1. Hardwareluxx
  2. >
  3. News
  4. >
  5. Hardware
  6. >
  7. Auto
  8. >
  9. Neue S-Klasse: Mercedes-Benz kommt autonomen Fahren im Alltag näher

Neue S-Klasse: Mercedes-Benz kommt autonomen Fahren im Alltag näher

Veröffentlicht am: von

In der Automobilbranche dominieren derzeit vor allem die Themen automatisiertes Fahren und Elektrifizierung. Während es bei letzterer nur kleinere Fortschritte gibt, legen die Hersteller in Sachen Autonomie ein ganz anderes Tempo an den Tag und setzen damit auch den Gesetzgeber unter Druck. Mit dem Facelift der S-Klasse, das ab Herbst 2017 angeboten wird, will Mercedes-Benz den nächsten großen Schritt wagen.

Schon mit der aktuellen E-Klasse der Baureihe W213 konnten die Stuttgarter ein Ausrufezeichen setzen. Zahlreiche Assistenten übernehmen dort Fahr- und Überwachungsaufgaben und entlasten somit den Fahrer. Im Test entpuppte sich Zusammenspiel der verschiedenen Systeme als überaus zuverlässig, auch wenn man nur vom teilautomatiserten Fahren sprechen kann - was das Unternehmen selbst auch betont. Doch wie üblich konnten einige Wettbewerber seitdem nachlegen und den Vorsprung somit egalisieren. Mit dem Facelift der aktuellen S-Klasse (W222) soll das aber wieder anders werden.

Die eingesetzte Hardware des überarbeiteten Fahrzeugs entspricht dabei nach aktuellem Kenntnisstand in weiten Teilen der der E-Klasse, der Funktionsumfang wird in wichtigen Punkten aber erweitert. Das gilt in erster Linie für den Abstandsassistenten DISTRONIC sowie den Spurwechselassistenten.

Letzter soll nun schon dann aktiv werden, wenn der Blinker nur angetippt wird; in der E-Klasse muss er längere Zeit aktiv sein. Erkennt das System, dass sich weder auf der Nebenspur, vor oder hinter dem eigenen Fahrzeug ein möglicherweise zur Gefahr werdendes anderes Fahrzeug befindet, wird der Wechsel automatisch vollzogen. Zur Überprüfung und Überwachung der Situation greift der Assistent auf diverse Sensoren wie Ultraschall und Radar zurück, per Einblendung im Kombiinstrument sowie im Head-Up-Display wird der Fahrer informiert. Allerdings müssen wie auch schon in der E-Klasse bestimmte Grundvoraussetzungen erfüllt werden. Zum einen kann der Assistent nur genutzt werden, wenn man sich auf einer mehrspurigen Straße - zurückgegriffen wird dabei auf die Daten des Navigationssystems - befindet und die gefahrene Geschwindigkeit zwischen 80 und 180 km/h liegt.

Weniger Abhängigkeiten gibt es bei der erweiterten DISTRONIC. In der E-Klasse kann der Assistent zum Halten der Geschwindigkeit sowie des notwendigen Abstands zum vorausfahrenden Fahrzeug genutzt werden. In der überarbeiteten S-Klasse soll sie zusätzlich aber auch die Umgebung berücksichtigen. Nähert sich das Fahrzeug beispielsweise einer Kurve, einem Kreisverkehr oder einer Kreuzung, wird das Tempo falls nötig reduziert. Gleiches gilt, wenn von der Autobahn abgefahren werden soll und sich das Fahrzeug bereits auf der rechten Spur befindet. Dabei greift die DISTRONIC auf das vorhandene Kartenmaterial des Navigationssystems sowie die unter Umständen genutzte Routenführung zurück. Darüber hinaus soll das jeweils gewählte Fahrprogramm Einfluss auf die Reduktion der Geschwindigkeit haben. Laut Mercedes-Benz wird im Eco-Modus so stark abgebremst, dass der Lenkassistent Kurvenfahrten übernehmen kann. Ebenfalls sollen in diesem Fahrprogramm Gefälle berücksichtigt werden, um vorausschauender zu fahren.

Aber auch zahlreiche andere Helfer stehen, teils vermutlich gegen Aufpreis, zur Verfügung. Dazu gehören der Verkehrszeichenassistent, der Parkassistent sowie der aktive Bremsassistent, der Fahrzeuge und Personen erkennt und im Zweifelsfall eine Bremsung automatisch einleitet, um Kollisionen zu vermeiden oder zumindest deren Folgen abzumildern.

Zwar spricht Mercedes-Benz selbst davon, dass man mit den Änderungen einen großen Schritt in Richtung autonomen Fahrens macht, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass der Fahrer weiterhin die Verantwortung trägt.

Zu den weiteren Änderungen im Zuge des Facelifts soll die S-Klasse unter anderem neue Frontscheinwerfer und eine Gestensteuerung für das Infotainment-System erhalten. Den Hybrid-Modellen wird eine höhere Ladeleistung sowie die Möglichkeit des induktiven Ladens spendiert.

Social Links

Das könnte Sie auch interessieren:

  • Hongguang Mini in Europa: Elektroauto aus China soll 10.000 Euro kosten

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/H7599D1626C2447288CC73C9B837505F5K

    Das chinesische Unternehmen Wuling machte bereits im Januar und Februar diesen Jahres auf sich aufmerksam. So wurde das Elektroauto-Modell Hongguang Mini innerhalb der zwei Monate über 56.000 Mal verkauft. Damit wurde das Automobil auf einen Schlag das meist verkaufte Elektroauto innerhalb Chinas.... [mehr]

  • Mi Car: Elektroauto von Xiaomi offiziell bestätigt

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/XIAOMI_LOGO

    Bereits seit Jahres gibt es Gerüchte, nach denen der chinesische Smartphone-Hersteller Xiaomi plant ins Elektroauto-Geschäft einzusteigen. Immer wieder wurden angebliche Leaks als Fälschungen entlarvt und vom Unternehmen stets dementiert. Doch nun ist es offiziell bestätigt: Xiaomi plant... [mehr]

  • Tesla möchte sein Supercharger-Netzwerk massiv ausbauen

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/TESLA_2019

    Tesla plant eine massive Erweiterung seines Supercharger-Netzwerkes. Darauf deuten viele kürzlich erschienene Jobanzeigen für Design-Manager der neuen Supercharger-Standorte hin. Die Expansion soll offenbar noch vor der Öffnung des Schnelllade-Netzwerks für andere Elektroauto-Hersteller am Ende... [mehr]

  • Apple holt Porsche-Fahrzeugkonstrukteur mit an Bord

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/APPLE-LOGO

    Bereits in jüngster Vergangenheit berichteten wir darüber, dass Apple weiterhin an seinem iCar festhält und dieses laut Aussagen von Hyundai im Jahr 2027 auf den Markt bringen will. Wie sich jetzt der Webseite Business Insider entnehmen lässt, soll der Fahrzeugkonstrukteur Manfred Harrer nun... [mehr]