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Google arbeitet an Translatotron

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googleEin neues Forschungsprojekt des Suchmaschinenriesen Google nutzt gesprochene Sätze einer Sprache und gibt die gesprochenen Wörter anschließend in einer anderen wieder. Im Gegensatz zu den meisten Übersetzungstechniken wird hier jedoch kein Zwischentext verwendet, sondern nur der Ton. Dies sorgt unter anderem dafür, dass die Frequenz und der Ton der Stimme des Sprechers vom Übersetzungsprogramm leicht imitiert werden können. Besagtes Projekt trägt den Namen Translatotron und stellt den Höhepunkt einer mehrjährigen Entwicklung dar. Allerdings handelt es sich beim Translatotron weiterhin um ein Experiment.

Das Übersetzen von Sprache geschieht im Normalfall, indem man das Problem in weitere kleinere sequenzielle Probleme unterteilt: Umwandlung der Ausgangssprache in Text (Speech-to-Text oder STT), Umwandlung von Text einer Sprache in Text einer anderen (maschinelle Übersetzung) und die anschließende Umwandlung des resultierenden Textes in Sprache (Text-to-Speech oder TTS). Aktuell lässt sich dies in der Praxis bereits nutzen, allerdings sind die genannten Verfahren noch verbesserungsfähig.

Beim Translatotron handelt es sich um einen einstufigen Prozess. Somit kann dieser mit ausreichend Rechenleistung schneller arbeiten. Zudem ist von Interesse, dass der Charakter der Quellstimme auch erhalten bleibt, sodass die Übersetzung nicht automatisch erfolgt, sondern mit dem Ton und der Kadenz des ursprünglichen Satzes. Dies nimmt daher einen enormen Einfluss auf den Ausdruck. Somit wird nicht nur das “Was” übersetzt, sondern auch das “Wie” der gesprochenen Sprache. Die Genauigkeit der Übersetzung ist, wie die Forscher sich eingestehen mussten, nicht so gut wie bei herkömmlichen Systemen. Allerdings sind viele der resultierenden Übersetzungen (zumindest teilweise) ziemlich passabel. Letztendlich beschreibt das Team ihre Arbeit bescheiden als Ausgangspunkt, um die Machbarkeit des Ansatzes zu demonstrieren. Auf der Google-Blog-Webseite lassen sich erste Beispiele einer Übersetzung als Audiodatei abrufen.

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Kommentare (4)

#1
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Registriert seit: 01.03.2013

Bootsmann
Beiträge: 637
Sicher noch ein weiter Weg bis zur Echtzeitübersetzung, aber wie so oft hat sich Fiktion in der Literatur doch in Science gewandelt. An sich eine feine Sache, wenn man Probleme hat Fremdsprachen zu erlernen.
Diktierprogramme waren vor Jahrzehnten regelrecht eine Qual. Vor allem die Lernübungen im Vorfeld, dass das Programm dich überhaupt verstanden hat. Sekretär-(innen) hat es aber bis dato nie ersetzen können. Die Endkontrolle muss immer noch ein Mensch machen, aber in den Programmalgorithmen für das Sprachverständnis hat sich da enorm viel getan. :)
#2
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Registriert seit: 06.02.2014
Im sonnigen Süden
Admiral
Beiträge: 12598
Den Ton direkt zu verwenden klingt nach einem sehr interessanten Ansatz. Damit kann nicht nur Betonung unterschieden werden sondern automatisch auch Umgangssprache.
#3
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Registriert seit: 01.01.2016

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1507
Google ist mal wieder der Brachenführer.
Sehr interessante Technik und wird auf lange Sicht wohl so ein futuristischer Universalübersetzer.

Mit der Stimmsoftware, die sie schon über ein Jahr testen, können sie dann sogar mit der Originalstimme übersetzen. Es würde dann fast so wirken, als ob der Gegenüber einfach die eigene Sprache spricht.

Sehr gespannt wie schnell sie damit weiter kommen.
Wird langsam schwer der Software von Google auszuweichen. Irgendwie sind die in so vielen Bereichen top. Oder alle anderen sind einfach nur so unmotiviert / haben so viel schlechtere Entwickler.
#4
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Registriert seit: 06.02.2014
Im sonnigen Süden
Admiral
Beiträge: 12598
Zitat Tech Enthusiast;26951316
Oder alle anderen sind einfach nur so unmotiviert / haben so viel schlechtere Entwickler.

Problem ist dass die meisten anderen (z.B. von Apple und MS abgesehen) sehr viel schneller schauen müssen wie sie aus einem Projekt Geld rausschlagen. Da kommt dann schnell raus dass es wirtschaftlich nicht sinnvoll ist, das Projekt anzugehen. Google kann und tut extrem viel quersubventionieren.

Allerdings ist es durchaus möglich Google zu schlagen. Soweit ich weiss gilt der Text-Übersetzer Deepl als besser als Google's: DeepL Translator
Unterstützt allerdings viel weniger Sprachen.
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