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Ermittler nehmen großes, illegales Usenet-Portal vom Netz

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3ddram100Wie die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) in Zusammenarbeit mit mehreren Ermittlungsstellen per Pressemitteilung bekannt gab, hat es am Mittwoch und Donnerstag eine bundesweite Groß-Razzia gegen das Portal „usnetrevoloution.info“ gegeben – wegen des Verdachts der gewerbsmäßigen und unerlaubten Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke.

Das Portal habe eine Vielzahl an Raubkopien von Kinofilmen, Filmserien, Musik, Software und Computerspielen sowie von E-Books zum Download angeboten, ohne dabei Gebühren an die Rechteinhaber abzuführen. Rund zweieinhalb Millionen solcher Inhalte sollen über das Netzwerk angeboten worden sein, die nach GVU-Analysen zuletzt mehrere Millionen Mal pro Monat aufgerufen wurden. Mehr als 27.000 Mitglieder soll das Netzwerk gezählt haben. 

Anders als die meisten illegalen Portalseiten, habe das Netzwerk nicht auf Filehoster wie einst Rapidshare oder Megaupload zurückgegriffen, sondern mit Usenet-Zugangsanbietern zusammengearbeitet, die ein paralleles Netzwerk für den Speicherort für das illegale Angebot zur Verfügung stellen, heißt es in der Pressemitteilung der GVU. Dieses ist nur mit entsprechenden Zugangsdaten zu erreichen. Durch verschiedene Verschlüsselungstechniken erhofften sich die Verantwortlichen, dass ihre Angebote nicht von andere Usenet-Besuchern nutzbar sind. Gelockt wurden Internet-Nutzer mit der Behauptung, Downloads aus dem Usenet seien nicht nachvollziehbar und somit für den Nutzer ungefährlich.  

Durchsucht wurden die Wohnungen von 42 Tatverdächtigen in 13 Bundesländern. Auch zahlreiche Rechenzentren in Deutschland, Spanien, den Niederlanden, in San Marino, der Schweiz und in Kanada wurden durchsucht. Über 187 Einsatzkräfte sollen an der Aktion beteiligt gewesen sein. 

Festgenommen wurden unter anderem die beiden Hauptbeschuldigten, ein 49-Jähriger sowie seine 39-jährige Ehefrau. Der Mann steht im Verdacht als Administrator für den technischen Betrieb des illegalen Download-Portals verantwortlich gewesen zu sein, seine Frau habe hingegen für neue Inhalte als Uploader gesorgt, genau wie ein Großteil der anderen Tatverdächtigten. 

Darüber hinaus gelang es den Ermittlern, die Server des illegalen Download-Portals sowie einer Vertriebsseite für Usenet-Zugänge in den Niederlanden und in Frankreich ausfindig zu machen. Dank der internationalen Zusammenarbeit der Behörden konnten die Server schließlich abgeschaltet werden. Auf der Webseite wurde ein Sicherstellungsbanner als Warnung für die Besucher hochgeladen.