHz mit einem RYZEN 7 1800X unter Prime95 halten. Stabil lief er mit 3,9 GHz auf allen acht Kernen bei 1,4 V. Die CPU-Temperatur lag bei maximal 81,1 °C. Im Cinebench waren mit 1,45 V immerhin 4.050 MHz möglich. Eigentlich sollten die Tests mit einer Custom-Wasserkühlung gemacht werden, dies war aber nicht möglich, da der AM4-Sockel die Installation einer geköpften CPU zusammen mit dem Wasserkühler (z.B. von EKWB) erschwert. Grund hierfür ist eine Seite des Sockels, an der sich die Arretierung befindet. Dieses Plastikteil ist höher, als die Die des Prozessors und verhindert damit, dass der Kühler richtig aufliegen kann. Für eine Direct-Die-Kühlung muss die Bodenplatte des Kühlers also recht kompakt sein.

Bevor der Kühler direkt auf die Die aufgesetzt werden kann, muss das Indium entfernt werden, welches auf der Die aufsitzt. Dies ist mit einer einfachen Rasierklinge möglich. Danach kann der Kühler installiert werden. Die Unterschiede durch die Direct-Die-Kühlung sind aber weitaus kleiner, als der8auer dies erwartet hat.

Ohne Heatspreader erreichte der RYZEN 7 1800X bei 3,9 GHz und 1,4 V eine Temperatur von maximal 80,1 °C – also 1 °C weniger als zuvor. Im Durschnitt können es auch ein paar Grad Celsius mehr sein. Das Entfernen des Heatspreaders lohnt sich also wegen der Temperaturen nicht, birgt aber einiges an Gefahren den Prozessor zu beschädigen.