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Qualcomms X12-LTE-Modem erreicht 600 MBit/s

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qualcommIm Rahmen einer Hausmesse sprach Qualcomm heute bereits über die Mittelklasse-Achtkerne Snapdragon 430 und 617. Verraten wurden auch Details zum neuen LTE-Modem X12 LTE, das mit dem neuen Snapdragon 820 zusammenarbeiten soll, aber auch einzeln mit anderen SoCs verwendet werden kann.

Das X12 LTE unterstützt LTE Cat. 12 im Downlink und kommt somit auf 600 MBit/s. Möglich wird dies durch eine Erweiterung der 64QAM (Quadrature Amplitude Modulation) zu 256QAM im Vergleich zu den Vorgänger-Modems. Die aufgebohrten Frequenzbänder sorgen zum einen für eine höhere Datenrate, solche Geschwindigkeiten sind aber auch deutlich anfälliger für Störungen und setzen einen geringen Abstand zur Sendestation voraus. Das theoretische Maximum von 600 MBit/s dürfte also nur in extrem seltenen Fällen und auch nur dann erreicht werden, wenn man sich nahezu alleine in den Funkzellen befindet. Auch auf Seiten des Uplinks hat Qualcomm die Geschwindigkeit beschleunigt und verwendet ein LTE Cat. 13, was 150 MBit/s entspricht. Auch hier wird die Quadrature Amplitude Modulation von 16 auf 64 erhöht.

Qualcomm X12 LTE in Snapdragon 820
Qualcomm X12 LTE in Snapdragon 820

Befindet sich das Modem in nur einem Mobilfunknetz, so kann es über eine 4x4 MIMO-Konfiguration im Netz arbeiten. Dies soll die Stabilität erhöhen, aber auch die Datenraten beschleunigen. Qualcomm geht davon aus, dass man die Datenraten im Vergleich zum Vorgänger sogar verdoppeln kann. Die 600 MBit/s werden aber nur erreicht, wenn sich das Mobiltelefon in mehreren Funkzellen befindet. Das X12 LTE kann auch in LTE-U-Nutzern arbeiten, wenn ein Qualcomm WTR3950 Tranceiver verbaut ist. LTE-U arbeitet im 5-GHz-Band und soll mit WLAN auf dem gleichen Frequenzband in Koexistenz zusammenarbeiten. LTE-U soll vor allem in kleinen Bereich eingesetzt werden, in denen normale Mobilfunkzellen schnell überlastet sein können. Via Carrier-Aggregation, also einer gemeinsamen Nutzung von LTE-U und WLAN sollen Datenverbindungen nicht nur stabiler, sondern auch schneller werden. Fußballstadien und Konzertsäle, aber auch große Messen sind mögliche Einsatzgebiete von LTE-U.

Um Platz in Smartphones und Tablets einzusparen, bietet das X12 LTE nun auch die Möglichkeit, dass sich LTE und WLAN einige Antennen teilen können. Hinsichtlich des WLANs bietet das X12 LTE eine 2x2 MU-MIMO-Konfiguration für 802.11ac. Allerdings ist auch hier ein Zusatzchip namens QCA6174A notwendig. Ebenfalls mit Zusatzchip angeboten wird die Unterstützung von 802.11ad.

Auch auf Seiten der Software will Qualcomm einige Verbesserungen eingepflegt haben. Bei Zeroth handelt es sich um ein intelligentes WLAN- und Mobilfunkmanagement, dass ebenfalls eine Zusatzhardware im SoC bzw. einen DSP voraussetzt. Ein Algorithmus soll dabei entscheiden, ob sich das Moden weiterhin in einem LTE-Netz befinden soll oder das eventuell verfügbare WLAN verwendet werden soll. Ist der WLAN-Empfang zu schlecht oder die Geschwindigkeit zu gering, wechselt das System wieder automatisch auf das eventuell schnellere LTE.

Die Informationspolitik in Tröpfchenstrategie hinsichtlich des Snapdragon 820 wird wohl in den kommenden Tagen fortgesetzt. Hier erwarten wir uns einige Details zur Kryo-Architektur und den Interconnects. Der erste Einsatz des X12 LTE wird in der ersten Jahreshälfte 2016 erwartet.

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