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Microsoft schraubt Smartphone-Bemühungen zurück

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microsoft lumia 650Microsoft hat erst kürzlich seine Abteilung für Feature-Phones an FIH Mobile, eine gemeinsame Tochterfirma von Foxconn und HMD, abgestoßen. Somit wird Microsoft selbst quasi keine „unsmarten“ Mobiltelefone mehr anbieten. Doch wie steht es eigentlich um die Smartphones des Herstellers aus Redmond? Es ist bekannt, dass das Betriebssystem Windows Phone bzw. Windows 10 Mobile aktuell lediglich bei Marktanteilen von ein bis zwei Prozent herumdümpelt. Es beherrschen eindeutig Android und dessen zahlreiche Partner wie Huawei, LG und Samsung sowie Apple mit dem iOS den Markt. Microsoft ist aber noch nicht bereit zu kapitulieren.

Ein internes Memo des Kopfes der Abteilung für Windows und entsprechende Endgeräte, Terry Myerson, gibt nun Aufschluss über Microsofts Zukunftspläne. Dabei gibt Myerson durchaus zu, dass Microsoft im Bezug auf die Hardware zurückhaltender vorgehen werde. Dennoch seien „großartige, neue Geräte“ geplant. Wann jene erscheinen könnten, hält Myerson in dem an die Öffentlichkeit gelangten Memo jedoch völlig offen.

Einige Gerüchte sprechen davon, dass Microsoft zunächst keine neuen Lumia mehr veröffentlichen wolle und stattdessen ein Surface Phone in Angriff nehme. Derlei Gerüchte tauchen allerdings nicht unbedingt zum ersten Mal auf und machten auch schon 2015 die Runde. Sinn ergeben, könnte diese Strategie jedoch durchaus: Über Continuum sowie seine Universal Windows Platform ist Microsoft bestrebt Smartphones, Tablets, PCs und sogar Spielekonsolen näher aneinander zu rücken. Die Surface sind aktuell ein relativ erfolgreicher Brückenschlag zwischen Tablets und Notebooks. Somit könnte es das Smartphone-Segment beleben, wenn Microsoft auch dort jene Marke etablierte.

microsoft lumia 950

Zunächst bestätigt Myerson in seinem Memo jedoch, dass Microsoft sein Smartphone-Geschäft straffen müsse und deswegen weltweit bis zu 1.850 Stellen streiche - 1.350 sollen in Finnland betroffen sein. Microsoft wolle weiter neue Smartphones entwickeln, müsse angesichts der überschaubaren Verkaufszahlen aber pragmatisch agieren und deswegen „auch andere mobile Plattformen umarmen“. Damit ist natürlich gemeint, dass die Redmonder ihre zahlreichen Apps auch für Android und iOS anbieten. Größtenteils erreichen Neuerungen sogar zuerst deren Nutzer, während Besitzer von Microsofts eigenen Lumia-Modellen mit Windows Phone / Windows 10 Mobile ausharren müssen. Hier steckt Microsoft weiterhin in einer Zwickmühle, einerseits mit seiner Software den Kunden- und Marktanforderungen gerecht werden zu müssen und andererseits eigene Hardware in den Fokus rücken zu wollen.

Man darf gespannt sein, wie Microsoft seine Smartphone-Abteilung in Zukunft noch vorantreiben wird. Laut Terry Myerson habe man nicht vor aufgegeben. Allzu optimistisch klingt der Manager allerdings mittlerweile auch nicht mehr.