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Kommentar: Make CeBIT great again

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Vom Innovator zum Dinosaurier, den eigenen Tod nicht wahrhaben wollen, die Bedeutungslosigkeit vertuschen: Drei von vielen Aussagen, die man in den vergangenen Tagen so oder so ähnlich von vielen Seiten zum Thema CeBIT zu hören bekommen hat. Statements, die die Unwissenheit der Kommentatoren entlarven. Denn die CeBIT will weder ein MWC noch eine IFA sein.

Ja, als Hannoveraner ist man natürlich vorbelastet, was die "eigene" Messe direkt vor der Haustür angeht. Doch was zuletzt landauf, landab über die CeBIT gesagt und geschrieben wurde, führt nicht nur in der niedersächsischen Landeshauptstadt zu Kopfschütteln - die Großen der Branche dürften ebenfalls irritiert sein. Um letzteres zu verstehen, muss nur ein kurzer Blick hinter die Kulissen geworfen werden. Denn die Schwergewichte der IT haben großen Einfluss, wenn es um das Konzept der Messe geht. Und die haben die Neuausrichtung nicht nur mit erarbeitet, sondern begrüßen sie auch sehr deutlich.

Haben also ausgerechnet die, die von einer erfolgreichen CeBIT am meisten profitieren würden und teilweise seit Jahrzehnten auf allen wichtigen Veranstaltungen vertreten sind, keine Ahnung?

Diesen Schluss erwecken die negativen Äußerungen. Untermauert wird das mit dem wachsenden MWC, der CES mit ihren alljährlichen Neuheiten, der hippen South by Southwest oder der IFA - allesamt Messen, die zuletzt teils deutlich wachsen konnten. Daraus abzuleiten, die CeBIT wäre überflüssig, ist aber völlig falsch. Denn weder die alte, noch die neue Version sollen hipp oder cool oder trendig sein. Auch wenn die geplanten Konzerte einen solchen Eindruck erwecken mögen.

Viel mehr geht es allen Beteiligten darum, den inzwischen wirklich mehr als ungünstigen Termin im März zu verlassen und endlich wieder die anzusprechen, die die Technik am Ende wirklich nutzen: die Menschen. Deshalb ist es richtig, wieder einen echten Messetag für alle zu haben. Ebenso ist es richtig, dass Presse und Fachbesucher sich in aller Ruhe an den anderen Tagen austauschen können. Schließlich ist die CeBIT anders als die South by Southwest keine Bühne für Selbstdarsteller: Hier geht es stattdessen um Geschäfte in Milliardenhöhe, die den Alltag von Millionen Arbeitnehmern tagtäglich beeinflussen können und Innovationen, die auch der Privatmenschen früher oder später im Alltag erleben soll.

Natürlich sind die Glanzzeiten mit mehr als 800.000 Besuchern pro Jahr vorbei und werden auch mit neuem Konzept nicht zurückkommen. Aber wie so oft ist nicht die Quantität die entscheidende Größe. Wer das nicht glauben mag, möge sich einmal bei Herstellern traditioneller Consumer-Electronic-Produkte darüber informieren, was die von der Kaperung der CES durch die Automobilhersteller halten. Ebenso spielt es keine Rolle, wenn der MWC von Jahr zu Jahr wächst, die Zahl der Neuheiten aber rückläufig ist. So mancher Hersteller ist in Barcelona nur noch vertreten, um gesehen zu werden - einige andere verzichten inzwischen ganz auf die vermeintliche Vorzeigeveranstaltung.

Vielleicht kann man deshalb von einer Zweiteilung der Messewelt sprechen. Auf der einen Seite die, die von einer Blase leben (so wie auch die CeBIT Anfang der 2000er!) oder fehlende Substanz mit inhaltsleeren Diskussionsrunden kaschieren und auf der anderen die, denen es nicht um Besucherrekorde, sondern Qualität geht.

Am Ende dürften aber auch ganz profane Gründe dafür sprechen, dass die neue CeBIT ein Erfolg wird. Südostasiatische Unternehmen tun sich traditionell schwer damit, an der Computex teilzunehmen - vorwiegend aus politischen Gründen. Für die dürfte die nur kurze Zeit später stattfindende Messe in Hannover eine mehr als willkommene Alternative sein. Zumal man hier deutlich mehr Menschen direkt ansprechen kann - die Besucherzahlen sprechen eine deutliche Sprache, auch in diesem Punkt ist die CeBIT nach wie vor fast ungeschlagen. Zuletzt selbst mit nur sehr wenigen Privatbesuchern.

Selbst wenn die CeBIT 2018 am Ende nicht ganz der Erfolg wird, den sich Ausrichter und Aussteller erhoffen, wird sich das Konzept durchsetzen. Das werden früher oder später auch MWC, CES und Co. feststellen müssen. Denn die Messe von früher findet immer weniger Anklang, das spüren selbst Galionsfiguren wie die IAA.

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