Seite 2: Messergebnisse und Software-Veränderungen

Entsprechende Tests sind aufgrund verschiedener PCBs und Grafikchips sehr schwierig. Da das PCB der neuen iCX-Karten überarbeitet wurde – neue Sensoren, zusätzliche MCUs und zwei Fan-Header – passt ein ACX-3.0-Kühler nicht auf die Platine einer iCX-Karte und ein iCX-Kühler nicht auf die einer ACX-Karte. Intern hat das EVGA aber testen können und kommt zu folgendem Ergebnis: 

Temperatur-Verbesserungen von iCX
BauteilEVGA iCX (SC2)
Fan-1400/1600 RPM
EVGA ACX 3.0 (SC)
Fan-1600/1600 RPM
GPU 64 °C 67 °C
GPU (Rückseite) 69 °C  70 °C
Memory 1  81 °C  85 °C
Memory 2  74 °C 81 °C
Memory 3  55 °C 61 °C
Power 1  82 °C  86 °C
Power 2  76 °C  81 °C
Power 3  81 °C  86 °C
Power 4  76 °C  79 °C
Power 5  73 °C  77 °C

Gut zu erkennen, dass die Temperaturen trotz geringer Drehzahl für einen der beiden Lüfter und damit bei etwas geringerer Lautstärke, verbessert werden konnten – vor allem im Bereich der Spannungswandler und Speicherchips. EVGA sieht seinen neuen iCX-Kühler allerdings eher als Feature-Upgrade mit kleineren Detail-Anpassungen, als ein Performance-Upgrade, was sich auch dadurch zeigt, dass die bisherigen Modelle nicht vom Markt verschwinden, sondern weiterhin angeboten werden.

Erste eigene Messungen:

Wie eingangs erwähnt, hat uns EVGA eine GeForce GTX 1080 FTW2 mitgegeben, mit der wir uns selbst ein erstes Bild des neuen iCX-Kühlsystems machen konnten. Schön zu sehen: Im Worstcase-Szenario, in dem wir den 3D-Beschleuniger per Furmark an seine Leistungsgrenze bringen und ihm ordentlich einheizen, werden die Speicherchips und VRMs deutlich wärmer als die GPU – der rechte Lüfter reagiert und arbeitet mit 2.160 RPM gut 100 Umdrehungen pro Minute schneller als sein Komplize auf der linken Seite, der ausschließlich für die Kühlung des Grafikchips verantwortlich ist. Dabei erreicht unsere Testkarte einen Geräuschpegel von 43,5 dB(A) – für eine High-End-Karte dieser Preisklasse kein schlechter Wert.

In Spielen bleibt sie deutlich kühler und laufruhiger als im Extremtest. In Grand Theft Auto 5 erreicht unser Testmuster eine GPU-Temperatur von bis zu 68 °C, während der Speicher und die Spannungsversorgung mit 61 bzw. 60 °C sogar etwas kühler bleiben. Bei den Lüftern hatte dies etwa 960 bis 1.020 RPM zur Folge, womit die Karte mit 38,7 dB(A) kaum aus dem geschlossenen Testsystem herauszuhören ist. The Witcher 3 heizt die Grafikkarte deutlicher auf, wenn nicht ganz so stark wie Furmark. Dennoch zeigt sich auch hier: Es gibt keine Temperatur-Probleme im Bereich der Spannungswandler und PWRs. Mit Drehzahlen von 1.710 bis 1.830 RPM erreicht die EVGA GeForce GTX 1080 FTW2 in dieser Disziplin etwa 39,2 dB(A).

Eigene Messwerte zum neuen iCX-Kühler
BenchmarkTemperaturen (P/W/M)Drehzahlen (GPU/Power)Lautstärke
The Witcher 3 74 / 67 / 68 °C 1.710 / 1.830 RPM 39,2 dB(A)
Grand Theft Auto 5 68 / 61 / 60 °C  960 / 1.020 RPM 38,7 dB(A)
Furmark  77 / 79 / 83 °C  2.040 / 2.160 PM  43,5 dB(A)

Die beiden 100-mm-Lüfter stellen ihren Betrieb bis zum Erreichen eines bestimmten Temperatur-Levels komplett ab, womit die Grafikkarte komplett passiv und damit völlig lautlos auf Temperatur gehalten wird. Wird die GPU 67 °C warm, schaltet sich der linke Lüfter hinzu. Erreichen die Spannungswandler oder die Speicherchips 57 °C schaltet sich hingegen der zweite, rechte Lüfter hinzu. Ihre Arbeit stellen sie bei etwa 54 bzw. 56 °C wieder ein. Je nach Titel erreicht unser Testmuster der EVGA GeForce GTX 1080 FTW2 einen Boosttakt von 1.949 MHz.

Im Overclocking Test konnten wir das Sample auf 1.843/1.982/1.355 MHz beschleunigen. In der Praxis wurden damit bis zu 2.075 MHz erreicht. Standard sind 1.821/1.860/1.251 MHz und ein Realtakt von 1.949 MHz. Die Temperaturen stiegen nur unwesentlich an, wobei sich die Drehzal und damit die Lautstärke etwas erhöht. Im Futuremarks 3DMark Fire Strike Extreme steigt die Performance damit von 9.971 auf 10.446 Punkte an.

Update für Precision XOC

Die neuen Features der iCX-Kühlung bringen auch eine Reihe neuer Funktionen für das hauseigene Precision-XOC-Tool mit sich. So lassen sich die einzelnen Sensoren nicht nur auslesen, sondern auch einsehen, wo sie sich genau auf dem PCB befinden. Ab welcher Temperatur sich die Farben für „G“, „P“ und „M“ verändern soll, kann vom Anwender ebenso festgelegt werden, wie die Farbe selbst. Wer statt grün lieber gelb haben möchte, kann dies entsprechend abändern. EVGA hat hierfür RGB-LEDs integriert. Die Lüfterkurven für beide Rotoren können über EVGA Precision XOC ebenfalls verändert, abhängig von der Temperatur geregelt oder aber mit einer festen Drehzahl eingestellt werden. Wer sie lieber synchron wie bislang bei jeder Grafikkarte steuern möchte, kann sie auf „linked“ stellen.

Während NVIDIA das Temperatur-Target bei seiner Founders Edition der GeForce GTX 1080 auf 83 °C festgesetzt hat, hat EVGA diese bei seinen SC- und FTW-Modellen auf 78 °C abgesenkt, womit die Karten versuchen, ihre GPU-Temperatur auf diesem Level zu halten und kühler bleiben als die Referenzversion. Dies kann vom Anwender in der Software ebenfalls angepasst werden. Das Beleuchtungssystem der iCX-Karten kann außerdem mit dem hauseigenen Wasserkühler synchronisiert werden, mehrere Produkte sollen in der Zukunft unterstützt werden.

Die wichtigsten Parameter lassen sich bequem über ein OSD im Spiel anzeigen.

Gutes wird noch besser

Die neuen iCX-Karten werden als SC2 oder FTW2 auf den Markt kommen und je nach GPU-Modell zwischen 20 und 30 Euro mehr kosten. Die bestehenden SC- und FTW-Modelle werden weiter verkauft und nicht vom Markt verschwinden. Die ersten Modelle sollen Ende Februar ausgeliefert werden, mit einer breiten Verfügbarkeit rechnet man bei EVGA im März. Unterschiede bei den Taktraten wird es zwischen ACX 3.0 und iCX nicht geben. Wer von ACX- auf iCX upgraden möchte, kann dies im Rahmen eines Upgrade-Programms tun: Wer 99,99 Euro bezahlt, kann seine alte ACX-Karte gegen ein neues iCX-Modell austauschen und bekommt somit eine komplett neue Grafikkarte. Das Besondere dabei: Der Zeitpunkt des Kaufs ist egal, die Garantie wird beim Upgrade resetet. Die MSRPs für die beiden Topmodelle, die als erstes den Markt erreichen werden, sehen wie folgt aus:

  • EVGA GeForce GTX 1080 iCX FTW2: 779,99 Euro
  • EVGA GeForce GTX 1080 iCX SC2: 749,99 Euro
  • EVGA GeForce GTX 1070 iCX FTW2: 519,99 Euro
  • EVGA GeForce GTX 1070 iCX SC2: 499,99 Euro

Insgesamt hat EVGA seine Grafikkarte-Kühler sinnvoll verbessert, vor allem aber mit einigen interessanten Features versehen, die sich die Community schon immer gewünscht hat. EVGA beweist damit einmal mehr sehr kundenfreundlich zu sein und setzt sich damit von vielen anderen Grafikkarten-Herstellern ab.