> > > > StreamOn: Gericht weist Eilantrag der Deutschen Telekom zurück (Update)

StreamOn: Gericht weist Eilantrag der Deutschen Telekom zurück (Update)

Veröffentlicht am: von

streamonDie von der Deutschen Telekom angebotene Option StreamOn befindet sich nach Ansicht des Verwaltungsgerichts Köln nicht im Einklang mit deutschen Gesetzen. Die Richter folgen damit der Auffassung der Bundesnetzagentur, die sich vor knapp einem Jahr ähnlich äußerte. Die Folgen des Urteils sind noch nicht absehbar. Unter Umständen müssen Kunden auf die Vorteile der Option künftig verzichten.

Im Dezember 2017 hatte die Bundesnetzagentur mitgeteilt, dass StreamOn vor allem in zwei Punkten geltende Vorschriften missachten würde. So sei nicht nur die Drosselung der Übertragungsgeschwindigkeit bei der Nutzung bestimmter Dienste rechtswidrig, sondern auch die Einschränkungen hinsichtlich der Nutzung im EU-Ausland; dort greifen die StreamOn-Vorteile nicht, stattdessen wird das zum Tarif gehörende Datenvolumen genutzt. Den verlangten Anpassungen wollte die Deutsche Telekom nicht nachkommen, stattdessen wurde im März ein Eilantrag beim Verwaltungsgericht Köln eingereicht.

Der wurde nun mit der gleichen Begründung zurückgewiesen. In einer Pressemitteilung heißt es, dass die Drosselung der Übertragungsgeschwindigkeit auch dann die Netzneutralität verletze, wenn der Nutzer dem zustimme - dies sei schlicht „unerheblich". Hinzu komme die Verletzung der EU-Roaming-Regeln: „Danach dürften für Roaming-Dienste im europäischen Ausland keine zusätzlichen Entgelte im Vergleich mit den inländischen Endkundenpreisen verlangt werden. Dadurch, dass die Telekom eine Anrechnung der gestreamten Datenmengen auf das jeweilige Datenvolumen nur bei einer Inlandsnutzung ausschließe, werde sie diesen Anforderungen nicht gerecht."

Ob die Deutsche Telekom Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Münster einlegen wird, ist noch nicht bekannt. Ebenso bleibt abzuwarten, wie sich die Bundesnetzagentur verhalten wird. Denn eine solche Beschwerde hätte keine aufschiebende Wirkung, Sanktionen könnten somit jederzeit verhängt werden. Für den Fall des Scheiterns vor Gericht hatte die Deutsche Telekom das Aus von StreamOn angedroht. Begründet wurde dies mit den hohen Kosten, die eine Berücksichtigung des EU-Roaming-Regeln nach sich ziehen würden.

StreamOn ermöglich die Nutzung zahlreicher Dienste, ohne dass der dabei entstehende Datenverkehr auf das zum Vertrag gehörende Dantevolumen angerechnet wird. Allerdings wird gleichzeitig die maximale Übertragungsrate während der Nutzung der Dienste reduziert, was eine Beeinträchtigung der Video- und Audio-Qualität nach sich ziehen kann. Zusätzliche Kosten entstehen durch die Aktivierung von StreamOn nicht, nach Angaben der Deutschen Telekom nutzen mehr als eine Million Kunden die Option.

Update

Am Abend hat sich die Deutsche Telekom zu Wort gemeldet. Gegenüber Golem erklärte das Unternehmen erklärte das Unternehmen, dass man Beschwerde gegen den Beschluss einlegen werde. Für die inzwischen mehr als 1,5 Millionen StreamOn-Nutzer werde es zunächst keine Änderungen geben.

Social Links

Diesen Artikel bewerten:

Ø Bewertungen: 0

Tags

Kommentare (16)

Diskutiert das Thema in unserem Forum:
StreamOn: Gericht weist Eilantrag der Deutschen Telekom zurück (Update)

Das könnte Sie auch interessieren:

  • Nach Share-Online ist nun auch Openload vom Netz

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/OPENLOAD

    Verletzung von Urheberrechten sind kein Kavalierdelikt und das Verbreiten von geschütztem Material wird zum Teil mit hohen Strafen belegt. In den vergangenen Jahren haben vor allem Filehoster zur Verteilung von urheberrechtlich geschützten Inhalten beigetragen, doch mit Share-Online.biz konnte... [mehr]

  • Erste Verkaufspreise für AMDs nextGen-CPUs und -Mainboards aufgetaucht

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMD-RYZEN

    Der dänische Online-Versandhändler Komplett.dk nennt knapp drei Wochen vor dem offiziellen Ryzen-3000-Release erste Preise zu AMDs nextGen-Prozessoren und zu X570-Mainboards. In der Vergangenheit wurde sehr viel über die preisliche Ausrichtung für die am 7. Juli 2019 erwarteten Zen-2-CPUs und... [mehr]

  • NVIDIA veröffentlicht geheimnisvollen Teaser zur Computex

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/NVIDIA

    NVIDIA hat per Social Media auf Twitter und Facebook sowie auf YouTube einen 16-sekündigen Videoclip veröffentlicht, der mit "something super is coming ..." beschrieben ist. Weitere Details verrät das Unternehmen dazu bisher nicht. Das Video zeigt einen in Metall gefrästen... [mehr]

  • ASUS Software Updates mit Malware verseucht (2. Update)

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/ASUS_LOGO

    Bereits mehrfach hat sich gezeigt, dass Software einiger Systemhersteller nicht wirklich mit Fokus auf eine möglichst hohe Software-Sicherheit entwickelt wird. So gab es bereits mehrfach große Sicherheitslücken in Software von ASUS und Gigabyte. Offenbar gab es bei ASUS aber auch noch andere... [mehr]

  • Saturn und Mediamarkt feiern "Black Weekend"

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/MEDIA_MARKT

    Seit Freitagmorgen ist auch im Mediamarkt bzw. im Saturn das große "Black Weekend" gestartet. Sowohl in den Märkten vor Ort als auch im Onlineshop erwartet die Schnäppchenjäger noch bis Sonntag, den 1. Dezember eine Vielzahl von reduzierten Artikeln.  Im Mediamarkt lässt sich unter... [mehr]

  • CPU-Markt: Mindfactory-Verkaufszahlen sprechen eindeutige Sprache

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMD_RYZEN_7_2700X

    Der Reddit-User Ingebor hat sich die Verkaufszahlen des Einzelhändlers Mindfactory mal etwas genauer angeschaut und daraufhin die Verteilung der Desktop-Prozessoren der vergangenen Jahre analysiert. Aus den ermittelten Zahlen geht hervor, dass der US-amerikanische Chiphersteller Intel im Zeitraum... [mehr]