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AMD zeigt erstmals Leistungsdaten zum Naples-Server-Prozessor

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amd naplesAMD nutzte den RYZEN Tech Day auch, um weitere Details zu Naples, der Server-Variante auf Basis der Zen-Architektur zu verraten. Bereits im vergangenen Sommer begann AMD damit, die ersten Details dazu zu verraten. Bisher war aber wenig substantielles dabei, wenn man von der Angabe von 32 Kernen und 64 Threads pro Prozessor einmal absieht. Mit eben dieser Anzahl an Kernen sowie der Tatsache, dass in einem Dual-Socket-System 64 Kerne und 128 Threads zur Verfügung stehen, sieht sich AMD wieder gut aufgestellt, um im Server-Segment erneut anzugreifen.

Gefertigt wird der Naples-Prozessor natürlich ebenfalls in 14 nm, wobei an solche Prozessoren andere Anforderungen gestellt werden, was die Zuverlässigkeit betrifft, was sich unter anderem im Takt wiederspiegeln wird. Über konkrete Taktraten spricht AMD aber noch nicht. Stattdessen zeichnet sich ab, dass ein Naples-Prozessor aus vier Zeppelin-Dies zusammengesetzt wird. Diese Zeppelin-Dies bestehen sozusagen aus einem RYZEN-Achtkern-Prozessor, sind per Multi Chip Package (MCP) miteinander verbunden. Mit dem MCP hat AMD bereits in der Vergangenheit Erfahrungen gemacht. Nimmt man nun die gleichen Daten für die Größe und Komplexität eines Zeppelin-Dies im Vergleich zum einem RYZEN-Achtkern-Prozessor an, so landen wir hier bei 19,2 Milliarden Transistoren und einer Chipgröße von rund 800 mm.

Nun ist auch klar, dass ein einzelner Naples-Prozessor über acht Speichercontroller verfügt. Die 2x 4-Channel können mit jeweils 8 DIMMs entsprechend mit Speicher bestückt werden. In einem Dual-Socket-System stehen demzufolge 32 DIMMs zur Verfügung, die eine theoretische Bestückung von 4 TB an Speicher ermöglichen. Dies ist bisher in einem Dual-Socket-Server nicht machbar und stellt daher ein Alleinstellungsmerkmal dar. 128 PCI-Express-3.0-Lanes stehen ebenfalls noch zur Verfügung, was im Vergleich zur aktuellen Xeon-Generation ebenfalls ein deutlicher Vorteil sein dürfte, denn hier werden weitaus weniger Lanes angeboten. Im Falle des Intel Xeon E7-8894 v4 sind es nur 40 und selbst die Nachfolge-Generation soll auf nur 48 PCI-Express-Lanes kommen, die direkt über den Prozessor zur Verfügung gestellt werden können. Die 128 PCI-Express-Lanes eines Naples-Prozessors sind allesamt Multiplexed und können zur direkten Anbindung von SATA-Laufwerken oder Ethernet-Verbindungen verwendet werden. Ein Chipsatz ist mit den Naples-Prozessoren nicht mehr notwendig.

In einem Dual-Socket-System stehen allerdings nicht mehr die vollen 128 PCI-Express-Lanes zur Verfügung, sondern pro Prozessor nur noch 64. Jeweils 64 Lanes werden verwendet, um per Infinity Fabric die beiden Prozessoren miteinander zu verbinden. Die dazugehörige Bandbreite wird sich auf etwa 64 GB/s belaufen. Intels QPI kommt in der aktuellen Ausführung auf 25,6 GB/s (3,2 GHz × 2 Bits/Hz (Double Data Rate) × 16(20) (Data Bits/QPI Link Width) × 2 (bidirektionales Senden und Empfangen möglich) / 8 (Bits/Byte) = 25.6 GB/s). Welchen Einfluss ein schneller Interconnect hat, werden wir später noch sehen. Auf die von AMD öffentlich gemachten Details des Infinity Fabric haben wir bereits genauer betrachtet.

Natürlich darf auch der direkte Vergleich zu Intel nicht fehlen. Dabei wird Dual-Socket-System mit einem ähnlichen bestehend aus zwei Intel Xeon E5-2699 v4 verglichen.

Dual-Socket-Vergleich
  AMD Naples Intel Xeon E5-2699 V4
Anzahl der Prozessoren 2 2
Kerne 64 44
Threads 128 88
Speicherchannel 16 8
Speicherkapazität (16 GB DIMMs) 512 384
Speichertakt 2.400 MHz 1.866 MHz
PCI-Express-Lanes 8x 16 = 128 2x 40 = 80

Durch die höhere Anzahl an Prozessorkernen sowie der zur Verfügung stehenden Threads sieht sich AMD natürlich klar im Vorteil. Entscheidend ist an dieser Stelle aber, welche Leistung diese Kerne erbringen können. Dazu lieferte man auch gleich ein paar Benchmarks, auf die wir noch genauer eingehen werden. AMD ist aber auch die Unterstützung von Octa-Channel-DDR4 sowie die Unterstützung von mehr und schnellerem Speicher wichtig. Auch dazu hat man in den Benchmarks ein praktisches Beispiel.

Erste Benchmarks

Erstmals liefert AMD auch ein paar Benchmarks. Diese wurden auf verschiedenen Server erstellt, um einen Vergleich mit Intel zu ermöglichen. Als Software kam dabei eine Analyse von seismischen Daten zum Einsatz, die bei der Erkundung von Bodenschätzen angewendet wird. Dabei wird ein Messfeld mit einer bzw. vier Milliarden Simulationspunkten in einem Grid verwendet. Die AVX-Instruktionen waren jeweils aktiviert, im Falle des Naples-Prozessors änderte sich der Takt des Prozessors nicht.

In einem ersten Benchmark wurde ein Intel-System mit 44 Kernen und 1.866 MHz schnellem Speicher gegen ein Naples-System verglichen, bei dem die Anzahl der CPU-Kerne ebenfalls auf 44 limitiert wurde und in dem der Speicher ebenfalls mit nur 1.866 MHz lief. Damit soll ein 1:1-Vergleich ermöglicht worden sein. Das Messgrid bestand aus 500 x 1.408 x 1.408, also insgesamt 991.232.000 Simulationspunkten. Bereits am Anfang wird deutlich, dass das Naples-System die Daten dennoch schneller in den Speicher laden und mit der eigentlichen Berechnung anfangen kann. Das Naples-System kann nicht nur die Iterationen schneller durchführen, sondern ist durch den Vorteil der schnelleren Speicherverarbeitung 18 s schnell, während das Intel-System 38 s benötigt. Noch extremer das Bild, wenn das Naples-System von der Leine gelassen wird. Arbeitetet es mit 64 Kernen und einem Speichertakt von 2.400 MHz, ist der Unterschied noch etwas größer.

Simulation seismischer Daten

10 Iterationen

Sekunden
Weniger ist besser

Simulation seismischer Daten

10 Iterationen

Sekunden
Weniger ist besser

Simulation seismischer Daten

Durchschnitt der Iterationen

Sekunden
Weniger ist besser

Simulation seismischer Daten

Durchschnitt der Iterationen

Sekunden
Weniger ist besser

Schlussendlich wählt AMD auch noch einen Extremfall, in dem das Dataset auf 2.000 x 1.408 x 1.408 auf insgesamt 3.964.928.000 Simulationspunkte vergrößert wird. Das Intel-System ist gar nicht mehr in der Lage alle Daten in den Speicher aufzunehmen und bricht die Berechnung ab. Auch mit Skylake-EP will AMD den Vorteil des schnelleren und größeren Speichers noch vorzuweisen haben und auch die neuen NVDIMMs mit flüchtigem und nichtflüchtigem Speicheranteil werden von Naples unterstützt.

Nach dem erfolgreichen Start der RYZEN-Prozessoren für den Desktop sieht vieles danach aus, dass AMD auch bei den Servern zukünftig wieder eine Rolle spielen wird. Bisher kennen wir aber nur ein paar isolierte Ergebnisse, die keinesfalls ein Gesamtbild ergeben. Je nach Anwendungen kann sich die Leistung eines Prozessors unterscheiden und AMD hat sicher eine Anwendung gewählt, die dem Naples-Prozessor gut steht.

Während für die Veröffentlichung bisher immer noch von Sommer die Rede war, spricht AMD nun von einer Verfügbarkeit erster Systeme mit Naples-Prozessoren im zweiten Quartal 2017.

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Kommentare (35)

#26
Registriert seit: 05.07.2010

Admiral
Beiträge: 13385
Zitat sweetchuck;25375724
Aber schick wäre so ein Einstiegs-Achtkerner aus zwei halbierten Zen-"Modulen" mit Quad Channel und 40 PCIe-Lanes als Gegenstück zu Intels i7-Varianten für die 2011/2066-Plattform schon...
Quad Channel könnte man nicht machen, aber 32 PCIe Lanes sollte ja machbar sein, wenn man 128 mit 4 Dies bekommen kann. Nur bräuchte es dafür eben einen anderen Sockel und der kostet dann auch mehr. Man wird sehen müssen ob oder eher wann AMD dann noch einen dritten nachreicht der zwischen dem große und dem AM4 liegen wird.

Sowas bräuchte man auch für kleine Server und Workstation Boards für die der 32 Kerner mit all seinen RAM Channels und PCIe Lanes oversized aber der AM4 vor allem im Bezug auf die PCIe Lanes zu knapp geraten ist. Davon könnte dann die Enthusiastenplattform abgeleitet werden, ganz ähnlich wie es auch demnächst bei Intel mit den Sockeln 1151, 2066 und 3647 sein wird. Aber das braucht Zeit und erst einmal gibt es eben die beiden Extreme, danach dürften irgendwann die Mitte nachgereicht werden, was auch Sinn macht, da AMD ja Intel die Leistungskorne bei den Servern streitig machen will, auch wenn das wohl nicht durch die Bank der Anwendungen sondern nur bei einigen klappen wird, so ist es doch fürs Image sehr wichtig.

Die Mitte ist dann für das Marktvolumen, da längst nicht für jede Serveranwendung 32 Kerne nötig sind und aufgrund der SW-Lizenzmodelle auch oft absolut unrealistisch wären.

Zitat hRy;25375750
Der Q6600 war auch kein nativer 4 Kerner und trumpfte voll auf im Gegensatz zum Phenom I (nativ 4 Kerne).
Ja und? Da waren auch noch ganz andere Unterschiede im Spiel, aber RYZEN kann auf einem Kern mithalten und ist teils über alle Kerne besser, wenn die Threads eben schön unabhängig voneinander arbeiten können. Müssen sie viel interagieren, fällt RYZEN zurück, woran könnte das wohl liegen? Meine Vermutung ist da klar das Modulkonzept und wenn man schon auf einem Die solche Probleme bei der Kommunikation zwischen den CCX hat, dann wird es nicht besser, wenn man auch noch 4 Dies zusammenschaltet, denn zwischen den Dies dürfte die Verbindung keineswegs besser als auf dem gleichen Die sein.

Zwar kenne ich diese SW für den Benchmark nicht, aber das Problem klingt mir wie eines bei dem die Kerne recht unabhängig voneinander jeweils auf einem Teil der Daten arbeiten, was eben die Stäke von RYZEN ist. Dann frage ich mich auch, warum man sich auf 16GB RAM Riegel beschränkt hat, ein Xeon E5-2699 v4 unterstützt alleine bis zu 1,54TB RAM, also 128GB Riegel. Derzeit gibt es reg DDR4 und LRDIMM als 64GB zu kaufen, damit kann man dann immerhin eine Dual-Xeon E5-2699 v4 Konfiguration mit 1,54TB RAM ausrüsten, nicht nur mit 384GB wie AMD angibt.
#27
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Registriert seit: 27.01.2005

Flottillenadmiral
Beiträge: 5435
Das Multi Chip Module ohne Heatspreader mit den vier 8-Kern DIEs wäre mal interessant zu sehen :d
#28
Registriert seit: 09.09.2011

Matrose
Beiträge: 29
Beruhige dich (:
Wollte das nur mal erwähnt haben ob nativ oder nicht erstmal nicht viel aussagt.
#29
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Registriert seit: 08.08.2006
Weinböhla (Sachsen)
Moderator
Beiträge: 32653
Zitat DragonTear;25375610
Also der deutliche Vorteil/Vorsprung bei selber Kernzahl UND selbem Takt ist nicht von der Hand zu weisen, wie du im Artikel lesen kannst. Jedenfalls bei dieser Aufgabe da.
Auf alle Fälle hat Intel Konkurenz.


8x NUMA Nodes bei einer Software, die offenbar NUMA aware ist...
Das ist keine Kunst ;) Du kannst heute auch 8x 8890v4 Xeon E7 da hinstellen und die gleiche Software drauf tuckern lassen und du wirst staunen, dass da ziemlich sicher auch eine massive Skalierung auf die 8xQuadchannel bei ebenso 8x NUMA Nodes stattfinden wird. Denn da stehen 680GB/sec auf dem Papier... Oder halt jegliche andere Kombination aus 4000er Xeons (mit dann ebenso 16 Speicherkanälen in Summe)

Kurzum, wer so eine Software einsetzt, der setzt auch auf ein Produkt, was darin punktet und nimmt normal _nicht_ die Stangenware.

Die Frage ist am Ende, ist der Markt ready für 8x NUMA Nodes? (bzw. 4x bei 1P Modellen)
4x NUMA Nodes bei Intel heist im Moment Xeon E5 46xx oder Xeon E7 -> das ist alles keine Std. Stangenware und "will" im Std. Serverbereich auch gar keiner Nutzen. Selbst wo es zum Teil preislich sogar attraktiver ist die Systeme dahingehend zu konsolidieren. (meist weniger Lizenzkosten und damit günstigere Gesamtkosten)

Zitat Don;25375624
Den einen Sieger gibt es in dem Segment so oder so nicht.


Das ist genau der Punkt, den die privat User idR unterschätzen... Da geht es dediziert um Hardware die für bestimmte (und nur diese) Anwendungsfelder explizit gewählt wird.
Die Eierlegende Wollmilchsau gibt es im Serverbereich idR nicht (mehr)

Zitat Holt;25375718
Für Heimanwender ist Naples aber nichts, aber immerhin zeigt es, dass statt 16 auch 32 PCIe Lanes machbar sein sollte, wie meine Analyse der Ausgabe von HWInfo auch schon hat vermuten lassen und vielleicht kommt ja dann noch ein Enthusiastensockel der diese Fähigkeiten auch ausnutzt.


Spricht man nicth von 64 Lanes pro Socket? 128 Lanes in Summe bei 2P?
Das wären dann 4x16 pro CPU -> und 1:1 dem, was Ryzen im Desktop kann...
Oder hab ich was verpasst?

Zitat hRy;25375750
Der Q6600 war auch kein nativer 4 Kerner und trumpfte voll auf im Gegensatz zum Phenom I (nativ 4 Kerne).


Nein, eher andersrum... Der Phenom I krankte an einigen Baustellen. Zuerst mal am TLB Bug. Dann am Zeitfaktor (den Q6600 gibts seit Ende 2006/Anfang 2007, der erste Phenom I kam irgendwo Ende 2007, Anfang 2008) und zuletzt die sehr niedrigen Taktraten (CPU und Uncore/Cache) zu Beginn. Ein Q6600 als Einsteiger kam mit fixen 2,4GHz, der Phenom I 9850 als TopModell mit 2,5GHz. Nur gehts beim QX6800 schon bis knapp 3GHz. Die größten Modelle sogar über 3GHz...
Die MT Skalierung des Intel Quadcores ist gelinde gesagt einfach "schlecht"... Was im Nachgang dann mit Nehalem/Lynnfield ohne SMT im direkten Vergleich auch nachgewiesen wurde. Der Phenom I und Phenom II skaliert an der Stelle auch besser...


Aber das ist hier nicht entscheidend, das Problem "hier" ist die Anzahl der NUMA Nodes. 32C Naples bedeutet wohl nach den bisherigen Aussagen von AMD, 4x NUMA Nodes pro CPU. 8x NUMA Nodes bei zwei Sockets.
Entweder die Software _kann_ es, oder die Software kann es nicht. Letzteres ist im Moment die Regel! Einzig im HPC Bereich lässt sich das idR pauschal gut abdecken... Aber Naples wird wohl kaum ausschließlich für den HPC Markt gedacht sein.
#30
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Registriert seit: 06.02.2014
Im sonnigen Süden
Admiral
Beiträge: 10766
Zitat fdsonne;25377711
8x NUMA Nodes bei einer Software, die offenbar NUMA aware ist...
Das ist keine Kunst ;) Du kannst heute auch 8x 8890v4 Xeon E7 da hinstellen und die gleiche Software drauf tuckern lassen und du wirst staunen, dass da ziemlich sicher auch eine massive Skalierung auf die 8xQuadchannel bei ebenso 8x NUMA Nodes stattfinden wird. Denn da stehen 680GB/sec auf dem Papier... Oder halt jegliche andere Kombination aus 4000er Xeons (mit dann ebenso 16 Speicherkanälen in Summe).

Da lässt du jetzt aber sowohl den Platz- als auch den Kostenfaktor außer acht. Und AMD Boards mit 4 solcher Teile wären auch im Bereich des Möglichen - womit AMD wieder den Vorsprung hätte - oder wurde das ausgeschlossen (frage wäre wie sich dann dieser Interconnect über die 64 lanes bei sowas verhalten würde)?
#31
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Registriert seit: 08.08.2006
Weinböhla (Sachsen)
Moderator
Beiträge: 32653
Natürlich -> Kosten sind dann klar unbeachtet. Aber was bringt es einfach auf A), B) oder C) zu schauen und X), Y) oder Z) völlig zu ignorieren?
8x NUMA Nodes vs. 2x NUMA Nodes ist hier der Vergleich der gezogen wurde... Da zu sagen, aber wir vergleichen 2P vs. 2P kann man machen, aber es ist nunmal nicht die Socket Anzahl das Problem, sondern wie der Spaß verdrahtet ist...

Wenn man sich in die Lage von AMD versetzt, ist es auch völlig verständlich, sich eine derartige Rosine rauszupicken... Was sollen sie auch anderes machen? Es gibt offenbar (entgegen der ersten Spekulationen) vorerst keine Modelle mit mehr wie 8C/16T pro DIE. Das setzt halt eine Art Limit. Und entweder die genutzte Software skaliert über ein MCM Konstrukt und mehreren NUMA Nodes -> oder der Spaß ist raus...
Gerade beim Preisthema ist das ganz klar entscheidend. Denn es stellt sich keiner Hardware in Größenordnungen hin, die den Softwarebedarf/die Softwareanforderungen nicht abdecken kann. Da kann der Spaß noch so "günstig" im Vergleich sein. Verfehlt es die Anforderungen, kommt es nicht in Frage...

PS: 4P Naples wird es nicht geben. Das wären 16x NUMA Nodes -> ist nicht angekündigt und wird wohl so nicht kommen. Seit den ersten A64 K8 Opterons als Okta-Socket hält sich die 8x NUMA Node Schwelle in diesem Bereich... Auch nach Intels späterem Schwenk weg vom FSB mit dem Nehalem war bei 8x NUMA Nodes schluss... Und es gibt im Moment keine Anzeichen, ob sich dies ändern wird.
Mal davon ab, die größten Modelle werden ganz sicher auch im reinen P/L eher schlecht und nur für die aller wenigsten überhaupt von Interesse sein... Stino Stangenware dürfte sich heute eher im Bereich 8-12 Cores pro Socket befinden.
Das bedeutet konkret. 4x NUMA Nodes minimal bei Naples -> sofern es überhaupt Modelle abseits eines 4x MCM geben wird (wovon ich im Moment aber ausgehe -> der C32 Socket braucht/will auch nen Nachfolger haben, das wäre quasi ein "Dual AM4" -> 1x Dualchannel per Socket mit (L)RDIMM Support für 3x Riegel pro Kanal). Das wäre dann quasi der Einstiegs-DualSocket Servermarkt mit maximal 2x8C/16T pro System.

Man könnte sich technisch gesehen bspw. ein 4x Xeon E7 Konstrukt mit 4000er Modellen als 16 Core Version hinstellen. Liegt (UVP laut Intel Ark Tabelle) bei ~3000$ pro CPU und du hättest den gleichen RAM Durchsatz bei 4x Quadchannel -> und das seit Haswell-EX, also schon ganz paar Jahre. Die 4000er E5 Xeons sind irgendwie deutlich teurer (teils 50% laut Intels Liste)

Aber da sind halt noch viele andere Faktoren, die da mit reinspielen. Bspw. die PCIe Lanes, Möglichkeiten zur Anbindung usw. So ein 4xMCM Naples stellt zwar viele Lanes bereit, aber was passiert wohl, wenn du da in Größenordnung auch Last drauf legst? Da geht massiv viel Traffic über die Interconnects, denn die Lanes stammen offenbar jeweils zu Teilen von den Prozessor-DIEs direkt -> bspw. was passiert dann mit der Skalierung usw. usf.

Als privat Person macht man es sich hier zu einfach wenn man annimmt, 1P = 1P und 2P = 2P... Denn das ist vllt optisch so zu erkennen, unter der Decke aber teils völlig anders ;)
#32
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Registriert seit: 16.01.2009

Stabsgefreiter
Beiträge: 375
Zitat fdsonne;25377711

Spricht man nicth von 64 Lanes pro Socket? 128 Lanes in Summe bei 2P?

Soweit ich das verstanden habe, besitzt Naples 128 Lanes, aber in einem 2P System dienen je 64 der Kommunikation zum Kollegen.
#33
Registriert seit: 05.07.2010

Admiral
Beiträge: 13385
Zitat fdsonne;25377711
Da geht es dediziert um Hardware die für bestimmte (und nur diese) Anwendungsfelder explizit gewählt wird.
Die Eierlegende Wollmilchsau gibt es im Serverbereich idR nicht (mehr)
Das im Consumersegment doch nicht anders, auch da gibt es keine CPU die in jedem Fall die besten und den anderen überlegen ist, nur muss beim Heimanwender die CPU eben viele unterschiedliche Dingen können und daher gibt es eben nicht diese Optimierung auf einen Anwendungsfall, sondern meisten sucht man die CPU die im Schnitt über viele Anwendungsfälle gut ist, aber auch hier muss man im Zweifel entsprechend des eigenen Nutzungsprofils eben Prioritäten setzen. Dann ist da noch die Frage des Preises und weil die SW für Heimanwender wird ja in aller Regel pro Rechner und nicht wie bei Profisoftware immer öfter anzutreffen pro Kern bezahlt wird, ergeben sich da daraus andere Gesichtspunkte.

Zitat fdsonne;25377711
Spricht man nicth von 64 Lanes pro Socket? 128 Lanes in Summe bei 2P?
Das wären dann 4x16 pro CPU -> und 1:1 dem, was Ryzen im Desktop kann...
Oder hab ich was verpasst?
So wie ich das gesehen und verstanden haben, sind pro CPU 128 Lanes vorhanden, wenn aber zwei CPUs auf dem Board sind, werden 64 davon für die Verbindung zwischen den beiden genutzt, womit es dann auch wieder "nur" 128 PCIe Lanes bei Dual-CPU sind. Wenn man sich die Ausgabe von HWInfo für RZYEN ansieht, so fallen dort einige Pseudo-PCIe Einträge auf, die Fabric scheint da flexibel zu sein und ihre Verbindungen als PCIe nutzen zu können, wobei die Frage bleibt wie weit nicht sich das andere überhaupt noch von PCIe unterscheidet.

Zitat fdsonne;25377711
Die MT Skalierung des Intel Quadcores ist gelinde gesagt einfach "schlecht"... Was im Nachgang dann mit Nehalem/Lynnfield ohne SMT im direkten Vergleich auch nachgewiesen wurde.
Es ist eben ein Unterschied ob alle Kerne auf einem Die sind oder verschiedene Dies miteinander verbunden werden. Selbst bei viele Kernen auf einem Die ist die Kommunikation zwischen ihnen eine große Herausforderung und Intel soll ja gerüchteweise die bisherigen Doppelringe bei den großen Skylakes gegen etwas neues ersetzt haben um dies effizienter zu machen.

Zitat fdsonne;25377711
Aber Naples wird wohl kaum ausschließlich für den HPC Markt gedacht sein.
So sieht es aus, da AMD ja einen recht einfachen Ansatz gewählt hat um so viele Kerne zu realisieren. Im Anbetracht der Situation von AMD ist das aber auch in Ordnung, sie müssen ja nicht Intel gleich in jedem Marktsegment überholen, wenn sie so wieder einen Fuß in die Tür des Server CPU Marktes bekommen, können sie später immer noch andere Modelle nachreichen deren Dies mehr Kerne haben. Wichtig ist für AMD ja erst einmal Geld zu verdienen und auch wieder am Markt ernst genommen zu werden. Das die CPUs nicht alle Anwendungen optimal abdecken ist da nicht so tragisch, solange die Bereiche wo sie gut sind für genug Umsatz sorgen können.

Zitat DragonTear;25377879
AMD Boards mit 4 solcher Teile wären auch im Bereich des Möglichen - womit AMD wieder den Vorsprung hätte - oder wurde das ausgeschlossen (frage wäre wie sich dann dieser Interconnect über die 64 lanes bei sowas verhalten würde)?
Eben, 4 CPUs sind nicht so einfach machbar, außer man will die in eine Kette aneinander hängen und dann sehr lange Signalwege zwischen bei beiden CPUs am Ende riskieren, was wohl bei den internen Dies auch der Fall sein wird. Daher hat AMD auch immer nur von 2 CPU Systemen gesprochen. Bei Intels 4 Sockel Systemen ist meine ich jede CPU mit zwei Nachbaren verbunden, da ergibt sich nur zu einer der 4 ein längerer Weg der über eine andere CPU geht.
#34
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[video=youtube;vovBG-PYD6k]https://www.youtube.com/watch?v=vovBG-PYD6k[/video]

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#35
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Zitat hRy;25375545
Can it run Crysis?


Yes.
Intel's crisis.

:d







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