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Neue S-Klasse: Mercedes-Benz kommt autonomen Fahren im Alltag näher

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In der Automobilbranche dominieren derzeit vor allem die Themen automatisiertes Fahren und Elektrifizierung. Während es bei letzterer nur kleinere Fortschritte gibt, legen die Hersteller in Sachen Autonomie ein ganz anderes Tempo an den Tag und setzen damit auch den Gesetzgeber unter Druck. Mit dem Facelift der S-Klasse, das ab Herbst 2017 angeboten wird, will Mercedes-Benz den nächsten großen Schritt wagen.

Schon mit der aktuellen E-Klasse der Baureihe W213 konnten die Stuttgarter ein Ausrufezeichen setzen. Zahlreiche Assistenten übernehmen dort Fahr- und Überwachungsaufgaben und entlasten somit den Fahrer. Im Test entpuppte sich Zusammenspiel der verschiedenen Systeme als überaus zuverlässig, auch wenn man nur vom teilautomatiserten Fahren sprechen kann - was das Unternehmen selbst auch betont. Doch wie üblich konnten einige Wettbewerber seitdem nachlegen und den Vorsprung somit egalisieren. Mit dem Facelift der aktuellen S-Klasse (W222) soll das aber wieder anders werden.

Die eingesetzte Hardware des überarbeiteten Fahrzeugs entspricht dabei nach aktuellem Kenntnisstand in weiten Teilen der der E-Klasse, der Funktionsumfang wird in wichtigen Punkten aber erweitert. Das gilt in erster Linie für den Abstandsassistenten DISTRONIC sowie den Spurwechselassistenten.

Letzter soll nun schon dann aktiv werden, wenn der Blinker nur angetippt wird; in der E-Klasse muss er längere Zeit aktiv sein. Erkennt das System, dass sich weder auf der Nebenspur, vor oder hinter dem eigenen Fahrzeug ein möglicherweise zur Gefahr werdendes anderes Fahrzeug befindet, wird der Wechsel automatisch vollzogen. Zur Überprüfung und Überwachung der Situation greift der Assistent auf diverse Sensoren wie Ultraschall und Radar zurück, per Einblendung im Kombiinstrument sowie im Head-Up-Display wird der Fahrer informiert. Allerdings müssen wie auch schon in der E-Klasse bestimmte Grundvoraussetzungen erfüllt werden. Zum einen kann der Assistent nur genutzt werden, wenn man sich auf einer mehrspurigen Straße - zurückgegriffen wird dabei auf die Daten des Navigationssystems - befindet und die gefahrene Geschwindigkeit zwischen 80 und 180 km/h liegt.

Weniger Abhängigkeiten gibt es bei der erweiterten DISTRONIC. In der E-Klasse kann der Assistent zum Halten der Geschwindigkeit sowie des notwendigen Abstands zum vorausfahrenden Fahrzeug genutzt werden. In der überarbeiteten S-Klasse soll sie zusätzlich aber auch die Umgebung berücksichtigen. Nähert sich das Fahrzeug beispielsweise einer Kurve, einem Kreisverkehr oder einer Kreuzung, wird das Tempo falls nötig reduziert. Gleiches gilt, wenn von der Autobahn abgefahren werden soll und sich das Fahrzeug bereits auf der rechten Spur befindet. Dabei greift die DISTRONIC auf das vorhandene Kartenmaterial des Navigationssystems sowie die unter Umständen genutzte Routenführung zurück. Darüber hinaus soll das jeweils gewählte Fahrprogramm Einfluss auf die Reduktion der Geschwindigkeit haben. Laut Mercedes-Benz wird im Eco-Modus so stark abgebremst, dass der Lenkassistent Kurvenfahrten übernehmen kann. Ebenfalls sollen in diesem Fahrprogramm Gefälle berücksichtigt werden, um vorausschauender zu fahren.

Aber auch zahlreiche andere Helfer stehen, teils vermutlich gegen Aufpreis, zur Verfügung. Dazu gehören der Verkehrszeichenassistent, der Parkassistent sowie der aktive Bremsassistent, der Fahrzeuge und Personen erkennt und im Zweifelsfall eine Bremsung automatisch einleitet, um Kollisionen zu vermeiden oder zumindest deren Folgen abzumildern.

Zwar spricht Mercedes-Benz selbst davon, dass man mit den Änderungen einen großen Schritt in Richtung autonomen Fahrens macht, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass der Fahrer weiterhin die Verantwortung trägt.

Zu den weiteren Änderungen im Zuge des Facelifts soll die S-Klasse unter anderem neue Frontscheinwerfer und eine Gestensteuerung für das Infotainment-System erhalten. Den Hybrid-Modellen wird eine höhere Ladeleistung sowie die Möglichkeit des induktiven Ladens spendiert.

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Kommentare (1)

#1
Registriert seit: 13.03.2015

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1395
So lange ich nicht den Sitz in Liegeposition fahren, die VR-Brille aufsetzen und während der Fahrt einen Film anschauen kann, ist Auto fahren auch nicht "autonom". Und dem stehen in der Tat nicht so sehr die Technik, sondern die Gesetzeslage entgegen. Erst kürzlich hat die Regierung ein neues Gesetz beschlossen, das autonomes Fahren ermöglichen soll (Bundesregierung | Artikel | Automatisiertes Fahren auf dem Weg) und der FAIL des tollen neuen Gesetzes steht schon gross in der Überschrift zum zweiten Absatz: DER MENSCH BLEIBT VERANTWORTLICH.

Wenn ich also nach wie vor lauern muss, was das Auto tut, oder ob es (wie in der Vergangenheit z.B. der Kurvenassistent der E-Klasse) mitten in der Kurve ausschält, weil ein Sensor ein Überschreiten der maximal zulässigen Fliehkräfte gemessen hat und jetzt sofort der Fahrer deshalb übernehmen muss, so lange ist es für einen Autofahrer erheblich weniger Stressig, einfach komplett selbst zu fahren.
Dann brauche ich nicht zu spekulieren, ob eine Lenkbewegung noch so gewollt ist oder ob im nächsten Moment das "bitte übernehmen"-Symbol aufleuchtet, während der PKW schon grade von der Strasse fliegt.
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