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AMD spricht über Zen, Gewinnmargen und den Semi-Custom-Markt

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AMD Logo 2013Gerne laden Unternehmen aus dem Finanzsektor in regelmäßigen Abständen die Chefetage der verschiedensten Branchengrößen ein. Dieses Mal sprach Dr. Lisa Su, CEO von AMD, auf der Credit Suisse 20th Annual Technology, Media & Telecom Conference und äußerte sich dort zu dem, was AMD 2017 alles vor hat. Dabei spielen die Themen Zen, Semi-Custom-Prozessoren für den Konsolenmarkt und die finanzielle Ausrichtung des Unternehmens eine wichtige Rolle.

Doch beginnen wir mit dem wichtigsten Thema, denn am 13. Dezember will AMD erstmals weitere Details zu den Zen-Prozessoren veröffentlichen. Dies soll im Rahmen eines eigenen Events geschehen, das auch per Livestream verfügbar sein wird. Es ist zu erwarten, dass AMD zumindest ein erstes fertiges Produkt in Form eines Summit-Ridge-Prozessors zeigen wird. Ob man bereits alle technischen Daten nennt, ist allerdings unklar. Damit bleibt es zumindest bis zu 13. Dezember bei den Informationen, die AMD bisher zum Beispiel auf der Hot Chips Conference veröffentlicht hat.

Zen weiter in der Spur

Laut Dr. Lisa Su ist AMD sehr zufrieden mit der Entwicklung der Zen-Architektur. Alles verlaufe derzeit innerhalb des selbst gesteckten Zeitrahmens. In den vergangenen Wochen und Monaten haben zahlreiche Partner von AMD bereits die Produkte testen können und zeigten sich ebenfalls sehr zufrieden. Zen erscheine demnach für den Desktop im ersten Quartal 2017, im Serverbereich soll es im zweiten Quartal soweit sein und für Notebooks rechnet AMD mit der zweiten Jahreshälfte 2017. Hinsichtlich der Leistung sieht sich AMD wieder auf Augenhöhe mit Intel, auch wenn wir diesen Vergleich schon kennen. In einer Vorschau zeigte AMD die Leistung eines Summit-Ridge-Systems in Vergleich zu einem Intel Core i7 Broadwell-E – beide mit acht Kernen und 16 Threads. Beide Systeme wurden identisch konfiguriert und liefen demnach mit 3,0 GHz. Auch der Speicherausbau etc. sollen identisch gewesen sein. Im Blender CPU Render – AMD wählte dies als Vergleichsbenchmark – sollen diese beide Systeme eine nahezu identische Leistung erreicht haben.

Allerdings ist AMD auch bewusst, dass man das Vertrauen der Kunden, egal ob Endkunden oder im Serverbereich, zunächst erst wieder zurückgewinnen muss. Gerade im lukrativen Serverbereich liegt AMD bei einem Marktanteil von 1 % und von hier kann es laut Lisa Su nur nach oben gehen. Daher konzentriere sich AMD nicht nur auf die Leistung selbst, sondern auch auf die Preis/Leistung. Neben der Leistung sollen außerdem weitere Merkmale des Prozessors eine entscheidende Rolle beim Kauf spielen. Dazu gehören die Schnittstellen, die am Mainboard geboten werden können. Eine schnelle M.2-Anbindung ist hier ebenso obligatorisch wie USB 3.1 Gen2. Neben den Desktop-, Server- und Notebook-Prozessoren will AMD eine "spezielle GPU/CPU-Lösung" vorbereitet haben.

Semi-Custom und ARM spielen weiter eine wichtige Rolle

Das sowohl Microsoft mit der Xbox One S und Sony mit der PlayStation 4 Pro auf einen Custom-SoC von AMD setzen, ist wohl ein Glücksfall für das Unternehmen. Hier kann seit einigen Quartalen ein stabiler Umsatz erwirtschaftet werden und daher will AMD diesen Bereich auch weiter ausbauen. Die Zen-Architektur soll erst nach 2017 in die Semi-Custom-Roadmap einfließen.

Produkte mit ARM-Architekturen spielen für AMD weiterhin eine Rolle. Allerdings sind dies Speziallösungen, die weiterhin keine allzu große Relevanz besitzen. In der Semi-Custom-Roadmap wird man entsprechende Produkte weiterhin anbieten.

Wirtschaftlich will man gestärkt aus dem nächsten Jahr gehen

AMDs wirtschaftliche Situation bleibt angespannt. Zwar wird in einzelnen Quartalen ein Plus geschrieben, meist aber durch Einmalzahlungen, auf die sich ein Unternehmen nicht auf Dauer verlassen kann. Es ist für AMD also umso wichtiger, dass man ein stabiles wirtschaftliches Grundgerüst hat, auf das man aufbauen kann. Mit den Mittelklasse-Grafikkarten auf Basis der Polaris-Architektur und dem Semi-Custom-Geschäft sieht man diese Grundbasis als gegeben und stabil. Die Margen sollen mit den Zen-Prozessoren und den Vega-GPUs bei den Grafikkarten aber wieder erhöht werden. Gerade im Serversegment sieht man großes Potenzial wieder deutlich mehr Geld zu verdienen.

In den letzten Quartalen hat AMD große Summen an Schulden zurückzahlen können und schrieb auch aus diesem Grund keine schwarzen Zahlen. Die geringeren Schulden geben AMD aber wieder etwas mehr Spielraum bei den notwendigen Investitionen – vor allem im Bereich Research and Developement.

Außerdem will sich AMD in gleich mehreren Bereichen mehr öffnen. So will man verstärkt Lizenzdeals in Gang bringen, die dann über Einmal- oder regelmäßige Zahlungen wieder Geld in die Kasse spülen sollen. Ebenfalls ins Auge gefasst hat AMD das Automotive-Segment, welches noch deutlich mehr Potenzial vorzuweisen haben soll als der ohnehin schon lukrative Serverbereich. Wieder in den Fokus rückt AMD die Zusammenarbeit mit GlobalFoundries, wo über den aktuellen 14-nm-Prozess hinweg an zukünftigen Technologien wie der Fertigung in 7 nm gearbeitet wird. AMD will sich aber nicht ausschließlich auf GlobalFoundries verlassen, sieht hier aber schon die größten Schnittpunkte.

Soweit einmal die Aussagen von Dr. Lisa Su auf der Konferenz. Wie schon häufiger erwähnt, muss AMD den Worten nun aber auch Taten folgen lassen. Noch im Dezember soll die besagte Vorschau auf die Zen-Architektur erfolgen, im Januar könnte dann die offizielle Vorstellung folgen. Bei den Grafikkarten wird über ein Event gemutmaßt, welches ebenfalls im Dezember stattfinden wird, zu dem es bisher aber keinerlei offizielle Ankündigung gibt.