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Firefox unter Beschuss: DNS-over-HTTPS (DoH) sorgt für Kritik

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mozilla firefox

Die US-amerikanische Non-Profit-Organisation Mozilla steht aktuell in der Kritik von britischen Internet-Service-Providern (ISP). Grund hierfür ist Mozillas Unterstützung von DNS-over-HTTPS (DoH). DoH sorgt dafür, dass DNS-Abfragen verschlüsselt werden. Dadurch ist ein ISP nicht mehr in der Lage, den DNS-Traffic einzusehen und kann somit keine Domains mehr auf DNS-Ebene blocken. Da die ISPs in Great Britain allerdings dazu verpflichtet sind, illegale Internetseiten zu sperren, macht die DoH-Technologie den Internet-Service-Providern nun einen Strich durch die Rechnung. Darüber sind diese natürlich nicht erfreut oder wie man es typisch britisch ausdrücken würde: The queen is not amused.

Für die ISPs ist der Übeltäter schnell gefunden. Da man die Technologie selbst nicht angreifen kann, sucht man sich als Ziel denjenigen, der sie in seine Software implementiert. Somit steht Mozilla hier ganz oben auf der Liste. Für weitere Brisanz sorgte das Gerücht, dass der Firefox-Browser in Großbritannien in Zukunft standardmäßig DoH aktiviert haben soll. Also erklärte man kurzerhand Firefox beziehungsweise die Mozilla Foundation zum Internet-Bösewicht. Allerdings zählen nicht nur die britischen ISPs zu den Gegnern von DNS-over-HTTPS. Auch die britische Regierung sowie der Geheimdienst kritisierten Mozilla und Google für ihre Absichten, DoH in Zukunft zu unterstützen. Laut Aussagen von Sky News arbeitet Mozilla allerdings daran, dass die DoH-Unterstützung nicht mit der Blockliste der Regierung beziehungsweise des Elternkontrollsystems interferiert.  

Nichtsdestotrotz scheint Mozilla weiter an DoH festzuhalten und wird besagte Technologie auch in Zukunft weiter vorantreiben. Zudem gab Mozilla bekannt, dass man überrascht und enttäuscht über den Branchenverband der ISPs ist, da es sich bei DoH um eine Verbesserung der jahrzehntealten Internetinfrastruktur handeln würde. Die Verwendung eines privaten DNS würde die Inhaltsfilter beziehungsweise Kindersicherungen im Vereinigten Königreich nicht verhindern.